Orthopädische Gelenk-Klinik

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McMinn-Prothese (Oberflächenersatz der Hüfte): Minimalinvasive Operation und Rehabilitation

McminnHüftkappe McMinn Oberflächenersatz Hüftprothese

Beim Hüftoberflächenersatz wird der geschädigte Gelenkkopf lediglich überkront. Bei der Standard-Totalendoprothese des Hüftgelenkes (Hüft-TEP) wird der Hüftkopf stets zusammen mit dem Schenkelhals entfernt. Das Verfahren ist damit vergleichbar dem Überkronen eines Zahnes. Damit ist die Oberflächenersatzprothese deutlich knochensparender, als die Standard-Hüftprothese.

Synonyme: Oberflächenersatz des Hüftgelenkes, McMinn Prothese, Birmingham Hip Replacement (BHR), Hüftkappe, Hüftüberkronung, Hüftkrone

Die Knochensubstanz des Oberschenkelknochens bleibt vollständig erhalten. Sollte eine Revision der Hüftteilprothese zur Hüftvollprothese erforderlich sein, steht für diesen Eingriff dann die gesamte Knochensubstanz eines noch nicht operierten Patienten als sogenannte Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung. Die Revision einer Oberflächenersatzprothese der Hüfte ist einfacher und unkomplizierter zu operieren, als im Falle der Revision einer bereits bestehenden Hüftvollprothese.

Ein hohes Aktivitätsniveau kann die Hüfttotalendoprothese früh abnutzen

Der Tour de France Teilnehmer Floyd Landis hatte nach einer unfallbedingten Hüftkopfnekrose eine McMinn Prothese. Mit dieser Prothese bestritt er sein gesamtes Trainingspensum und über 50 Rennen im Jahr.Der Tour de France Teilnehmer Floyd Landis hatte nach einer unfallbedingten Hüftkopfnekrose eine McMinn Prothese. Mit dieser Prothese bestritt er sein gesamtes Trainingspensum und über 50 Rennen im Jahr © Wikimedia.org

Der jüngere, oft noch sportlich aktive Patient unter 60 Jahren, ebenso wie der hochaktive ältere Patient ist ein Problemfall in der Endoprothetik. Die moderne Endoprothetik wurde eingeführt und hat sich zunächst bewährt in der Wiederherstellung einer schmerzfreien Alltagstauglichkeit beim älteren Patienten.

Das geringe Aktivitätsniveau älterer Patienten war die Voraussetzung für die geringe Zahl an Lockerungen der Hüftprothese. Junge Patienten und hochaktive Senioren mit hohen Ansprüchen an die Lebensqualität stellen den behandelnden Arzt vor ganz neue Herausforderungen.

BHR-Hüft-Prothese Fakten
  • Australisches Prothesenregister: Nach 10 Jahren hat die MCMinn-Prothese sehr gute Überlegbensraten.
  • McMinn-Prothesen haben nach 10 Jahren genauso niedrige Revisionsquoten wie herkömmliche Hüftprothesen. (Australisches Prothesenregister 2011)
  • Auch nach 13 Jahren hat die McMinn-Prothese eine Überlebensrate von 96% (McMinn et al, 2011)
  • 98% aller behandelten Männer hatten nach 10 Jahren noch eine intakte McMinn-Prothese (Treacy at al, 2011).

Bei jungen und jung gebliebenen Patienten mit deutlich höheren Aktivitätsniveaus haben die normalen Hüftvollprothesen oft geringere Standzeiten. Bei aktiven Patienten wird stets mit der Lockerung der Hüftprothese gerechnet.

Bei 20% der jüngeren Hüftprothese-Patienten wird bei einer normalen Hüft-TEP die Prothese in der ersten 10 Jahren ausgewechselt. Das ist ein in der modernen Prothetik nicht akzeptierter Wert: Man sieht Standzeiten einer Oberflächenersatzprothese der Hüfte von über 15 Jahren.

Hueftkappe MC Minn Oberflächenersatz HueftePhotomontage einer McMinn-Prothese. © Gelenk-Klinik.de

Die künstliche Gelenkoberfläche entspricht in ihrem Umfang der Größe des natürlichen Hüftgelenk-Kopfes: die Bewegungsabläufe werden als natürlicher empfunden - die Gefahr eines Auskugelns des künstlichen Gelenkes ist deutlich geringer als bei einer Hüftprothese.

Viele Patienten vergessen sogar im Alltag, dass sie ein künstliches Hüftgelenk haben.

Im medizinischen Sprachgebrauch spricht man bei diesem häufig beobachteten Phänomen auch von einer 'forgotten hip'.

Video: Operation der McMinn-Prothese (Oberflächenersatzprothese)

Indikation: Für wen ist die Hüftkappe nach McMinn gut geeignet?

Knochensparende Alternative: Die Kurzschaft-Prothese
Die Kurzschaftprothese erlaubt ebenfalls knochensparendes Arbeiten: Lediglich der natürliche Hüftkopf wird entfernt. Der kurze Schaft wird in den Raum des Oberschenkelhalsknochens eingebracht und sitzt dort stabil. Für eine mögliche Revision der Hüftprothese später im Leben steht dann noch wesentlich mehr Knochenmasse zur Verfügung, als wenn gleich eine sog. "Geradschaftprothese" implantiert wird.

Eine klassische Hüftprothese (Geradschaftprothese) unterscheidet sich im wesentlichen vom reinen Oberflächenersatz durch die Verankerung des Implantates am Oberschenkel. Um den Hüftprothesenschaft einbringen zu können, muss bei Hüft-TEP am Oberschenkelknochen der Hüftkopf und Teile des Oberschenkelhalses geopfert werden.

Der Knochen ist für Revisionsoperationen verloren.
Beim älteren Menschen ist dieses Vorgehen kein Problem, da er sehr wahrscheinlich keine Wechseloperation der Hüftprothese benötigt.

Nur 2-5% aller Hüftprothesenoperationen sind Revisionsoperationen. Beim jungen Patienten ist dieser durch das Operationsverfahren der Hüfttotalendoprothese bedingten Knochenverlustes jedoch dann ungünstig, wenn später im Leben eine Wechseloperation notwendig sein wird.

Für die Befestigung der Prothese fehlt dann wertvoller Knochen.
In erster Linie profitieren die jungen und jung gebliebenen älteren Patienten profitieren von einer Oberflächenersatzprothese des Hüftgelenkes. Dies Hüftkappe stellt heute das Optimum der knochensparenden Operation bei der Hüftarthrose dar und ist eine echte Alternative zur konventionellen Hüftprothese.

Der Oberflächenersatz der Hüfte (Mc Minn Prothese) wird bei uns für nachfolgende Patienten empfohlen:
  • Patienten bis zum 60. Lebensjahr mit schwerer Hüftarthrose.
  • bei Patienten zwischen 60 und 65 Jahren nur wenn ein ausgesprochener Wunsch und hohe Aktivität vorliegt.
  • Bei Patienten über 65 Jahren zurückhaltend, auch bei entsprechendem Wunsch
  • Bei Frauen raten wir wegen der meist geringeren Knochendichte bereits ab dem 60 Lebensjahr eher zu einer herkömmlichen Prothese).

Kontraindikationen Wann kann ein Hüftoberflächenersatz nach McMinn am Hüftgelenk nicht mehr eingesetzt werden?

Kontraindikationen der McMinn-Prothese
  • Starke Formveränderungen der gelenkbildenden Oberschenkelknochen
  • Stark veränderte Hüftpfannenform und -Lage
  • Schlechte Knochenqualität im Schenkelhals, etwa bei Osteoporose, Hüftkopfnekrose oder Knochenzysten
  • Metallallergie, insbesondere Zink, Kobalt und Chrom-Allergien können Keramik ummantelte Prothesen erforderlich machen

Neben diesen technischen Einschränkungen sind Allergien gegen Metalle wie Kobalt, Chrom und Nickel vor einer Operation zu berücksichtigen. Hier können ummantelte Implantate helfen, das Risiko zu vermindern.
Diese Metallpartikel steigen nach einer Prothesenversorgung insbesondere mit einer Metall-Metall-Gleitpaarung im Blut an und können bisher unbekannte Wirkung im Körper entfalten. Hat der Patient eine Schwächung der Nierenfunktion, dann können sich diese Metalle im Blut anreichern. Eine Versorgung von Frauen mit Kinderwunsch muss wegen der unklaren Wirkung der Metalle auf den heranwachsenden Embryo im Mutterleib sehr sorgfältig geprüft werden.

Gibt es eine Altersgrenze bei der Hüftkappenprothese?

Eine echte Altersgrenze für die Versorgung mit der Teilprothese existiert nicht. Dennoch können nicht alle Patienten mit dem modernen, knochensparenden Oberflächenersatz der Hüfte versorgt werden. Etwa zehn Prozent aller Frauen erkranken im Verlauf ihres Lebens an einer sog Osteoporose. Auch Männer erkranken daran.

Im Laufe des Lebens nimmt die Knochendichte zudem bei jedem Patienten ab. Im Rahmen der Osteoporose treten häufig spontan Brüche am Schenkelhals ein. Verwenden wir eine Hüftkappenprothese bei Patienten mit einem geschwächten Schenkelhals, dann ist das Risiko für einen Schenkelhalsbruch im vergleich zur Hüfttotal-Endoprothese (Hüft-TEP) deutlich höher. Die konventionelle Hüftprothese ist bei diesen Patienten die bessere Alternative. Auch die langjährige Erfahrung mit diesem Implantat ist ein klares Argument, ältere Menschen damit zu versorgen.

Lebensqualität mit der McMinn-Prothese: Das Phänomen der "Forgotten Hip" ("Vergessene Hüftprothese")

Die künstliche Gelenkoberfläche entspricht in ihrem Umfang der Größe des natürlichen Kopfes: die Bewegungsabläufe werden als natürlicher empfunden - die Gefahr eines Auskugelns des künstlichen Gelenkes ist deutlich geringer als bei einer Hüft-TEP (Hüft-Totalendoprothese). Viele Patienten mit McMinn-Prothese vergessen im Alltag sogar häufig, dass sie ein künstliches Hüftgelenk haben. Im wissenschaftlichen Sprachgebrauch spricht man bei diesem häufig beobachteten Phänomen auch von einer 'forgotten hip'.

Dieses Gefühl lässt sich auch wissenschaftlich belegen. Gemessen am Harris Hip Score, einem Maß für die Funktion eines Hüftgelenks mit oder ohne Hüftprothese, liegt die Funktion von Hüftgelenken mit McMinn-Prothese bei durchschnittlich 90%-94%. Dieses Niveau ist wieder abhängig von der Beweglichkeit der Hüfte vor der Operation. War der Harris Hip Score vor der Hüftprothese sehr niedrig, ist auch das Ergebnis nach der Hüftprothese zwar verbessert, aber abhängig vom Ausgangsniveau etwas schlechter. Die sehr guten Werte finden sich bei Patienten, die mit beweglichen Hüften ohne ausgeprägte Begleitarthrosen in die Hüft-Operation gegangen sind.

Risiken und Nachteile der McMinn-Prothesen

Die McMinn-Prothese ist also nicht für jeden Patienten besser geeignet als die Hüfttotalendoprothese. Bereits die Erfahrungsbasis von über 200.000 Hüft-TEPs pro Jahr in Deutschland sorgt für einen Erfahrungshintergrund was Materialien, Operationstechniken und Patientensicherheit betrifft, die weit über dem liegen, was für McMinn-Prothesen mittelfristig erreicht werden kann. Neben den unbestrittenen Vorteilen gibt es bei McMinn-Prothesen derzeit auch bekannte Risiken, die Arzt und Patient sorgfältig abwägen müssen.

Mögliche Nachteile der Oberfächenersatzprothese:
  • Höherer Metallabrieb als bei Keramik-Prothesen oder Metall-PET-Prothesen
  • Höhere Komplikatonsrate bei kleinen natürlichen Oberschenkelköpfen (besonders bei Frauen)
  • Mehr Prothesenlockerungen als bei Vollprothesen
  • Geringere Auswahl an klinisch bewährten Prothesenmodellen
  • Keine Langzeittests über mehrere Jahrzehnte
  • Höhere Rate an Oberschenkelhalsbrüchen (bis zu 3% aller Patienten)

In Zentren mit großer OP-Erfahrung mit Oberflächenersatzprothesen der Hüfte McMinn sind die Ergebnisse aber so zuverlässig, wie bei konventionellen Hüftprothesen. Aber im Vergleich zu Hüfttotalendoprothesen sind McMinn-Prothesen wegen der allgemein kürzeren Geschichte dieser Methode noch als eindeutig riskantere Operation anzusehen.

Der Einsatz der McMinn-Prothesen muss also durch einen der oben genannten medizinischen Vorteile aufgewogen werden.

Gibt es eine grundsätzliche Problematik der Metall-Metall-Gleitpaarungen bei Hüftprothesen?

Die BHR-Prothese ("Birmingham Hip-Replacement") nach Dr. McMinn war die erste Oberflächenersatzprothese, die in der breiten Anwendung erfolgreich war.

Da das Bauprinzip von der Herstellerfirma patentiert wurde, konnten Nachahmer nur unter erheblichen Konstruktionsveränderungen Oberflächenersatzprothesen vermarkten, die medizinisch aber nicht sinnvoll waren.

Die meisten dieser Nachahmer des ursprünglich erfolgreichen Behandlungsprinzips hatten daher schlechtere Prothesen: Geringerer Haltbarkeit und wesentlich höherer Metallabrieb.

Unter allgemeinem Kostendruck lassen sich Kliniken auch immer wieder auf solche Experimente mit neuem Material ein.

In der Folge wurden von manchen Forschern aber die Ergebnisse aller Metallgleitpaarungen trotz erheblicher Konstruktionsunterschiede und Unterschiede in der Haltbarkeit zusammengeführt und insgesamt als problematisch angesehen.

Aus den Daten der schwedischen und australischen Prothesenregistern lässt sich ableiten, dass die Haltbarkeit der Oberflächenersatzprothese (MBHR) nach McMinn - nicht die der Nachahmer - ebenso gut waren, wie die herkömmlicher Totalendoprothesen.

Bei jungen Patienten ist die Versorgung mit der McMinn-Hüftprothese sogar etwas besser. Das deckt sich mit unseren klinischen Erfahrungen. Wir arbeiten mit der McMinn-Prothese seit 2004 in der Gelenk-Klinik.

Die McMinn-Prothese hat sich unter den Fällen, die in der Gelenk-Klinik seit über 10 Jahren überblickt werden, durchaus bewährt und vielen Patienten zu einer bisher sicheren Prothesenversorgung mit hoher Lebensqualität verholfen. Deswegen werden wir unseren Patienten die BHR-Oberflächenersatzprothese auf Nachfrage und nach Aufklärung über alle Risiken weiterhin anbieten, wenn wir Vorteile in der knochensparenden Prothesenversorgung sehen.

Es besteht darüberhinaus auch die Möglichkeit knochensparend mit einer Kurzschaft-TEP zu arbeiten (mit Metall-Polyethylen-Gleitpaarung).

Wir bieten unseren Patienten also das ganze Spektrum der Prothesenversorgung und Gleitpaarungen an, auch die Oberflächenersatzprothesen, um auf Besonderheiten wie Alter, Geschlecht, Knochenqualität und Lebensführung eingehen zu können.

Operation der McMinn-Prothese: Wie lange werde ich stationär behandelt?

Durch eine schonende - minimalinvasive - Operationstechnik können sie die Gelenk-Klinik deutlich früher verlassen, als das noch vor einigen Jahren möglich gewesen wäre. Die frühe Wundbehandlung und Schmerztherapie machen jedoch eine stationäre Behandlung notwendig. Ein Aufstehen nach der Operation wird regelmäßig am Folgetag erreicht. Der Aufenthalt in der Gelenk-Klinik dauert normalerweise 5-7 Tage.

Wie implantieren wir den Hüft-Oberflächenersatz nach Mc Minn?

Der Hüftkopf wird beim Oberflächenersatz nicht geopfert. Er wird so bearbeitet, dass passgenau eine Kappe aus Metall mit gleicher Größe aufgesetzt werden kann. Die künstliche Hüftpfanne, die ebenfalls eine Metall-Gleitfäche besitzt, wird in einem Pressfit-Verfahren zementfrei eingesetzt.

Die knochenseitige Oberfläche der Hüftpfanne (siehe Bild links) ist dabei porös und aufgeraut. Diese raue Oberfläche der McMinn-Prothese erlaubt dem natürlichen Knochen, in einem zweiten Heilungs-Schritt zur Befestigung in die Prothese hineinzuwachsen. Das ist das Prinzip der zementfreien Befestigung. Durch zementfreie Befestigung wird die Prothese stabil gegen Lockerung, belastbar und ist dem Aktivitätsgrad junger Patienten besser angepasst.

Ebenso wichtig ist bei der McMinn-Prothese die verwendete Gleitpaarung. Als Gleitpaarung bezeichnet man die in der gleitenden Fläche verwendeten Materialien.

Es handelt sich dabei in unserem Hause um eine Metall-Metall-Gleitpaarung, die sich bereits seit über 20 Jahren klinisch bewährt hat. Wir verwenden ausschließlich die Original McMinn Prothesen von Smith&Nephew, die seit über 20 Jahren in der Klinik bewährt sind.

Bei Hüfttotalendoprothesen liegen Erfahrungen mit Standzeiten von 20 Jahren oder mehr vor. Die wissenschaftliche Auswertung der McMinn-Prothesen ist noch nicht so weit fortgeschritten. Die bisherigen Beobachtungen sprechen aber ebenfalls für eine sehr gute Haltbarkeit.

Warum sind die Gleitflächen der McMinn-Prothese aus Metall?

McMinn-Prothese  Bei der McMinn-Prothese bleibt der natürliche knöcherne Hüftgelenkskopf als tragender Knochen erhalten. Er wird vor der Überkronung etwas geformt, dann wird der femorale Teil des Hüftgelenks mit der McMinn-Prothese überkront. © Smith-Nephew.com

Die Metall- Metall- Gleitpaarung wurde bereits in den sechziger Jahren entwickelt und von Chirurgen klinisch eingesetzt. Teilweise zeigten schon damals sich durch die hohe Abriebfestigkeit extrem gute klinische Ergebnisse mit einer Haltbarkeit von 20 Jahren und mehr.

Leider waren zum damaligen Zeitpunkt die Fertigungstechnologien noch nicht so perfekt, dass diese sehr guten Ergebnisse immer zuverlässig erreicht werden konnten.

Die Methode der Metall-auf-Metall Gleitpaarung geriet somit wieder etwas in Vergessenheit. Die Weiterentwicklung der Technologie war also ein wesentlicher Schritt, die Vorteile dieser Gleitpaarung mit einem deutlich niedrigeren Verschleiss als konventionelle Paarungen mit Kunstoff zu nutzen.

Wie stark darf ich die Hüftkappenprothese nach der Operation belasten?

Nach der Operation ist meist eine volle Belastung ab dem Folgetag möglich und sinnvoll. Eine längere Entlastungsphase ist unserer Erfahrung nach nicht vorteilhaft. Die Belastung erfolgt mit Unterarmgehstützen für 4 Wochen. Diese Unterarmgehstützen nach McMinn-Operation dienen nicht primär der Entlastung, sondern der Gewöhnung an die postoperative Situation.

Was ist nach der Versorgung mit dem Oberflächenersatz zu berücksichtigen?

Die frühe Phase nach der Operation wird mit einer Schmerztherapie begleitet. Hier sind Schmerzkatheter, Schmerzmittelpumpen und verträgliche Medikamente sinnvolle Neuentwicklungen. Am Tag nach der Operation werden sie zum ersten Mal aufstehen und das Implantat belasten.

Warum 'vergessen' Patienten ihre McMinn-Teilprothese?

Hüftkappe Schemazeichnung Oberflächenersatz nach McMinn: Lediglich die Gelenkspfanne um Beckenknochen und der Oberschenkelkopf werden überkront. Die Metall-Metall-Gleitpaarung ist sehr abriebfest. Diese Haltbarkeit kommt dem Aktivitätsniveau junger Patienten entgegen. Aufgrund der knochensparenden Operation ist ein späterer Rückzug auf eine Hüft-TEP stets möglich. © Smith&Nephew.com

Die Belastungsverhältnisse im Hüftgelenk und auch der hüftumgreifenden Muskulatur ändern sich durch das Implantat sehr wenig. Die ursprüngliche Anatomie bleibt erhalten, was für den Patienten eine unveränderte Wahrnehmung bedeuten kann. Die Bewegungsfähigkeit des Hüftgelenks ist weniger eingeschränkt, da die Größenverhältnisse der Implantate dem Original sehr nahe kommen. Die Belastbarkeit scheint hierdurch deutlich höher zu sein. Die beiden hochwertigen Metalloberflächen zusammen mit der Gelenkschmiere im Gelenk garantieren eine hohe Verschleiß- und Abriebfestigkeit.

Rehabilitation und Sicherheit im Alltag

Nach etwa einer Woche sind die meisten Patienten in der Lage an Unterarmgehstützen Treppen zu steigen. Die Gehstützen sollten Sie in den ersten 4 bis 6 Wochen trotz der erlaubten Vollbelastung verwenden

Schlafen: Schlafen auf der operierten Seite ist frühzeitig erlaubt. Das Schlafen auf der Gegenseite sollte in den ersten 6 Wochen vermieden werden. Für diese Phase ist das Sexualleben ebenfalls eingeschränkt.

Autofahren: Ein Auto sollten Sie erst nach etwa 6 Wochen wieder fahren. Als Beifahrer im Auto sitzen können Sie allerdings bereits deutlich früher. Strecken Sie dabei die Beine aus. Stellen sie den Sitz also ganz nach hinten. Denken sie bei längeren Fahrten an regelmässige Pausen.

Rehabilitationsziele:

  • Wiederaufbau der Muskulatur sowohl um die Hüfte als auch der Bein- und Rückenmuskulatur.
  • Wiederherstellung eines optimalen Zusammenspiels der verschiedener Hüft- und Oberschenkelmuskeln nach der langjährigen Schonhaltung
  • Gewöhnung des Patienten an das Oberflächenimplantat und den Narbenbereich

Wie lange kann die Arbeitsunfähigkeit nach dem Eingriff anhalten?

Die Arbeitsfähigkeit ist natürlich abhängig vom Beruf. Viele Patienten mit einem stehenden oder gehenden Beruf kehren nach etwa 8-12 Wochen wieder an ihren Arbeitsplatz zurück.

Welche sportlichen Belastungen sind nach der Hüftkappe denkbar?

Zusammenfassung Vorteile des Verfahrens

  • Spätere Revisionsmöglichkeit
  • Kürzere Rehabilitation
  • Knochenschonendes Verfahren
  • Alternative zur Schaftprothese
  • Ermöglicht rasche Rückkehr in den Alltag
  • Schmerzarme Methode
  • Stellt die gesunde Physiologie wieder her
  • "Vergessen" der Prothese ermöglicht normales Leben

Durch die erhaltene Anatomie bei der Hüftkappe nach Mc Minn ist die Wahrnehmung und die Einschränkungen durch das Hüftimplantat deutlich geringer. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für ein aktives Leben, in dem auch Sport wieder einen Stellenwert haben darf. Dies kann eine größere Chance auf deutlich mehr Lebensqualität bedeuten.

Körperliche Betätigung und sportliche Aktivitäten können eingeschränkt wieder aufgenommen werden. Golf, Nordic Walking, Langlaufen und Reiten um nur einige zu nennen sind häufig wieder möglich. Eine zu starke Dauerbelastung sollte allerdings vermieden werden.

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Dr. med. Martin Rinio
Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik

 

Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

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Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie Prof. Dr. med. Sven Ostermeier
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