Orthopädische Gelenk-Klinik

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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Hüftgelenksentzündung

  1. Was ist eine Entzündung des Hüftgelenks?
  2. Bakterielle Infektion
  3. Symptome
  4. Behandlung
  5. Wer ist von bakterieller Entzündung der Hüfte betroffen?
  6. Hüftarthrose als Ursache
Entzündung Hüfte Op Hüfte Schleimhautentzündung Hüftgelenk arthroskopische Ansicht

Meist mit starken Schmerzen verbunden

Eine zum Glück seltene Erkrankung ist die infektiöse Entzündung des Hüftgelenkes mit Eiterbakterien. Eine solche Entzündung geht meist mit stärksten Schmerzen im Hüftgelenk sowie häufig auch mit starken Allgemeinsymptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit und Herzschlagbeschleunigung einher. Die massive Schonhaltung des Beines ist hier häufig ausschlaggebend für die notwendige Entlastung und Sicherung der Diagnose.

Wesentlich häufiger sind akute Entzündungen im Gelenk als Folge einer 'aktivierten Arthrose', diese kann ebenfalls zu einer massiven Belastungsunfähigkeit und Schonhaltung führen.

Infektion des Hüftgelenkes durch Bakterien

Wie jedes Gelenk kann auch das Hüftgelenk durch Bakterien infiziert werden. Diese können durch die Blutbahn in das Hüftgelenk gelangen oder auch durch Einspritzung im Rahmen der Therapie ins Hüftgelenk eingebracht werden. Zum Glück ist die infektiöse Entzündung des Hüftgelenks durch Eiterbakterien jedoch relativ selten. Denn eine bakterielle Entzündung des Hüftgelenkes geht meist mit stärksten Schmerzen in der Leiste, Bewegungsschmerzen des Hüftgelenkes sowie häufig mit starken Allgemeinsymptomen (Fieber, Abgeschlagenheit und Herzschlagbeschleunigung) einher. Die klassischen Zeichen der Gelenkentzündung wie Rötung, Schwellung und Überwärmung des Hüftgelenks sind nicht zu beobachten, denn durch den großen Weichteilmantel und durch die tiefe, innere Lage des Hüftgelenkes sind diese klassischen Anzeichen einer Entzündung verdeckt. Die Leistenschmerzen und Schonhaltung der Hüfte sind daher die einzigen direkten Hinweiszeichen für die Hüftgelenksentzündung. Dies erschwert die Diagnose zum Teil erheblich.

Symptome

Arthrodese Versteifung Hüftgelenk nach eitriger Coxitis im Kindesalter. Versteifung des Hüftgelenkes nach eitriger Entzündung im Kindesalter

Die schwere Erkankung führt zu einer massiven Schonhaltung des Beines (das Hüftgelenk wird in Beugehaltung und Außendrehung gehalten) und eine Belastung der Hüfte ist häufig fast unmöglich. Die Schonhaltung des Hüftgelenks ist eine reflektorische Zwangshaltung der Hüfte bei Binnendruck im Gelenk. Das Hüftgelenk kann in dieser Stellung das größte Volumen aufnehmen. Die eitrige Hüftgelenksentzündung betrifft in erster Linie Säuglinge und Kinder in den ersten Lebensjahren. Die Bakterien streuen über die Blutbahn in das Hüftgelenk und führen dort rasch zu einer schwerwiegenden Erkankung des Kindes. Durch die Eiterbildung entsteht ein massiver Druck im Hüftgelenk. Hierdurch kommt es rasch zu einer Auskugelung des Hüftgelenks oder aber einer starken Einschränkung der Durchblutung der noch knorpelig ausgebildeten Knochen. Es kommt in unbehandelten oder auch verzögert behandelten Fällen einer eitrigen Hüftgelenksentzündung rasch zu einer Zerstörung der Wachstumszone des Hüftgelenkes mit langanhaltenden zerstörerischen Folgen.

Eine geschädigten Wachstumszonen des Hüftgelenks kann zu einer schweren Verstümmelung des Hüftgelenkes und des Beines führen. Eine massive Beinverkürzung und Versteifung der Hüfte in Fehlstellung können unbehandelt die Folge sein.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Behandlung
  • Medikamentöse Therapie
  • Hüftgelenkspunktion

Übersicht Therapieverfahren (die geeignete Methode wird durch die jeweils individuelle Indikation bestimmt):

Entzündung HüfteEntzündung Hüfte

Wir empfehlen die sofortige Punktion des Hüftgelenkes um Eiter abzusaugen und die gewonnene Flüssigkeit in einem mikrobiologischen Labor auf Keime untersuchen zu lassen. Danach kann mit der antibiotischen Therapie begonnen werden. Weiterhin wird eine Ruhigstellung des Hüftgelenkes empfohlen um eine Auskugelung des Gelenks zu vermeiden.
Da diese Maßnahmen oft nicht ausreichen um die Zerstörung des Hüftgelenks aufzuhalten führt man sofort eine Operation zur Entlastung durch. Diese sogenannte Herdausräumung des Hüftgelenks und Drainageneinlage erhöhen die Heilungschancen deutlich.

Können auch Erwachsene und Jugendliche an einer eitrigen Entzündung des Hüftgelenkes erkranken?

Eitrige Entzündungen der Hüfte bei Jugendlichen und Erwachsenen kommen deutlich seltener vor. Die Erkankung des Hüftgelenkes entsteht anders als bei Säuglingen häufiger durch eine direkte Infektion. Das bedeutet die Einschwemmung der Bakterien über die Blutbahn ist seltener. Meist kommt es im Rahmen von Injektionen (Spritzen in das Hüftgelenk) oder Operationen zu einer eitrigen Entzündung des Hüftgelenkes. Wobei dies ein geringes Risiko im Rahmen von Spritzenbahandlungen der Hüfte ist.

Die Aktivierte Arthrose

Wesentlich häufiger sind akute Entzündungen im Gelenk als Folge einer 'aktivierten Arthrose'. Sie ist Folge eines vermehrten Abriebs, bestehend aus Knorpel und Knochenzellen ähnlich dem berühmten 'Sand im Getriebe'. Der Versuch des Körpers, die Abriebpartikel mit Hilfe von so genannten 'Mastzellen' aufzulösen und zu verdauen führt zu einer vermehrten Flüssigkeitsbildung und damit Druckzunahme im Gelenk. Dieser Vorgang ist abhängig von der Gelenkbelastung und dem Ausmass der zu Grunde liegenden Arthrose. Im Erwachsenenalter kann es durch einen vorzeitigen Verschleiß (Hüftarthrose) ebenfalls zu starken Befundverschlechterungen mit entzündungsähnlichen Beschwerden kommen.

Die deutliche Belastungsunfähigkeit und Schonhaltung sind ähnliche Symptome, wie bei der bakteriellen Hüftgelenksentzündung. Die Allgemeinsymptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Pulsfrequenzerhöhung findet man bei der aktivierten Hüftarthrose nicht. Die Beschwerden im Hüftgelenk können aber ähnlich sein.

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Dr. med. Martin Rinio
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Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik

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