Orthopädische Gelenk-Klinik

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Therapie des Hallux rigidus: Großzehengelenk-Versteifung (Arthrodese)

Hallux Valgus - Ueberbein BallenfussDie Arthrose des Großzehngrundgelenks (GZG) kann durch eine Versteifung (Arthrodese) behandelt werden. © FH-Orthopedics

(oder Arthrodese des Großzehengrundgelenkes)

Bei jungen und aktiven Patienten bevorzugte Methode

Bei sehr aktiven Patienten jungen Alters bevorzugt man auch heute noch überwiegend die Großzehen - Grundgelenks - Versteifung. Wegen der mangelnden Langzeiterfahrung der Großzehen - Grundgelenks-Endoprothetik dieses Verfahren wegen der guten funktionellen Ergebnisse bevorzugt.

Operatives Vorgehen bei der Großzehengrundgelenksversteifung

Ziel einer Großzehengrundgelenksversteifung ist, dass die beiden Knochen des Grundgliedes des Zehen sowie des Mittelfußknochens in einer bestimmten Stellung zu vereinen, um eine knöcherne Durchbauung zu erreichen. Hierzu wird das ursprüngliche Gelenk mit einliegendem Gelenkknorpel zerstört bzw. der Gelenkknorpel entfernt. Die anliegenden Knochenanteile werden angefrischt und mit Schrauben, ggf. Platte befestigt. Diese haben ihre Funktion bis zur gesicherten Durchbauung. Anschließend trägt der Knochen die entsprechende Belastung.

Operation mit Lapidus-Arthrodese

Hallux_valgus_-_Ueberbein-_Ballenfuss-Arthrodese-2Das zerstörte Großzehengrundgelenk wird durch einen Resektion entfernt. © FH-Orthopedics

Bei sehr großen Fehlstellungen und Instabilitäten des Großzehengelenks zwischen Fußwurzel und erstem Mittelfußknochen, oftmals gepaart mit einer Arthrose des ersten Mittelfußgelenks, empfiehlt sich die Anwendung der sog. Lapidus-Arthrodese (operative Versteifung des Gelenks zwischen Mittelfußknochen und Fußwurzel). Die Bewegungsfähigkeit im Gelenk wird dabei komplett unterbunden. Bei dieser Technik werden häufig Kombinationsoperationen unter Einsatz von Offset-Platten durchgeführt.

Neuere Techniken sprechen vermehrt für die Wahl einer plantaren (Fußsohlen seitigen) Plattenstabilisierung. Der Hautschnitt erfolgt zentral über dem Gelenk auf der Fußinnenseite. Das Gelenk wird zunächst gesäubert, damit der Knochenschnitt erfolgen kann. Danach werden die beiden Gelenkpartner, also das Mittelfußköpfchen und die Basis des Großzehengrundgliedes sparsam abgetragen. Nachdem die Stellung entsprechend korrigiert wurde, erfolgt die Fixierung beider Fragmente mit 2 Schrauben oder mit einer winkelstabilen, gestuften Lapidus-Platte (Arthrodese des TMT-1-Gelenks). Postoperativ muss der operierte Fuß für einige Tage hoch gelagert werden.

Welche Operationstechnik im Einzelfall angewendet wird, oder ob eine Kombination unterschiedlicher Methoden zum Einsatz kommt, kann nicht pauschal festgelegt werden. Unter Umständen kann auch ein Unterschenkelgips erforderlich sein. Durch eine genaue Diagnostik muss sich der Operateur daher in jedem Einzelfall - entsprechend den anatomischen Gegebenheiten des Fußes - für die geeignetste Methode entscheiden.

Welche Einschränkungen bestehen für den Patienten/Patientin?

Hallux Valgus Ueberbein Ballenfuss ArthrodeseDie Arthrose des Großzehngrundgelenks (GZG) kann durch eine Versteifung (Arthrodese) behandelt werden. Nach der Resektion des GZG können die Knochen durch Schrauben verbunden werden und werden knöchern zusammenwachsen. © FH-Orthopedics

Durch eine Großzehengrundgelenksversteifung treten Veränderungen beim Abrollvorgang des Fußes auf. Die Arthrodese ist sinnvoll, um Schmerzen im Großzehengrundgelenk, insbesondere bei Belastung zu reduzieren. Die belastungsabhängigen Beschwerden sind daher auch die Hauptindikation für eine Operation. Im Vergleich zu einer Großzehengrundgelenksprothese ist nach eingetretener Versteifung im Großzehengrundgelenk eine Lockerung des Prothesenmaterials durch zu starke mechanische Belastung nicht möglich.

Folgeeinschränkungen auf die übrigen Extremitäten wie Knie, Hüfte, Wirbelsäule im Bereich des Großzehengrundgelenkes durch eine Versteifung und entsprechende Einlagenversorgung auch der Gegenseite ist als gering zu bewerten, trotzdem ist die Notwendigkeit zur Operation sicherlich in Abhängigkeit der vorhandenen Beschwerden streng zu stellen.

Die Möglichkeit, auch heute Großzehengrundgelenksprothesen einzusetzen mit einem Erhalt der Gelenkbeweglichkeit, muss mit dem Patienten/Patientin diskutiert werden. In Abhängigkeit des Patientenwunsches ist alternativ immer auch eine prothetische Versorgung möglich.

Wie sieht die Nachbehandlung bei einer Großzehengrundgelenksversteifung aus?

Großzehengrundgelenkszehenversteifungen benötigen eine Durchbauungszeit von etwa 6-8 Wochen. In dieser Phase ist ein Abrollen über das Großzehengrundgelenk dringend zu vermeiden.

Eine Belastung auf der Ferse ist allerdings in den ersten Tagen möglich. Ausschließlich abschwellende Maßnahmen, Hochlagerung, Kühlung, Antiphlogistikaeinnahme sowie Lymphdrainage können unterstützend wirken.

Literaturangaben

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Abteilung Fuß-Chirurgie

Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik

 
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg Dr. med. Martin Rinio, Facharzt für Orthopädie
Chirurgie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik