Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Kniespezialist untersucht Knieschmerzen

Umstellungsosteotomie (Achskorrektur) des Kniegelenks

Fehlstellungen im Kniegelenk (z. B. X- oder O-Beine) verändern die Belastungssituation des Knies und führen zu Knorpelschäden. Durch eine Achskorrektur im Kniegelenk kann die beim Stehen und Gehen entstehende Last auf den Knorpelflächen wieder umverteilt werden. Auf diese Weise verlängert sich die Lebensdauer des Gelenkknorpels.

Die Achskorrektur des Kniegelenks ist auch dann noch sinnvoll, wenn bereits erste Knorpelschäden eingetreten sind. Der Fortschritt der Arthrose im Kniegelenk verlangsamt sich durch die Teilentlastung deutlich. Dadurch kann die achskorrigierende Operation die Lebensdauer des natürlichen Kniegelenks eindeutig verlängern.

Hinauszögern einer Endoprothese durch Umstellungsosteotomie des Kniegelenks

Achskorrigierende Operationen am Kniegelenk können heute minimalinvasiv und sicher durchgeführt werden. Das Ziel dieser Operationen ist es, die geschädigten Knorpelanteile zu entlasten, indem man die Beinachse und damit die Kniebelastung verändert. Auf diese Weise lässt sich in vielen Fällen der Einsatz einer Prothese umgehen oder hinauszögern.

Wie kann eine Achskorrektur Arthrose im Kniegelenk verhindern?

Kniegelenk mit Valgus- und VarusfehlstellungLINKS: Normal ausgerichtetes Kniegelenk ohne Fehlstellung. MITTE: Kniegelenk mit Valgusfehlstellung (X-Beine). RECHTS: Kniegelenk mit Varusfehlstellung (O-Beine). © kintarapong, Fotolia

Die Gesundheit der Gelenkflächen im Kniegelenk ist davon abhängig, dass der Gelenkknorpel nicht überlastet wird. Zu stark belasteter Gelenkknorpel stirbt ab. Es entstehen Knorpelschäden und langfristig entwickelt sich eine Arthrose im Kniegelenk.

Bei der gelenkerhaltenden Kniechirurgie versuchen wir, alle Faktoren auszuschalten, die zu einer lokalen Überlastung des Gelenkknorpels führen könnten.

Einer der Hauptgründe für die Entstehung von Arthrose im Kniegelenk ist das X- oder O-Bein, die häufigsten Fehlstellungen des Kniegelenks. Dadurch wird jeweils zu viel Gewicht auf das innere oder das äußere Kompartiment des Kniegelenks gebracht. Die Folge dieser Überlastung ist eine häufig zu beobachtende Kniearthrose in dem betroffenen Bereich des Kniegelenks.

Eine Achskorrektur im Kniegelenk kann die beim Stehen und Gehen entstehende Last auf den Knorpelflächen wieder umverteilen. Überlastungssituationen in Teilbereichen des Kniegelenks werden so reduziert und die Lebensdauer des Knorpels verlängert.

Ablauf einer Umstellungsosteotomie

Die Sicherheit und die rasche Belastungsfähigkeit des Beines sind besondere Anforderungen an das Verfahren. Die öffnende oder 'open-wedge'-Technik kann oftmals ein erhebliches Zeitpolster bis zu einer eventuellen späteren Knieteil- oder Vollprothese schaffen und die Beschwerden deutlich bessern.

Die additive Umstellungsosteotomie nach Puddu kann minimalinvasiv und damit weniger belastend durchgeführt werden.

Der Eingriff wird stationär in der Gelenk-Klinik durchgeführt. Postoperative Reha-Behandlungen beschleunigen die Heilung.

Wann kann ich nach der Operation mein Knie wieder belasten?

Bereits am Operationstag dürfen Sie Ihr Kniegelenk mit circa halbem Körpergewicht belasten. Die Vollbelastung erfolgt in der Regel nach ca. 4–6 Wochen.

Wann darf ich nach der Osteotomie des Kniegelenks wieder Sport treiben?

RadfahrerSportarten wie Rad fahren, Schwimmen oder Walken sind gelenkschonend und können auch nach einer Operation des Kniegelenks ausgeübt werden ©Wayhome Studio, Fotolia

Wenig gelenkbelastende Sportarten wie Schwimmen oder Rad fahren können bereits nach vier Wochen ausgeübt werden. Bei allen anderen Sportarten sollte eine Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Literaturangaben
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