Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 343

patienten@gelenk-klinik.de

Untersuchung der Planetarsehne

Fersensporn, Fersenschmerz und Entzündung der Plantarsehne (Plantarfasziitis)

  1. Was ist der "Fersensporn"?
  2. Symptome des Fersensporns
  3. Ursachen und Entstehung des Fersensporns
  4. Der obere Fersensporn (Haglundferse)
  5. Der untere Fersensporn (Plantarfasziitis)
  6. Differentialdiagnose des unteren Fersenschmerzes: Nerveneinklemmungen
  7. Ist der Kalksporn die Ursache des Fersenschmerzes?
  8. Untersuchung und Diagnoseverfahren bei Fersenschmerz
  9. Konservative Behandlung von Fersensporn und Fersenschmerzen
  10. Manuelle Therapie, funktionelle Therapie und Zellbiologische ZRT®-Matrix Therapie bei Fersensporn
  11. Welche Übungen helfen bei Fersensporn?
  12. Schuh-Einlagen zur Entlastung der Plantarsehne
  13. Botox Injektion zur Entspannung des Plantarsehnenansatzes bei dem unterem Fersensporn
  14. Kortison-Behandlung bei Fersensporn
  15. Hilft die Stoßwellentherapie gegen Fersensporn?
  16. Minimalinvasive Operation des Fersensporns: Radiofrequenztherapie, Debridement oder partielle Fasziektomie?

Literatur zu Fersensporn

Fersensporn (Fasciitis plantaris)- häufige Ursache stechender Fußschmerzen?

Operation des plantaren Fersenschmerzes Die detaillierte Untersuchung des plantaren Fersenschmerzes enthüllt viele verschiedene Erkrankungen, die sich hinter der Diagnose Fersensporn verbergen können.© Gelenk-Klinik

Der Fersensporn hat seinen Namen von einem im Röntgenbild häufig gut darstellbaren knöchernen Sporn am Sehnenansatz. Sowohl die an der Fußsohle verlaufende Plantarsehne ("unterer bzw. plantarer Fersensporn") als auch der Ansatz der Achillessehne am Fersensbein ("oberer bzw. dorsaler Fersensporn") können von dieser Erkrankung betroffen sein.

Begriffsklärung

  • Fersensporn: Im engeren Sinne der im Röntgen sichtbarer Kalksporn durch Verkalkung des entzündeten Sehnenansatzes.
  • Oberer Fersensporn: Entzündung des Achillessehnenansatzes am Fersenbein.
  • Unterer Fersensporn: Entzündung des Plantarsehnenansatzes am Fersenbein.
  • Plantarsehne: Sehnenplatte an der Fußsohle.
  • Plantarsehnenentzündung: Sehnenentzündung, fast immer am fersenseitigen Ansatz der Plantarsehne.
  • Fasciitis plantaris: Fachbegriff für die Entzündung der Plantarsehne

Dieser Kalksporn ist zwar namensgebend, ist aber nicht ursächlich für die begleitenden Fersensschmerzen. Der Kalksporn ist ebenso wie die Fersenschmerzen nur ein von einem zugrundeliegenden Krankheitsprozess abgeleitetes Symptom.

In vielen Fällen existiert ein Kalksporn am Sehnenansatz auch ohne begleitende Schmerzsymptomatik. Der für die Fersensporn-Erkrankung typische, stechende Schmerz kann auch ohne den radiologisch nachweisbaren Kalksporn entstehen. Man spricht dann vom plantaren Fersenschmerz.

Grundlage des Schmerzes, ebenso wie des Fersensporn ist meist eine entzündliche Grunderkrankung der Plantarsehne bzw. des Achillessehnenansatzes. Diese Sehnenansatzerkrankung, nicht der Kalksporn, steht auch im Mittelpunkt der therapeutischen Bemühungen.

Die Diagnostik des Fersensporns ist also nicht mit dem Nachweis eines Kalkspornes ausgeschöpft. Es gibt vielmehr eine Reihe unterschiedlicher Erkrankungen, die vom Beschwerdebild unter dem Namen Fersensporn zusammengefasst werden. Die erfolgreiche Behandlung des Fersensporns erfordert genaues Arbeiten in mehreren Bereichen: Die genaue Lage der Entzündung, das Stadium der Erkrankung und weiteren anatomischen Gegebenheiten, müssen detailliert ermittelt werden, um Fehlbehandlungen zu vermeiden. Im weiteren Verlauf dieses Artikels werden Sie einen Eindruck von der Vorgehensweise bei Fersenschmerz erhalten. Nicht jeder Fersenschmerz ist gleich.

 

Fersenschmerz: Ursachen
Plantarer Fersenschmerz und Fersensporn: Anatomie
Plantarer Fersenschmerz und Fersensporn: Anatomie
Plantarer Fersenschmerz und Fersensporn: Anatomie
Plantarer Fersenschmerz und Fersensporn: Anatomie
Plantarer Fersenschmerz und Fersensporn: Anatomie
Plantarer Fersenschmerz und Fersensporn: Anatomie
Plantarer Fersenschmerz und Fersensporn: Anatomie
Aufbau der Ferse
Bursitis an der Achillessehne
Verkalkung des Achillessehnenansatzes
Aufbau der Ferse
Sehnenriss Achillessehne
Plantarer Fersenschmerz und Fersensporn: Anatomie
Anatomische Grundlagen des Fersenschmerzes: Der Fersenbeinknochen und Teile des Sprungbeinknochens sind abgebildet. Die gelb dargestellte Plantarfaszie ist unten am Fersenbein befestigt und dient der Unterstützung des Längsgewölbes. Die Befestigung an den Zehen wird hier nicht dargestellt. © Dr. med. Thomas Schneider

 

Der Fersensporn hat häufig einen langwierigen Verlauf

Der Fersensporn ist eine der langwierigsten und am schwierigsten zu behandelnden Fußerkrankungen. Das hat seinen Grund darin, dass ganz unterschiedliche Prozesse an Sehnen, Knochen und Nerven unter dem Begriff "Fersenporn" zusammengefasst werden.

Wir wollen Ihnen im folgenden Artikel diese teilweise sehr verschiedenen Krankheitsbilder vorstellen, die hinter einem chronischen Fersenschmerz stecken können.

So fühlt sich Fersensporn an:

  • Als ob sie in einen Nagel treten
  • Als ob sie über Glasscherben laufen
  • Morgens sind die Schmerzen am stärksten

Sie werden dann besser verstehen, warum nur die detaillierte Diagnose des Fersensporns einen wirksamen Therapieansatz begründen kann.

Wir werden Ihnen auch einfache Übungen zur Vorbeugung oder zur Therapie des Fersensporns vorstellen, die sie selbst zu Hause durchführen können.

Sie können etwas darüber lernen, welche unterschiedlichen Krankheitsbilder wir bei einer differenzierten Diagnose des Fersenschmerzes beobachten können. Wenn der im Einzelfall schmerzauslösende Krankheitsprozess genau identifiziert ist, ist es auch möglich, dem Patienten mit seinem oft über Monate andauernden Fersenschmerz auch konkret zu helfen.

Viel zu häufig fallen Therapieentscheidungen bei Fersensporn noch auf der Grundlage einer unzureichenden Diagnose.

Symptome: Wie äußert sich der Fersensporn?

Symptome und Fersenschmerz bei Entzündung der Plantarsehne

  • Anlaufschmerzen beim Trainingsbeginn
  • Belastungsschmerzen während des Trainings
  • Verstärkung des Schmerzes nach Sportbelastung

Oft werden Fersenschmerzen als messerstichartig beschrieben und lassen lediglich ein humpelndes Gehen in Spitzfußstellung zu, bei dem nur der vordere Teil des Fußes aufgesetzt wird. Nach einiger Zeit unter Belastung lassen die Schmerzen manchmal nach. Dann nach längerer Belastung nehmen die Fersenschmerzen wieder zu.

Häufig erlebt der Patient aber auch unterschiedliche Phasen mit mehr oder weniger starken Schmerzen.

Als schmerzbedingte Schonhaltung gehen die Fersenschmerzpatienten oft verstärkt über den Fußaußenrand. Diese Ausweichbewegung kann auch zu einem seitlichen Schmerz an der Ferse sowie zu Schmerzen im Unterschenkel führen.

Der Ursprung der Plantarsehne am Fersenbein ist druckschmerzhaft und reagiert sehr empfindlich auf Druck und Berührung.

Es gibt viele Arten von Fersenschmerzen und Fersensporn

Es ist zunächst wichtig, zwischen unterem und oberem Fersensporn zu unterscheiden:

Oberer Fersensporn oder Haglundferse

Haglund Exostose mit Kalksporn am Sehnenansatz Haglund Exostose mit Kalksporn am Sehnenansatz © Dr. Thomas Schneider

Der obere Fersensporn setzt am Achillessehnenansatz an. Dieser obere Fersensporn ist im Vergleich zum plantaren Fersenschmerz an der Fußsohle eher selten. Die Schmerzen beim oberen Fersensporn sind sehr genau am Ansatz der Achillessehne lokalisiert. Der obere Fersensporn unterscheidet sich von der Achillessehnenentzündung (Achillodynie) durch die Lage. Die Achillessehnenerkrankung (Achillodynie) ist davon klar zu unterscheiden: Die Achillodynie beginnt 3-5 cm oberhalb des Achillessehnenansatzes.

Dieser obere Fersensporn wird auch als Haglund-Exostose oder Haglund-Syndrom beschrieben.

Der Sporn am oberen Fersenbein ist eher eine Exostose - eine angeborene oder auch erworbene Vergrößerung des oberen Fersenbein-Endes. Diese sogenannte Haglund Exostose entsteht durch die mechanische Belastung, vor allem durch Schuhdruck.

So kommt es hier zu einer vermehrten Reizung der darüberliegenden Weichteile.

Diese betroffenen Weichteile sind die Haut (Hornhaut) oder der Schleimbeutel zwischen Sehne und Knochen (Bursitis subachillae). Auch ein Schleimbeutel zwischen Sehne und Haut (Bursitis subcutaneae) kann betroffen sein.

Oberer Fersensporn: Betroffene Strukturen

  • Achillessehnenansatz:
    Sehnenansatzerkrankung evtl. Kalksporn, Teilsehnenriss.
  • Fersenknochen:
    Knochenödem (Flüssigkeitseinlagerung).
  • Schleimbeutel im Fersenbereich.
    Weichteilreizung durch Schuhdruck
  • Nach Haglundexostose sekundäre Reizungen der Achillessehne.
    Ähnlich wie bei der Kalkschulter können hier Kalkdepots in die Achillessehne eingelagert werden.
  • Haglundferse:
    Besonders prominentes Fersenbein, das nach hinten übersteht, kann durch Hohlfuß verstärkt werden.

Diese Haglundexostose ist absolut zu unterscheiden von einem Sporn am Fersenbein, der in der Achillessehne liegt- also am Achillessehnenansatz am Knochen. Dieser Sporn liegt also weiter unten als die Exostose und hat auch eine ganz andere Krankheitsursache.

Wir unterscheiden also die eher oben liegende Haglund-Exostose vom oberen Fersensporn als Veränderung im Achillessehnenansatz am Knochen. Der obere Fersensporn ist als Sehnenansatz-Erkrankung also eher mit dem plantaren Fersensporn zu vergleichen.

Beim Sporn in der Achillessehne handelt es sich eher um eine Reaktion im Sehnenansatz durch Überlastung (Sehnenansatzerkrankung). Diese Erkrankung erfordert ein anderes Herangehen und eine andere Therapie als der typische und viel häufigere untere Fersensporn.

Der untere Fersensporn (Plantarsehnenentzündung)

Der untere Fersensporn kann mit einer  Verkürzung der Achillessehne zusammenhängen.Der untere Fersensporn kann mit einer Verkürzung der Achillessehne zusammenhängen. Ist die Achillessehne verkürzt, wird der Spielraum im Sprunggelenk eingeengt, der Zug auf der Plantarsehne beim Abrollvorgang kann die Krankheit dann auslösen. © Gelenk-Klinik

Der untere Fersensporn ist eine Entzündung der Sehnenplatte die an der Fußsohle verläuft. Der untere Fersensporn entsteht meist durch wiederholte kleinste Verletzungen am Sehnenansatz des Fersenbeines.

Diese Verletzungen können von Druck- oder Zugkräften ausgelöst werden. Ursache des Fersensporns können längere Fehlbelastungen, zum Beispiel durch falsches oder hartes Schuhwerk sein. Auch das Verharren in Zwangshaltungen - wie bei längeren oder regelmäßigen Autofahrten - kann zu diesen Kleinstverletzungen führen.

Ursachen des Fersensporns

Von Fersensporn betroffen sind häufig übergewichtige Menschen. Das erhöhte Körpergewicht verursacht starke Zugkräfte am Plantarsehnenansatz.

Risikofaktoren: Was begünstigt Fersenschmerz?

  • Fehlstellungen des Fußes: Knickfuß /Senkfuß / Hohlfuß
  • Verkürzung der Achillessehne.
  • Plötzliche Belastungswechsel (Trainingsbeginn nach Sportpause).
  • Fortgeschrittenes Alter.
  • Laufsport und körperliche Belastung.
  • Muskelschwäche.
  • Übergewicht.
  • Wechsel des Schuhwerkes von gepolsterten Schuhen auf dünne Sohlen.
  • Langes Gehen oder Stehen im Alltag.
  • Verminderte Beweglichkeit des Sprungelenks.

Auch großgewachsene Menschen leiden häufig an einer Plantarsehnenentzündung oder dem unteren Fersensporn. Denn auch bei überdurchschnittlicher Körperlänge steigt die Belastung der Fußsohle und der Druck auf die Ferse stark an.

Eine weitere wichtige Gruppe von Menschen, die zu Fersensporn neigen, sind überdurchschnittlich aktive Menschen, Läufer und Sportler.

In der Folge der permanenten Überlastung bilden sich im Bereich des Überganges von Fersenbein zur Plantarfaszie - einem dicken festen Bindegewebsstrang der Fußsohle - kleinste und langsam größer werdende Verkalkungen, da der Körper versucht, den betroffenen Bereich zu verstärken.

Diese Verkalkungen am Ansatz der Plantarsehne sind zwar namensgebend für den Fersensporn. Doch sind die Kalkeinlagerungen meist nicht die Ursache der mit dem Fersensporn einhergehenden Beschwerden. Der plantare Fersenschmerz - stechende Schmerzen an der Fußsohle - bedürfen einer genauen Untersuchung, um die verschiedenen Ursachen genau zu ermitteln. Nerven, Weichteile und Schleimbeutel, Blutgefäße und Knochen müssen genau untersucht werden.

Fersenspornabtragung Fasziitis plantaris im RöntgenbildIm Röntgenbild sichtbar der Kalksporn am Fersenbein. Der untere Fersensporn entsteht durch Kalkeinlagerungen in Folge langwieriger Entzündungen am Plantarsehnenansatz.© Gelenk-klinik.de

Kalkeinlagerung am Plantarsehnenansatz (Fersensporn) ist Symptom, nicht Ursache

Diese Kalkablagerungen in der Plantarsehne bilden den im Röntgenbild oft deutlich sichtbaren Fersensporn. Dieser Fersensporn kann eine zusätzliche Druckbelastung auf das Bindegewebe verursachen. Durch diesen anhaltenden Druck der Kalkeinlagerung kommt es dann in der Umgebung des Fersensporns zur Verstärkung einer schmerzhaften Entzündung. Deshalb kann - in wenigen Fällen - die Entfernung des Kalksporns durch eine endoskopische Operation (sog. Debridementein Weg sein, den Fersensporn zu behandeln.

Doch ist die Kalkeinlagerung am Sehnenansatz der Plantarfaszie nicht der einzige Erkrankungsmechanismus. Oft findet der Arzt in Verbindung mit den Beschwerden des unteren Fersensporns eine Verminderung des Fersenfettpolsters.

Die Rolle des Fersenpolsters beim Fersenschmerz

Das Fersenfettpolster ist eine wichtige Fetteinlagerung unter der Haut. Dieses Fettpolster hat eine biomechanische Funktion: es dient der Stoßdämpfung der Ferse beim Gehen. Ist das Fersenpolster zurückgebildet, werden Nerven, Sehnen und Weichteile am Plantarsehnenansatz der Ferse stärker belastet. Das hat oft schmerzhafte Folgen.

Die Rolle der Biomechanik des Sprunggelenks für den Fersenschmerz

Trainingstip Vermeidung von unterem FersenschmerzEine gut gedehnte Achillessehne entlastet die Plantarsehne beim Laufen. © www.fuss-sprunggelenk-akademie.de

Eine Verkürzung der Achillessehne kann einen unteren Fersensporn verursachen. Wenn die Achillessehne zu wenig gedehnt ist, verlagert sich die Belastung beim Abrollen stärker auf die Plantarsehne an der Fußsohle. Mit einer gut gedehnten Achillessehne vermeidet man also eine Überlastung des Plantarsehnenansatzes und beugt dem unteren Fersenporn vor.

Die Biomechanik des Abrollvorganges beim Gehen oder Laufen hat einen ebenso großen Einfluss auf den Fersenschmerz. Wenn das Sprunggelenk nicht über seinen vollen Bewegungsspielraum verfügt, erhält die Plantarsehne zu viel Last. Das kann nach vielen resultierenden Mikroverletzungen zu einem chronischen Belastungssyndrom führen: Der sogenannten Sehnenansatztendinopathie (Entzündung des Sehnenansatzes) der Plantarsehne. Mit diesem Erkrankungsprozess kann eine dauerhafte Degeneration der Plantarsehne eingeleitet werden, die, wenn sie unbehandelt bleibt, Sportfähigkeit oder Arbeitsfähigkeit der Betroffenen beeinträchtigt.

Untersuchung und Diagnose des Fersenschmerzes

Podometrie ist FussdruckmessungDie Fussdruckmessung - Podometrie oder computergestützte dynamische Pedobarographie - zeigt ohne Röntgenbelastung die genaue Belastungsverteilung an der Fußsohle. Viele Fehlstellungen und Erkrankungen des Fusses und der Beinachse können mit Podometrie gezeigt werden. © Gelenk-Klinik.de

Vor einer Fersenspornbehandlung müssen natürlich andere erworbene oder angeborene Fußerkrankungen ausgeschlossen werden.

Grundlage für die Untersuchung des Fersensporns ist die ausführliche Befragung des Patienten. Berichtet der Patient Symptome wie Anlaufschmerzen an der Fußsohle nach der Nachtruhe oder nach längerem Sitzen, sind erste Hinweise auf den unteren Fersensporn oder Plantarfasciitis gegeben. Die klinische Untersuchung des Fersensporns führt der Orthopäde zunächst als manuelle Untersuchung durch. Der Fersensporn wird durch Abtasten und durch Bewegungsproben untersucht.

Für den untersuchenden Arzt sehr wichtig ist die Unterscheidung der verschiedenen Ursachen, aus denen der Fersenschmerz entstehen kann.

  • Sehenansatztendinopathie der Plantarsehne wegen Überlastung
  • Nervenkompression (Entrapment) eines Fußnerven
  • Störung der Funktion des Fettpolsters an der Ferse
  • Biomechanische Störung des Abrollvorgangs beim Gehen oder Laufen
Durch Dorsalextension - Anziehen der Zehen - kann der plantare Fersenschmerz ausgelöst werden.Das Anziehen der Zehen - die sog. Dorsalexension - erzeugt eine Dehnung der Plantarsehne. Diese Dehnung verstärkt den Fersen-Schmerz © www.fuss-sprunggelenk-akademie.de

Als nächstes kommen verschiedene bildgebende Verfahren bei der Untersuchung des Fersensporns zum Einsatz. Zusätzlich können Röntgenbilder im Stehen durchgeführt werden. Das Röntgenbild zeigt eine mögliche Fehlstellung oder Fehlbelastung der schmerzenden Ferse. Länge und Form des Fersenbeines sind wichtige Aussagen aus der Röntgenuntersuchung.

Nachfolgend muss eine Ultraschalluntersuchung der Plantarsehne vorgenommen werden.

Das Ultraschall lässt eine direkte Beurteilung der Achillessehne und der benachbarten Schleimbeutel zu. Mit Ultraschall kann auch man die Dicke der Plantarfaszie messen. Weil die Plantarsehne bei Entzündungen stets verdickt ist, ist diese Messung wichtig für die Diagnosestellung. Außerdem kann per Ultraschall im weiteren Verlauf der Behandlung untersucht werden, ob die Entzündung abklingt.

Für die genaue Darstellung des Stadiums, in dem sich der Fersensporn befindet, wird eine MRT (Magnetresonanztomografie) mit Kontrastmittel durchgeführt.

Wichtige Hinweise zur Situation an der Fußsohle gibt die Auswertung des Fußabdruckes durch podometrische Fußabdruckmessung (computergestützte dynamische Pedobarographie). Der Computer erhebt bei diesem Messverfahren mittels einer sensorischen Platte die Fußdruckverteilung beim Gehen oder Stehen.

An dem per Computer ausgewerteten Fußabdruck sieht der Orthopäde Besonderheiten wie schmerzbedingten Schongang, Fehlstellungen und Belastungsumverteilungen. Auf Grund dieser podometrischen Auswertung kann der Fußspezialist die Auswirkungen von Fehlstellungen, Schmerzen, Entzündungen und muskuläre Ungleichgewichte, ebenso wie Ausweichbewegungen und Schonhaltungen genau beurteilen.

Auch im Falle des unteren Fersensporns sieht der Orthopäde in der Podometrie typische Schmerz und Vermeidungsmuster beim Auftreten und Abrollen des Fußes.

Differentialdiagnose des unteren Fersensporns

  • Sehnenansatztendopathie
    Wiederholte Mikrotraumen am Sehnenansatz führen zu einer degenerativen Veränderung der Plantarsehne
  • Entrapment (Nervenengpass)
    Durch Muskelwachstum und Training kann ein Nerv eingeklemmt werden. Folge ist Muskelabbau und Schmerzen im Zielgebiet des Nerven (v.a. der Baxter Nerv)
  • Achillessehnenverkürzung
    Die Verkürzung der Sehne behindert den vollen Bewegungsspielraum im Oberen Sprunggelenk. Die Plantarsehne muss den gestörten Abrollvorgang durch vermehrte Belastung ausgleichen.
  • Rückbildung des Fettpolsters als Stoßdämpfer an der Ferse
    Vor allem bei älteren Läufern oder bei Sportlern nach einer Kortison-Behandlung kann das Fersenpolster geschwächt sein und seine Funktion als Stoßdämpfer nicht mehr erfüllen.
  • Arthrose des unteren Sprunggelenkes
    Die Arthrose des USG kann ebenfalls zu Fersenschmerz führen.
  • Nervenkompression an der Wirbelsäule
    Eine Nervenkompression etwa nach einem Bandscheibenvorfall kann auch schmerzhaft in die Fersenregion ausstrahlen
  • Rheumatische Beschwerden oder Gicht:
    Durch eine Blutuntersuchung kann bei chronischem Fersenschmerz Rheuma oder Gicht als entzündliche Auslöser ausgeschlossen werden.

 

Fersenschmerz wegen Einklemmung des Baxter-Nervs

Fersenschmerz Baxternerv An der Fußsohle verlaufen mehrere Verzweigungen von Nerven. Gerade bei Sportlern sind das kritische Regionen, die ebenfalls für Fersenschmerzen verantwortlich sein können. © Dr. Thomas Schneider

Es gibt zwei besonders k­ritische Regionen im Verlauf der Ferse versorgenden Nerven. Diese sog. Entrapment Syndrome sind beim Sportler häufige Ursache für den Fersenschmerz. Das ist eine Diagnose, die sehr häufig auch übersehen wird. Die obere Engpasssyndrom Stelle der Ferse liegt zwischen dem Muskel der die Großzehe abspreizt (M- abductor hallucis brevis) und dem Fußlängsmuskel.

Die veränderte Kante des Muskels oder auch eine Enge durch Muskelhypertophie, also Verdickung des Muskels durch Anpassung an Belastung können für dieses Nerveneinklemmungssyndrom ursächlich sein.

Die Diagnose ist mit viel Erfahrung nur klinisch zu stellen: Eine kernspintomographische Untersuchung kann lediglich Hinweise darauf liefen.

Die Untersuchung einer Nervenleitungsgeschwindigkeit wie häufig angeraten, bringt selten mehr Sicherheit in der Diagnose.

Fersensporn Behandlung

Hier geben wir eine Übersicht der Therapieverfahren bei Fersensporn. Welche Verfahren im jeweiligen Fall geeignet sind, wird nach Berücksichtigung der individuellen Situation des Patienten entschieden.

Die Behandlung des Fersensporns beginnt mit konservativen Maßnahmen. Sie können Schritt für Schritt oder in Kombination ergriffen werden. In den allermeisten Fällen ist eine konservative Behandlung auch hinreichend für die Ausheilung des Fersensporns.

Die ersten Maßnahmen

  • Kühlen
  • Schonen und Belastung zurücknehmen
  • Analyse von Trainingswechsel, Materialwechsel und Belastungswechsel
  • Trainingsanpassung
  • Auf keinen Fall in den Schmerz hineintrainieren. Fersenschmerz darf auf keinen Fall vernachlässigt oder ignoriert werden.

Grundlegend für die Behandlung von Fersensporn und Plantarfasziitis sind noch immer Schuheinlagen und spezielle Schuhzurichtung. Dadurch kann die lokale Überlastung der Sehnenansätze vermindert werden. Der Sehnenansatz kann sich erholen und die schmerzhafte Entzündung kann abklingen.

Zu den konservativen Verfahren gehört das Arsenal der physikalischen Therapien. Dabei werden lokal Wärme, Kälte oder Schallreize gesetzt, die die Heilungsreaktion des Körpers fördern.

Konservative Behandlung des Fersensporn

  • Orthopädietechnik
    Einlagenversorgung reduziert Druck auf die entzündeten Bereiche am Sehnenansatz der Plantarsehne oder Achillessehne.
  • Schuhversorgung
    Orthopädische Schuhe entlasten die Entzündungsstellen und reduzieren die Reizung
  • Phonophorese
    Applikation von Medikamenten mit Hilfe von Schallwellen, Stimulation der Mikrozirkulation in entzündeten Geweben
  • Iontophorese
    Resorption von entzündungshemmenden Mitteln durch die Haut mit Hilfe einer schwachen elektrischen Strömung
  • Lokale Infiltration und Injektion
    Injektion eines Lokalanästhetikum an Nervenenden
  • Kältetherapie
    Behandlung mit lokalen Kältereizen
  • Injektion vom Botulinum Toxin in die Fußsohle
    Botulinium Toxin entspannt die entzündete Plantarfaszie nachhaltig. Die Injektion erfolgt direkt in den Muskel zur Verringerung des Sehnenzuges.
  • Stoßwellentherapie
    Energiereiche Schallwellen, die direkt an das Gewebe abgegeben werden. Stoßwellen fördern und eine lokale Verbesserung des Gewebsstoffwechsels und der Zellregneration. Kalkeinlagerungen werden besser resorbiert und Entzündungen abgebaut
  • Matrixtherapie (Zellbiologische Regulationsmedizin)
    Lokale Störung der Mikrozirkulation und Übersäuerung der Zellumgebung führen zu entzündlichen Veränderungen im Gewebe.

Manuelle Therapie, funktionelle Therapie und Zellbiologische ZRT®-Matrix Therapie bei Fersensporn

Verkürzung der Achillessehne Die Verkürzung der Achillessehne kann zu einer überhöhten Belastung der Plantarsehne führen. Wenn das Sprunggelenk durch die Sehnenverkürzung nicht mehr über den vollen Bewegungsspielraum verfügt, verstärkt sich der Zug im Fußsohlenbereich. Durch eine physiotherapeutische Dehnung der Achillessehne kann man dieses System wieder ins Gleichgewicht bringen und plantarem Fersenschmerz vorbeugen. © Gelenkreha.de

Fersenschmerz kann aus einer gestörten Abrollbewegung des Fußes resultieren. Daher muss der Fußspezialist das Gesamtsystem Fuß-Sprunggelenk in seine Diagnose des Fersenschmerzes miteinbeziehen. Verkürzungen in der Wadenmuskulatur und der Achillessehne können langfristig Fersenschmerzen nach sich ziehen: Die Plantarsehne an der Fußsohle muss diese Bewegung nämlich ausgleichen.

In der Physiotherapie verbinden wir die Modelle der funktionellen Betrachtung der Bewegungsketten mit der zellbiologischen Regulationstherapie (ZRT®-Matrix-Therapie) in unserem Behandlungsansatz. Beide Behandlungsansätze der Fersensporn-Erkrankung sind nicht abgesichert, sondern naturheilkundlich und erfahrungsmedizinisch geprägt. Die zellbiologisch begründete Therapie der Beweungsketten werden also als Teil des Therapiespektrums angewendet, wenn sich im Therapieverlauf andere Behandlungen als relativ unwirksam erwiesen haben oder ein zu hohes Nebenwirkungspotential haben. Da bei der Behandlung des Fersensporns bisher keine der Therapien - Kortison, Stoßwelle, Operationen - eine eindeutige Wirkung bei geringem Nebenwirkungspotential aufweisen (Crawford 2010), ist für uns diese physiotheraeutische Behandlung auf Grund des sehr guten Sicherheitsprofils eine trotz geringer wissenschaftlicher Evidenz ernstzunehmende praktische Therapiealternative. Wir sehen hier in der Behanldung der Bewegungskette in der Praxis auch die nachhaltigsten Therapieerfolge.

Behandlung des Plantaren Fersenschmerzes durch Matrix-Therapie. Der Schwingungseintrag in die Plantarsehne soll durch Verbesserung des Stoffwechsels die Degeneration des Sehnenansatzes an der Ferse verhindern. © Gelenkreha.de Behandlung des Plantaren Fersenschmerzes durch Matrix-Therapie. Der Schwingungseintrag in die Plantarsehne soll durch Verbesserung des Stoffwechsels die Degeneration des Sehnenansatzes an der Ferse verhindern. © Gelenkreha.de

Bei der funktionellen Betrachtung sehen wir Oberschenkel, Wade und Fuß als Einheit. Jede Bewegung, jeder Schritt, umfasst alle Muskeln und Sehnen in dieser funktionellen Kette als Einheit. Diese Funktionskette umfasst also das gesamte Bein, und darüberhinaus den gesamten Bewegungsapparat. Wenn ein Muskel oder eine Sehne durch kontrakte Verhärtung oder Versteifung in seinem Verhalten verändert ist, wird als Folge das Verhalten der gesamten Bewegungskette verändert.

So würde eine Verhärtung oder Verkürzung des Wadenmuskels den Zug auf den Sehnenansatz der Achillessehne am Fersenbein erhöhen. In direkter Folge würde aber in dieser Betrachtungsweise auch die Spannung der Plantarsehne an der Fußsohle erhöht. Es wäre nun zunächst relativ offen, an welcher Schwachstelle zuerst Schmerzen und Entzündungen entlang der Funktionskette auftauchen: Als Knieschmerzen, am Achillessehnenansatz (Achillodynie) oder am Plantarsehnenansatz (Plantarfasziitis oder unterer Fersensporn).

Die Schwingung muss nicht direkt an der Stelle des stärksten Schmerzes eingebracht werden. Ein Achillessehnenentzündung (Achillodynie) oder ein Fersensporn können durch Einbringen der biomechanischen Schwingung. Die Wirkung in der extrazellulären Matrix erfolgt über den ganzen Verlauf der Muskelfasern.Die Schwingung muss nicht direkt an der Stelle des stärksten Schmerzes eingebracht werden. Ein Achillessehnenentzündung (Achillodynie) oder ein Fersensporn können durch Einbringen der biomechanischen Schwingung. Die Wirkung in der extrazellulären Matrix erfolgt über den ganzen Verlauf der Muskelfasern. © Gelenkreha

Dieser, erfahrungsmedizinisch geprägten, Betrachtungsweise folgend ist der Fersenschmerz durch Entzündung des Sehnenansatzes (Sehnenansatztendinopathie) an der Plantarsehne also ein funktionelles Problem der gesamten Bewegungskette am Bein: Der Fersenschmerz wird im Team mit dem Physiotherapeuten entsprechend umfassend behandelt.

Diese Behandlung wird also stets Oberschenkelmuskulatur und Wadenmuskulatur mit einbeziehen. Der entsprechend ausgebildete Physiotherapeut sucht nach Verkürzungen und kontrakter Muskulatur im Bein. Durch manuelle Therapie und biomechanische Stimulationstherapie (BMS) wird versucht, über die gesamte Bewegungskette - beginnend am Oberschenkel - Verkürzungen und kontrakte Bereiche zu beseitigen, inklusive der Plantarsehne am Fuß.

Der Schwingungseintrag erfolgt mit Hilfe eines speziellen Handgerätes für biomechanische Stimulation in Längsrichtung der Muskelfasern und Sehnen. Der Zellbiologischen Regulationsmedizin folgend wird durch diesen Schwingungseintrag das natürliche Muskelzittern nachgeahmt, das wir bei sehr großer Anstrengung verspüren.

Wadenmuskelanteil des M. Gastrognemius Die Dehnung mit gestrecktem Knie geht durch den Wadenmuskelanteil des M. Gastrognemius, der vom Fuß über das Sprunggelenk und das Knie reicht. Daher kann er nur bei gestrecktem Knie gedehnt werden. © www.fuss-sprunggelenk-akademie.de Wadenmuskelanteil des M. Soleus Bei gebeugtem Knie wird hier der M. Soleus, der tiefer liegende Muskel und die Achillessehne selbst gedehnt. Beide Muskeln können eine wichtige Rolle in der Entstehung des Fersenschmerzes haben. © www.fuss-sprunggelenk-akademie.de Dehnung der Plantarsehne Dehnung der Plantarsehne: Hierbei soll die Großzeh oder je nach Dehnungsgefühl alle Zehen in überstreckter Stellung gehalten werden. Durch Vorführen des Kniegelenkes entsteht eine entsprechende Spannung. Die sollte man 10x hintereinander etwa 10 Sekunden halten und dann wieder lösen. © www.fuss-sprunggelenk-akademie.de Exzentrische Dehnung Achillessehne Exzentrische-Dehnung: Durch die geführte und vorsichtige Bewegung der Ferse nach unten, kann die Plantarfaszie dynamisch gedehnt werden. Diese Übung nie unter Belastung oder ruckartig durchführen. © www.fuss-sprunggelenk-akademie.de

Das bei der ZRT®Matrix-Therapie grundlegende Muskelzittern hat in diesem Konzept die Funktion, in allen davon betroffenen Geweben den Fluß der extrazellulären Nähr-Flüssigkeit durch den Extrazellularraum zu den einzelnen Körperzellen hin zu fördern. So wird großer Anstrengung wird so durch unwillkürliches, hochfrequentes Muskelzittern die Zellernährung optimiert und Regeneration sowie Entzündungsabbau gefördert. Auch im Normalzustand unterstützen unwillkürliche, stetige Muskelkontraktionen den Stoffwechsel der Gewebe und sind damit Grundlage des normalen Zellstoffwechsels, und damit der Organgesundheit im Organismus. Bei Muskelverhärtungen ist dieser Mechanismus gestört. Schmerzhafte Störungen der Muskellänge und der Bewegungsabläufe sind die Folge. Trotz jahrzehntelanger Anwendung dieses integrierten Konzeptes, etwa seit den 60-er Jahren, in der Betreuung von Spitzensportlern in Training und Wettkampf sowie Reha-Patienten nach Operationen, gibt es keinen eindeutigen wissenschaftlichen Beleg für diesen Wirkmechanismus. In der Praxis sehen wir häufig eine therapeutische Verbesserung bei der Anwendung dieser Therapie - auch bei Fersenschmerz und Fersensporn. Weil dieser Therapieansatz für den Patienten angenehm und nebenwirkungsfrei ist, ziehen wir diese Physiotherapie bei Fersensporn häufig den invasiveren Methoden wie Stosswellentherapie oder der entzündungshemmenden lokalen Kortisonbehandlung vor, die ein wesentlich höheres Potential für unerwünschte Nebenwirkungen haben.

Dehnungsübungen gegen Fersenporn

Die Dehnung von Achillessehne, Wadenmuskulatur und Plantarsehne ist sowohl zur Vorbeugung, als auch bei gesicherter Plantarsehnenentzündung wichtig und hat einen nachgewiesenen therapeutischen Effekt (Porter et al., 2002). In Studien wurde gezeigt, dass auch Stoßwellenbehandlung des unteren Fersensporns wesentlich effizienter ist, wenn die Patienten begleitend Dehnübungen der Plantarsehne durchführen (Rompe et al. 2015)

Dehnung von Muskeln und Sehnen ist eine wichtige, flankierende Methode, die oben besprochene funktionelle Kette aller Bein und Wadenmuskeln auch durch direktes Training intakt zu halten. Durch gezielte Dehnung der Achillessehne und des Wadenmuskels beugt vor allem der Laufsportler Muskelkontraktionen und Verkürzungen in diesem Bereich vor, die zu einer Fersenschmerz auslösenden Zugspannung des starken Wadenmuskels am Fersenbein führen können.

Diese Übungen werden von uns auch begleitend zur manuellen Therapie und der ZRT®-Matrix-Therapie des Fersensporns empfohlen.

Da diese Übungen unabhängig von konkret vorliegenden Fersenschmerzen wichtig sind zur Gesunderhaltung dieses sensiblen Bereichs, möchten wir an dieser Stelle auf die regelmäßig stattfindenden Präventionskurse "Aktivprogramm für schmerzfreie Füße" verweisen, die wir in Kooperation mit der Gelenkreha-Physiotherapie Gundelfingen ausgearbeitet haben.

Fersenspornbehandlung durch Einlagen

Einlagenversorgung Querschnitt Funktion der Locheinlage im Querschnitt der Ferse: Bei der Locheinlagenversorung ist nach genauer Lokalisation der Fersenschmerzursache die geschwollene Faszie entlastet. Diese Einlage hilft Ihnen besonders gut beim Belastungschmerz der Ferse. © Dr. Thomas Schneider

Durch weiche, schaumgummigefütterte Einlagen wird der Sehnenansatz der Fußsohle gezielt entlastet. Die Funktion des natürlichen Fersenpolsters - dem Fettgewebe an der Ferse - wird durch Polster und Einlagen verstärkt. Diese gepolsterten Fersenkissen reduzieren den Druck auf den Sehnenansatz also kurzfristig. Die Einlagen helfen, die Entzündung abklingen zu lassen.

Sie sollten dennoch eine detaillierte Diagnose Ihres Fersenspornes erhalten, um an der tieferen Ursache des Fersenspornes arbeiten zu können.

Die orthopädie-technischen Maßnahmen dienen vor allem der Polsterung und Entlastung des Plantarsehnenansatzes an der Ferse. Die Überlastung der Plantarsehne mit mikroskopischen Frakturen führt langfristig zu den schmerzhaften Kalkeinlagerungen und Entzündungserscheinungen, die den Krankheitswert des unteren Fersensporns ausmachen.

  • Einlagen mit Aussparung zur Entlastung
  • Einlagen zur Unterstützung des Fußlängsgewölbes
  • Polsterung mit Locheinlage
  • Fersendämpfung

Physikalische Therapiemaßnahmen gegen Fersensporn

Diese Maßnahmen dienen vor allem der Therapie der Entzündung in der Plantarsehne. Die Entzündung der Plantarsehne führt zu einer Verdickung. Diese Verdickung führt zu der spezifischen Überlastung des Sehnenansatzes am Fersenbein. Abgeleitet davon kann es am Sehnenansatz langfristig zu Kalkeinlagerungen kommen, wenn die Entzündung nicht unter Kontrolle gebracht wird.

  • Ultraschall
  • Dehnung der umgebenden Muskulatur und Sehnen
  • medikamentöse Therapie
  • Lokale Cortisoninfiltration
  • Matrix-Therapie

Alle genannten Behandlungsmethoden ergänzen einander können nacheinander eingesetzt werden.

In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie hinreichend für die Behandlung des Fersensporns.

Stoßwellentherapie bei Fersensporn

Stoßwellentherapie bei Fersensporn und Plantarsehnenentzündung Stoßwellentherapie wird nicht nur bei Fersensporn und Plantarsehnenentzündung, sondern auch bei zahlreichen anderen Senenansatzentzündungen erfolgreich eingesetzt.

Vor allem die Stoßwellentherapie ist nach unserer Erfahrung geeignet, die Entzündung und die krankhafte Verdickung der Plantarsehne beim unteren Fersensporn zu verbessern. Bei doppelblinden Studien wurde gezeigt, dass - je nach Studie - 56% - 80% der Patienten bereits nach einer einmaligen Anwendung der Stoßwellentherapie auch drei Monate nach der Behandlung eine deutliche Verbesserung der Schmerzsymptomatik zeigten. Es gibt aber auch Studien, die an größeren Patientenpopulationen keine besondere Wirkung der Stoßwellentherapie zeigen (Haake et. al 2003). Es gibt Hinweise darauf, dass die Stoßwellentherapie vor allem bei Laufsportlern eine gewisse Wirkung hat, bei anderen Patienten mit Fersenschmerz aber sehr effektiv ist. (Coole et. al, 2004)

Die extrakorporale Stoßwelle wirkt als energiereicher, mechanischer Kraftimpuls ohne Operation tief in das Gewebe hinein. Dort kommt es im feingeweblichen Bereich zu vielfältigen Reizungen und Zerstörungen im Gewebe. Die dadurch provizierte, häufig schmerzhafte Heilungsreaktion, soll auch die chronische Plantarsenenentzündung mitbeseitigen.

Am effektivsten wirkt die Stoßwellentherapie in Kombination mit einer Einlagenversorgung der Ferse (Yan W1, Sun S, Li X., 2014).

Wie erklärt man sich die Wirkung der Stoßwelle bei Fersensporn?

Der Effekt der Stoßwelle löst eine Heilungsreaktion im Gewebe des Plantarsehnenansatzes aus. Die Stoßwelle wirkt tief in das Gewebe hinein. als energiereiche Schallwelle führt die extrakorporale Stosswellentherapie zu einer mechanischen Beeinträchtigung des Gewebes der Plantarsehne. Die Stoßwelle kann direkt Verkalkungen lösen. Die Wirkung der Stoßwelle kann auch sowie Entzündungsvorgänge auslösen und verstärken, in deren Folge auch die bereits vorhandene Plantarsehnenentzündung mit abheilt.

Auf biologischer Ebene wurde gezeigt, dass die Stoßwelle das Einwachsen von Blutgefäßen (Vaskularisation) sowie die Bildung von Faktoren, die die Zelldifferenzierung beeinflussen.

Kortison-Behandlung bei Fersensporn

Kortison ist ein körpereigenes Stresshormon, das so in bestimmten Situationen auch vom Organismus selbst gebildet wird. Der Körper reagiert auf die Hohen Dosierungen, in denen Kortison therapeutisch eingesetzt wird:
  • Cushing Syndrom (Rotes Gesicht, Stiernacken).
  • Gewebsschwächung und Muskelrückbildung.
  • Blutdruckanstieg.
  • Immunsuppression.
  • Unterdrückung von Entzündungsprozessen.
  • Sehnensatz wird spröde, Rissgefahr steigt.
  • Rückbildung des dämpfenden Fersenfettpolsters schwächt die gesamte Ferse.

Die Injektion von Kortison in das Bindegewebe der schmerzenden Plantarsehne ist ein weit verbreitetes Therapieverfahren. Die Wirkung von Kortison ist zwar schnell, aber häufig nicht nachhaltig: Wenn sich die Biomechanik des Laufens nicht ändert, kann der Fersenschmerz auch wieder kommen.Meist die Kortisonbehandlung nicht nachhaltig. Mit dem hohen Nebenwirkungspotential der Cortico-Steroid-Injektion ist die kurzfristige schmerzlindernde Wirkung relativ teuer erkauft. Crawford et. al 2010)

Kortison kann die lokale, schmerzhafte Entzündung am Sehnenansatz schnell abklingen lassen. Die häufig als Therapie durchgeführte Behandlung des Fersenschmerzes mit einer Kortisoninjektion ist aber nicht unproblematisch. Das Nebenwirkungsrisiko des Kortisons ist hoch: Sowohl Strukturproteine an der Injektionsstelle als auch Fettpolster können durch wiederholte Injektionen dauerhaft geschädigt werden. Die Nebenwirkungen nach einer Kortisoninjektion zur Behandlung einer Sehnen-Entzündung schwächen das Gewebe am Plantarsehnenansatz noch Monate oder tw. Jahre nach der Behandlung. Kortison ist daher ist auch nicht die Therapie der ersten Wahl.

Ein möglicher kortisonbedingter Abbau des plantaren Fettpolsters kann durch Störung der Dämpfung zu einer weiteren Ursache des Fersenschmerzes werden und die Sportfähigkeit des Patienten dauerhaft herabsetzen.

Häufig wird Kortison bei Fersensporn in Kombination mit einer Stoßwellentherapie eingesetzt. Das ist eigentlich eine paradoxe Behandlung. Das Steroid Kortison ist durch seine Wirkung geeignet, die durch die Stoßwelle eingebrachte Heilungsreaktion abzudämpfen. Das Stresshormon Kortison unterdrückt gezielt Entzündungs- und Heilungsreaktionen und Regenerationsreaktionen in den Geweben, wo es eingebracht wird. Mit der Entzündung wird häufig auch der Entzündungschmerz abgeschaltet. Die Kortisontherapie bei Fersensporn ist eine hinischtlich der Symptomreduktion wirksame Methode, die aber mit viel Umsicht angewendet werden muss.

Behandlung von Fersensporn mit Botulinum Toxin (Botox®)

Eine weitere Therapie, bei Versagen anderer Therapieformen angewendet wird, ist die Behandlung der Plantarsehne mit Botulinum Toxin. Diese Behandlung ist noch nicht wissenschaftlich gesichert . Die Botox-Behandlung des Fersensporns muss nach dem derzeitigen Stand der Forschung als experimentell bezeichnet werden. Botulinum Toxin ist als Substanz bekannt aus der Anwendung bei kosmetischen Problemen: In kleinen Mengen unter die Haut gespritzt kann es muskelentspannend wirken und vermindert die Faltenbildung. In die Orthopädie hat diese Anwendung vor allem bei Sehnenansatzerkrankungen immer mehr Aufmerksamkeit erregt und weltweite klinische Forschungen zu dem Thema ausgelöst. Wenn andere Therapieoptionen versagt haben, bieten wir auch die Botox-Behandlung bei schmerzhaftem Fersensporn an.

Die konkreten Ergebnisse der Botulinum-Toxin Anwendung bei Plantarsehnenentzündung und Fersensporn sind häufig gut. Nach Botox Injektion bei Plantarfasciitis bleiben die viele Patienten auch bis zu 12 Monate und darüber hinaus nach der Injektion beschwerdefrei.

Die Botoxinjektion lähmt Teile der Plantarfaszie über längere Zeit, nimmt dadurch den Zug vom Sehnenansatz und entkrampft dabei die entzündete und dadurch verdickte Plantarsehne. Die Plantarsehne hat kurze Zeit nach Botox-Injektion wieder ihren normalen Durchmesser.

Die Wirkung der Botox-Injektion wird folgendermaßen erklärt: Anders als Steroidinjektionen (Kortison) führt Botulinum Toxin nicht zu einer Verminderung der Fersenfettpolster durch Abbau der Fettschicht. Dabei hat Botox eine entzündungsvermindernde Wirkung bei Fersensporn-Erkrankung über die Reduktion des Sehnenzugs am Sehnenansatz. Das Unterhautfettgewebe und das Fersenfettpolster jedoch bleiben intakt und werden nicht reduziert.

Radiofrequenztherapie mit einer TOPAZ® Coblations-Elektrode

Die Radiofrequenz-Therapie mit der sog. Coblations-Elektrode wird minimalinvasiv durchgeführt. Das nur 1 mm dicke Instrument wird durch einen kleinsten Hautschnitt an die entzündete Stelle der Plantarsehne herangeführt. Mit einer Serie von Plasmaimpulsen wird verhärtetes Narbengewebe weggeschmolzen. Die Hochspannung des bipolaren Kopfes auf kleinster Entfernug löst alle Molekülverbindungen. Sogar Wasser wird in seine Atome zerlegt. Dieses Verfahren ist sehr sicher und gut kontrollierbar und in seiner Wirkung am ehesten mit einer Lasertherapie vergleichbar. Es wird so auch z.B. an den Bandscheiben der Wirbelsäule angewendet. Nach der Behandlung sind die meisten Patienten innerhalb weniger Tage schmerzfrei. Die Heilungsreaktion dauert bis zu 3 Monaten an. In dieser Zeit bildet sich an der schmerzhaften und verhärteten Plantarsehne wieder ein geschmeidiges Bindegewebe. Eine der Folgen der Coblations-Behandlung ist die Neovaskularisation (Gefäßneubildung) im Sehnenansatz der Plantarsehne. Die verbesserte Ernährung mormalisiert die Funktion der Plantarsehne.

Literatur zur bipolaren Radiofrequenztherapie mit dem TOPAZ® System

Endoskopische Operation des Fersensporns

Die Operation des plantaren Fersenschmerzes ist bis zum heutigen Tage keine bevorzugte Behandlungsoption der ersten Wahl bei Fersensporn. Sie wird frühestens dann in Erwägung gezogen, wenn der Fersensporn bereits über 6 Monate oder länger therapieresistent gegen alle konservativen Therapiemethoden gewesen ist.

Die am weitesten verbreitete operative Therapie ist die teilweise Ablösung der Plantarsehne vom Fersenbein (Endoskopische partielle Plantar-Fasziektomie). Durch die teilweise Ablösung wird die Spannung bzw der Zug der Plantarsehne am Sehnenansatz vermindert.

Ein weiterer operativer Ansatz erfolgt über einen endoskopischen Zugang zum Plantarsehenenansatz am Fersenbein. Über den Schlüssellochzugang kann der Bereich arthroskopisch gereinigt werden.

Literatur zur Operation des plantaren Fersenschmerzes

Bewertung: 
Eigene Bewertung: Keine. Durchschnittlich 4 (917 votes)

Abteilung Fuß-Chirurgie

Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik

 
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg Dr. med. Martin Rinio, Facharzt für Orthopädie
Chirurgie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik

Wir suchen einen Wirbelsäulenspezialisten

Wir suchen einen engagierten FA für Orthopädie und/oder Unfallchirurgie oder Neurochirurgie zur Unterstützung unserer Wirbelsäulenabteilung.

Gelenkreha Gundelfingen sucht Physiotherapeuten Teilzeit/Vollzeit. Für nähere Informationen bitte klicken!

Zur Stellenanzeige