Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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79194 Gundelfingen
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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Hüftgelenksentzündung

  1. Bakterielle Infektion
  2. Spätfolgen der Hüftgelenksentzündung beim Kind
  3. Wie behandelt man einen eitrigen Hüftgelenkerguss bei Kindern und Erwachsenen?
  4. Wer ist von bakterieller Entzündung der Hüfte betroffen?
  5. Hüftarthrose als Ursache
Entzündetes HüftgelenkEin entzündetes Hüftgelenk geht mit starken bewegungsabhängigen Schmerzen einher. © ag visuell, Fotolia

Eine seltene Erkrankung ist die infektiöse Entzündung des Hüftgelenkes mit Eiterbakterien. Eine solche Entzündung geht meist mit stärksten Schmerzen im Hüftgelenk sowie häufig auch mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Herzschlagbeschleunigung einher. Die massive Schonhaltung des Beines ist häufig ausschlaggebend für die notwendige Entlastung und Sicherung der Diagnose.

Wesentlich häufiger sind akute Entzündungen im Gelenk als Folge einer aktivierten Arthrose (Gelenkverschleiß). Diese kann ebenfalls zu einer massiven Belastungseinschränkung und Schonhaltung führen.

Infektion des Hüftgelenkes durch Bakterien

Symptome

  • heftige Leistenschmerzen
  • bewegungsabhängige Schmerzen
  • Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Beschleunigung der Herzfrequenz

Wie jedes Gelenk kann auch das Hüftgelenk durch Bakterien infiziert werden. Diese können durch die Blutbahn ins Hüftgelenk gelangen oder auch durch eine Injektion im Rahmen einer Therapie. Zum Glück tritt die infektiöse Entzündung des Hüftgelenks durch Eiterbakterien jedoch eher selten auf. Denn eine solche Entzündung geht meist mit stärksten Schmerzen in der Leiste, Bewegungsschmerzen des Hüftgelenkes sowie häufig mit starken Allgemeinsymptomen (Fieber, Abgeschlagenheit und Beschleunigung des Herzschlags) einher. Die klassischen Zeichen der Gelenkentzündung wie Rötung, Schwellung und Überwärmung des Hüftgelenks sind nicht zu beobachten, denn der große Weichteilmantel und die tiefe, innere Lage des Hüftgelenkes verdecken diese klassischen Entzündungszeichen. Die Leistenschmerzen und die Schonhaltung der Hüfte sind daher die einzigen direkten Hinweise auf die Hüftgelenksentzündung. Dies erschwert die Diagnose zum Teil erheblich.

Spätfolgen der Hüftgelenksentzündung beim Kind

Eine eitrige Entzündung des Hüftgelenks im Kindesalter kann Spätfolgen nach sich ziehen. Eine eitrige Entzündung des Hüftgelenkes im Kindesalter kann Spätfolgen nach sich ziehen. © Dan Race, Fotolia

Die schwere Erkrankung führt zu einer massiven Schonhaltung des Beines. Der Betroffene hält das Hüftgelenk in Beugehaltung und Außendrehung. Dies macht eine Belastung der Hüfte häufig fast unmöglich. Die Schonhaltung ermöglicht dem Hüftgelenk, das größte Volumen an Flüssigkeit bzw. Eiter aufzunehmen.

Die eitrige Hüftgelenksentzündung betrifft in erster Linie Säuglinge und Kinder in den ersten Lebensjahren. Die Bakterien streuen über die Blutbahn in das Hüftgelenk und führen dort rasch zu einer schwerwiegenden Erkrankung. Durch die Eiterbildung entsteht ein massiver Druck im Hüftgelenk. Hierdurch kommt es rasch zu einer Auskugelung des Hüftgelenks oder aber einer starken Einschränkung der Durchblutung der im Kindesalter noch knorpelig ausgebildeten Knochen. Behandelt man die Hüftgelenksentzündung zu spät, kann eine Zerstörung der Wachstumszone des Hüftgelenkes mit langanhaltenden Folgen resultieren.

Eine geschädigte Wachstumszone des Hüftgelenks kann zu einer schweren Verstümmelung des Gelenkes und des Beines führen. Eine massive Beinverkürzung und Versteifung der Hüfte in Fehlstellung können unbehandelt die Folge sein.

Wie behandelt man einen eitrigen Hüftgelenkerguss bei Kindern und Erwachsenen?

Behandlung

  • Medikamentöse Therapie
  • Hüftgelenkspunktion
  • Ruhigstellung des Gelenkes
  • Kühlen der Hüftgelenksentzündung

Die jeweils individuelle Indikation bestimmt das geeignete Therapieverfahren.

Wir empfehlen die sofortige Punktion des Hüftgelenkes, um Eiter abzusaugen und die gewonnene Flüssigkeit in einem mikrobiologischen Labor auf Keime untersuchen zu lassen. Danach kann mit der antibiotischen Therapie begonnen werden. Weiterhin sollte der Patient sein Hüftgelenk ruhigstellen, um eine Auskugelung zu vermeiden.
Da diese Maßnahmen oft nicht ausreichen, um die Zerstörung des Hüftgelenks aufzuhalten, führt man eine Operation zur Entlastung durch. Diese sogenannte Herdausräumung des Hüftgelenks mit Einlage einer Drainage erhöhen die Heilungschancen deutlich.

Wer ist von der bakteriellen Entzündung des Hüftgelenkes betroffen?

Eitrige Entzündungen der Hüfte bei Jugendlichen und Erwachsenen kommen deutlich seltener vor. Die Erkrankung des Hüftgelenkes entsteht anders als bei Säuglingen häufiger durch eine direkte Infektion. Die Bakterien gelangen also seltener über die Blutbahn ins Hüftgelenk, sondern meist im Rahmen von Injektionen (Spritzen in das Hüftgelenk) oder Operationen. Das Risiko einer bakteriellen Infektion des Hüftgelenks nach einer Spritzenbehandlungen der Hüfte ist allerdings eher gering.

Die aktivierte Arthrose als Auslöser der Hüftschmerzen

Wesentlich häufiger sind akute Entzündungen im Gelenk bei Erwachsenen Folge einer aktivierten Arthrose. Dieser entzündliche Gelenkverschleiß ist Folge eines vermehrten Abriebs, bestehend aus Knorpel und Knochenzellen – ähnlich dem berühmten ”Sand im Getriebe”. Der Versuch des Körpers, die Abriebpartikel mithilfe von sogenannten Mastzellen aufzulösen und zu verdauen, führt zu einer vermehrten Flüssigkeitsbildung und Druckzunahme im Gelenk. Dieser Vorgang ist abhängig von der Gelenkbelastung und dem Ausmaß der zugrunde liegenden Arthrose. Im Erwachsenenalter kann es durch einen vorzeitigen Verschleiß (Hüftarthrose) ebenfalls zu starken Befundverschlechterungen mit entzündungsähnlichen Beschwerden kommen.

Die deutliche Belastungseinschränkung und Schonhaltung ähneln den Symptomen der bakteriellen Hüftgelenksentzündung. Allgemeinsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Herzfrequenzerhöhung findet man bei der aktivierten Hüftarthrose allerdings nicht.

Literaturangaben
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Dr. med. Thomas Schneider
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