Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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79194 Gundelfingen
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Bilddiagnostik und Radiologie der Orthopädischen Gelenk Klinik

Knorpeltransplantation bei Sprunggelenksarthrose

  1. Wie entsteht eine Sprunggelenksarthrose?
  2. Wie läuft die Knorpeltransplantation des oberen Sprunggelenks ab?
  3. Wann ist die autologe Knorpelzelltransplantation erfolgversprechend?
  4. Wer eignet sich für die körpereigene Knorpeltransplantation?
  5. Welche Alternativen gibt es zur autologen Chondrozytentransplantation?
autologe Knorpelzelltransplantation im SprunggelenkAutologe Knorpelzelltransplantation im Sprunggelenk: Der Knorpeldefekt wird mit körpereigenen Knorpelzellen bedeckt. Die Zellen haften in wenigen Sekunden am Untergrund.. © Gelenk-Klinik

Ursache für eine fortschreitende, schmerzhafte Arthrose des Sprunggelenks sind häufig – wie bei anderen Gelenken auch – Verletzungen des Gelenkknorpels. Doch im Gegensatz zu anderen Gelenken resultieren die meisten Knorpelschäden am oberen Sprunggelenk aus Unfallverletzungen.

Beim Umknicken des Sprunggelenks nach außen kommt es zu einer übermäßigen Scherbelastung des Knorpels am äußeren Sprungbein (Talus). Die Folge ist eine massive Druckbelastung am inneren Anteil des Sprungbeins mit Quetschung des unter dem Knorpel liegenden Knochens.

Im frühen Stadium des Knorpelschadens kann die Knorpeltransplantation dabei helfen, die Gelenkflächen zu regenerieren, und das Sprunggelenk zu erhalten.

Wie entsteht eine Sprunggelenksarthrose?

Arthrose im Sprunggelenk Arthrose im Sprunggelenk: Die Knochenflächen reiben schmerzhaft aufeinander, sodass ein normales Abrollen unmöglich wird. © Gelenk-Klinik

In den meisten Fällen entsteht eine Arthrose im höheren Lebensalter aufgrund von veränderten Stoffwechselprozessen, Übergewicht, Fehlstellungen der Gelenke und häufig auch Bewegungsmangel.

Beim Sprunggelenk hat die Arthrose jedoch meist traumatische Ursachen. Das bedeutet, ein Unfall, eine Fraktur (Knochenbruch) oder ein verrenkter Knöchel verursachen eine Schädigung der Bänder. Dieses Trauma legt die Grundlage für den vorzeitigen Verschleiß des Sprunggelenks.

Weiterhin können schleifende Knochensporne (Osteophyten) an der vorderen Schienbeinkante zu Knorpelschäden im Sprunggelenk führen. Auch avaskuläre Osteonekrosen wie die Osteochondrosis dissecans (OD) sind häufig Auslöser für eine Schädigung der Gelenkfläche. Hierbei stirbt der unter dem Knorpel liegende Knochen aus unbekannter Ursache ab, sodass die Knorpelschicht letztendlich in den entstehenden Knochendefekt einbricht.

Wie läuft die Knorpeltransplantation des oberen Sprunggelenks ab?

In den letzten Jahren haben wir weitreichende Erfolge im Bereich der Knorpelbehandlung erreicht. Mit ARTHROCELL 3D® der Firma Codon wurde die Transplantation von freien Knorpelzellen im Rahmen arthroskopischer Eingriffe möglich. Die größten Erfahrungen existieren bei Knorpeltransplantationen am Kniegelenk. Die Übertragung der schonende Methode auf das obere Sprunggelenk (OSG) war daher die logische Folge. Wir transplantieren heute entnommene Knorpelzellen arthroskopisch ohne Verwendung von Fremdmaterialien (sog. Matrixbestandteile).

Wann ist die autologe Knorpelzelltransplantation erfolgversprechend?

Die autologe Knorpeltransplantation bietet eine vielversprechende Methode, im Labor gezüchtete Knorpelzellen zu transplantieren und Arthrose im Sprunggelenk vorzubeugen. Da das implantierte körpereigene Material über ähnliche biomechanische Eigenschaften wie der natürliche Knorpel verfügt, betrachtet der Organismus es nicht als Fremdkörper. Die lebenden Chondrozyten (Knorpelzellen) sind so in der Lage, wieder eine funktionierende Knorpelschicht aufzubauen. In der Regel hat sich bereits nach wenigen Wochen neues Knorpelgewebe gebildet. Um dieses Gewebe auch langfristig haltbar zu machen, müssen Begleitverletzungen und Fehlbelastungen durch Achsfehlstellungen behandelt werden.

Wer eignet sich für die autologe Knorpeltransplantation?

Vor der Entscheidung für eine autologe (körpereigene) Knorpeltransplantation muss geklärt werden, ob ein weniger invasives Verfahren mit einseitigem Vorgehen vorzuziehen ist. Für die autologe Knorpelzelltransplantation werden in einer ersten Sitzung Knorpelzellen entnommen und in einem Speziallabor vermehrt. Nach einem Zeitraum von 6–8 Wochen können die Chondrozyten implantiert werden.

Bestens geeignet ist die Methode bei:

  • Patienten unter 40 Jahren
  • lokal begrenzten ("fokalen") Knorpelschäden des Sprunggelenkes
  • weniger als 1,5 cm2 großer Knorpeldefekt

Von besonderer Bedeutung ist es, Überbeweglichkeiten im Sprunggelenk (Sprunggelenksinstabilität) oder Achsfehlstellungen des Beines zu berücksichtigen. Diese muss der Orthopäde zeitgleich therapieren, damit die Knorpelzellen überhaupt einheilen können. Ansonsten werden auch die neu eingebrachten Knorpelzellen wieder abgetragen.

Welche Alternativen gibt es zur autologen Chondrozytentransplantation?

Knorpelschäden im oberen Sprunggelenk können nur begrenzt mit knochenmarkstimulierenden Methoden wie Knochenanbohrung oder Mikrofrakturierung (Microfracturing) behandelt werden. Im oberen Sprunggelenk eignen sich diese Methoden bei Defekten unter 1 cm2 und mittiger Lage im Sprungbein. Das Ersatzgewebe aus Faserknorpel ist allerdings weniger haltbar gegen mechanische Belastungen.

Man verwendet für die Mikrofrakturierung einen speziellen Knochenbohrer, um die Knochenheilung unter dem geschädigten Knorpel zu aktivieren. Bei der Anbohrung entsteht Hitze, die den Knochen möglicherweise schädigt und die Bildung von Ersatzknorpel anregen soll.

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Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
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