Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniespezialist untersucht Knieschmerzen

Meniskusoperationen: Meniskusnaht oder Meniskusentfernung?

Rolle des Meniskus - und Folge des Meniskusriss

MeniskusMeniskus von oben gesehen, in der Mitte angedeutet die Kreuzbänder. Es gibt einen äußeren und einen inneren Meniskus. Zusammen umgeben sie kreisförmig den Oberschenkel im Kniegelenk. © Grays Anatomy

Der Meniskus ist eine paarig und halbmondförmig angelegte knorpelige Struktur, die an den Außenrändern des Kniegelenks entlang verläuft.

Der Meniskus hat im Wesentlichen zwei Funktionen. Die erste Funktion besteht in der Dämpfung, der auf die Gelenkflächen des Kniegelenks wirkenden Stöße.

Die zweite Funktion das Meniskus besteht in der Oberflächenvergrößerung des Kniegelenks. Durch den Meniskus werden mechanische Lasten im Kniegelenk auf eine viel größere Auflagefläche verteilt. Zudem werden die Knorpelflächen besser ernährt weil sie über eine viel größere Fläche im Meniskus einen direkten Gelenkpartner haben.

Ein Riss des Meniskus nach einem Trauma kann daher zwei Folgen haben. Durch eine Zerstörung der inneren Struktur des Meniskus wird die Dämpfungsfunktion bei vertikaler mechanischer Belastung reduziert. Dieser Riss kann, je nach Lage, auch zu einer mehr oder weniger starken Aufrauung der Oberfläche des Meniskus führen. Diese Aufrauung führt zu einem verstärkten Abrieb der auf den Knorpeloberflächen des Innenmeniskus gelagerten Oberschenkelknochens.

Warum muss überhaupt operiert werden?

Das Fehlen der wichtigen Funktionen, die der Meniskus im Knie erfüllt, würden auf Dauer zu nicht regenerierbaren Folgeschäden, also Arthrose im Knie, führen. Das Problem bei vielen Meniskusverletzungen ist, dass wegen häufig fehlender klinisch fühlbaren Schmerz und Bewegungseinschränkungen mit einer Operation des Meniskus zu lange gewartet wird und Kniearthrose und Folgeschäden entstehen können. Jede Resektion des Meniskus führt also langfristig zur Arthrose des Kniegelenks.

Abgelöstes Meniskusgewebe führt insbesondere bei Beuge- und Rotationsbewegungen zu Einklemmungen, welche die Knorpelfläche schädigen.

Erklärtes Ziel bei der arthroskopischen OP ist immer, ein Maximum des natürlichen Meniskusgewebes zu erhalten, um die Langzeitbelastbarkeit zu gewährleisten.

Bei bestimmten degenerativen Schäden lässt sich eine Teilentfernung des Meniskus manchmal nicht vermeiden. Je weniger funktionsfähiges Meniskusgewebe entfernt wird, desto besser sind generell die Langzeitprognosen hinischtlich der Kniearthrose.

Welche unterschiedlichen Meniskus-Operationen gibt es?

Meniskuserhaltende Naht: Bei frischen Rissen - vor allem im kapselnahen und folglich gut durchbluteten Bereich - kann das ansonsten gesunde Meniskusgewebe am besten durch eine Naht erhalten bleiben. Vor allem im seitlichen und vorderen Bereich werden mit modernen Nahttechniken unter Verwendung von speziellen Fäden perfekte arthroskopische Nähte erzielt. Dabei entscheidet der erfahrene Operateur anhand der Größe und Lage des Risses, welche Nahttechnik er anwendet, um den Meniskus optimal zu befestigen.

Auch bei den relativ schwerwiegenden sog. Korbhenkelrissen mit großflächigen Abrissen sollte der Meniskus soweit irgend möglich erhalten bleiben, um das Arthroserisiko einzudämmen.

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Transplantation eines Spendermeniskus

In den Fällen, wenn der Meniskus nicht genäht werden kann, entweder wegen Lage und Größe des Risses, oder weil bereits ein größerer Meniskusverlust bestanden hat, kann ein sog. Spender-Meniskus eingesetzt werden.

Diese Lösung wird auch häufig angewendet, um bei sehr jungen Patienten eine frühe Arthrose und einen beginnenden Knorpelschaden zu verhindern.

Dabei kann sowohl der Innen- als auch der Außenmeniskus ersetzt werden. Wichtig ist nur, dass vorher im Rahmen der Diagnostik die genaue Größe und Lage des zu ersetzenden Meniskus ermittelt wird.

Der benötigte Spendermeniskus stammt von einem international tätigen Transplantat-Zentrum. Das Risiko besteht in den unter Umständen längeren Wartezeiten, bis ein passendes Transplantat gefunden wird. Glücklicherweise kommt es bei diesen Implantaten nicht zu den von Organtransplantationen bekannten Abstoßungsreaktionen. Da das Implantat unter sterilen Bedingungen entnommen und auf Krankheitskeime untersucht wird, kommen Infektionen so gut wie nie vor.

Der minimalinvasive Eingriff, bei dem das präparierte Implantat durch einen winzigen Zugang eingesetzt und festgenäht wird, dauert in der Regel ca. zwei Stunden.

Einsetzen eines synthetischen Meniskusimplantats

Synthetisches Meniskusgewebe kommt vor allem zum Einsatz, um partielle Verletzungen und Schäden am Innen- und Außenmeniskus auszugleichen. Das neu entwickelte, schwammartige Material ist durch seine poröse Struktur besonders gut zum Einwachsen geeignet. In seine dicht vernetzte Porenstruktur wachsen Blutgefäße ein, um die herum neues, körpereigenes Gewebe gebildet wird. Sobald das neu entstandene natürliche Gewebe seine Funktion aufnimmt, wird das Implantat aufgelöst und vom Körper abgebaut.

Der Eingriff erfolgt auch hier minimal invasiv, das heißt durch einen kleinsten Hautschnitt und unter maximaler Erhaltung des gesunden Gewebes.

Die Ergebnisse bei schmerzhaften Meniskus-Defekten sind hervorragend, allerdings liegen noch keine Langzeitergebnisse vor.

Ablauf einer Meniskusoperation

Was passiert nach der Meniskusperation?

Meniskus Einklemmung Rund

Nach einer einfachen Teilentfernung des Meniskus kann bereits am OP-Tag teilbelastet werden. Gehstützen erleichtern die Dosierung der Belastung. In der Regel ist die Arbeitsfähigkeit bereits nach ein bis zwei Wochen gegeben 'sanfte' Sportarten wie Radfahren vorsichtig begonnen werden. Schwimmen kommt erst in Frage, nachdem die Wunde komplett verheilt ist. Nach drei bis vier Wochen können auch belastende Sportarten wie Fußball, Tennis oder Joggen ausgeübt werden.

Im Anschluss an eine Meniskusnaht erfolgt eine ca. vierwöchige Phase der Teilbelastung mit Gehstöcken und der Übergang zur Vollbelastung ab der fünften Woche. Mit jeglichem Sport sollte sechs bis acht Wochen abgewartet werden. Belastende Sportarten sollten in Absprache mit dem Operateur nicht vor Ablauf von sechs Monaten ausgeübt werden.

Bei Meniskus-Transplantationen beträgt die Teilbelastungsphase ca. fünf bis sechs Wochen. Nach sechs bis acht Wochen kann mit leichtem Sport begonnen werden. In jedem Fall sollte die sportliche Aktivität und die Belastungsgrenze mit dem Operateur abgestimmt sein.

In allen Fällen sollte zur Unterstützung des Heilungsprozesses Krankengymnastik zur Anwendung kommen. Nachdem der Heilungsprozess eingesetzt hat, verschwinden die Beschwerden und Symptome. Dies ist normalerweise nach einem Zeitraum von sechs bis acht Wochen der Fall.

Prinzipiell wird in unserer Klinik arthroskopisch (minimalinvasiv) in sogenannter Schlüssellochtechnik operiert. Grundsätzlich wird versucht, Meniskus erhaltend, nicht Meniskus entfernend vorzugehen. Da beim Erwachsenen nur der Randbereich des Meniskus durchblutet ist, können Nähte nur in diesem Bereich gelingen, weil die Regeneration hier ausreicht. Ist der Meniskus komplett zerrissen, ist eine Wiederannaht unmöglich. In diesen Fällen muss der zerrissene Anteil möglichst schonend und sparsam entfernt werden.

Wann kann das Knie nach Meniskusoperation wieder belastet werden?

In der Regel ist nach Meniskusresektion eine sofortige Vollbelastung nach dem Eingriff möglich, sofern noch keine schwere Knorpelschädigungen eingetreten sind.

Nur nach Meniskusnaht ist eine mehrwöchige Teilentlastung des Meniskus mit Hilfe von Unterarmgehstützen notwendig.

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