Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

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Naht der Rotatorenmanschette der Schulter

Die Behandlung der Risse in der Rotatorenmanschette

Arthroskopische_Sehnennaht_RotatorenmanschetteMinimalinvasive Sehnennaht der Rotatorenmanschette nach Ruptur © Viewmedica

Die tiefe Muskel-Sehnen-Schicht der Rotatorenmanschette ist fast 'eingeklemmt' zwischen zwei Knochen: dem Oberarmkopf und dem Schulterdach. Vor allem bei Überkopfbewegungen, aber auch bei jeder Abspreizbewegung des Armes, wird die Oberarmmuskulatur unter dem Schulterdach eingeklemmt. Das ist der natürliche Preis, den der Mensch für seine einmalig große Beweglichkeit des Schultergelenks bezahlen muss.

Eine Überanstrengung der Sehnen kann zu einer kontinuierlichen Reizung führen, später auch zu degenerativen Erscheinungen. Die Sehnen verlieren ihre Belastbarkeit.

Die Rotatorenmanschette reagiert auf diese Belastung im höheren Lebensalter durch Kalkeinlagerung oder durch Ruptur bzw. Teilruptur.

Ablauf einer Naht der Rotatorenmanschette

Wann ist die Operation der Rotatorenmanschetten-Ruptur erforderlich?

Nicht jede Rotatorenmanschetten-Ruptur muss operiert werden. Viele Rupturen verlaufen schmerzfrei und symptomfrei. Über die Hälfte aller gesunden Menschen älter als 75 Jahren haben eine Ruptur der Rotatorenmanschette, haben dabei aber weder Schmerzen noch Beschwerden.

Auch wenn Schmerzen auftreten, ist nicht immer eine operative Behandlung angezeigt.

Symptome der Rotatorenmanschetten-Ruptur

  1. Reduzierter Bewegungsumfang
  2. Ruheschmerzen - auch Nachts
  3. Ausstrahlen der Schmerzen den Arm entlang
  4. Vor allem Anheben und horizontales Abspreizen des Armes wird schmerzhaft

In vielen Fällen hilft eine kräftigende Physiotherapie dabei, den Oberarmkopf wieder besser im Gelenk zu zentrieren.

Tritt die Ruptur bei jungen Patienten auf, führt das zu einer zunehmenden Einengung unter dem Schulterdach. Die Schultermuskulatur wird kraftloser und verfettet schließlich. Schließlich ist die Schädigung des Schultergelenks irreversibel, wenn nicht rechtzeitig eine Wiederherstellung erfolgt. Insbesondere bei der Abspreizung des Oberarms ist der Kraftverlust bei unbehandelten Rupturen fast vollständig.

Wie wird die Rotatorenmanschette operiert?

Der Schulterspezialist kann den Riss einer Sehne der Rotatorenmanschette im Frühstadium noch arthroskopisch durch eine Naht operieren.Der Schulterspezialist kann den Riss einer Sehne der Rotatorenmanschette arthroskopisch mit kleinsten Schnitten - durch eine Naht operieren. Die Wiederverankerung der Sehne kann die Funktion der Rotatorenmanschette wiederherstellen. © Gelenk-Klinik

Schädigungen der Rotatorenmanschette werden in der Gelenk-Klinik fast nur noch minimalinvasiv rekonstruiert. Das bedeutet: Es werden nur kleine Schnitte um 1 cm Länge gesetzt. Durch diese Schnitte werden Sichtgeräte und Instrumente eingeführt. Mit diesen Instrumenten wird die Rotatorenmanschette wieder genäht. Hierzu verwendet man Knochenanker. Diese Knochenanker sind Schrauben an deren Kopf mehrere Fäden befestigt werden können. Mit diesen Fäden verankert der Schulterspezialist die abgerissenen Anteile der Rotatorenmanschette im Knochen.

Erweiterung des Raums unter dem Schulterdach (Akromioplastik)

Die Hauptursache für die degenerative Schädigung der Rotatorenmanschette ist die Enge unter dem Schulterdach (subakromiales Impingement). Diese Enge lässt sich operativ beheben. Auch bei der subakromialen Akromioplastik wird arthroskopisch operiert. Dabei wird auf der Unterseite des Akromions (Knochen der das Schulterdach bildet) etwas abgefräst. Die Möglichkeit der Einklemmung und Reizung des Rotatorenmanschette wird durch diese Erweiterung nachhaltig vermindert.

Wann hilft die Operation der Rotatorenmanschettenruptur?

Patienten mit Naht der Rotatorenmanschettenruptur erfahren zu 60-70% eine deutliche Verbesserung Ihrer Beweglichkeit und Schmerzfreiheit. Oft ist die Verbesserung nur vorübergehend. Bei einer allgemein geschwächten Situation können auch nach der Naht weitere Defekte entstehen.

Patienten, die an einem subkromialen Impingement (Enge unter dem Schulterdach) leiden, können fast alle Patienten eine deutliche Besserung durch die Erweiterung des Raumes unter dem Schulterdach (subakromiale Dekompression) erwarten. Es kann aber bis zu einem Jahr dauern, bis nach einer Dekompression alle Beschwerden wieder abgeklungen sind. Bestehen Begleiterkrankungen, wie zum Beispiel eine AC-Gelenksarthrose, können auch nach der Akromioplastik (Erweiterung des Raumes) Restbeschwerden bleiben.

Manchmal kann die Ruptur der Rotatorenmanschette nicht mehr genäht werden

Wiederherstellende Operationen der Rotatorenmanschette haben eine sehr gute Prognose.

Wann ist eine Wiederherstellungsoperation der Rotatorenmanschette nicht mehr erfolgsversprechend?

Manchmal ist der Schaden an der Rotatorenmanschette sehr großflächig. Dann wird eine Wiederherstellung durch Nahtanker schwierig.

Wenn die Rotatorenmanschette sehr stark degeneriert ist, Sehnen und Muskeln also eine schlechte Qualität haben, hat man ebenfalls schlechte Voraussetzungen für eine Naht.

Was kann man einem Patienten anbieten, wenn die wiederherstellende Operation bei Ruptur der Rotatorenmanschette also nicht mehr möglich ist? Die Funktion der Rotatorenmanschette besteht in der Zentrierung des Oberarmkopfs als Voraussetzung normaler Beweglichkeit und Muskelaktivität.

Einbau eines Ballonspacers kann auch bei irreparablen Rupturen die Beweglichkeit der Schulter verbessern.

Arthroskopische_Sehnennaht_RotatorenmanschetteBei irreparablen Rupturen der Rotatorenmanschette können spezielle Implantate zur Zentrierung des Schultergelenks beitragen. Diese Inspace™ genannten Implantate helfen bei den akuten Schmerzen nach Ruptur der Rotatorenmanschette und unterstützen den Patienten bei einer kräftigenden konservativen Rehabilitation. Nach etwa einem Jahr hat sich das Implantat wieder auf natürlichem Wege aufgelöst. © Orthospace ltd, Israel, Exactech, Germany

Die Verwendung von selbstauflösenden Implantaten ist seit dem Jahr 2010 ein sehr neues Verfahren, um auch die irreparable Rotatorenmanschettenruptur zu behandeln. Dabei wird ein mit physiologischer Kochsalzlösung gefülltes Kissen zwischen Schultergelenk und Schulterdach eingeführt.

Es verhindert als mechanische Barriere das Hochtreten des Oberarmknochens und zentriert das Gelenk wieder besser in der Gelenkpfanne (Glenoid).

Dieses Inspace™ Verfahren ist ein neues Verfahren zur Versorgung Rotatorenmanschettenruptur. Der Inspace™ Ballon wird bei stark zerstörter Rotatorenmanschette angewendet: wenn Wiederherstellung durch Naht nicht mehr möglich ist, kann dem Patienten der Eintritt ein eine langfristige konservative Behandlung - Krankengymnastik - dennoch ermöglicht werden.

Der Inspace™ Ballon Spacer verhindert bei Versagen der Rotatorenmaschette das Anschlagen des Oberarmkopfes am Schulterdach. Damit können auch Patienten mit irreparabler Rotatorenmanschette eine konservative Therapie beginnen. Nach etwa einem Jahr ist das Material des Ballons vom Körper resorbiert. © Exactech

Gegenanzeigen

  • Gewebenekrose unter dem Schulterdach
  • Chronische Infektionen
  • Materialunverträglichkeit

Mit dem Inspace™ Ballonimplantat können wir nun auch Patienten zu einer Rehabilitation verhelfen, die zuvor bei stark zerstörter Rotatorenmanschette dauerhaft mit einem schmerzhaften und stark gestörten Bewegungsablauf leben mussten.

Die Verbesserung der Schulterfunktion nach Behandlung mit dem Inspace™ Ballon Spacer ist stabil. Auch nachdem das Material des Inspace-Implantates vom Körper innerhalb von 2 Jahren auf natürlichem Wege abgebaut und resorbiert wurde, erleben die Patienten eine nachhaltige Verbesserung Ihrer Schulterfunktion.

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Schulter-Operation Ellenbogen-Operation Hand und Handgelenk Hüft-Operation Operation der Wirbelsäule und Bandscheiben Hand Fuss-Operationen Fersenoperationen Knie-Operation

Orthopädie der Schulter

Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopaedie in Freiburg

Prof. Dr. med. Sven Ostermeier

Facharzt für Orthopädie

 
PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

PD. Dr. med. Bastian Marquaß Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 

Vortrag 28.11.17, 19:30

"Schmerzen in Schulter, Nacken und Ellenbogen"
Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie Prof. Dr. med. Sven Ostermeier
"Untersuchung und Therapie von Schulter und Nackenschmerzen "
PD Dr. med habil Bastian Marquaß PD Dr. med habil Bastian Marquaß
"Ellenbogenschmerzen: Tennisarm, Schmerzen nach Stürzen, Arthrose"