Orthopädische Gelenk-Klinik

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Sprunggelenks-Impingement minimalinvasiv operieren

Was ist ein Sprunggelenks-Impingement?

Impingement Sprunggelenk OperationSprunggelenks-Impingement: Die arthroskopischen Bilder zeigen das Abtragen von Knochenspornen (Osteophyten) an der vorderen Sprunggelenkskante. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Eingriffe zur Beseitigung einer Sprunggelenksblockade. © Dr. Thomas Schneider

Das Sprunggelenksimpingement ist eine Störung des normalen Bewegungsablaufes des Sprunggelenks durch Einklemmung von Weichteilen oder Knochen. Das Impingement wird daher auch als Einklemmungs-Syndrom bezeichnet.

Beim Sprunggelenksimpingement fühlt sich das Sprunggelenk schwach und wenig belastbar an, so als ob die Folgen einer Umknickverletzung ohne Symptomverbesserung andauern.

Knack- und Schnappgeräusche im Sprunggelenk deuten auf Weichteileinklemmungen hin.

Wir unterscheiden im wesentlichen zwei Arten von Impingements am Sprunggelenk:

  • Weichteilimpingements
  • Knöcherne Impingements

Symptome des Sprunggelenksimpingements

Beim vorderen Sprunggelenksimpingement ist der Schmerz eher vorne und seitlich des Sprunggelenks lokalisiert. Die Schmerzen verstärken sich immer dann, wenn der Fuß nach oben angezogen wird (Dorsiflexion).

Beim hinteren Sprunggelenksimpingement (dorsales oder anteriores Sprunggelenksimpingement) verstärkt sich der Schmerz beim Ausstrecken des Fußes nach unten (Plantarflexion). Dabei besteht meist ein knöchernes Hindernis an der Rückseite des Sprungbeines (Talus).

Hintere Sprunggelenksimpingements haben häufig ein Anschlagen des hinteren Sprungbeinfortsatzes als Ursache. Man bezeichnet die hinteren, dorsalen Sprunggelenksimpingements daher auch als knöcherne Sprunggelenksimpingements.

Arthroskopische Operation bei Sprunggelenksimpingement

In vielen Fällen können wir nur durch eine arthroskopische Operation das Hindernis für die normale Beweglichkeit des Sprunggelenks beseitigen.

Bei der arthroskopischen Operation werden zwei kleine Instrumente an Schläuchen durch Schnitte auf beiden Seiten des Sprunggelenks in das Gelenk eingeführt. Eines der Instrumente ist die arthroskopische Kamera, die das Bild der zu operierenden Stelle auf einem großen Videobildschirm im OP-Saal zeigt.

Durch den anderen Schlauch werden kleine Instrumente wie Zangen, Raspeln und Sauger in den OP-Bereich eingeführt. Für den arthroskopischen Zugang müssen nur 1 cm kurze Schnitte gesetzt werden, die nach der Arthroskopie schnell wieder verheilen.

Nach der Arthroskopie des Sprunggelenks beginnt der Patient am 2. Tag nach der Operation mit Bewegungsübungen. Nach sieben Tagen können die Fäden gezogen werden. Ab dem zweiten Tag ist auch eine Teilbelastung mit Unterarmgehstützen möglich. Die Unterarmgehstützen können nach sieben Tagen weggelassen werden. Zu diesem Zeitpunkt ist auch bei körperlich nicht arbeitenden der Wiedereinstieg in eine Bürotätigkeit möglich. Frühestens nach vier Wochen ist eine Vollbelastung im Sport oder bei körperlich arbeitenden Patienten im Beruf möglich.

Video: Arthroskopische Sprunggelenks-Impingement Operation

Entfernung von Narbengewebe beim vorderen Sprunggelenksimpingement

Einmaliges Umknicken, oder - im Falle einer Instabilität - wiederkehrende Umknickverletzungen - führen häufig zu einer Verdickung der Außenbänder durch Narbenbildung. Vor allem das vorne schräg verlaufende anterolaterale Außenband ist davon häufiger betroffen.

Diese verdickten Bänder können bei wiederholten Fußhebebewegungen im vorderen Rand des Sprunggelenks einklemmen. Diese Einklemmung (auf englisch: Impingement) des Sprunggelenks führen zu einer Bewegungsblockade des vorderen Sprunggelenks.

Bei der Operation des vorderen Sprunggelenksimpingements wird dieses Narbengewebe mit arthroskopischen Instrumenten abgetragen.

Durch die Kamera kann der Sprunggelenksspezialist direkt sehen, welche Bereiche der Außenbänder vernarbt oder verdickt sind. Mit Hilfe einer kleinen Raspel ("shaver") können diese für die Einklemmung im Sprunggelenks verantwortlichen Narbengewebe minimalinvasiv abgetragen und weggespült werden.

Arthrofibrose: Entfernung von Narbengewebe im Sprunggelenk

Bei Arthrofibrose, einer krankhaften Vermehrung von Bindegewebe im Inneren des Sprunggelenks, bildet sich Narbengewebe im Inneren des Sprunggelenks. Auch diese Bindegewebswucherungen können die normale Beweglichkeit des Sprunggelenks blockieren. Dieses wuchernde Bindegewebe, das im Inneren des Sprunggelenks die Beweglichkeit einschränkt, kann durch einen arthroskopischen Eingriff nachhaltig entfernt werden.

Entfernung der Gelenkschleimhaut bei Synovialitis

Darüberhinaus kann das Sprunggelenksimpingement auch zu entzündlichen Reizungen der Gelenkkapsel führen. Eine der Folgen dieser Reizungen ist die schmerzhafte Synovialitis (Gelenkschleimhautentzündung) im gesamten Sprunggelenk.

Durch eine Gelenksspülung kann die entzündete, dabei häufig eingetrübte Synovialflüssigkeit (Gelenksflüssigkeit) weggespült werden. Die entzündete Gelenkschleimhaut kann arthroskopisch abgesaugt und vollständig werden. Die Gelenkschleimhaut bildet sich nach der arthroskopischen Entfernung sehr rasch wieder neu.

Abtragung von Osteophyten an der vorderen Schienbeinkante

Instabilität des Sprunggelenks kann auch zur Bildung von Knochenspornen (Osteophyten) an der vorderen Schienbeinkante führen. Die Knochensporne hinterlassen bei der Bewegung des Sprunggelenks entlang der Bewegungsrichtung des Sprunggelenks Schleifspuren auf dem Knorpel, die bei Untersuchungen wie Straßenbahnschienen aussehen. Durch diese Knorpelabtragung kann Arthrose im Sprunggelenk entstehen.

Daher sind Knochenabtragungen an der vorderen Schienbeinkante sind beim Impingement gelenkerhaltend: Osteophyten können so durch Knorpelzerstörung eine Sprunggelenksarthrose verursachen.

Mit Hilfe einer Sprunggelenksarthroskopie können diese Osteophyten abgetragen werden und die vordere Schienbeinkante wieder geglättet werden. Die Knorpelzerstörung kann durch Entfernung der Osteophyten beendet werden.

Arthroskopische Bandstabilisierung am Sprunggelenk

Nicht nur die Osteophyten, auch die Ursache für deren Entstehung kann arthroskopisch behandelt werden. Die Überbeweglichkeit des Sprunggelenks, die zur Bildung von Knochenspornen führt, beruht meist auf einer Fehlfunktion der Außenbänder. Durch arthroskopisches Wiederannähen oder Rekonstruktion der Außenbänder kann das überbewegliche Sprunggelenk wieder stabilisiert werden. Bei der Rekonstruktion der Bandfunktion setzt der Spezialist immer auf körpereigenes Gewebe. Im Besten Fall können die noch vorhandenen Bandreste wieder zusammengenäht werden. Wenn die vorhandenen Bandreste nicht ausreichen, kann ein körpereigenes Bandtransplantat aus der Knochenhaut als Implantat gewonnen werden, um es stabil mit den noch vorhandenen Bandstümpfen zu vernähen. Wenn ein Band aus der knöchernen Verankerung ausgerissen ist, wird es wieder mit Nahtankern im Knochen befestigt.

Operation des Os trigonum bzw. des hinteren Talusfortsatzes

Sprunggelenk mit Os trigonum oder Fraktur des Stiedafortsatzes am Sprunggelenk. © Gelenk-Klinik

Am hinteren Sprunggelenkrand werden die Impingements meistens durch das Aneinanderstoßen von Knochen verursacht. Man spricht hier also von dorsalen (hinteren) Knochenimpingements des Sprunggelenks.

Das hintere Impingement des Sprunggelenks wird ebenfalls arthroskopisch operiert: Durch eine Entfernung des askessorischen Knochenfragments (Os trigonum) kann die schmerzhafte Gelenkblockade beseitigt werden. Die vorher eingeschränkte Sportfähigkeit kann durch diese Operation wiederhergestellt werden.

 

Literaturangaben

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  • Tourné, Y., Besse, J.-L., Mabit, C. & Sofcot. (2010). Chronic ankle instability. Which tests to assess the lesions? Which therapeutic options?. Orthopaedics & traumatology, surgery & research : OTSR, 96(4), 433-446.
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Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg Dr. med. Martin Rinio
Facharzt für Orthopädie
Chirurgie und Unfallchirurgie

Vortrag 24.10.17, 19:30

"Hüftschmerzen und Hüftarthrose"
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