Orthopädische Gelenk-Klinik

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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Hüftkopflösung (Epiphysiolysis capitis femoris)

  1. Was ist eine Hüftkopflösung?
  2. Wer ist betroffen?
  3. Was ist die Wachstumszone des Hüftgelenks?
  4. Symptome
  5. Was ist eine Hüftkopflösung?
  6. Epiphysiolyse (Hüftkopfabrutsch) als Notfall
  7. Was ist die Epiphysioloyse (Hüftkopfablösung)?

    Bei der Hüftkopflösung des Jugendlichen löst sich und verschiebt sich der Hüftkopf in der Wachstumsfuge auf dem Schenkelhals.
    Hormonelle Umstellungen in der pupertären Wachstumsphase schwächen diese Knochenzone so sehr, dass sich die Epiphyse unter Belastung verschiebt. Dieses Ereignis kann sehr rasch (akut) verlaufen oder über Wochen und Monate schleichend eintreten.
    Die genaue Ursache der Hüfterkrankung ist nicht bekannt. Eine Veränderung im hormonellen Gleichgewicht der Geschlechtshormone und der Wachstumshormone scheinen bei den Jugendlichen die komplizierten Abläufe in der Wachstumszone des stark belasteten Hüftgelenkes zu stören. Die Behandlung ist eine Notfallbehandlung, sofortige Operation können helfen schwere Komplikationen für den Jugendlichen zu vermeiden. Hüftkopftod bei akuten Hüftkappenlösungen sind besonders gefürchtet, Die Chondrolyse (kompletter Knorpelverlust) nach einer Hüftkappenlösung, Epiphysiolysis capitis femoris können entstehen ohne eine Ursache zu kennen.

Hüftkopflösung ist eine Hüfterkrankung im Jugendalter

Die Hüftkopflösung betrifft in erster Linie übergewichtige Jugendliche mit einem bestimmten Körperstatus. Die - meist männlichen- Jugendlichen sind für Ihr Alter in der Regel groß, korpulent und der Schambereich wirkt eher unterentwickelt. Auch massiv hochwüchsige Jugendliche scheinen ein erhöhtes Risiko für einen Hüftkappenabrutsch zu haben.

Das typische Alter für eine Hüftkopflösung ist zwischen dem 9. Lebensjahr und dem Wachstumsabschluss. Im Mittel etwa im 12. bis 13. Lebensjahr.
Wichtig ist, dass die Hüftgelenkserkrankung in 50% aller Fälle beidseits eintritt. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1:12000.

Was ist eine Epiphyse?

Diese Frage ist wichtig zum Verständnis der Epiphysiolysis capitis femoris (dem Abrutsch der Kopfkappe des Oberschenkels oder Hüftkopfabrutsch des Jugendlichen). Der Röhrenknochen besteht anatomisch aus vier verschiedenen Teilbereichen. Die Epiphyse (Endstück), Metaphyse (Zwischenstück), Diaphyse (Mittelstück) und die Apophyse (Muskelansatz). Diese Knochenbereiche unterschieden sich durch die Lage am Knochen und durch ihre Funktion. Die Epiphyse ist im Kindes- und Jugendalter an beiden Enden von der sog. Metaphyse durch die Wachstumszone (Epiphysenfuge) abgegrenzt. Die Epiphyse und die Wachstumsfuge spielen eine wesentliche Rolle bei der Epiphysiolysis capitis femoris. Die Epiphyse trägt die gelenkbildenden Anteile des Knochens, während des Wachstums ist die Epiphyse knorpelig angelegt und verknöchert von einem Knochenkern (Epiphysenkern). In der Wachstumszone (Epiphysenfuge) wächst der Oberschenkelknochen in die Länge. Dies erfolgt, indem die Wachstumsfuge und die Epiphyse (das Endstück des langen Röhrenknochens) zu den Enden hin wachsen. Dies geschieht, indem in der Wachstumsfuge (Epiphysenfuge) neuer Knochen aus hyalinem Knorpel gebildet wird. Am Ende des Knochenwachstums am Hüftgelenk, aber auch an allen anderen Knochen verknöchert diese Zone vollständig.

Was geschieht in der Wachstumszone bei der Epiphysiolysis capitis femoris (Hüftkopflösung des Jugendlichen)?

Bei der Hüftkopflösung des Jugendlichen löst sich und verschiebt sich der Hüftkopf in der Wachstumsfuge auf dem Schenkelhals.

Hormonelle Umstellungen in der pubertären Wachstumsphase schwächen diese Knochenzone so sehr, dass sich die Epiphyse unter Belastung verschiebt. Dieses Ereignis kann sehr rasch (akut) verlaufen oder über Wochen und Monate schleichend eintreten.

Die genaue Ursache der Hüfterkrankung ist nicht bekannt. Eine Veränderung im hormonellen Gleichgewicht der Geschlechtshormone und der Wachstumshormone scheinen bei den Jugendlichen die komplizierten Abläufe in der Wachstumszone des stark belasteten Hüftgelenkes zu stören.

Wer erkrankt an einer Hüftkopflösung (Epiphysiolysis capitis femoris)?

Die Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt bei etwa 1:12000. Die Hüftkopflösung betrifft in erster Linie übergewichtige Jugendliche mit einem bestimmten Körperstatus. Die meist männlichen Jugendlichen sind für Ihr Alter meist groß, etwas dicklich und der Schambereich wirkt eher unterentwickelt (Dystrophia adiposogenitalis) auch massiv hochwüchsige Jugendliche scheinen ein erhöhtes Risiko für einen Hüftkappenabrutsch zu haben.
Das typische Alter für eine Hüftkopflösung ist zwischen dem 9. Lebensjahr und dem Wachstumsabschluss. Im Mittel etwa im 12. bis 13. Lebensjahr.
Wichtig ist dass die Hüftgelenkserkrankung in 50% aller Fälle beidseits eintritt.

Welche Beschwerden treten bei der gefährlichen, juvenilen Hüftkopflösung ein?

Die Hüftbeschwerden des Jugendlichen entstehen, weil sich der Hüftkopf gegenüber dem Schenkelhals verschiebt und dadurch die Funktion des Hüftgelenkes einschränkt. Je nach Ausmaß des Hüftkappenabrutsches sind die Einschränkungen des Hüftgelenkes verschieden. Schmerzhafte Bewegungseinschränkungen des Hüftgelenkes sind regelmäßig vorhanden. Je nach Verlauf oder Form der Hüftkopflösung klagen die Jugendlichen über Knieschmerzen meist an der Knieinnenseite. Ziehende Beschwerden am vorderen Oberschenkel sind häufig vorhanden. Die Knieschmerzen werden meist erst verspätet einer Hüfterkrankung zugeordnet. Die Gefahr für das Hüftgelenk kann nur durch eine rasche ärztliche Untersuchung des Hüftgelenkes und Diagnosestellung gebannt werden. Eine Veränderung des Gangbildes kann ebenfalls resultieren. Schmerzbedingtes Schonhinken durch Schmerzen im Hüftgelenk sind eher frühe Anzeichen, bei größeren Verschiebungen der Hüftkopfkappe kann sogar eine Außendrehung des Beines und eine Verkürzung auffallen. Ebenso kann es durch den Abrutsch des Hüftkopfes beim Hüftbeugen zu einer starken Außendrehung im Hüftgelenk kommen. Dies ist zugleich ein klinisches Zeichen für die Erkrankung. (positives Drehmann- Zeichen).

Wie stellen wir die Diagnose einer Hüftkopflösung (Epiphysiolysis capitis femoris)?

Die sofortige Röntgenuntersuchung beider Hüftgelenke in zwei Ebenen ist unabdingbar um die Hüftkopflösung zu diagnostizieren. Die Hüftkopflösung kann bei etwa der Hälfte der Kinder beidseits auftreten. Die Erkrankung des Hüftgelenkes mit verändertem Hüftkopfbereich kann sofort festgestellt werden.

Wir unterscheiden verschiedene Formen der Erkrankung je nach zeitlichem Verlauf.

  1. drohender Hüftkopfabrutsch (Epiphysiolysis capitis femoris imminens) beginnende Epiphysenlösung, mit im Röntgenbild aufgelockerter Epiphysenfuge
  2. gefährlicher akuter Hüftkopfabrutsch (Epiphysiolysis capitis femoris acuta)komplette Ablösung der Wachstumsfuge wie bei einem Schenkelhalsbruch des Hüftgelenkes
  3. schleichender Hüftkopfabrutsch (Epiphysiolysis capitis femoris lenta) langsames Abgleiten des Hüftkopfes vom Oberschenkelknochen mit begleitender Auflockerung der Wachstumsfuge.

Die Hüftkopfkappe oder Epiphyse des Oberschenkels ist immer in typischer Art und Weise nach hinten und innen verschoben. Eine zweite Röntgenebene in der Technik nach Lauenstein (in Beugung und mittelgradiger Abspreizung des Hüftgelenkes) ist immer erforderlich. Die verschiedenen Formen der Erkrankung sind nicht starr zu sehen. Es kann jederzeit zu einem massiven abrutschen der Hüftkopfkappe kommen mit komplette Geh- und Stehunfähigkeit des Jugendlichen.

Warum ist der Hüftkopfabrutsch ein absoluter orthopädischer Notfall?

Durch die Fehlstellung zwischen dem Oberschenkelknochen und der Hüftkopfkappe entsteht eine kritische Durchblutungssituation. Diese kann bei zu später oder nicht erfolgter Therapie zu bleibenden Schäden beim Jugendlichen führen. Der Epiphysenbereich kann absterben oder in zunehmend ungünstigerer Stellung anwachsen.

Wurde die Diagnose einer Epiphysiolysis capitis femoris gestellt, müssen wir schnellstmöglich operieren. Die Art der Operation hängt von vielen Parametern ab. Die Hüftoperation kann entweder nur das Ziel einer Befestigung der Epiphyse des Hüftkopfes haben (in situ Fixierung der Hüftkopfkappe) oder es kann eine Stellungsverbesserung durch Reposition der Hüftkopfkappe notwendig sein. Die Epiphysiolysis capitis femoris ist einer der wichtigsten orthopädischen Notfälle, die keinen Aufschub dulden. Eine nicht operative Therapie gibt es nicht. Bei einem akuten Hüftabrutsch ist keine weitere Belastung möglich und sollte auch nicht mehr versucht werden. Bei dieser Form wird die Stellung der Hüftkappe durch ein sog. Repositionsmanöver verbessert, eine Entlastung des entstandenen Blutergusses im Hüftgelenk ist im Rahmen der Hüftoperation dringend notwendig. Da die juvenile Hüftkappenlösung häufig beide Seiten betrifft führen wir eine sofortige beidseitige Versorgung der Hüftgelenke durch. Die symptomfreie Seite wird je nach Alter mit stabilen Drähten oder mir Zugschrauben versorgt.

Welche Folgen kann die Epiphysiolysis capitis femoris haben?

Die Prognose der Epiphysiolysis capitis femoris hängt im Wesentlichen von der frühzeitig gestellten Diagnose und Therapie ab. Im Anschluss an die Hüfterkrankung kann man manchmal bei den Jugendlichen eine sogenannte Chondrolyse des Hüftgelenkes (M. Waldenström) beobachten. Hierbei kommt es zu einer vollständigen Zerstörung des Knorpels im Hüftgelenk ohne bekannte Ursache. Die Prognose dieser Knorpelerkrankung nach Epiphysiolysis capitis femoris ist trotz langzeitig durchgeführter Entlastung des Hüftgelenkes sehr schlecht.

Die bei der Hüftkopflösung mit nachfolgendem Hüftkopfabrutsch auftretende Durchblutungsstörung der Epiphyse des Oberschenkels kann zum Knochentod des Hüftkopfes führen. Diese Hüfterkrankung ist dem M. Perthes und der Hüftkopfnekrose des Erwachsenen in der Entstehung ähnlich, aber die Prognose ist komplett verschieden. Die Kompensationsmechanismen kurz vor Wachstumsabschluss sind deutlich geringer als beim sechs jährigen Kind mit einem M. Perthes. Die Anpassung ist aber noch deutlich Besser als bei einem Erwachsenen mit einer Hüftkopfnekrose.

Die Folgen einer Durchblutungsstörung bei einem Hüftkappenabrutsch sind immer eine Verzögerung des Krankheitsverlaufes und eine Veränderung der Hüftform, die dann in der Folge einen vorzeitigen Hüftverschleiß oder Hüftarthrose zur Folge haben können. Die Fehlform oder Deformität kann zu Einklemmungserscheinungen des Hüftgelenkes führen (Impingement der Hüfte).

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Dr. med. Martin Rinio
Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik

 

Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
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