Orthopädische Gelenk-Klinik

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Arthroskopische Kalkdepotentfernung Schulter

Mit den Kalkdepots die Schmerzursache entfernen

Kalkdepots treten bei der Tendinosis calcarea (Kalkschulter, Verkalkung) auf oder als Begleitbefunde bei Verschleißerscheinungen an der Rotatorenmanschette. Operativ entfernt werden nur Kalkdepots der Kalkschulter, wenn alle konservativen Therapien erfolglos waren und weiterhin ein Leidensdruck besteht.

Wie verläuft die Operation?

In der Regel werden Kalkdepots minimal invasiv entfernt. Über zwei kleine Hautschnitte werden eine Kamera mit Lichtquelle und spezielle chirurgische Instrumente in das Gelenk eingeführt. Zuerst verschafft sich der Operateur einen Überblick über das gesamte Schultergelenk und den subacromialen Raum. Nachdem er das Kalkdepot lokalisiert hat, wird dieses eröffnet und entfernt. In einzelnen Fällen kann zusätzlich die Ortung mittels Röntgen-Bildwandler erforderlich sein. Anschließend werden die restlichen verbliebenen Kalkteilchen ausgespült.
Gelingt dies nicht, muss das Kalkdepot über eine offene Operation entfernt werden. Dabei wird die Haut durch einen ca. 4 cm langen Hautschnitt eröffnet, das Fettgewebe und die Muskeln durchtrennt und das Kalkdepot aufgesucht. Nachdem das Depot entfernt und die Wunde gespült ist, werden die einzelnen Schichten wieder vernäht.

Gibt es spezielle Risiken dieser Methode?

Bei jeder Operation gibt es Risiken. Da der arthroskopische Eingriff an der Schulter eine verhältnismäßig kleine Operation ist, gelten die üblichen Risiken einer minimal invasiven Therapie. Dazu zählen Thrombosen oder Embolien, die jedoch am Arm nur sehr selten auftreten. Da die Operation durchs Schlüsselloch erfolgt, liegt die Infektionsrate und die Zahl der Wundheilungsstörungen unter einem Prozent. Theoretisch kann es bei der Kalkdepotentfernung auch zu Blutungen kommen. Weil sich aber keine großen Gefäße im unmittelbaren Operationsgebiet befinden, ist auch dieses Risiko äußerst selten. Zur Blutstillung verwenden wir einen sog. Vaporisator. Dabei handelt es sich um ein Gerät, das durch Strom Hitze erzeugt und so Blutgefäße koagulieren kann. Außerdem können Nerven in der Schulter durch die Hitze betäubt werden.

Was sind die Vorteile einer arthroskopischen Kalkdepotentfernung?

  • Vermeiden weiterer Schäden an den Sehnen der Rotatorenmanschette durch die Kalkdepotentfernung. Dies ist vergleichbar mit der Entfernung eines kleinen Steines aus dem Schuh. Das bereits entstandene Loch in der Socke bleibt, jedoch kann der Stein keinen weiteren Schaden verursachen.
  • Beseitigung der Ursache für die wiederkehrende Schleimbeutelentzündung
  • Keine Ablösung der Muskulatur (M. deltoideus) nötig, dadurch schnelle Mobilisation nach der Operation
  • Geringes Trauma
  • Geringe Vernarbungstendenz
  • Geringes Infektionsrisiko
  • Geringes Blutungsrisiko
  • Gute Wundheilung
  • Kosmetisch besseres Ergebnis

Ist eine langwierige Nachbehandlung erforderlich?

Der Arm und die Schulter dürfen nach der Kalkdepotentfernung, soweit der Wundschmerz es zulässt, frei und aktiv bewegt werden. Sie werden nicht durch Schienen oder Schlingen ruhiggestellt. Orale Schmerztherapie und lokale Kältetherapie lindern die Schmerzen. In der Physiotherapie werden nach passiven Bewegungen aktive Bewegungsübungen erlernt, Dehnungs- und Kräftigungsübungen durchgeführt und die Koordination durch Übungen für die Rotatorenmanschette und die schulterumspannende Muskulatur verbessert. So kann die Arbeitsfähigkeit bereits nach wenigen Wochen wieder erreicht werden. Besteht die berufliche Tätigkeit in körperlicher Schwerarbeit, sollte mit dem Arbeitsbeginn etwas länger gewartet werden.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die Erfahrung zeigt, dass das Kalkdepot, wenn es einmal entfernt ist, keine Neigung zur erneuten Entstehung hat. Die sog. Rezidivrate ist also sehr gering. Statistisch ist jedoch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass ein Kalkdepot an der Schulter der Gegenseite auftreten kann.

Literaturangaben

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  • van Leeuwen, M. T., Zwerver, J. & van den Akker-Scheek, I. (2009). Extracorporeal shockwave therapy for patellar tendinopathy: a review of the literature.. British journal of sports medicine, 43, 163-8.
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Orthopädie der Schulter

Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopaedie in Freiburg

Prof. Dr. med. Sven Ostermeier

Facharzt für Orthopädie

 
PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

PD. Dr. med. Bastian Marquaß Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 

Vortrag 28.11.17, 19:30

"Schmerzen in Schulter, Nacken und Ellenbogen"
Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie Prof. Dr. med. Sven Ostermeier
"Untersuchung und Therapie von Schulter und Nackenschmerzen "
PD Dr. med habil Bastian Marquaß PD Dr. med habil Bastian Marquaß
"Ellenbogenschmerzen: Tennisarm, Schmerzen nach Stürzen, Arthrose"