Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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79194 Gundelfingen
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Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Oberschenkelhalsbruch: Symptome, Spätfolgen, Reha

  1. Was ist ein Oberschenkelhalsbruch?
  2. Diagnose: Ein Oberschenkelhalsbruch ist nicht immer offensichtlich
  3. Behandlung und Versorgung des Oberschenkelhalsbruches
  4. Spätfolgen bei Verletzung der Weichteile durch Oberschenkelhalsbruch
  5. Symptome: Schmerzepisoden in der Hüfte
  6. Übungen nach Oberschenkelhalsbruch
  7. FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Oberschenkelhalsbruch an Dr. Martin Rinio von der Gelenk-Klinik Freiburg
Oberschenkelhalsbruch Der Oberschenkel ist über den Oberschenkelhals mit dem Hüftgelenk verbunden. Osteoporose kann die Knochendichte vermindern und bei Stürzen die Wahrscheinlichkeit von Brüchen deutlich erhöhen. © peterschreiber.media, Adobe Stock

Synonyme zum Oberschenkelhalsbruch:

  • Oberschenkelhalsfraktur
  • Oberschenkelhalsbruch
  • Schenkelhalsfraktur
  • Bruch des Oberschenkelhalses
  • Fraktur des Oberschenkelhalses

Gefahren im Winter führen bei Senioren schnell zu Glatteisstürzen auf das Hüftgelenk. Eine häufige Diagnose ist der Oberschenkelhalsbruch. Dabei kommt es zu einem Bruch an der knöchernen Verbindungsstelle zwischen Oberschenkelknochen (Femur) und Oberschenkelkopf. Eine Fraktur des Oberschenkelhalses wird oft erst durch den orthopädischen Hüftspezialisten eindeutig festgestellt. Auch Schäden an Knorpel, Bändern und Gelenkflächen des Hüftgelenks erfordern eine genaue Diagnose.

Was ist ein Oberschenkelhalsbruch?

Bei Sturz auf Oberschenkel oder Hüfte tritt oft ein Oberschenkelhalsbruch auf. Der Oberschenkelhals ist die Verbindung des langen Oberschenkelknochens (Femur) mit dem Hüftgelenk.

Oberschenkelhalsfrakturen gehören zu den häufigsten Verletzungen für Menschen über 65 Jahren. Nach dem Sturz kann die Fraktur zu starken, stechenden Hüftschmerzen führen. In einigen Fällen bricht der Oberschenkelhals aber nicht vollständig oder die Bruchstücke werden noch von der starken Muskulatur zusammengehalten.

Oft führen banale Stürze älterer Menschen zu den gefürchteten Oberschenkelhalsbrüchen. Für betagte Menschen ist eine Schenkelhalsfraktur oft ein einschneidendes Ereignis mit einem hohen Komplikationsrisiko und sogar Sterblichkeitsrisiko bei der Ausheilung. Häufig vermindert sich die Mobilität nach einem Oberschenkelhalsbruch ganz entscheidend: Betroffene sind oft nicht mehr gehfähig oder werden bettlägerig.

Warum tritt ein Oberschenkelhalsbruch oft bei alten Menschen auf?

Klirrende Kälte und Schnee sorgen nicht nur für Spaß auf den Ski- und Snowboardpisten: An ältere Menschen stellt ein harter Winter ganz besondere Anforderungen. Durch Eis und überfrierende Nässe auf Straßen, rutschigen Hauseingängen und Treppen ergeben sich zahlreiche Gefahrensituationen. Sogar in der eigenen Wohnung verursacht an Schuhen eingebrachter Schnee plötzlich neue Gefahrenherde, die zu Stürzen führen können. Eine Osteoporose erhöht das Risiko eines Oberschenkelhalsbruches nach einem Sturz. Bei Osteoporose nimmt die Knochendichte allgemein ab.

Neben Glatteis und gefährlichem Untergrund sind nicht selten Kreislaufstörungen, Schwindel, Bewusstlosigkeit und Gleichgewichtsstörungen die Ursachen für gefährliche Stürze im Alter.

Der beste Schutz gegen Oberschenkelhalsbruch: ein guter Trainingszustand

Prävention gegen Schenkelhalsfraktur:

  • Beweglichkeit und Muskelstärke
  • gute Sicht
  • Vitamin D und kalziumreiche Nahrung
  • Verzicht auf Nikotin und Alkohol
  • Einrichtung mit Haltegriffen
  • barrierefreie Wohnumgebung

Bewegliche Senioren in einem guten Trainingszustand überstehen solche Glatteisstürze oft ohne Folgen. Die beste Vorbeugung gegen Sturzverletzungen am Hüftgelenk ist daher regelmäßige körperliche Bewegung und eine gut trainierte Hüftmuskulatur.

Für ältere Menschen ist die Beachtung von Grunderkrankungen, die Stürze auslösen können, besonders wichtig. Häufige Ursachen sind Herz-Kreislauf-Beschwerden und Schwindel. Auch die Sehfähigkeit sollte kontrolliert werden, denn gutes Sehen ermöglicht das Erkennen von Hindernissen und kann Stürze mit Oberschenkelhalsbruch vermeiden.

Eine Ernährung mit viel Kalzium und Vitamin D kann einen Beitrag zum Aufrechterhalten einer guten, stabilen Knochenstruktur leisten. Ein Verzicht von Alkohol und Nikotin ist im Interesse einer guten Knochendichte zu empfehlen. Altersgerechte Einrichtungen, Haltegriffe im Badezimmer und Hilfsmittel wie Gehstöcke und Greifzangen können die Gefahr von Stürzen mit Oberschenkelhalsbruch weiter vermindern.

Diagnose: Ein Oberschenkelhalsbruch ist nicht immer offensichtlich

Treten nach einem Sturz Schmerzen im Hüftgelenk auf, ist eine Klärung durch den orthopädischen Hüftspezialisten dringend geboten. Denn ein Oberschenkelhalsbruch muss nicht sofort zu vollständigen Gangstörungen führen. Oft erscheint das Bein noch belastbar, kann aber nicht mehr aktiv angehoben werden. Nach Bruch des Oberschenkelhalses kann das Bein auch lediglich verdreht und leicht schmerzhaft erscheinen, weil die starken Bänder und Muskeln der Hüfte die Bruchstellen noch immer fest zusammenhalten. Erst das Röntgen durch den spezialisierten Orthopäden kann Gewissheit schaffen.

Arten des Oberschenkelhalsbruches Arten des Oberschenkelhalsbruches: Der Oberschenkelhals kann an verschiedenen Stellen brechen: direkt unter dem Hüftkopf (subcapital), mittig (transzervikal) oder körperfern (lateral). © bilderzwerg, Adobe Stock

Behandlung und Versorgung des Oberschenkelhalsbruches

Gefahren im Alter durch Immobilität nach Oberschenkelhalsbruch:

  • Thrombose
  • Harnwegsinfekt
  • Lungenentzündung
  • bleibende Fehlstellungen

Die Behandlung durch den Orthopäden richtet sich im Einzelfall nach zahlreichen Umständen, die der Spezialist erwägen muss. Der genaue Verlauf der Bruchstelle und der Gesamtzustand des Patienten, Gewicht, allgemeiner Trainingszustand, biologisches Alter und Grunderkrankungen wie Osteoporose spielen bei der Wahl der Therapie eine große Rolle.

Der Orthopäde will die Bruchstelle rasch stabilisieren. Gerade dem älteren Patienten muss der Orthopäde lange Phasen völliger Unbeweglichkeit ersparen. Je nach Lage der Bruchstelle kann der Oberschenkelhals fixiert oder durch eine Hüftprothese (Hüft-TEP) ersetzt werden.

Eine Osteosynthese empfehlen wir bei folgenden Kriterien:

  • Die Fraktur ist nicht älter als 24 Stunden.
  • Der Bruch ist nicht disloziert oder gut reponierbar.
  • Es liegt eine gute Knochenqualität vor.
  • Der Patient zeigt keine Zeichen einer Hüftarthrose.
  • Der Patient ist gebrechlich, bettlägerig oder altersdement.
  • Der Patient ist sehr jung (< 40 Jahre).
  • Im Alter zwischen 40 und 65 Jahren erwägen wir im Einzelfall, welche Therapieoption geeignet ist.

Ein Oberschenkelhalsbruch wird in den wenigsten Fällen konservativ behandelt. Bei der konservativen Therapie vermeidet man die Belastung der Bruchstelle in der Regel durch das konsequente Einhalten von Bettruhe mit Lagerung des vom Oberschenkelhalsbruch betroffenen Beins. Nach einiger Zeit kann bei konservativer Ausheilung das Bein wieder krankengymnastisch mobilisiert werden. Während der konservativen Behandlung des Oberschenkelhalsbruches müssen regelmäßige Röntgenkontrollen erfolgen.

Obwohl konservative oder hüftkopferhaltende Therapien Operationsrisiken scheinbar vermeiden, sind sie nicht ohne Risiko. Die Bruchstelle kann während der Ausheilung wieder verrutschen. Ein sogenanntes falsches Gelenk (Pseudogelenk) kann sich ausbilden. Betagte Patienten können sich aufgrund der langen Heilungszeit wundliegen. Auch bei einer konservativen Heilung kann der Knochen absterben, wenn durch Art und Lage des Oberschenkelhalsbruches Blutgefäße absterben und die Versorgung des Knochens im Hüftgelenk unterbrochen ist. Man spricht dann von einer Hüftkopfnekrose.

In den meisten Fällen entscheidet sich der Orthopäde für eine operative Behandlung des Oberschenkelhalsbruches. Man unterscheidet hüftkopferhaltende und hüftkopfersetzende Verfahren zur Therapie der Oberschenkelhalsfraktur. Mithilfe einer Hüftprothese kann der Patient schnellstmöglich die Folgen eines Oberschenkelhalsbruches überwinden. Bei einer Hüftprothese ist das betroffene Bein bereits am Tag nach der OP wieder belastbar. Langdauernde Bettruhe ist nicht erforderlich. Unmittelbar nach der Hüftprothesenoperation beginnt der Patient mit krankengymnastischen Übungen, um die Mobilität zurückzuerlangen.

Die Versorgung des Oberschenkelhalsbruchs mit einer Endoprothese kommt vor allem für ältere Patienten (> 65 Jahre) infrage. In einigen Fällen ist eine Hemiprothese (Teilprothese) ausreichend. Zeigt das Hüftgelenk allerdings Anzeichen einer Arthrose, ist eine Vollprothese das Mittel der Wahl.

Nachbehandlung nach Osteosynthese

  • Mobilisation noch am OP-Tag
  • junge Patienten: postoperative Teilbelastung für bis zu 6 Wochen
  • ältere Patienten: Mobilisation unter Vollbelastung
  • schmerzstillende und abschwellende Lagerung
  • Kontrolle des OP-Ergebnisses bis zum 3. postoperativen Tag
  • physiotherapeutische Betreuung und Muskelaufbautraining bis zur Vollbelastung nach 6 Wochen
  • nach ca. 5 Monaten: sanfte Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen
  • ab 6 Monaten: High-Impact-Sportarten erlaubt

Nachbehandlung nach Endoprothese

  • Mobilisation nach Möglichkeit noch am OP-Tag
  • Vermeidung von Hüftbeugung > 90°
  • Vermeidung von Adduktionsbewegungen
  • Vermeidung von Innenrotation beim dorsalen Zugang
  • Vermeidung von Außenrotation beim anterolateralen Zugang
  • Thromboseprophylaxe bis zur vollständigen Mobilisation (ca. 4 bis 5 Wochen)
  • Kontrolle des OP-Ergebnisses bis zum 3. postoperativen Tag
  • in den ersten 6 Wochen Physiotherapie mit Gangschule und Muskelaufbautraining
  • nach ca. 5 Monaten: gelenkschonende Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen

Spätfolgen bei Verletzung der Weichteile durch Oberschenkelhalsbruch

Abbildung einer entzündeten Gelenkkapsel Abbildung einer entzündeten Gelenkkapsel. Stürze auf das Hüftgelenk können auch ohne Bruch Langzeitschäden verursachen und zu Arthrose führen. © Gelenk-Klinik

Nicht nur Brüche des Oberschenkelhalses haben drastische Folgen für das Leben der Betroffenen. Oft verharmlost werden Verletzungen der Weichteile, Knorpel, Bänder und der Gelenklippe an der betroffenen Hüfte.

Der Sturz auf das Hüftgelenk kann zu einem Einreißen oder einer Aufrauhung der Knorpel im Hüftgelenk führen. Die erhöhte Reibung im Gelenk kann zu gefährlichem Knorpelabbau und später zu Hüftarthrose führen. Die klassische Röntgendiagnostik kann solche Knorpelverletzungen nicht erfassen. Mit modernen Verfahren der Hüftarthroskopie und Kernspintomographie kann der orthopädische Spezialist Verletzungen des Knorpels und der Gelenkflächen inzwischen gut erkennen.

Symptome: Schmerzepisoden in der Hüfte

Werden diese Verletzungen im Frühstadium nach dem Sturz behandelt, können chronische Krankheitsverläufe bis hin zu schwerer Hüftarthrose (Coxarthrose) verhindert werden. Bei verzögerter Therapie kann sich das Hüftgelenk stetig verschlechtern. Nach einem Sturz auf das Hüftgelenk erleidet der betroffene Patient Schmerzen zunächst nur unter Belastung oder in wiederkehrenden Episoden, bevor die Symptome später den Alltag bestimmen und die Schmerzen chronisch werden.

Diese Schmerzepisoden werden von Betroffenen oft so lange verdrängt, bis sich das Hüftgelenk chronisch entzündet hat. Besucht der von Hüftschmerzen betroffene Patient den orthopädischen Spezialisten frühzeitig, ist eine Erkennung und relativ einfache Frühbehandlung dieser Sturzfolgen möglich.

Übungen und Nachsorge nach Oberschenkelhalsbruch

Die frühzeitige Mobilisation ist besonders wichtig bei der Nachbehandlung von Oberschenkelhalsbrüchen. Es gilt, nach Möglichkeit die Selbstständigkeit des Patienten wiederherzustellen. Die Patienten in der Gelenk-Klinik werden deshalb, mit Unterstützung durch erfahrene Physiotherapeuten, bereits am ersten Tag nach der Operation an die Bettkante gesetzt (mobilisiert).

Verfügt der Patient über die entsprechende Fitness, können auch die ersten Schritte gegangen werden. Dabei unterscheidet man je nach Art der Operation zwischen Teil- und Vollbelastung. Jungen Patienten mit osteosynthetischer Versorgung empfehlen wir in der Regel eine Teilbelastung für bis zu sechs Wochen.

Zudem sollten Übungen zur Thromboseprophylaxe, zur Anregung des Stoffwechsels und zum Muskelerhalt erfolgen. Unten finden Sie beispielhaft zwei Übungen aufgeführt. Informieren Sie sich bei Ihrem zuständigen Arzt oder Physiotherapeuten über weitere Möglichkeiten zur raschen Wiederherstellung der Mobilität und Selbstständigkeit.

Übung 1: Thromboseprophylaxe

Übungsziel: Diese Übung sorgt für einen besseren Blutrückfluss im Bein und damit zu einer besseren Entstauung und Regeneration nach der Operation eines Oberschenkelhalsbruches.

Durchführung: Zur Unterstützung der Venenfunktion drücken Sie das Knie durch. Strecken Sie im Sekundenrhythmus Zehen und Sprunggelenk vollständig und ziehen Sie sie wieder heran.

Führen Sie 3-mal 20 Wiederholungen mehrmals über den Tag verteilt durch.

Fußspitzen wegdrücken Diese Übung verbessert den Blutrückfluss im betroffenen Bein. © Gelenk-Klinik Fußspitzen anziehen Wechsel von Anspannung und Entspannung. © Gelenk-Klinik

Übungsziel: Die isometrische Muskelanspannung (Spannungsänderung des Muskels ohne Längenänderung) verringert den üblichen Abbau von Muskulatur nach einer operierten Oberschenkelhalsfraktur.

Durchführung:

a) Fußspitzen anziehen, Knie durchdrücken und den Oberschenkel anspannen.

b) Fußspitzen anziehen, Knie durchdrücken, Oberschenkel und Gesäßmuskulatur anspannen.

c) Fußspitzen anziehen, Knie durchdrücken, Oberschenkel- und Gesäßmuskel anspannen, Ferse in Unterlage drücken.

Isometrische Übung Mit der isometrischen Übung beugen Sie einer Abnahme der Muskelkraft im Oberschenkel vor. © Gelenk-Klinik

Atmen Sie dabei gleichmäßig ein und aus.

Spannen Sie die Muskulatur 3-mal 7 – 10 Sekunden an, dann 30 Sekunden Pause. Führen Sie die Übung mehrmals am Tag durch.

Häufige Patientenfragen zum Oberschenkelhalsbruch an Dr. Martin Rinio von der Gelenk-Klinik Freiburg

Wann darf man sein Bein nach einem Oberschenkelhalsbruch wieder belasten?

Die Heilungsdauer nach einem Oberschenkelhalsbruch ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen beispielsweise das Alter des Patienten, die Knochenqualität und die Wahl der Behandlung. Jüngere Patienten haben im Allgemeinen bessere Chancen auf einen schnellen und unkomplizierten Heilungsverlauf.

Nach einer Operation darf das betroffene Bein je nach OP-Methode teil- oder vollbelastet werden. Wurde der Oberschenkelhalsbruch bei jungen Patienten mittels Osteosynthese behandelt, ist eine Teilbelastung für etwa sechs Wochen notwendig. Bei Implantation einer Hüftprothese darf der Patient sein Bein bereits am Tag nach der OP voll belasten.

Wann darf man nach einem Oberschenkelhalsbruch wieder Auto fahren?

Generell gilt, dass Menschen nach Hüfterkrankungen oder Operationen erst dann wieder Auto fahren sollten, wenn sie reaktionsschnell und sicher die Bremse betätigen können. Nach einem Oberschenkelhalsbruch kann diese Zeitspanne je nach Behandlung sehr stark variieren. Nach dem Einsatz einer Hüftprothese dauert es etwa sechs Wochen, bis Sie wieder Auto fahren dürfen. Eine konservative Behandlung benötigt einen längeren Zeitraum bis zur sicheren Belastbarkeit.

Wann muss man einen Oberschenkelhalsbruch operieren?

Ein Oberschenkelhalsbruch wird in den meisten Fällen operativ versorgt. Eine konservative Behandlung ist die Ausnahme, da es zu Komplikationen wie einer Verschiebung der Bruchstücke oder der Ausbildung eines Pseudogelenks kommen kann. Nur stabile und unverschobene Brüche werden in einigen Fällen konservativ mittels Ruhigstellung behandelt.

Wann darf ich nach Oberschenkelhalsbruch wieder arbeiten?

Die Krankschreibung nach einem Oberschenkelhalsbruch dauert in der Regel etwa acht bis 12 Wochen. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit ist dabei von verschiedenen Faktoren abhängig, z. B. Alter des Patienten, ausgeübter Beruf und Art der Behandlung.

Wo liegt der Oberschenkelhalsbruch?

Der Oberschenkelhals befindet sich zwischen dem Femur (Oberschenkelknochen) und dem Oberschenkelkopf. Diese schmale Verbindungsstelle ist nach Stürzen vor allem bei älteren Menschen anfällig für Frakturen.

Wie lange muss man nach einem Oberschenkelhalsbruch im Krankenhaus bleiben?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da die Dauer des Krankenhausaufenthaltes von mehreren Faktoren abhängig ist. Vor allem die Art der Behandlung, das Alter des Patienten und die allgemeine körperliche Konstitution ist ausschlaggebend für die Dauer des stationären Aufenthaltes.

Nach einer Operation darf der Patient das Krankenhaus in der Regel frühestens nach etwa sieben Tagen verlassen. Komplikationen wie eine Hüftkopfnekrose, verschobene oder offene Brüche oder Thrombosen können den Krankenhausaufenthalt verlängern.

Welcher Sport ist nach Oberschenkelhalsbruch erlaubt?

Etwa 2 bis 3 Wochen nach dem Klinikaufenthalt ist eine Reha mit Krankengymnastik und leichten Bewegungsübungen möglich. Bewegung ist wichtig, damit der Patient schnellstmöglich seine Mobilität zurückerlangt. Unter Anleitung eines Physiotherapeuten stehen Muskelaufbau und Koordinationsübungen im Vordergrund. Langfristig sind gelenkschonende Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen sinnvoll, um die Hüftmuskulatur zu trainieren und die Beweglichkeit zurückzuerlangen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Therapeuten, ab wann eine Rückkehr zum Sport in Ihrem Fall wieder möglich ist.

Bis zur vollen Belastbarkeit des Beines vergeht etwa ein halbes Jahr.

Warum kann ein Oberschenkelhalsbruch tödlich sein?

Eine Schenkelhalsfraktur trifft häufig ältere Menschen und sorgt für eine langfristige Immobilität oder sogar Pflegebedürftigkeit. Etwa 10 % der Patienten versterben in den ersten 30 Tagen nach einem Oberschenkelhalsbruch.

Gründe dafür sind meist Komplikationen, die vor allem durch die Bettlägerigkeit begründet sind. Da ältere Menschen oftmals ein schwaches Immunsystem haben, kann es zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder einem Harnwegsinfekt kommen. Der durch Bakterien verursachte Harnwegsinfekt kann eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen und zum Tode führen. Auch eine Thrombose (Blutgerinnsel) ist ein häufiges Risiko, das vor allem alte und immobile Menschen betrifft. Eine Thrombose entsteht meist in den Beinvenen. Besonders gefährlich ist es, wenn sich ein Teil des Gerinnsels löst und Blutgefäße der Lunge verstopft. Daraus resultiert eine lebensgefährliche Lungenembolie.

Ist ein Oberschenkelhalsbruch ohne Sturz möglich?

Die häufigste Ursache des Oberschenkelhalsbruches ist sicherlich ein Sturz. Aber auch ohne vorangegangenes Sturzereignis ist ein Bruch des Oberschenkelhalses möglich. Dies betrifft vor allem ältere Menschen und Menschen mit schlechter Knochenqualität (z. B. durch Osteoporose oder Knochentumor). Der Bruch entwickelt sich in diesen Fällen schleichend über einen längeren Zeitraum.

Literaturangaben
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  • Girrbach, G. (2019). Schwindel im Alter: Die Abwärtsspirale rechtzeitig verhindern. HNO Nachrichten, 49(2), 51–51.
  • Herda, S. (2016). Unfallchirurgen stärken Versorgung nach Oberschenkelbruch. Orthopädie und Unfallchirurgie-Mitteilungen und Nachrichten, 5(02), 146–147.
  • Sendtner, E., Renkawitz, T., Kramny, P., Wenzl, M. & Grifka, J. (2010). Schenkelhalsfraktur – Osteosynthese versus Endoprothese. Dtsch Arztebl Int, 107(23), 401–7.
  • Stengel, D., Mutschler, W., & Renkawitz, T. (2020). Operative Versorgung dislozierter Oberschenkelhalsbrüche mittels Total-oder Hemiendoprothese: Ergebnisse des multizentrischen, internationalen HEALTH Trial. Unfallchirurg, 665–668.
  • Stöckle, U., Lucke, M., & Haas, N. P. (2005). Der Oberschenkelhalsbruch. Dtsch Arztebl, 102(49), 3426–34.
  • Szepanski, J. (2016). Die Zahl der Stürze steigt. Heilberufe, 68(9), 26–27.
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