Orthopädische Gelenk-Klinik

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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Hüftprothese: Spezialisten für das künstliche Hüftgelenk (Hüft-TEP)

Dr. Thomas Schneider und Dr. Martin Rinio

Der Weg zu Ihrer individuell angepassten Hüftprothese

Hüftprothese Hüft TEP, Prothese Hüftgelenk, Hüftersatz, HüftgelenkersatzDie Hüftprothese (Hüftendoprothese) erhält Mobilität und Sportfähigkeit bei schwerer Hüftarthrose © Viewmedica

Indikation der Hüftprothese: Warum wird ein Hüftgelenk ersetzt?

Warum wird eine künstliche Hüfte notwendig?

Die Hüftprothese wird bei fortgeschrittener Arthrose und schmerzafter Versteifung des Hüftgelenks (Coxarthrose) notwendig. Sehr häufig ist der Hüftoperation eine Hüftarthrose (Coxarthrose, lat. Coxa = Hüfte) vorausgegangen. Diese Hüftarthrose ist charakterisiert durch den schmerzhaften Verschleiß des Gelenkknorpels und Veränderungen der Knochen. Hüftarthrose führt zu einer schmerzhaften Versteifung des Hüftgelenks. Die Beweglichkeit des Patienten im Alltag und das Gangbild werden durch eine schwere Hüftarthrose erheblich beeinträchtigt. Durch eine Hüftprothese wird die Beweglichkeit, und in einem gewissen Ausmaß die Sportfähigkeit, zuverlässig wieder hergestellt.

Die Hüftprothese ist heutzutage eine Routineoperation. Doch die besonderen Umstände jedes Patienten und die Vielfalt der verfügbaren Materialien, Prothesentypen und Befestigungstechniken erfordern viel Erfahrung vom Operateur. Ziel der Prothesenplanung ist eine dauerhafte Hüftprothese, die den spezifischen Belastungen des Patienten gewachsen ist. Eine Prothese sollte heutzutage 20-25 Jahre halten, bevor eine Lockerung der Hüftprothese oder ein Prothesenversagen eine operative Revision des künstlichen Hüftgelenks (Hüftprothesenwechsel) erforderlich macht.

Die vielen Behandlungsalternativen, die sich aus Prothesenmodellen, operativen Zugangswegen und Befestigungstechniken ergeben, müssen optimal in eine dem jeweiligen Patienten gerechte Planung und Ausführung der Hüftprothese übersetzt werden.

Wie lange hält eine Hüft-TEP?

Was begünstigt die Lebensdauer einer Hüft-TEP?
  • Verzicht auf "Impact Sport" (Kontaktsport) wie Abfahrt Ski oder Tennis.
  • "Low Impact" Sport mit wenig Stoßbelastung: Schwimmen, Radfahren, Wandern.
  • Gute Rehabilitation und Muskelaufbau.
  • Sorgfältige Planung der Biomechanik der Hüftprothese: Bei genauer Passung der Gelenkflächen bildet sich auf der Abriebfläche ein schützender Flüssigkeitsfilm, der den Prothesenabrieb stark begrenzt.
  • Das bedeutet: Die Erfahrung und das Können des Operateurs beeinflusst die Haltbarkeit direkt.

Auch eine Hüftprothese hat eine begrenzte Haltbarkeit. Bei fachgerechter Operation beträgt die Lebensdauer der Hüft-TEP 15-20, in manchen Fällen sogar 25 Jahre und länger. Patienten die älter als 65 Jahre sind, haben also sehr gute Aussichten, in Ihrem Leben keinen Prothesenwechsel mehr erleben zu müssen.

bei der zunehmenden Zahl an Hüftpatienten, die jünger als 60 Jahre oder gar jünger als 50 Jahre sind, benötigen wir angepasste Versorgungsformen, die altersentsprechend bestimmten Aufgaben gerecht werden.

Abriebarme Materialien wie Keramik oder keramikbeschichtetes Metall (Oxinium®) beugen der frühen Lockerung der Hüft-TEP durch Plastikabrieb vor.

Mit Hilfe von Kurzschaftprothesen oder Oberflächenersatzprothesen kann eine knochensparende Prothesenversorgung durchgeführt werden. Dabei wird der Oberschenkelknochen weitgehend erhalten. Für eine mögliche Wechseloperation steht dann die gesamte Knochensubstanz des Oberschenkelknochens zur Verfügung. Das erlaubt auch bei der Revision dieser Hüftprothesen durch eine normale Geradschaftprothese wiederum eine sehr stabile Versorgung.

Die Hüftprothese ist ein Wahleingriff: Vorbereitung, OP-Ort und Wahl des Prothesenmodell bestimmen die Patienten selbst

Hüftkappe oder McMinn-Prothese Oberflächenersatz nach McMinn: Lediglich die Gelenkspfanne um Beckenknochen und der Oberschenkelkopf werden überkront. Die Metall-Metall-Gleitpaarung ist sehr abriebfest. Diese Haltbarkeit kommt dem Aktivitätsniveau junger Patienten entgegen. Die knochensparende Operation erleichtert einen möglichen späteren Wechsel auf eine Hüft-TEP. © Smith & Nephew

Zeitpunkt und Ort der Prothesenoperation können Patienten weitgehend selbst bestimmen. In der Regel haben sie monatelang Zeit, bevor Sie sich der Hüftprothesen-Operation unterziehen. Das gibt ihnen genügend Zeit für die Informationsbeschaffung und gesundheitliche Vorbereitung der Hüftoperation:

  • Suche nach erfahrenen Spezialisten und auf Hüftprothetik spezialisierten Endoprothetikzentren.
  • Einholen einer qualifizierten Zweitmeinung, um sicher zu gehen, dass alle Besonderheiten Ihres Falles bei der Versorgungsentscheidung berücksichtigt wurden.
  • Gründliche körperliche Untersuchung (Knochendichte und Knochenstoffwechsel, Muskelaktivität, Entzündungen, Computergestützte Prothesenplanung mit Hilfe standardisierter Röntgenaufnahmen)
  • Ermittlung des für optimalen Prothesenmodells, dem Gleitpaarungsmaterial und der Verankerung Ihrer Hüft-TEP.

Heilung nach der Hüftoperation optimal vorbereiten: Sanfte Bewegung, Ernährung, Reduktion von Genussgiften

Vorbereitung Ihrer Hüftprothesen-OP
  • Mit Sport und Bewegungstherapie mindestens 3 Wochen vor der OP beginnen.
  • Ernährung: Nährstoffreiche, vitaminreiche, eiweißreiche hochwertige Nahrung.
  • Verzicht auf Nikotin.
  • Verzicht auf Alkohol.
  • Wenig Süßigkeiten und Kohlenhydrate.
  • Vorbereitung und Planung der Rehabilitation.

Mindestens zwei bis drei Wochen vor der geplanten Operation sollten sie sich körperlich mehr bewegen. Ideal sind bei Hüftarthrose sanfte Aktivitäten wie Radfahren oder Aquajogging. Bewegungstherapie fördert die Durchblutung und revitalisiert das Gewebe. So unterstützen sie eine komplikationsfreie Wundheilung nach der Operation.

Wir haben für unsere OP-Patienten ein Präventions-Konzept ausgearbeitet, das Bewegung, Mikronährstoffe und Nahrungsergänzungsmittel zu einem ganzheitlichen Konzept der OP-Vorbereitung integriert. Sie können dieses Vorbereitungskonzept unter Aufsicht unseres Facharztes für Rehabilitative Medizin Dr. Bernhard Dickreiter durchführen. Nach einer gründlichen Voruntersuchung können Sie mit einer Hilfe einer Broschüre mit der OP-Vorbereitung beginnen. Diese OP-Vorbereitung erstreckt sich bis in die postoperativen Phasen der Heilung.
Weiterlesen zur Vorbereitung einer Hüftprothesen-Operation

Minimalinvasive Operation: Gewebeschonendes Einbringen der Hüftprothese

Vorteile der minimalinvasiven Hüft-OP
  • Keine Gefahr der Nervenverletzung.
  • Weniger Schmerzmittel nach der OP.
  • Schnellere Mobilisierung (Beweglichkeit).
  • Weniger Komplikationen.
  • Weniger chronische Hüftschmerzen nach OP.
  • Geringere Narbenbildung.
  • Bei beleibten Patienten ist die minimalinvasive Hüft-OP gut geeignet.
  • Muskeln werden nicht durchtrennt und müssen nach der OP nicht wieder angenäht werden.

Jährlich werden in Deutschland über 200.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Der Anteil der minimalinvasiv operierten Hüftprothesen nimmt stetig zu. In der orthopädischen Gelenk-Klinik verwenden wir seit dem Jahr 2004 ausschließlich minimalinvasive Eingriffe bei der Operation der Hüftprothese.

Diese operative Spezialisierung ist mit einer speziellen Ausbildung der Hüftspezialisten verbunden. Ein neuer operativer Zugang zwingt jeden Operateur, sich intensiv mit den neuen räumlichen Verhältnissen und der Positionierung der Prothesenkomponenten auseinanderzusetzen. Deswegen sind auch weniger vorteilhafte Operationsmethoden mit großflächiger Muskelablösung in vielen Krankenhäusern noch weit verbreitet. Viele Operateure bleiben bei der anfangs erlernten Methode, weshalb sich für den Patienten günstigere neue Zugänge zur Hüfte oft erst nach Jahrzehnten durchsetzen.

Das beachten wir bei der Operation für eine stabile, schmerzfreie Hüftprothese:
  • Exakte Wahl von Schaftlänge und Durchmesser der Hüft-TEP.
  • Korrekte Einstellung der Muskelvorspannung zur Vermeidung von Prothesenschmerz.
  • Physiologischer Winkel (Geometrie) von Hüftkopf und Hüftpfanne.
  • Genaue Einstellung der Beinlänge.

Die minimalinvasive Operation und die Vielfalt an Prothesentypen erfordern einen hohen Spezialisierungsgrad des Operateurs.

Bei der minimalinvasiven Operation der Hüftendoprothese wird der Patient geschont. Durch den kürzeren Schnitt und den schonenden Zugang erleidet er weniger Weichteilverletzungen, als bei einer konventionellen Hüftoperation.

Die Nachbehandlung und vor allem die Früh-Rehabilitation nach Hüftprothese ist in der ersten Wochen nach einer minimalinvasiven Operation schmerzfreier, schneller und einfacher.

Aufbau der Hüftprothese: Die künstliche Hüfte ersetzt das natürliche Hüftgelenk und übernimmt seine Funktion

Die Hüftprothese kann eine Gelenk mit Hüftarthrose (Coxarthrose) ersetzenHüftgelenk mit schwerer Arthrose und Osteophyten. Die Hüftprothese ersetzt Gleitflächen (Knorpel) und knöcherne Bestandteile des Hüftgelenks. © Viewmedica Röntgenkontolle einer Hüftprothese Röntgenkontrolle einer Hüftprothese: Hier im Röntgenbild sieht man eine konventionelle Geradschaftprothese. Der Prothesesenschaft ist tief im Markraum des Oberschenkels verankert. Die Gelenkspfanne ist im Beckenknochen verankert.

Das biologische Hüftgelenk besteht aus einem Hüftkopf und einer Hüftpfanne, mit dem Gelenkknorpel als Gleitschicht dazwischen.

Den pfannenförmigen Anteil des Beckenknochens ("Hüftpfanne") nennt man Acetabulum. Der kugelförmige Teil des Gelenkes ist der Oberschenkelkopf (Femurkopf).

Wenn das Hüftgelenk durch Arthrose versteift und dadurch schmerzhaft und unbeweglich wird, kann es nur durch ein künstliches Gelenk wieder dauerhaft beweglich gemacht werden. Ohne die Mobilisierung mit Hilfe einer Hüftprothese, droht dem Patienten eine dauerhafte, schwere Mobilitätseinschränkung. Schmerz- und versteifungsbedingte Ausweichbewegungen gefährden auch die anderen Gelenke. Die reduzierte Mobilität kann letztlich auch das Gesamtbefinden des Patienten stark beeinträchtigen. Vor allem die Konstitution älterer Patienten baut dann sehr schnell ab.
Weiterlesen zu ( Hüftarthrose oder Coxarthrose)

Animation zur Hüft-Totalendoprothese

Aufbau und Funktion einer Hüftprothese

Die Hüftprothese kann ein Gelenk mit Hüftarthrose (Coxarthrose) ersetzenDie Hüftprothese ist aus mehreren Komponenten aufgebaut - hier am Beispiel der klassischen Geradschaftprothese. Der Schaft der Hüftprothese verankert das Kunstgelenk im Inneren des Oberschenkels. Der Kopf der Prothese (aus Metall oder mit Keramikbeschichtung) bildet die Gleitfläche der Hüftprothese. Eine Gleitkomponente aus Polyethylen, Metall oder Keramik kleidet als Inlay die Hüftpfanne aus. Sie bildet gemeinsam mit dem Hüftkopf die Gleitpaarung. Die Hüftpfanne (Acetabulum) im Beckenknochen wird mit einer Metallpfanne ausgekleidet. © Implantcast

Die Hüftprothese wird fest im Oberschenkelknochen und im Beckenknochen verankert. Nur so kann die Beweglichkeit der Hüfte wieder hergestellt werden. Die Hüftprothese muss zwei wesentliche Funktionen optimal erfüllen:

  1. Festen Sitz im Skelett
  2. Beweglichkeit der gleitenden Prothesenkomponenten (Hüftkopf und Hüftfanne).

Abhängig von Alter, Knochenbau, Lebensweise und Beruf eines Patienten, sind unterschiedliche Prothesentypen und Gleitpaarungen geeignet.

Beim Ersatz des Hüftgelenks wird üblicherweise eine Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP, HTEP) eingesetzt. In der Medizin spricht man auch vom „Implantieren" (Einpflanzen) der Hüft-TEP. Man bezeichnet die Prothese daher als Implantat. Die Hüftprothese ersetzt vollständig beide knöchernen Teile des Gelenks: Den Hüftkopf (Femurkopf) und die Hüftpfanne (Acetabulum).

Material-Anforderungen an die Hüftprothese

  • Korrosionsbeständigkeit
  • Abriebfestigkeit der Gleitpaarung
  • Verträglichkeit der Materialien
  • Widerstandsfähigkeit gegenüber Druck und Gewicht
Hüftprothese Materialien
Es gibt zwei Materialien, aus denen Prothesenkomponenten hergestellt werden:
  • Zementierte Prothesen werden meist aus einer Chrom-Molybdän-Legierung hergestellt.
  • Einwachsende Hüft-TEPs werden meist aus einer knochenfreundlichen Titanlegierung hergestellt. Die Knochen wachsen in die Titanoberfläche einer Prothese relativ gut ein.

Zwischen dem Kopf der Hüftprothese und der Hüftpfanne befindet sich als Knorpelersatz die Gleitschicht oder Gleitpaarung der Hüftprothese. Diese Gleitpaarung besteht aus zwei Teilen: Der Kugelkopf (Hüftkopf) aus Metall oder Keramik gleitet in einem muldenförmigen Einsatz (Pfanneninlay) in der Gelenkpfanne des Beckenknochens, der in der Pfanne befestigt ist. Dieser für das reibungslose Gleiten der Hüftprothese wichtige Pfanneneinsatz kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen.

  1. Metall-Metall-Gleitpaarung
  2. Keramik-Keramik-Gleitpaarung
  3. Kunststoff (Polyethylen)-Metall Gleitpaarung. Wir verwenden sehr abriebfestes, hochvernetztes XLTE-Polyethylen.
  4. 1. Befestigung: Stabiler Sitz der Hüftprothese im Körper des Patienten

    Pfanne
    • Zementierte Pfanne
    • "Press-Fit"-Befestigung mit nachfolgendem Einwachsen des Knochens.
    • Schraubpfanne mit poröser Oberfläche und einem flachen Schraubgewinde, das die Befestigung im Knochen bis zum Einwachen des Knochengewebes verstärkt.
    Prothesenschaft
    • Eingeklemmter, später in den Knochen einwachsender Prothesenschaft (nach sechs Wochen kann wieder Vollbelastung der Hüfte erfolgen).
    • Zementierte Prothese mit sofortiger Vollbelastung.


    Diese Fixierung der Hüftprothese wird im Oberschenkel durch den im verankerten Prothesenschaft übernommen. Im Beckenbereich übernimmt die im Beckenknochen verankerte Gelenkspfanne die Fixierung der Prothese. Durch eine computerunterstützte Planung anhand standardisierter Röntgenbilder gewährleisten wir, dass die Bewegungsgeometrie im Hüftgelenk sowie die Beinlänge des Patienten nicht nachteilig verändert werden. So können wir für unsere Patienten ein natürliches Tragegefühl der Hüftprothese erreichen und Luxationen (Ausrenken des Hüftkopfes) vorbeugen.

    Vorzeitige Prothesenlockerung: Die Osteolyse
    Auch bei einwachsenden Prothesen kann es ebenso wie bei zementierten Hüftprothesen nach Jahren zu einer Lockerung der Prothese kommen. Meist wird diese Lockerung als "Aseptische Osteolyse", also durch eine nichtbakterielle Entzündung verursacht. Der Materialabrieb aus der Prothesengleitpaarung, z.B. Polyethylen, wird vom Körper als Fremdkörper erkannt. Einwandernde Fresszellen können diese nichtorganischen Fremdkörper nicht wirklich abbauen, so dass die Entzündungsreaktion im Knochen chronisch wird und zu einem Abbau von Knochensubstanz führt. Wir bevorzugen daher möglichst abriebarme Materialien, um den Abrieb und die Osteolyse zu minimieren.

    2. Abriebfestigkeit der Gleitpaarung:

    Die Gleitpaarung hat eine entscheidende Funktion: Sie soll mit körperverträglichen Materialien über 15-25 Jahre hinweg trotz hoher Belastung die Beweglichkeit der Hüftprothese sicherstellen und als Gleitfläche intakt bleiben. Bei jüngeren Patienten unter 60 Jahren oder bei sehr sportlichen Patienten sehen wir besondere Anforderungen, auf die wir durch Auswahl von Prothesenmodellen, Gleitpaarungen, Verankerungstechniken und Operationsmethoden eingehen müssen. Das führen wir weiter unten weiter aus.

    Verankerung der Hüftprothese: Zementiert oder zementfrei-einwachsend?

    Hüftprothese Schaft zementfrei Zementfreier Schaft einer Hüftprothese: Die Knochenbälkchen wachsen in die aufgeraute Oberfläche der Prothese ein. Diese stabile Verbindung zwischen Knochen und Prothesenoberfläche ist sehr sicher gegen Lockerung.

    Der Schaft der Hüftprothese wird bei der Standardprothese (Geradschaftprothese) in den Markraum des Oberschenkelknochens eingebracht. Am Prothesenschaft befindet sich oben ein freistehender Steckkonus. Dieser verbleibt also außerhalb des Oberschenkelknochens. Auf diesen Konus wird später der Prothesenkopf aufgesteckt.

    Der Prothesenschaft soll die Hüftprothese möglichst lockerungsfrei im Oberschenkel zu verankern.

    Die zementfreie - einwachsende - Hüftprothese ist sehr belastbar

    Eine sehr belastbare Form der Befestigung im Knochen ist die einwachsende Hüftprothese: Der Schaft hat eine raue Titanoberfläche, in die das Knochengewebe des Oberschenkels (Femur) stabil einwächst. Die aufgeraute Oberfläche vergrößert die Verbindungsfläche zusätzlich und stabilisiert die Verbindung zwischen Metall und Knochen.

    Bei der Operation der Hüftprothese wird die einwachsende Prothese zunächst stabil in das Innere des ausgehöhlten Röhrenknochens hineingetrieben und verkeilt. Sechs Wochen nach der Operation ist die knöcherne Integration des Prothesenschaftes durch den in die Oberfläche einwachsendes Knochengewebe weitgehend abgeschlossen. Nach drei Monaten ist jede Form der sportlichen Belastung möglich. Hier ist bei Patienten mit Knochenschwund (Osteopenie) Vorsicht angeraten: Bei einer Störung des Knochenstoffwechsels kann die Osteointegration, also der knöcherne Einbau der Hüftprothese bis zu einem Jahr dauern. Eine zementierte Hüft-TEP kann vorteilhaft sein, weil die Befestigung im Knochen sofort gesichert ist.

    Zementierte Hüftprothese: Schnelle Vollbelastung nach der Operation

    Schematische Darstellung der Implantation der Hüftendoprothese Der Markraum des Oberschenkelknochens wird während der Operation ausgehöhlt. Der Schaft der Hüftprothese wird eingesetzt. Deutlich sichtbar ist die aufgeraute, knochenfreundliche Oberfläche des einwachsenden Prothesenschaftes © Implantcast

    Ist die Knochenqualität des Patienten nicht optimal (z.B. durch Osteoporose), gibt es Alternativen zur Befestigung der Hüftprothese. Der Schaft kann auch durch Knochenzement aus Polymethylacrylat (PMMA), eine Art körperverträglichem Klebstoff, im Knochen verankert werden: Diese Methode bevorzugen wir vor allem bei älteren Patienten mit geringer Knochendichte (z.B. bei Osteoporose). Die Zementschicht zwischen Knochen und Prothesenschaft ist dabei nur 1-2 mm dick. Der Knochenzement härtet sofort aus und führt zu einer unmittelbaren Vollbelastbarkeit der Prothese. Weil die Stabilität der Zementschicht in dieser Verbindung eine sehr kritische Rolle spielt, achten wir sehr auf eine technisch sorgfältige Zementierung der Hüftprothese: Diese muss frei sein von Lufteinschlüssen oder Verunreinigungen.

    Die Gelenkpfanne (Acetabulum) wird gesäubert. Die Gelenkpfanne aus Metall wird in den Beckenknochen eingeklemmt (Press-Fit), so dass sie sofort belastbar ist. In den folgenden Wochen wächst Knochengewebe in die raue Oberfläche der Hüftpfanne ein und verbindet sich stabil mit dem Implantat. Die Gelenkpfanne (Acetabulum) wird gesäubert. Die Gelenkpfanne aus Metall wird in den Beckenknochen eingeklemmt (Press-Fit), so dass sie sofort belastbar ist. In den folgenden Wochen wächst Knochengewebe in die raue Prothesenoberfläche ein und verbindet sich stabil mit dem Implantat. © Implantcast

    Hüftpfannen zementiert oder zementfrei befestigen

    Auch die Hüftpfanne am Becken (Acetabulum) kann zementiert oder einwachsend befestigt werden. Es ist auch möglich, die Befestigung in einer sogenannten Hybridprothese zu "mischen": Ein einwachsender Prothesenschaft der Femurkomponente kann mit einer zementierten Pfanne als beckenseitiger Komponente kombiniert werden.

    In der orthopädischen Gelenk-Klinik kommen zementierte Pfannen aber fast nicht mehr zum Einsatz. Auch beim Acetabulum (Hüftpfanne) stellt die Zementschicht immer eine kritische Komponente in der Befestigung dar. Wir arbeiten mit zementfreien "Press-Fit"-Pfannen. Diese Pfannen werden in das vorbereitete Acetabulum des Beckenknochens geklemmt und erhalten dadurch unmittelbar nach der OP bereits einen festen Sitz. Zusätzlich wächst in den Wochen nach der Operation der Beckenknochen in die raue Oberfläche der Hüftpfanne ein.

    Weiterlesen zur zementierten und zementfreien Befestigung der Hüftprothese.

    Warum ist die Gleitpaarung bei der Wahl der Hüftprothese so wichtig?

    Gleitpaarungen für Hüftprothesen: Metall-Polyethylen, Keramik, titanbeschichtete Metall-Gleitpaarung © Implantcast Gleitpaarungen für Hüftprothesen: Metall-Polyethylen, Keramik, titanbeschichtete Metall-Gleitpaarung (Goldfarben) © Implantcast

    Die Beweglichkeit einer Hüftprothese findet stets zwischen den zwei Gelenkpartnern Hüftkopf und Hüftpfanne statt. Hierfür sind verschiedene Materialien, sog. Gleitpaarungen entwickelt worden. Verschiedene Materialien werden miteinander kombiniert. Diese haben unterschiedliche Härten und Oberflächenbeschaffenheiten. Die Gleitpaarung soll vor allem abriebfest sein, damit die Prothese lange hält. Abriebfestigkeit vermeidet auch die Anreicherung körperfremder Partikel in der Umgebung der Prothese. Diese Partikel locken Fresszellen an und sind der Hauptgrund für die aseptische Osteolyse (nicht durch Infektion verursachte Lockerung) der Prothese im Knochen.

    Folgende Gleitpaarungs-Kombinationen sind heutzutage üblich:

    • Metall mit Kunststoff:
      Die Metall Polyethylen-Gleitpaarung ist die konventionelle Gleitpaarung, mit der die größten Erfahrungen vorliegen. Wir verwenden aber nur noch keramikbeschichtete Metallköpfe (Oxinium) mit abriebfestem hochvernetztem Polyethylen (XLTE) als Gleitpartner in der Hüftpfanne.
    • Metall mit Metall:
      Die Metall-Metall Gleitpaarung wird vor allem bei Oberflächenersatzprothesen (McMinn-Prothesen) eingesetzt.
    • Keramik mit Kunststoff:
      Keramik-Kunststoff ist eine Hart-Weich Gleitpaarung. Sie hat eine größere Toleranz hinsichtlich der Postion von Gelenkkopf und Pfanne zueinander.
    • Keramik mit Keramik:
      Keramikgleitpaarungen sind sehr abriebfeste Materialien. Die Toleranz dieser Gleitpaarung gegenüber Abweichungen von Kopf und Pfannenposition ist sehr gering. Das erfordert eine sehr genaue, möglichst computerunterstützte Planung des Implantates. Probleme mit der Keramik-Gleitpaarung, die gelegentlich in der Anfälligkeit gegenüber hohen Druckbelastungen bestanden, können wir durch moderne, bruchsichere Keramikentwicklungen vermeiden. Bei uns sind Keramik-Hüft-TEPs bei jüngeren Patienten zwischen 40 und 60 Jahren zu einer routinemäßig eingesetzten Behandlungsform geworden.
      Weiterlesen zu Keramik-Hüft-TEPs

    Die Gleitpaarungen unterscheiden sich im Abriebverhalten, aber auch in den Materialeigenschaften bei plötzlicher Spitzendruckbelastung.

    Welchen Umständen kann durch Material und Design der Hüftprothese Rechnung getragen werden?

    Hüftprothese KomponenteDiese Gleitpaarung einer Hüft-Totalendoprothese aus Chrom-Molybdän und Polyethylen ist am weitesten verbreitet. Wir verwenden heutzutage nur noch Inlays aus hochvernetztem Polyethylen (XLTE), weil es abriebfester ist als unbehandeltes PE © Smith & Nephew.com

    Die Hüftpfanne der Prothese enthält das Pfanneninlay. Das ist der eigentlich Gleitpartner des Oberschenkelkopfes. Es gibt eine Vielzahl von Modellen auf dem Markt. Diese Vielfalt ist berechtigt: Sie gibt uns die Möglichkeit, mit der Wahl des Prothesenmodells genau auf den Patienten einzugehen.

    Die Hüftpfanne wird heute in der Regel zementfrei implantiert. Die zementierte Hüftpfanne wird bei uns sehr selten eingesetzt.

    Die Pfanne ist ein einteiliges System aus einer Metallschale mit einem Kunststoffinlay (z.B. Polyethylen mit oder ohne eine aufgebrachte Metallnetzstruktur). Das Inlay kleidet also die Hüftpfanne aus und ist Teil der Gleitpaarung: Das ist die Komponente, die das gleitende Gegenstück zum Kopf der Hüftprothese bildet.

    Die zementfreie Pfanne der Hüftprothese ist modular zusammengesetzt. Sie ist immer zweiteilig:

    • Eine äußere Metallschale
    • Eine innen verankerte Einlage (Pfanneninlay)
    Hüftpfanne: Acetabuläre Komponente der Hüftendoprothese Die Gelenkpfanne der Hüftprothese besteht aus einer Metallkomponente die in das Acetabulum (Hüftpfanne) eingesetzt wird, und einem Inlay, das den Femurkopf aufnimmt. © Smith & Nephew

    Der Hüftkopf der Prothese wird auf den Prothesenschaft aufgesteckt und stellt die Verbindung zum Pfanneninlay (Pfannenauskleidung) dar.

    Welcher Prothesentyp ist für welchen Patienten richtig?

    Die Hüftendoprothetik ist eine sehr komplexe Operation. Die korrekte Positionierung einer Prothese anhand der anatomischen und medizinischen Besonderheiten jedes Patienten erfordert viel Erfahrung.

    Deswegen wollen wir in der klinischen Praxis eigentlich mit so wenigen Systemen wie möglich arbeiten. Bewährte Prothesenmodelle und Operationsmethoden verwenden wir möglichst jahrelang. Nur so erhalten wir die größtmögliche Sicherheit, wenn es um die Besonderheiten jedes Patienten geht. Die Geradschaftprothese mit Metall-Polyethylen-Gleitpaarung ist zwar historisch die am weitesten verbreitete Hüftprothese. Aber ein Prothesentyp oder eine Operationsmethode kann nicht jedem Patienten gerecht werden.

    Im Folgenden wollen wir daher die grundlegenden Entscheidungsstrategien vorstellen. Das werden wir in diesem Rahmen anhand einer vereinfachten Patienten-Typisierung durchführen. Diese kurz vorgestellte Diskussion wird zwar nicht jedem Patienten gerecht. Wir können anhand dieser vier Fälle aber eine Einführung in unsere Denkweise bei der Planung der Versorgung einer Hüftprothese geben.

    Fall 1: Patient jünger als 60 Jahre mit tragfähigem Oberschenkelkopf

    McminnHüftkappe, McMinn Oberflächenersatz Hüftprothese. Die Prothese hat einen sehr guten Tragekomfort. Die gesamte Knochensubstanz des Oberschenkelknochens bleibt erhalten. Die Metall-Metallgleitpaarung wird bei den Modellen einiger Hersteller kritisch diskutiert. Wir verwenden seit 2007 ausschliesslich die original BHR-Prothese (Birmingham Hip Replacement) die die bei anderen Herstellern beobachteten Qualitäts-Probleme nicht aufweist. © Smith & Nephew

    Jungen Patienten empfehlen wir stets eine knochensparende Versorgung. Der Patient ist jung und aktiv. Seine Lebenserwartung liegt über der Tragezeit einer Hüftprothese. Ein späterer Prothesenwechsel ist also durch seine Lebenserwartung wahrscheinlich. Durch eine Oberflächenersatzprothese können wir Oberschenkelkopf und den gesamten Oberschenkelhals erhalten. Das Entfernen des Femurkopfes und das Aufbohren des Oberschenkelknochens wird durch die Oberflächenersatzprothese (McMinn-Prothese) vermieden. Für eine spätere Revisionsoperation in 15 oder 20 Jahren steht dann noch der gesamte Oberschenkelknochen für die Verankerung der Hüftprothese zur Verfügung.

    Die Oberflächenersatzprothese wenden wir aber nur bei Männern an. Bei weiblichen Patienten verwenden wir die knochensparende Kuzschaftprothese als Alternative.

    Fall 2: Patient jünger als 60 Jahre mit nicht mehr tragfähigem Oberschenkelkopf

    Kurzschaftprothese mit KeramikkopfBei jüngeren Patienten müssen wir vorausschauend einen möglichen Prothesenwechsel mit einplanen. Die knochensparende Kurzschaftprothese schont die Knochensubstanz des Oberschenkelknochens. Der Keramikkopf (rosa) ist sehr abriebfest. © Smith & Nephew

    Ist der Oberschenkelkopf nicht mehr tragfähig, z.B. nach einer Hüftnekrose, empfehlen wir als weiteres, knochensparendes Verfahren: Die sog. Kurzschaftprothese. Bei dieser Prothese wird der Oberschenkelkopf geopfert und der Markraum des Oberschenkelknochens lediglich im Bereich des Oberschenkelhalses ausgehöhlt.

    Bei den Kurzschaftprothesen stehen neben der Metall Polyethylen-Gleitpaarung auf Wunsch auch die im Vergleich zum weicheren Kunststoff die abriebärmere Keramikgleitpaarung zur Verfügung.

    Fall 3: Patient älter als 60 Jahre mit hoher Knochendichte

    Bei älteren Patienten, die eine gute Knochendichte haben, verwenden wir die erprobte einwachsende (zementfreie) Geradschaftprothese, die tief im Markraum des Oberschenkelknochens verankert wird. Um den Abrieb zu minimieren bevorzugen wir die keramikbeschichtete Oxinium Hüftprothese. Ihre Oberfläche ist viel glatter als die einer konventionellen Titanprothese.Bei älteren Patienten die eine gute Knochendichte haben verwenden wir die erprobte einwachsende (zementfreie) Geradschaftprothese sie tief im Markraum des Oberschenkelknochens verankert wird. Um den Abrieb zu minimieren bevorzugen wir die keramikbeschichtete Oxinium Hüftprothese. © Smith & Nephew

    In diesem Lebensalter ist es recht wahrscheinlich, dass der Patient in seiner Lebenszeit keinen Prothesenwechsel mehr benötigt. Hier empfehlen wir die Geradschaftprothese, die mit einem geraden Schaft im Oberschenkelknochen verankert wird. Bei Patienten mit sehr guter Knochenqualität bevorzugen wir eine einwachsende Prothese. Diese Prothese wird zementfrei im Röhrenknochen verankert. Die Oberfläche verbindet sich organisch mit dem umliegenden Knochengewebe. Auch bei sehr aktiven Patienten gibt es keine Lockerungsgefahr. Hier ist die zementfreie Verankerung des Prothesenschaftes stabiler und weniger lockerungsgefährdet, als die mit einem Knochenklebstoff zementierte Hüftprothese.

    Fall 4: Patient älter als 60 Jahre mit geringer Knochendichte (Osteoporose)

    Die keramikbeschichtete Oxinium Hüft-TEP in Verbindung mit modernem hochvernetztem Polyethylen (XLTE) ist eine sehr abriebfeste Hart-Weich Gleitpaarung. Gegenüber Hart-Hart Gleitpaarungen, wie z.B. Keramik-Keramikprothesen sind Hart-Weich Gleitpaarungen bei schwierigen anatomischen Verhältnissen toleranter gegenüber leicht abweichenden Winkeln von Femurkopf und Hüftpfanne. Bei reinen Keramikgleitpaarungen können hier materialschädliche Spitzenbelastungen entstehen.Die keramikbeschichtete Oxinium Hüftprothese in Verbindung mit modernem hochvernetztem Polyethylen (XLTE) ist Oxinium-PE eine sehr abriebfeste Hart-Weich Gleitpaarung. Gegenüber Hart-Hart Gleitpaarungen, wie z.B. Keramik-Keramikprothesen sind Hart-Weich Gleitpaarungen bei schwierigen anatomischen Verhältnissen toleranter gegenüber leicht abweichenden Winkeln von Femurkopf und Hüftpfanne. Bei reinen Keramikgleitpaarungen können bei anatomischen Abweichungen materialschädliche Spitzenbelastungen entstehen. © Smith & Nephew

    Wenn der Knochen nicht mehr vital ist, kann durch Einwachsen der Knochenbälkchen in die raue Prothesenoberfläche keine stabile Verankerung mehr erzielt werden. Um das Risiko der Lockerung zu umgehen, können wir den Prothesenschaft mit einem sog. Knochenzement im Röhrenknochen fixieren. Unmittelbar nach der Operation ist der Zement ausgehärtet und Vollbelastung der Prothese möglich. Diese schnelle Mobilisierung ist vor allem für betagte Patienten ein erheblicher Vorteil: Die frühe Vollbelastung beschleunigt den Start in die Frührehabilitation.

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