Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
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Interventionelle Schmerztherapie bei chronischen Rückenschmerzen

  1. Was ist interventionelle Schmerztherapie?
  2. Ablauf der interventionellen Schmerztherapie
  3. Schmerzen lindern mittels PASHA®-Katheter
  4. Für welche Patienten eignet sich die interventionelle Schmerztherapie?
  5. Ist eine Nachbehandlung erforderlich?
  6. Welche Nebenwirkungen können bei der interventionellen Schmerztherapie auftreten?
Mann mit unteren RückenschmerzenTrotz langjähriger Therapie leiden viele Menschen unter chronischen Rückenschmerzen. © Filip_Krstic, istock

Viele Patienten leiden trotz langjähriger konservativer und zum Teil operativer Therapie unter chronischen Rückenschmerzen und Schmerzen in den Beinen. Die Ursachen hierfür sind ebenso zahlreich wie komplex. So greifen eine gestörte Schmerzverarbeitung und -weiterleitung auf zellulärer Ebene, biomechanische Störungen (z. B. Bandscheibenvorfall), degenerative Veränderungen oder Operationsfolgen ineinander. Die interventionelle Schmerztherapie kann chronische Rückenschmerzen lindern, wo andere Behandlungen versagt haben.

Was ist interventionelle Schmerztherapie?

Um den Teufelskreis chronischer Rückenschmerzen zu durchbrechen und Schmerzfreiheit zu erreichen, ist die interventionelle Schmerztherapie in vielen Fällen eine geeignete Option. Bei der interventionellen Schmerztherapie finden ganz unterschiedliche Ansätze der Schmerzdurchbrechung ihre gemeinsame Basis und ergänzen sich gegenseitig. Eine Kombination von äußeren Therapien und minimalinvasiven Verfahren kann Beschwerden anhaltend verbessern und den Weg zurück in ein schmerzfreies Leben bahnen. Dafür ist meist nur ein kurzer stationärer Aufenthalt in unserer Privatklinik oder in unserem Beleghaus ausreichend.

Ablauf der interventionellen Schmerztherapie

Die interventionelle Schmerztherapie verlangt im Normalfall einen mehrtägigen stationären Aufenthalt in unserer Privatklinik oder in unserem Belegkrankenhaus. Während der stationären Behandlung werden in einem minimalinvasiven Eingriff unter Röntgen- oder CT-Kontrolle gezielt Medikamente in die Nähe des Rückenmarks und an schmerzende Nervenwurzeln eingebracht. Diese sogenannte Infiltration erfolgt über eine kleine Nadel über die Haut. Spezielle Infusionsbehandlungen auf der Station in Verbindung mit intensiver krankengymnastischer Therapie runden das Therapiekonzept ab.

Schmerzen lindern mittels PASHA®-Katheter

Die PASHA-Elektrode wird durch eine Kanüle ins Rückenmark eingeführt.Die PASHA-Elektrode wird durch eine Kanüle ins Rückenmark eingeführt. © omar-pasha.com

Eine moderne Methode der interventionellen Schmerztherapie ist die Elektromodulation mittels PASHA®-Katheter. Die Elektrode wird dafür in die Nähe der schmerzleitenden Fasern eingebracht. Auf diese Weise vermindert sie die Schmerzweiterleitung vom Rückenmark zum Gehirn. Eine einmalige Behandlung kann viele Monate – bis hin zu zwei Jahren – Schmerzfreiheit schaffen.

Für welche Patienten eignet sich die interventionelle Schmerztherapie?

Dieses Behandlungskonzept erreicht sehr gute Ergebnisse bei stärksten akuten und chronischen Schmerzen, bei denen ambulante Therapiemaßnahmen den gewünschten Erfolg nicht erzielen konnten.

Ist eine Nachbehandlung erforderlich?

Eine intensive Nachbehandlung nach dem stationären Aufenthalt ist im Rahmen der interventionellen Schmerztherapie zwingend erforderlich. Idealerweise sollte dies in einem spezialisierten Reha-Zentrum erfolgen. In welchem Umfang dies von Seiten der Kostenträger erfolgen kann, wird im Vorfeld der Therapie eruiert.

Welche Nebenwirkungen können bei der interventionellen Schmerztherapie auftreten?

Generell sind die Risiken der interventionellen Schmerztherapie gering und es treten selten Nebenwirkungen auf. Komplikationen können durch eine ausgiebige Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) und körperliche Untersuchung reduziert werden. So sollte die Infiltration der Wirbelsäule beispielsweise nicht durchgeführt werden, wenn der Patient durch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente eine erhöhte Blutungsneigung aufweist. Dies würde die Gefahr der Bildung von großflächigen Blutergüssen und Einblutungen ins Gewebe erhöhen.

Wie alle Operationen birgt auch die Infiltration der Wirbelsäule das Risiko von Infektionen, indem Krankheitserreger in die Einstichstelle getragen werden. Auch allergische Reaktionen auf die applizierten Medikamente sind möglich. Zudem kann es in seltenen Fällen zu Verletzungen der Nerven oder Nervenwurzeln kommen. Dies äußert sich durch Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Taubheitsgefühlen in der Körperregion, die von den betroffenen Nerven versorgt werden.

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