Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
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Radiusköpfchenprothese nach Fraktur des Ellenbogens

  1. Rekonstruktion des Radiusköpfchens mit Schrauben und Plättchen
  2. Irreparable Radiusfraktur: Resektion des Radiusköpfchens
  3. Radiusköpfchenprothese: Indikation und Möglichkeiten
  4. Diagnostik und Beratung vor der Prothesenoperation
  5. Nachsorge und stationärer Aufenthalt

Eine der häufigsten Verletzungen im Bereich des Ellenbogens ist der Bruch des Radiusköpfchens (Radiusköpfchenfraktur). Oftmals geht diese Verletzung glimpflich aus und nur ein Teil des Radiusköpfchens (Caput radii), das mit dem Oberarmknochen eine gelenkige Verbindung bildet, bricht. Ein Großteil der Gelenkfläche des Radiusköpfchens und damit die Funktion im Gelenk bleiben erhalten. In diesem Fall stellt sich für den Orthopäden meist eine klare Indikation für eine konservative Behandlung.

Klassifikation der Bruchformen nach Mason Mason-Klassifikation der Radiusköpfchenfraktur. Typ-1: nicht verschobene oder weniger als 2 mm verschobene Brüche. Typ-2: Das Bruchstück ist mehr als 2 mm verschoben. Typ-3: Trümmerbruch. Typ-4: Radiusköpfchenfraktur mit gleichzeitiger Ellenbogenluxation. © Gelenk-Klinik

Bei der Einschätzung wann ein Bruch konservativ, also ohne Operation, behandelt wird und wann ein operativer Eingriff erfolgen sollte, hilft dem Ellenbogenspezialisten die Einteilung nach Mason. Die Mason-Klassifikation beschreibt die Anzahl der Bruchfragmente und das Ausmaß der Verschiebung. Daran orientiert sich in Folge die konservative und operative Versorgung. Bei höhergradigen Bruchtypen muss der Spezialist eine relevante Kapsel-Band-Verletzung ausschließen.

Rekonstruktion des Radiusköpfchens mit Schrauben und Plättchen

Röntgenbild: Versorgung eines Trümmerbruchs des Radiusköpfchens mittels Schraubenosteosynthese und Osteosynthese mit winkelstabiler Platte Kombinierte Schrauben- und Plattenosteosynthese bei einem Patienten mit Trümmerbruch des Radiusköpfchens (Mason 3) nach Sturz vom Rad. Das Röntgenbild zeigt die Ausheilungssituation. Auffällig sind Verknöcherungen über der Platte, die typisch für schwere Verletzungen sind. © Gelenk-Klinik

Reine Frakturen der Gelenkfläche können durch Schrauben stabilisiert und entsprechend der ursprünglichen Anatomie vom Operateur rekonstruiert werden. Liegt eine Fraktur des Halses vor, muss der Radiuskopf wieder am Schaft fixiert werden. Dies gelingt, indem an die Form des Radiushalses angepasste Platten verwendet werden. Die Platten selbst tragen nur gering auf und irritieren damit nicht die umgebenden Weichteile, schaffen aber eine stabile Verbindung vom Schaft zum Kopf mit der Gelenkfläche.

Irreparable Radiusfraktur: Resektion des Radiusköpfchens

Bei komplexen Frakturformen ist zum Teil eine Rekonstruktion nicht mehr möglich, da die Fragmente zu klein sind oder die Knochensubstanz zu porös ist. In diesen Fällen erfolgt entweder eine Resektion des Radiuskopfes oder die Implantation einer Radiusköpfchenprothese.

Die Wahl des operativen Eingriffs hängt weniger vom Radiusköpfchen, sonder vielmehr von einer möglicherweise begleitenden Kapsel-Bandverletzung, insbesondere des Innenbandes ab. Im Falle einer Resektion des Radiuskopfes funktioniert zwar das Scharniergelenk zwischen Elle und Oberarm (Ulnohumeralgelenk), jedoch fehlt die Abstützung oder auch Führung durch den Radiuskopf. Das Gelenk würde in diesem Fall leicht nach Aussen einbrechen. Damit dies nicht geschieht, ist ein stabiles und intaktes Innenband notwendig. Ist das Innenband durch den Unfall geschädigt oder liegt z.B. eine destabilisierende Fraktur des Kronenfortsatzes vor, empfehlen Ellenbogenspezialisten den Einsatz einer Radiuskopfprothese.

Radiusköpfchenprothese: Indikation und Möglichkeiten

Die Implantation einer Radiusköpfchenprothese bietet sich in folgenden drei Situationen an:

  • Der Arzt wählt die Prothese als Erstversorgung einer komplexen Bruchsituation.
  • Es findet keine Bruchheilung beim Patienten statt. Diese Situation bezeichnet man als Pseudarthrose. Pseudarthrosen treten häufig im Halsbereich des Radius auf und sind meist die Folge einer unfallbedingten stark eingeschränkten Gefäßversrogung des Knochens. Durch die Unterversorgung mit Blut und Nährstoffen kommt es zu keiner Knochenneubildung. Man spricht in diesem Fall von einer atrophen Pseudoarthrose.
  • Eine isolierte Arthrose des äußeren Gelenkanteils des Radius (radiohumerale Arthrose) führt bei Betroffenen zu anhaltenden Schmerzen. Auch in diesem Fall kann der Arzt die (Teil-)Resektion des Radiuskopfes erwägen. Bei schweren Arthrosen bietet sich der künstliche Gelenkersatz an.

Das Verfahren der Prothesenimplantation ist seit Jahrzehnten in der klinischen Anwendung. Dabei haben sich die Prothesenmodelle stetig weiterentwickelt. Hauptprobleme der Radiusköpfchenprothese sind neben einem zu weit vorstehenden Prothesenkopf ("Overstuffing") ein Knorpelabriebschaden am ellenbogennahen Anteil des Oberarmknochens (Capitulum humeri) und die Lockerung des implantierten Prothesenstiels im Radiusknochen (Speiche).

Möglichkeiten der neuen Radius-Prothesengeneration

Die heutzutage eingesetzten Prothesenmodelle greifen die genannten Schwächen auf und verringern die Belastung auf den knorpeligen Gelenkpartner am Oberarm (Humerus) durch ein modulares und bewegliches Gelenkdesign. Auch ist die Einzementierung nicht in jedem Fall notwendig.

Verbesserung der Lebensqualität nach Einbau einer Radiusköpfchenprothese

Nach dem Eingriff einer Ellenbogengelenk-Prothese ist in der Regel die berufliche Belastbarkeit wieder in vollem Umfang gegeben, wenngleich schwere Belastungen zu einer vorzeitigen Abnutzung der Prothese, insbesondere des knorpeligen Gegenlagers am Oberarmknochen führen können. Die Orthopäden der Gelenk-Klinik raten in jedem Fall davon ab. Im Vorfeld sprechen sie mit den Patienten über geeignete Umstellungsmaßnahmen.

Auch im Rahmen der sportlichen Belastung müssen die Möglichkeiten und Grenzen einer Prothesen-Operation mit dem Patienten besprochen werden, um hier nicht falsche Erwartungen zu wecken oder das Implantat übermäßig zu beanspruchen, sodass mit einem vorzeitigen Verschleiß zu rechnen ist.

Insgesamt lässt sich sagen, dass sich aufgrund der besseren anatomischen Kenntnisse zum Ellenbogen sowie der Entwicklung neuer, modularer Implantate die therapeutischen Optionen zur Wiederherstellung eines funktionsfähigen Ellenbogens in den letzten Jahren enorm verbessert haben.

Diagnostik und Beratung vor der Prothesenoperation

Zur Diagnostik im Vorfeld der Ellenbogen-Prothese gehört selbstverständlich neben der klinischen Untersuchung auch eine ausgedehnte radiologische Untersuchung zur Operationsplanung. Diese umfasst neben konventionellen Röntgenbildern in meheren Ebenen auch eine hochauflösende Computertomographie sowie eine Kernspintomografie zur Darstellung des Weichteilgewebes.

Bei begleitenden Nervenschädigungen ist eine zusätzliche neurologische Untersuchung indiziert.

Nachsorge und stationärer Aufenthalt

Nach dem Eingriff ist ein kurzer stationärer Aufenthalt zu empfehlen. Bereits am 1. postoperativen Tag ist unter physiotherapeutischer Anleitung und in Eigenregie das Ellenbogengelenk zu bewegen, um den erreichten Bewegungsumfang zu erhalten und eine Einsteifung des Ellenbogengelenkes zu vermeiden. Nach Abschluss der Wundheilung ist dann in der Regel der Beginn der aktiven Bewegungsübungen angezeigt. Dies ist in der Regel nach 14 Tagen erreicht.

Nach etwa 6 Wochen und einem komplikationslosem Verlauf kann dann mit einem intensiven Übungsprogramm begonnen werden. Hier ist dann auch in steigendem Umfang auch die Möglichkeit eines dosierten Krafttrainings möglich.

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PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 

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