Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
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Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Gelenkerhaltende Operation von Fuß und Sprunggelenk

Morton Neurom: Metatarsalgie (Mittelfußschmerzen) behandeln

  1. Was ist ein Morton Neurom?
  2. Symptome des Morton Neuroms
  3. Ursachen: Wie entsteht ein Morton Neurom?
  4. Diagnose des Morton Neuroms für eine differenzierte Behandlung
  5. Morton Neurom konservativ behandeln
  6. Selbsthilfe: Übungen und Physiotherapie bei Morton Neurom
  7. Die nervenerhaltende minimalinvasive Operation bei Morton Neurom
  8. Heilungsdauer: Wie ist die Prognose nach Entfernung des Morton Neuroms?
  9. Häufige Patientenfragen zum Morton Neurom an Dr. med. Thomas Schneider von der Gelenk-Klinik
Untersuchung des Morton Neuroms Klinische Untersuchung des Morton Neuroms zwischen den Zehenstrahlen des Mittelfußes (Metatarsalknochen) durch das Mulder-Zeichen: Der Fußspezialist kann das Morton Neurom zwischen den Mittelfußknochen ertasten und einen spezifischen Druckschmerz auslösen. © Gelenk-Klinik

Hauptauslöser von chronischen Mittelfußschmerzen (Metatarsalgie) ist das sogenannte Morton Neurom oder die Morton Neuralgie. Das Morton Neurom ist die häufigste Mittelfußerkrankung bei Frauen. Aber auch Männer – vor allem Laufsportler – sind häufig von einer Metatarsalgie betroffen. Viele Patienten mit Morton Neurom können sich durch eine Änderung ihrer Gewohnheiten und spezielle physiotherapeutische Übungen selbst helfen. Die exakte Diagnose durch orthopädische Fußspezialisten der Gelenk-Klinik ist wichtig, um die Fußschmerzen und Einschränkungen der Betroffenen zu lindern.

Was ist ein Morton Neurom?

Wichtige Begriffe:

  • Morton Neurom:
    schmerzhafte Verdickung des Mittelfußnerven zwischen den Mittelfußknochen
  • Neurom:
    gutartiges Wachstum von Nervengewebe
  • Neuralgie:
    Nervenschmerz
  • Morton Neuralgie:
    Nervenschmerz am Plantarnerven
  • Metatarsalknochen:
    Zehenknochen des Mittelfußes
  • Metatarsalgie:
    Mittelfußschmerz
  • Synonyme:
    Morton Neurinom, Morton Neuralgie, Morton Metatarsalgie, Morton Neuroma, Morton Syndrom, Morbus Morton

Das Morton Neurom ist eine Verdickung des Mittelfußnerven. Es verursacht akut einschießende, brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß (Morton Metatarsalgie) und in den Zehen. Die Schmerzen sind so stark, dass Patienten kurzfristig nur durch Ruhigstellung und Ausziehen der Schuhe Besserung erfahren. Durch die Entlastung des Fußes lässt der Schmerz schnell wieder nach.

Morton Neurom Morton Neurom (rot) als Schwellung zwischen den Mittelfußknochen der Zehen (blau). Wenn der Nerv (gelb) gereizt ist, entwickeln sich in seinem gesamten Versorgungsgebiet brennende oder stechende Mittelfußschmerzen. © Dr. med. Thomas Schneider

Das Morton Neurom ist eine recht häufige Folge einer Spreizfußfehlstellung. Es tritt meist bei Frauen auf. Aber auch Männer – meistens Laufsportler mit hohem Trainingspensum – können darunter leiden. Am häufigsten ist ein Morton Neurom zwischen dem 3. und 4. Zeh zu finden, etwas seltener zwischen dem 2. und 3. Zeh.

Anders als es der Name Morton Neurom es vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht um eine Nervenwucherung oder Wucherung der Umhüllung des Nervs (Schwannsche Zelle), sondern um eine Entzündung der bindegewebigen Hülle um die vielen Nervenfortsätze, die gemeinsam den Mittelfußnerven bilden.

Das Morton Neurom ist also streng genommen nicht die Vermehrung von Nervengewebe (Neurom), sondern eher eine Vermehrung der bindegewebigen Anteile des Mittelfußnerven. Diese Situation zeigt sich dem Arzt auch während der Operation: Der Mittelfußnerv ist meist normal, während die bindegewebige Hülle deutlich angeschwollen ist. Es treten starke Flüssigkeitseinlagerungen oder nach einer Entzündung sogar Vernarbungen auf. Die angeschwollene Hülle drückt nach und nach auf den Nerven und verursacht die typischen Schmerzen. Man spricht beim Morton Neurom daher von einem Nervenkompressionssyndrom.

Wer ist am häufigsten von einem Morton Neurom betroffen?

Die Beschwerden treten häufig im Erwachsenenalter auf. Es können jedoch Menschen in jedem Alter betroffen sein. Frauen erkranken viermal häufiger am Morton Neurom als Männer. Ein möglicher Grund für das vermehrte Auftreten des Morton Neuroms bei Frauen kann das häufigere Auftreten eines Spreizfußes sein. Vermutlich ist die Schuhmode Schuld: Hohe Absätze und spitz zulaufende Schuhe begünstigen durch den hohen Druck auf das vordere Fußgewölbe die Entstehung des Spreizfußes. Der Spreizfuß verändert die Stellung der Mittelfußknochen und erhöht den Druck auf die an der Fußsohle verlaufenden Nerven.

Es können sich mehrere Morton Neurome an einem Fuß bilden und auch das beidseitige Auftreten des Morton Neuroms ist keine Seltenheit. Möglicherweise bereiten kleine Neurome dem Patienten noch keine Schmerzen.

Symptome des Morton Neuroms

So fühlt sich ein Morton Neurom an:

  • Anfänglich Kribbeln, das in Brennen übergeht
  • Taubheit der Zehen
  • einschießende, stechende Schmerzen
  • Ameisenlaufen in den Zehen
  • Schmerz lässt in Ruhe nach
  • Fußschmerzen in engen, spitz zulaufenden Schuhen
  • Schmerz strahlt in die mittleren Zehen aus
  • Gefühl einer Erbse im Schuh
  • Klicken oder Schnappen im Fuß
  • Fußschmerzen bei wenig gepolsterten Schuhen oder hartem Untergrund

Das Morton Neurom verursacht in der Regel belastungsabhängige Schmerzen am Vor- oder Mittelfuß (Metatarsalgie). Häufig treten die Beschwerden auf, wenn der Patient Schuhe trägt. Die stechenden Schmerzen bessern sich sofort, wenn der Patient sich hinsetzt und die Schuhe auszieht.

Oft besteht zusätzlich zu den Mittelfußschmerzen eine Missempfindung der benachbarten Kleinzehen. Diese liegt typischerweise an den einander zugewandten Zehenunterseiten.

Fachartikel von Dr Schneider zum Morton Neurom auf jameda:
Diagnose des Morton Neuroms
Behandlung des Morton Neuroms ohne Nervenamputation

Die Schmerzen können brennend, teilweise auch stechend sein. Manche Patienten klagen über Taubheitsgefühle in Kombination mit brennenden Schmerzen, die bis in die Zehen ausstrahlen. Häufig beschreiben Betroffene den Schmerz als Gehen wie auf einem Fremdkörper oder als habe man ein Steinchen oder eine Erbse im Schuh.

Ruheschmerzen oder Anlaufschmerzen bei Beginn der Belastung sind dagegen ungewöhnlich und unserer Erfahrung nach eher ein Ausschlusskriterium für ein Morton Neurom.

Eine Verbesserung der Beschwerden erreichen Betroffene beim Ausziehen der Schuhe oder durch das Tragen besonders weiter Schuhe. Enge und spitz zulaufende Schuhe hingegen verschlimmern die Mittelfußschmerzen.

Ursachen: Wie entsteht ein Morton Neurom?

Diese Faktoren begünstigen das Morton Neurom:

  • Spreizfuß bzw. abgeflachtes Quergewölbe im Vorfuß
  • Bindegewebsschwäche bzw. schwache Bänder im Vorfuß
  • Vorliebe für Schuhe mit hohen Absätzen
  • starke Belastung, z. B. durch Lauftraining
  • stundenlanges Stehen im Beruf (Verkäufer)
  • lange Laufstrecken (Langstreckenläufer)
  • Übergewicht

Das Morton Neurom entsteht meist vor dem Hintergrund eines Spreizfußes. Die Fehlstellung der Mittelfußknochen ist die Folge eines durchgetretenen vorderen Fußgewölbes. Die Zehenstrahlen im Mittelfuß – die sogenannten Metatarsalen – sind durch die Spreizfußfehlstellung verlagert und zeigen fächerförmig nach außen. Dadurch üben sie bei der normalen Abrollbewegung beim Gehen einen viel stärkeren Druck auf die an der Fußsohle verlaufenden Nerven aus. Durch diese dauernde Reizung entzündet sich der Nerv. Insbesondere die bindegewebige Hülle des Nerven schwillt an. Das Morton Neurom ist also ein Nervenkompressionssyndrom. Es entsteht durch die Einengung des Mittelfußnerven (Entrapment), der zwischen den Zehenstrahlen verläuft. Zusätzlich kann eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung (Bursitis) in der Umgebung der Nerven zusätzliche Schmerzen verursachen.

Die veränderte Belastung des Vorfußes durch den Verlust des Quergewölbes führt zu einer mechanischen Reizung des Hautnervs an der Fußsohle. Durch die langanhaltende Reizung verdickt sich die bindegewebige Hülle und drückt auf den Nerv. Der Patient leidet unter Schmerzen und Taubheitsgefühlen im Fuß.

Die Bezeichnung Neurom verwendet man bei gutartigen Tumoren des Nervengewebes. Hier scheint die mechanische Reizung eine Verdickung hervorzurufen, ohne einen gutartigen (benignen) Tumor zu verursachen.

Entstehung des Morton Neuroms Querschnitt durch den Mittelfuß mit 2 Zehenstrahlen: Das Morton Neurom entsteht durch Druck der Mittelfußknochen (blau) auf den Mittelfußnerven (rot) an der Fußsohle. Die Mittelfußknochen sind durch ein bindegewebiges Band (Ligamentum intermetatarsale, grau) verbunden. Gelb sind die Sehnen mit Sehnenhüllen, die an der Fußsohle verlaufen. © Dr. Thomas Schneider

Diagnose des Morton Neuroms für eine differenzierte Behandlung

Die Fußspezialisten der Gelenk-Klinik haben über Jahre die Erfahrung gemacht, dass Patienten mit Mittelfußschmerzen wegen Morton Neurom häufig keine angemessene Diagnose erhalten. Sowohl von der Einordnung der klinischen Symptome in der Patientenbefragung (Anamnese) als auch hinsichtlich der diagnostischen Vorgehensweise und dem Einsatz der bildgebenden Verfahren steht das Morton Neurom häufig nicht im Fokus. Es wird oftmals übersehen.

Ansicht des Fußes von der Fußsohle aus gesehen mit plantaren Fußnerven Ansicht des Fußes von der Fußsohle aus gesehen mit den zwischen den Zehenstrahlen (Metatarsalen) verlaufenden Nerven (interdigitale Plantarnerven). Das Morton Neurom findet sich meist zwischen dem 3. und 4. Zeh, seltener zwischen dem 2. und 3. In manchen Fällen finden sich auch mehrere Morton Neurome am selben Fuß. © Viewmedica

Patienten mit Mittelfußschmerzen haben oft eine lange Krankheitsgeschichte hinter sich. Sogar bei vorangegangener MRT-Untersuchung passiert es unserer Erfahrung nach häufig, dass ein Morton Neurom trotz geeigneter Einstellung und entsprechender Auflösung vom Arzt bisher übersehen wurde. Aus diesem Grund ist bei anhaltenden Fußschmerzen für Betroffene sehr wichtig, einen Spezialisten für orthopädische Fußerkrankungen aufzusuchen und von seinen Erfahrungen und diagnostischen Möglichkeiten zu provitieren.

Sicht von unten auf ein Morton Neurom des plantaren Fußnervs Sicht von unten auf ein Morton Neurom (rot) des plantaren Fußnervs (gelb). © Dr. Thomas Schneider

Morton Neurome ab 0,3 cm können von einem erfahrenen Radiologen im MRT-Bild ziemlich sicher nachgewiesen werden. Eine gute MRT-Untersuchung mit Größenbestimmung ist eine wichtige Voraussetzung für die operative Behandlungsentscheidung: Bis zur Größe von maximal 0,6 bis 0,8 cm können wir das Morton Neurom ohne Nervenamputation (Neurektomie) behandeln.

Klinische Untersuchung des Morton Neuroms

Das Morton Neurom kann manuell durch den sog. Mulders Click untersucht werden. Dabei ertastet der Arzt das Morton Neurom zwischen den Zehenstrahlen. Das Morton Neurom kann manuell durch den sog. Mulders Click untersucht werden. Dabei ertastet der Arzt das Morton Neurom zwischen den Zehenstrahlen. © Gelenk-Klinik

Zunächst erfolgt die klinische und die Tastuntersuchung des Fußes. Hier zeigt sich zumeist eine starke Druckschmerzhaftigkeit über den Mittelfußköpfchen und ein Vorfußkompressionsschmerz.

Die podometrische Untersuchung, d. h. die elektronische Messung der Druckverteilung im Vorfuß, kann weitere Hinweise liefern, ob die üblichen Voraussetzungen eines Morton Neuroms vorliegen. Dazu zählen vor allem ein Spreizfuß und eine veränderte Abrollbewegung beim Gehen. Größere Nervengeschwülste können sonografisch (durch Ultraschall) und durch direkte Tastung vom Orthopäden erfasst werden.

Untersuchung des Morton Neuroms durch Ultraschall

Ebenso wie die Röntgenuntersuchung dient die Ultraschalluntersuchung dem Ausschluss anderer möglicher Ursachen für Mittelfußschmerzen. Der Fußspezialist stellt zudem fest, ob sich weitere, noch nicht schmerzhafte Morton Neurome im selben Fuß gebildet haben. Kleine Morton Neurome sind häufig noch asymptomatisch. Sie sollten aber in die Gesamtbetrachtung des Fußes und die Behandlungsstrategie einbezogen werden.

Diagnosesicherung durch örtliche Betäubung

Zur Sicherung der Diagnose ist es möglich, ein lokales Betäubungsmittel an den entzündeten Nerv zu spritzen. Der untersuchende Arzt erwartet dabei eine zeitweise Besserung der Symptome des Morton Neuroms. Mit diesem Ergebnis gilt die Diagnose Morton Neurom als gesichert.

Sicherung der Diagnose durch bildgebende Verfahren (MRT)

MRT (Magnetresonanztomografie): Aufnahme eines Morton Neuroms MRT (Magnetresonanztomografie) des Fußes von vorne: Aufnahme eines Morton Neuroms (grün eingefärbt). Es sitzt zwischen den Zehen 3/4. Das Morton Neurom ist eigentlich keine gutartige Wucherung des Nervengewebes, sondern eher eine Entzündung der bindegewebigen Nervenhülle. © Gelenk-Klinik

Nachdem das Morton Neurom durch die klinische Untersuchung und eine genaue Betrachtung des Krankheitsverlaufes und der Symptome gesichert wurde, kann eine MRT es darstellen. Durch die MRT (Magnetresonanztomografie) kann der Arzt andere Ursachen für die Mittelfußschmerzen weitgehend ausschließen. Ein Röntgenbild eignet sich nicht, ein Morton Neurom zu zeigen.

Die MRT-Untersuchung ist vor allem wichtig, um eine Größenbestimmung der Nervenschwellung vorzunehmen. Von der Größe des Morton Neuroms hängt auch seine Behandlung ab. Je kleiner das Morton Neurom, desto eher lässt es sich konservativ behandeln.

Doch auch in der MRT wird das Morton Neurom häufig übersehen. Der Radiologe benötigt spezielle Einstellungen des Kernspintomografen, um bei so feinen Strukturen wie dem Mittelfußnerven eine Schwellung nachweisen zu können.

Differentialdiagnosen des Morton Neuroms

Alternative Ursachen für Mittelfußschmerzen:

Neben dem Morton Neurom gibt es eine Vielzahl weiterer Ursachen für Vorfußschmerzen. Zu den Differentialdiagnosen (Verdachtsdiagnosen) des Morton Neuroms gehören auch stoffwechselbedingte Fußschmerzen. So können Gicht oder Diabetes bestimmte Nervenerkrankungen begünstigen (z. B. diabetischer Fuß oder Polyneuropathie). Wie in jedem beweglichen Teil des Skeletts kann auch eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Fuß zu dauerhaften Mittelfußschmerzen beitragen.

Der Fußspezialist schließt auch Warzen und Weichteiltumore als Schmerzursachen im Fuß aus. Mittelfußschmerzen treten zudem häufig in Kombination mit einem Hallux valgus (Schiefzehe) auf. Durch die Gewichtsverlagerung weg von der Großzehe zu den Kleinzehen erhöht sich der Druck im Mittelfuß. Das kann neben einem Morton Neurom zahlreiche schmerzhafte Folgen haben:

Diese alternativen oder sich sogar überlagernden Schmerzursachen müssen in der Untersuchung sorgfältig unterschieden werden, weil eine jeweils andere Behandlung erforderlich ist. Neben einer ausführlichen klinischen Untersuchung, wo wir das Morton Neurom tasten, hilft uns vor allem eine fachgerecht ausgeführte MRT (Magnetresonanztomografie) bei der Analyse dieser vielschichtigen Situation im schmerzenden Mittelfuß und Vorfuß unserer Patienten.

Morton Neurom konservativ behandeln

Entferntes Morton Neurom Entferntes Morton Neurom: Bis zu einem Durchmesser von maximal 0,8 cm können Morton Neurome ohne Nervenentfernung operiert werden. © Dr. Thomas Schneider

Die Therapie des Morton Neuroms erfolgt primär konservativ, d. h. ohne chirurgischen Eingriff. Im Vordergrund steht, den Druck auf die Nerven zu verringern, um die Rückbildung des Morton Neuroms zu fördern. Daher steht die Behandlung des Spreizfußes im Vordergrund. Erst durch das Einsinken des vorderen Fußgewölbes erhöht sich der Druck auf die plantaren Fußnerven. Daher versucht man, durch stützende Schuheinlagen das vordere Fußgewölbe (Quergewölbe) zu unterstützen und dadurch die Nerven zu entlasten. Häufig ist diese Maßnahme bereits ausreichend, um die kompressionsbedingte Schwellung des Morton Neuroms abheilen zu lassen. Vor allem den betroffenen Zehenzwischenraum sollte die Einlage besonders unterstützen und entlasten.

Häufig tritt eine Besserung der Beschwerden nach gezielten Injektionen mit Schmerzmittel an die Nervenenden ein. Gute Ergebnisse erreicht man auch mit nervennahen Einspritzungen von Vitamin B12.

Weitere konservative Therapiemaßnahmen

  • Einlagen mit Unterstützung des Quergewölbes
  • Ultraschall und Phonophorese
  • Iontophorese
  • lokale Kältetherapie
  • medikamentöse Therapie
  • lokale Infiltrationen (Einspritzungen) mit homöopathischen Substanzen
  • lokale Kortisoninfiltrationen, wobei die Langzeitfolgen der Kortisoninjektion eher ungünstig sind
  • Fußgymnastik und Training der im Fuß lokalisierten (intrinsischen) Muskeln
  • Gangschule
  • stoffwechselfördernde, detonisierende und schmerzlindernde manuelle Techniken (z. B. schmerzfreie Dehnpositionen, Querfriktionen)

Selbsthilfe: Übungen und Physiotherapie bei Morton Neurom

Die Kräftigung der intrinsischen Muskulatur des Fußes hilft, um schmerzhafte Bereiche des Fußes langfristig zu entlasten.

Die Anleitung der Übungen durch einen fachkundigen Physiotherapeuten ist dabei wichtig, um die Wahrnehmung des Fußes zu schulen und sich keine falschen Bewegungsmuster anzueignen.

Eine intensive Physiotherapie und Fußgymnastik bezieht auch die Wadenmuskulatur ein. Die Muskulatur in der Wade steuert das Fußgewölbe und sollte daher gut trainiert sein.

Die Ausführung der Übungen sollte auf jeden Fall schmerzfrei möglich sein, um eine zusätzliche Reizung der Strukturen zu vermeiden. Verspüren Sie bei einer Übung Schmerzen, stoppen Sie die Übung und halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.

Fußgymnastik eignet sich auch nach einer operativen Behandlung des Morton Neuroms. Die Übungen unterstützen langfristig die Entlastung des betroffenen Bereiches und gewährleisten eine gesunde Funktionalität des Vorfußes. Führen Sie Übungen nach einer Operation jedoch erst durch, wenn Sie von Ihrem Operateur die Freigabe für alle Belastungen und Bewegungen erhalten haben!

Zusätzlich zur Versorgung mit Schuheinlagen kann eine Gangschule sinnvoll sein, um den Patienten zu einem natürlichen Gangbild zurückzuführen. Dies ist vor allem notwendig, wenn das Gangbild und der Bewegungsablauf des Patienten durch die Schmerzen sich über einen längeren Zeitraum verändert haben. Bei der Gangschule sollten die Schuhe mit den Einlagen getragen werden.

Übung 1: dynamische Kräftigung des Musculus peroneus longus (langer Wadenbeinmuskel)

Hilfsmittel: Gymnastikband.

Ausgangsstellung: Sitzen Sie auf einem Stuhl. Das Knie des betroffenen Fußes ist leicht nach außen gekippt und sollte während der gesamten Übung in dieser Position bleiben. Der Fuß ist auf den Außenrand gekippt. Schieben Sie das Ende des Gymnastikbandes unter das äußere Drittel der Ferse und fixieren Sie es damit. Ziehen Sie dann eine Schlaufe um das Großzehengrundgelenk. Führen Sie das Band anschließend nach außen und halten und fixieren es dort.

Durchführung: Drücken Sie nun das Großzehengrundgelenk gegen den Widerstand des Gymnastikbandes zum Boden und achten Sie dabei darauf, dass das Knie nach außen gekippt bleibt und die Ferse nur außen belastet wird.

Wiederholen Sie die Übung pro betroffenem Fuß 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Ausgangsposition Ausgangsposition. © Gelenk-Klinik Fuß gegen den Widerstand des Bandes zum Boden drücken Fuß gegen den Widerstand des Bandes zum Boden drücken. © Gelenk-Klinik zurück in der Ausgangsposition Bringen Sie den Fuß zurück in die Ausgangsposition. © Gelenk-Klinik

Übung 2: Mobilisation des Quergewölbes

Ausgangsposition Ausgangsposition: Übung zur Mobilisation des Quergewölbes. © Gelenk-Klinik

Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder einem Stuhl. Nehmen Sie Ihren Vorfuß in beide Hände, sodass die Finger die Fußsohle berühren und die Handballen jeweils am Groß- und Kleinzehenballen anliegen.

Durchführung: Rollen Sie beide Zehenballen behutsam nach unten innen und üben Sie gleichzeitig mit den Fingerkuppen einen sanften Druck in der Mitte der Fußsohle aus. Sie sehen nun, wie sich ein schönes Quergewölbe aufbaut und die Zehenknöchel in einem gleichmäßigen C- Bogen aufgereiht sind.

Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal rhythmisch und leicht. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Übung 3: Ansteuerung der kleinen Fußmuskeln

Ausgangsstellung: Sitz auf dem Boden oder Stuhl. Nehmen Sie den Vorfuß in eine Hand und geben Sie einen sanften Druck an Groß- und Kleinzehenballen, sodass ein schönes Quergewölbe entsteht.

Durchführung: Lassen Sie nun den Druck durch Ihre Hand langsam los und halten Sie durch Anspannen Ihrer kleinen Fußmuskeln das Quergewölbe aufrecht. Halten Sie die Spannung für 10 Sekunden und wiederholen Sie die Übung aufs Neue. Diese Bewegung erfordert Übung. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie das Quergewölbe zu Beginn nicht aufrechterhalten können.

Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Ausgangsposition Formen Sie mit der Hand das Quergewölbe. © Gelenk-Klinik Übung zum Training der kleinen Fußmuskeln Lassen Sie nun die Hand langsam los und halten Sie das Quergewölbe weiter aufrecht. © Gelenk-Klinik

Übung 4: Ball und C-Bogen

Hilfsmittel: Ball.

Ausgangsstellung: Sitz oder Stand. Der betroffene Vorfuß ist leicht auf einem Ball abgestellt.

Durchführung: Modellieren Sie Ihren Groß- und Kleinzehenballen sanft um den Ball. Sie sollten das Gefühl haben, den Ball zu umschließen. Sie sehen jetzt, dass die Grundgelenke der Zehen einen C-Bogen bilden. Dies ist das Quergewölbe. Versuchen Sie diesen Bogen zu halten und lösen Sie langsam den Kontakt zum Ball, bis Sie über ihm schweben. Diese Bewegung erfordert Übung. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Sie das Quergewölbe zu Beginn nicht aufrechterhalten können.

Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Ausgangsposition Umschließen Sie den Ball mit dem Zehenballen. © Gelenk-Klinik Übung zum Training der kleinen Fußmuskeln Heben Sie nun den Fuß an und halten Sie das Quergewölbe weiter aufrecht. © Gelenk-Klinik

Übung 5: Quergewölbe im Gehen aktivieren

Ausgangsstellung: Stand, der betroffene Fuß steht weit hinten. Die Ferse ist losgelöst, die Zehenballen und Zehen haben satten Kontakt zum Boden.

Durchführung: Aktivieren Sie mit einem kräftigen Impuls das Quergewölbe und bringen Sie den Fuß schwungvoll nach vorne. Sie können sich vorstellen, dass Sie einen kleinen Gegenstand vom Boden mitnehmen wollen. Achten Sie darauf, dass wenn Sie nach vorne schnellen, die Zehengrundgelenke gebeugt sind. Sie sollten dabei Ihre Fußnägel noch erkennen können und die Zehen nicht krallen.

Wiederholen Sie diese Bewegung pro betroffenem Fuß 15-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2–3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen. Üben Sie mindestens 2- bis 3-mal pro Woche.

Ausgangsposition Aktivieren Sie beim Gehen das Quergewölbe. © Gelenk-Klinik Übung zur Aktivierung des Quergewölbes Fuß schwungvoll nach vorne bringen: Achten Sie darauf, dass die Zehengrundgelenke gebeugt sind, ohne dass die Zehen krallen. © Gelenk-Klinik

Die nervenerhaltende minimalinvasive Operation bei Morton Neurom

Operation eines Morton Neuroms (Neurolyse) Die nervenerhaltende operative Behandlung des Morton Neuroms durch Neurolyse bzw. Dekompression verschafft dem plantaren Fußnerven mehr Raum: 1. Weitung des Bandes zwischen den Mittelfußknochen (Ligamentum intermetatarsale; grau). 2. Umstellung der Zehenknochen (Metatarsalknochen, blau) durch eine minimalinvasive Osteotomie. © Dr. Thomas Schneider

Ist das Morton Neurom noch kleiner als 0,8 cm, kann es wie jedes andere Nervenkompressionssysndrom nervenerhaltend operiert werden. Die Schmerzen werden durch mechanischen Druck auf den plantaren Fußnerven ausgelöst. In der Folge der Nervenreizung schwillt die bindegewebige Hülle des Fußnervs an, bildet Narbengewebe und lagert Wasser ein.

Durch die Schwellung entsteht eine Minderversorgung (Ischämie) des Fußnervs mit Blut und Nährstoffen. Die Folge sind die typischen Beschwerden wie Taubheit, einschießende Schmerzen und Kribbeln. Bis zu einem gewissen Grad sind diese Entzündungszeichen wieder umkehrbar (reversibel), wenn der mechanische Druck auf den Nerv wegfällt.

Bei vielen Nervenkompressionserkrankungen ist daher die Entlastung (Dekompression) des Nervs eine angemessene Behandlungsstrategie (siehe z. B. Tarsaltunnelsyndrom).

In der Gelenk-Klinik erzielen wir seit Jahren mit der Nervenentlastung und ggf. Dekompression bei Morton Neurom durch Umstellung der Mittelfußknochen sehr gute klinische Ergebnisse. Insbesondere haben wir gute Ergebnisse bei der Vermeidung von Rückfällen (Rezidiven). Rückfälle sind nach einer Nervenamputation (Neurektomie) wahrscheinlicher, weil diese die zugrundeliegende Fehlstellung des Fußgewölbes nicht behebt. Dennoch gilt die Neurektomie immer noch als Standardbehandlung bei einer Morton Neuralgie. Viel zu häufig wird bei der Morton Neuralgie ohne Prüfung des nervenerhaltenden Vorgehens pauschal die Nervenentfernung (Neurektomie) durchgeführt. In der Gelenk-Klinik versuchen die Spezialisten für Fußerkrankungen in jedem Fall, nervenerhaltend zu operieren.

Die nervenerhaltende, endoskopische Operation des Morton Neuroms mit Zugang von oben statt von der Fußsohle hat folgende Vorteile:

  • geringe Narbenbildung und daher auch geringe Reizung der Fußnerven nach der Operation
  • geringe Gefahr der Bildung eines Blutergusses nach der Operation
  • Erhalt des Fußnervs, der nach dem Abschwellen der Nervenhülle wieder schmerzfrei und funktional werden kann
  • geringe Rückfallneigung
  • geringe Neigung zur Bildung von dauerhaft schmerzenden Narbenplatten um den Mittelfußnerven

Wie lange bin ich nach der nervenerhaltenden Operation krankgeschrieben?

Der stationäre Aufenthalt nach der Neurolyse eines Morton Neuroms dauert in der Regel 2 Tage. Für 2 bis 3 Wochen sollten Sie einen speziellen Schuh tragen, der den Vorfuß entlastet. Nach etwa 3 bis 6 Wochen ist der Fuß nach einer Neurolyse wieder voll belastbar.

Neurektomie – Entfernung des entzündeten Nervs

Bei einer Neurektomie entfernt der Operateur das erkrankte Nervengewebe des Plantarnervs. Dieses Verfahren kommt in der Gelenk-Klinik zum Einsatz, wenn die Schwellung des Morton Neuroms zu groß ist. Wichtig ist dafür die Größenbestimmung des Morton Neuroms in der MRT. Die Schnittbilder sind allerdings nicht immer eindeutig. Daher erfolgt die Festlegung der eigentlichen Behandlungsstrategie häufig erst während der Operation nach Sichtung des Morton Neuroms.

Wir entlasten den Nerven durch Öffnung der Bindegewebsbrücke über den Mittelfußköpfchen dauerhaft (Dekompression). Nur wenn die Drucksituation im Mittelfuß mitbehandelt wird, ist eine Neurektomie eine zuverlässige Behandlungsmethode. Andernfalls droht ein Rezidiv, also eine erneute Reizung des Nervenstumpfes mit schmerzhafter Bindegewebsschwellung.

Komplikationen der Neurektomie

Mit der Neurektomie verliert der Patient nicht nur die Nervenfunktion, also die Sensibilität in den Bereichen, die von den entfernten Nerven versorgt werden. Der zurückbleibende Nervenstumpf kann sich seinerseits wieder durch Druck entzünden und schmerzhaft anschwellen. Man spricht in diesen Fällen von einem Rezidiv der Morton Neuralgie. Viele Patienten stellen sich nach Entfernung des Morton Neuroms wieder bei ihrem Arzt vor, wenn die Schmerzen zurückkehren. Der Grund: Die Nervenamputation hat die zugrundeliegende Ursache – die Kompression des Plantarnervs – nicht behoben.

Um derartige Komplikationen zu vermeiden, erweitern wir in der Gelenk-Klinik bei der Operation des Morton Neuroms das Band zwischen den Mittelfußknochen (Ligamentum intermetatarsale). Zudem führen wir eine Umstellung der Mittelfußknochen durch, eine sogenannte Osteotomie. Dies verschafft dem Plantarnerv mehr Raum.

Heilungsdauer: Wie ist die Prognose nach Entfernung des Morton Neuroms?

Um die Wundheilung zu unterstützen, sollten Sie Ihren Fuß für etwa 3 Wochen nur teilbelasten. Dafür erhalten Sie einen speziellen Vorfußentlastungsschuh. Ganz besonders wichtig für die Heilung des Morton Neuroms ist gesundes Schuhwerk, welches das Quergewölbe unterstützt und den Zehen genügend Raum lässt. Weiterhin sollten Sie regelmäßige Fußgymnastik zur Stärkung der kleinen Fußmuskeln durchführen. Vermeiden Sie in den ersten 2 Monaten nach der Operation stärkere Belastungen und ein Abrollen des Fußes.

Häufige Patientenfragen zum Morton Neurom an Dr. med. Thomas Schneider von der Gelenk-Klinik

Welcher Arzt behandelt ein Morton Neurom?

Eine exakte Diagnose und Behandlung des Morton Neuroms erfolgt in der Gelenk-Klinik durch die Fuß-Spezialisten im zertifizierten Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie (ZFS). Ihnen stehen vielfältige orthopädische Analysemethoden zur Verfügung, welche die Grundlage für individuell angepasste Therapiepläne bilden.

Welche Diagnostik führt der Arzt bei Morton Neurom durch?

Die Nervenverdickung bei einem Morton Neurom kann vom Spezialisten oft direkt am Fuß ertastet werden. Parallel stehen die Befragung des Patienten und seine Aussagen über die Art und Häufigkeit seiner Schmerzen an erster Stelle. Bessern sich die Fußschmerzen, wenn er die Schuhe auszieht, gibt dies dem Arzt schon einen starken Hinweis auf ein Morton Neurom. Hat die Injektion von Betäubungsmittel in den entzündeten Nerven Erfolg, ist die Diagnose gesichert. Untersuchungen durch MRT oder Röntgen schließen weitere Ursachen für Mittelfußschmerzen wie Stressfrakturen oder Schleimbeutelentzündungen aus.

Kann sich ein Morton Neurom von allein zurückbilden?

Ein Morton Neurom kann von allein ausheilen. Wird der Druck auf den zusammengedrückten Nerven an der Fußsohle verringert, können viele Betroffene nach einiger Zeit wieder ohne Probleme laufen. Manchmal reicht es aus, weite, gepolsterte Schuhe zu tragen oder spezielle Einlagen zu benutzen. Der angeschwollene und gereizte Nerv kann sich dann regenerieren und bildet sich zurück.

Einigen Patienten raten wir dazu, spezielle entlastende Vorfußschuhe zu tragen. Mit etwas Geduld können die stechenden Fußschmerzen und das Gefühl eines Fremdkörpers unter der Fußsohle zumindest im frühen Stadium vollständig beseitigt werden.

Wann muss ein Morton Neurom operiert werden?

Wenn dem Patienten Eigenübungen, Reduktion des Körpergewichts und Schonung des Fußes zusammen mit der konservativen Behandlung wie Schuheinlagen keine Schmerzlinderung bringen, ziehen wir die operative Behandlung des Morton Neuroms in Betracht. Vorbereitend sichern wir durch Einspritzung eines lokalen Betäubungsmittels, in welchem Bereich des Mittelfußes der Nerv komprimiert ist und schmerzt.

Wie lange hat man nach einer Operation des Morton Neuroms Schmerzen?

Je nach Umfang des Eingriffs ist eine gewisse Schmerzreaktion in den ersten Tagen nach einer Morton Neurom-Operation völlig normal. Auch eine mäßige Schwellung des operierten Fußes 2 bis 3 Wochen nach der Operation ist möglich.

Wir raten unseren Patienten dazu, den operierten Fuß so häufig wie möglich hochzulagern und nicht zu lange zu stehen oder zu gehen. Sport sollten frisch operierte Patienten in den ersten 6 Wochen nach der OP nicht treiben, sonst kann sich verdicktes Narbengewebe bilden. Wir unterstützen den Heilungsprozess mit entzündungshemmenden und abschwellend wirkenden Schmerzmedikamenten.

Welche Schuhe oder Einlagen eignen sich bei Morton Neurom?

Da ein Morton Neurom sehr häufig in Kombination mit einem Spreizfuß auftritt, ist das Tragen hochwertiger Schuhe und speziell angepasster Einlagen sehr wichtig. Beide sollten das Fußquergewölbe unterstützen und auf diese Weise einen ausreichenden Zwischenraum zwischen den Zehen wiederherstellen. Hierdurch verringert sich der Druck auf die Fußnerven, sie werden weniger komprimiert und die Entzündung und die Schmerzen bilden sich langsam zurück.

Ist Morton Neurom heilbar?

Die Morton Neuralgie ist in der Regel durch geeignete Einlage und gezielte physiotherapeutische Fußübungen gut behandelbar. Die entzündete Nervenumhüllung benötigt einige Wochen, um auszuheilen und unsere Patienten müssen etwas Geduld mitbringen. Nur bei starken Schmerzen, die bereits länger andauern oder bei mehreren Morton Neuromen in einem Fuß erwägen wir einen operativen Eingriff.

Kann man beidseitig Morton Neurom haben?

Etwa jeder fünfte Patient entwickelt ein Morton Neurom an beiden Füßen. Mit unseren bildgebenden Untersuchungsmethoden können wir verlässlich die genaue Lage, die Größe und die Anzahl an Morton Neuromen feststellen und anschließend zielgerichtet behandeln.

Wie lange bin ich nach einer nervenerhaltenden OP des Morton Neurom in der Klinik?

Die Patienten der Gelenk-Klinik sind 2 Tage stationär in der Klinik, um größere Einblutungen im Fuß zu vermeiden. In dieser Zeit unterstützen wir die Heilung durch Hochlagerung und bei Bedarf Schmerzmedikation.

Wie sieht die Nachbehandlung nach nervenerhaltenden OP des Morton Neuroms aus?

Die Heimreise können unsere Patienten nach 2 Tagen mit einem speziellen Verbandschuh antreten. Ein Verbandschuh ist ein sehr leichter orthopädischer Schuh, der Platz für Verband oder Polster bietet. Diesen Schuh sollten sie für 2 bis 3 Wochen tragen. Verbandswechsel und Fädenziehen können problemlos wohnortnah beim Hausarzt erfolgen. Das Nachbehandlungsplan geben wir unseren Patienten zusammen mit dem Arztbrief mit nach Hause.

Was hilft wirklich bei Morton Neurom?

Abhängig von der Fußbeschaffenheit und eventuell begleitenden Fehlstellungen empfehlen wir unseren Patienten

  • das Tragen von hochwertigen, weichen Schuhen, die dem Fuß ausreichend, aber nicht zu viel Platz bieten,
  • die Benutzung von Einlagen, die das Fußgewölbe stützen,
  • physikalische Anwendungen wie Kälte- oder Stromtherapie,
  • spezielle Fußübungen und wohltuende Fußmassagen,
  • unter Umständen die Injektion von leichten Anästhetika, homöopathischen oder Vitaminpräparaten.
Literaturangaben
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