Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

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Kniespezialist untersucht Knieschmerzen

Knieschmerzen - was hilft? Gefährliche oder harmlose Schmerzen?

  1. Was bedeuten meine Knieschmerzen?
  2. Hausmittel und Selbsthilfe: Helfen Sie sich selbst bei Knieschmerzen
  3. Wann zum Arzt mit Knieschmerzen?
  4. Untersuchung von Knieschmerzen durch den Arzt
  5. Vorbeugung bei Knieschmerzen und Knieverletzungen
  6. Knieschmerzen konservativ behandeln
  7. Knieschmerzen operativ behandeln
  8. Unterschiedliche Knieschmerzen und ihre Ursachen

Was bedeuten Knieschmerzen? Ein Warnsignal des Körpers

Knieschmerzen sind ein Warnsignal: Sportverletzungen, Abnutzung, Fehlstellung oder Überlastung ist die Ursache.Knieschmerzen, die mit Schwellungen, Ödemen, Ergüssen und Weichteilverletzungen einhergehen, können gut mit dem Ultraschallgerät untersucht werden. Der Ultraschall zeigt den Zustand von Sehnen und Bändern im Kniegelenk und stellt Entzündungszeichen dar. © Gelenk-Klinik / Prof. Dr. Sven Ostermeier

Knieschmerzen sind ein Volksleiden: Allein in Deutschland sind etwa fünf bis zehn Millionen Menschen davon betroffen. Es gibt unterschiedliche Arten von Knieschmerzen. Nur eine gründliche ärztliche Untersuchung kann die genauen Ursachen Ihrer Knieschmerzen klären. Unterschiedliche Personen können aus den verschiedenen Gründen von Knieschmerzen betroffen sein:

Ein Radsportler bekommt z.B. Patellaschmerzen (Kniescheibenschmerzen), weil er sein Knie mit monotonen Bewegungen überanstrengt.

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Ein Fußballspieler kann Knieschmerzen bekommen, nachdem er im Zweikampf sein Knie verdreht hat: Dadurch kann er seinen Meniskus oder seine Kreuzbänder verletzen.

Ein Programmierer kann Knieschmerzen bekommen, weil er zu lange in derselben, sitzenden Position verharrt: Dadurch verkümmern seine Gelenkknorpel im Kniegelenk. Die Knorpel werden durch das gebeugte Knie stets an derselben Stelle belastet.

Knieschmerzen werden daher meist durch Verschleiß, Entzündungen oder durch Verletzungen (Strukturschäden) ausgelöst.

Besonders schwierig zu diagnostizieren sind Knieschmerzen, die auf Stoffwechselstörungen und Verhärtungen der Muskulatur, sowie der Sehnen und Bänder beruhen. Starke Knieschmerzen in der Muskulatur können nicht durch Operationen therapiert werden: Das ist ein häufiges Missverständnis. Durch die Muskeln verursachte Knieschmerzen gehen häufig einher mit Kniearthrose oder anderen Strukturschäden am Kniegelenk. Die vorherrschenden Knieschmerzen werden aber nicht direkt durch diese verursacht. Hier liegt eine häufige Ursache für OP-Entscheidungen, die zwar einen im Bild sichtbaren Defekt therapiert, aber im Sinne der Schmerzbeseitigung nicht hilft.

Was bedeutet Verhärtung bzw. "Kontraktheit" der Muskulatur eigentlich?

Die Muskulatur verhärtet sich bei gestörtem Stoffwechsel. Sie fühlt sich schmerzhaft und entzündet an. Bewegungsmangel, monotone Bewegungsabläufe und Verhärtung lassen die Muskeln als Reaktion auf andere Probleme des Kniegelenks verkümmern. Diese metabolischen (stoffwechselbedingten) Störungen müssen stets auch begleitend mit muskelaktivierender und regenerierender Physiotherapie therapieren (ZRT®-Matrix-Therapie).

Biologische Bedeutung von Knieschmerzen

Kniegelenk - Knieschmerzen.Knieschmerzen können auf Grund des komplexen Aufbaus des Kniegelenks unterschiedlichste Ursachen haben. Dieses Bild zeigt die normale Anatomie des menschlichen Knies seitlich von vorne: Man sieht die Kniescheibe (Patella); die Bänder zum Aufhängen der Kniescheibe; den Meniskus als schalenförmigen Puffer zwischen Oberschenkel und Unterschenkel; das stabilsierende vordere Kreuzband im Inneren des Kniegelenks; das Außenband des Knies; die knöchernen Gelenkpartner im Kniegelenk: Oberschenkel (Femur), Unterschenkel (Tibia) und Patella (Kniescheibe) © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Ähnlich einer rot aufleuchtenden Warnlampe beim Auto sind Knieschmerzen nicht das eigentliche Problem: Knieschmerzen sind eher als hilfreiches Warnsignal zu sehen.

Knieschmerz weist also darauf hin, dass in Ihrem Knie etwas nicht in Ordnung ist. Aufgrund dieses Hinweises können sie mit ihrem Kniespezialisten Probleme erkennen und oft auf einfache Weise behandeln.

Knieschmerzen sind zwar unangenehm. Viel gefährlicher sind aber schmerzfreie Defekte am Kniegelenk, wie zum Beispiel kleine Risse im Meniskus oder Knorpelschäden, die unbemerkt und unbehandelt schleichend zur Kniearthrose führen können.

Das Warnsignal "Knieschmerz" erlaubt den Betroffenen, eine ärztliche Beratung und gelenkerhaltende Therapie rechtzeitig wahrzunehmen. Schwere Schäden am Knie können so durch vorbeugende Therapie des Knies vermieden werden, wenn der Patient auf seinen Körper hört.

Knieschmerzen haben unterschiedlichste Ursachen...

Selbsthilfe: Welche Hausmittel helfen bei Knieschmerzen?

So helfen Sie sich selbst:
  • Entlasten und Hochlegen des Beines.
  • Kühlung mit Eis oder essigsaurer Tonerde
  • Kompressionsverband.
  • Schmerzmittel (NSAR).
  • Entlastung mit Unterarmgehstützen.

Mit Hilfe von Hausmitteln kann man Knieschmerzen, Schwellungen und Steifheit des Kniegelenks behandeln.

Nach einer Verletzung ist Ruhe die wichtigste Maßnahme: Entlasten Sie das Bein, legen Sie das verletzte knie hoch, hören Sie auf weiter zu trainieren. Legen Sie beim Hochlegen des Beines ein kleines Kissen unter ihr Knie.

Mit Eis oder Kühlpacks können Sie nach einer Verletzung oder Überanstrengung die Schwellung reduzieren. Legen Sie das Eis oder für 10 höchstens 20 Minuten auf das Knie und vermeiden Sie direkten Hautkontakt mit dem Eis durch Unterlegen eines Handtuchs um Erfrierungen vorzubeugen.

Vermeiden Sie nach Verletzungen heiße Vollbäder, das Trinken von Alkohol oder heiße Duschen. Legen Sie nach Verletzung keine warmen Umschläge um das Knie. Das alles verstärkt Schwellungen.

Beginnen Sie mit Wärmebehandlung erst, wenn die Schwellung des Knies vorüber gegangen ist.

Legen Sie nach einer Verletzung einen Kompressionsverband an, um die Schwellung zu reduzieren. Achten Sie darauf, dass der Verband nicht zu eng anliegt, um das Bein nicht abzuschnüren. Wenn die Schwellung nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen vorüber ist, sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Verschaffen sie ihrem Knie etwas Ruhe, belasten sie es nicht unnötig, und unterbrechen Sie bitte Ihr Training, bis die Schwellung oder der Knieschmerz vorüber gegangen sind.

Akute Knieschmerzen können Sie auch mit rezeptfrei erhältlichen Schmerzmitteln, vor allem die nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac behandeln.

Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise: Bitte versuchen Sie bei Knieschmerzen oder nach einer akuten Knieverletzung oder nach Überlastung des Kniegelenks möglichst wenig zu rauchen, Alkohol zu trinken oder andere Genussgifte zu sich zu nehmen. Damit reduzieren Sie Schwellungen (Ödeme) und Knieschmerzen.

Wann sollten Sie mit Knieschmerzen dringend zum Arzt?

Nicht immer müssen Sie mit Knieschmerzen einen Arzt aufsuchen. In vielen Fällen können Sie sich auch erfolgreich mit Hilfe von Hausmitteln selbst behandeln. Es gibt aber Knieschmerzen, die einen behandlungsbedürftigen Notfall darstellen. Sie müssen dringend einen Arzttermin vereinbaren, oder sogar die Notaufnahme einer Unfallchirurgie aufsuchen, wenn:

  • Das Knie eine offene Wunde zeigt und die Haut stark beschädigt ist.
  • Sie nach einem Trauma einen starken Bluterguss oder eine starke Schwellung am Kniegelenk haben.
  • Es Hinweise auf einen Nervenschädigung gibt wie z.b. Gefühlstaubheit, kribbelndes "Ameisen laufen" oder brennende Schmerzen.
  • Sie so stechende Schmerzen haben, dass sie nicht mehr auftreten können.
  • Sie das Knie nicht vollständig strecken, beugen oder belasten können.
  • Sie sehr starke Schmerzen haben.
  • Sie nach einem Unfallereignis schnell eine deutliche Schwellung im Kniegelenk bekommen haben.
  • Knieschmerzen trotz Entlastung und Behandlung mit Hausmitteln über zwei bis drei Tage nicht besser werden.
  • Sie Zeichen einer Infektion oder einer Entzündung haben, das Kniegelenk also schmerzhaft geschwollen und erwärmt ist und die Haut über dem Kniegelenk gerötet ist.
  • Sie Fieber bekommen.

Checkliste: So geht Ihr Orthopäde bei der Untersuchung des Knieschmerzes vor

Untersuchung der Beinachse Die äußere Inspektion der Beinachse im Kniegelenk leitet die Untersuchung von Knieschmerzen ein. Fehlstellungen (O-Bein oder X-Bein) können Knieschmerzen verursachen. © Gelenk-Klinik.de

Anamnese von Knieschmerzen

Zunächst wird der Orthopäde Alter und Lebensgewohnheiten sowie Sportaktivitäten und frühere Ereignisse und Erkrankungen erfragen.

Unfallhergang oder Überlastung?

Danach sind auch die näheren Umstände Ihrer Knieschmerzen wichtig: Gab es einen Belastungswechsel, etwa die Aufnahme oder Änderung eines Trainings? Gab es einen Unfall, Sturz oder ein Umknicken des Kniegelenks?

Muster der Schmerzentstehung

Das Muster der Schmerzauslösung ist ebenfalls wichtig: Wird der Knieschmerz ausgelöst durch eine bestimmte Aktivität? Tritt der Knieschmerz plötzlich auf und ist stechend? Ist er unabhängig von einer bestimmten Bewegung, und macht sich schon als chronischer Ruheschmerz bemerkbar?

Durch spezifische Tests untersucht der Kniespezialist Beweglichkeit oder Blockaden des Kniegelenks. Er hört auf Reibe-, Knack- und Knirschgeräusche im Gelenk. Diese Geräusche können Hinweise auf Verletzungen oder Degeneration des Kniegelenks sein.

Genauer Ort (Lokalisation) von Knieschmerzen

Der genaue Ort des Knieschmerzes (an der Innenseite, Außenseite oder als vorderer Knieschmerz) gibt dem Kniespezialisten wichtige Hinweise auf die Ursache. Die Lokalisation ist bei allen Arten des Knieschmerzes allein kein sicherer Hinweis: Knieschmerzen können auch aus anderen Bereichen ins Knie hinein ausstrahlen: z. B. äußerer Knieschmerz als Symptom einer Hüftarthrose.

Die Untersuchung der Beweglichkeit des Knies oder möglicher Bewegungsblockaden in Verbindung mit Schmerzen gehören zur klinischen Untersuchung des Knieschmerzes.

Vorsicht bei der Selbstdiagnose des Knieschmerzes

Für die Ermittlung der tatsächlichen Ursache des Schmerzes ist in jedem Fall eine Untersuchung durch den erfahrenen Kniespezialisten angeraten.

Durch eine Selbstdiagnose oder eine unzureichende Untersuchung kann der Patient wichtige Behandlungsmöglichkeiten versäumen. Auch junge Patienten mit Knieschmerzen sollten dieses beachten und sich rechtzeitig beraten lassen. Es ist nicht empfehlenswert, trotz vorhandener Knieschmerzen im Knie weiter zu trainieren oder über längere Zeit zu warten, ob sie "von alleine" wieder weggehen.

Bildgebende Untersuchung von Knieschmerzen

Mithilfe der bildgebenden Untersuchung (Radiologie) können die Strukturen im Kniegelenk direkt sichtbar gemacht werden. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass z.B. ein Röntgenbild oder ein MRT-Bild alleine noch keinen entscheidenden Hinweis auf eine bestimmte Erkrankung des Kniegelenks geben können. Die Befunde der Bildgebung müssen immer im Zusammenhang einer ausführlichen klinischen Untersuchung und Befragung des Patienten interpretiert werden. Dabei haben die unterschiedlichen Verfahren der Bildgebung unterschiedliche Stärken und Schwächen bei der Analyse bestimmter Ursachen ihrer Knieschmerzen.

Ultraschalluntersuchung

Bei der Ultraschalluntersuchung kann der Kniespezialist direkt ihre Sehnen, Bänder und Muskeln begutachten. Dabei bleibt das Kniegelenk beweglich das heißt die Ultraschalluntersuchung kann, anders als das Röntgen, die Funktion der möglicherweise verletzten Gewebe direkt darstellen. Verletzungen können direkt dargestellt werden. Auch Wassereinlagerungen im Gewebe oder an Sehnen (Ödeme) und Einblutungen (Hämatome) können im Ultraschall gezeigt werden.

Röntgenuntersuchung

Die Röntgenaufnahme hat ihre Stärke in der Darstellung der Knochenstrukturen. Da die Knochen durchleuchtet werden, ist das Röntgenbild aus jeder Perspektive immer eine flächige Darstellung. Dennoch ist das Röntgenbild von grundlegender Bedeutung für die Darstellung von Knochenverletzungen, Frakturen oder Wassereinlagerung im Knie (Ödeme). Das Röntgenbild kann Weichteile und Knorpel zwar nicht direkt sichtbar machen: Aber es kann vor allem bei belasteten Aufnahmen, also wenn der Patient beim Röntgen auf dem Bein steht, die Funktion dieser Gewebe durch die veränderten Lage Verhältnisse der Knochen im Gelenk deutlich darstellen. So kann z.B. eine Kniearthrose durch eine Einengung des Gelenkspaltes zwischen Femur (Oberschenkel) und Tibia (Schienbein) im Röntgenbild eindeutig gezeigt werden.

Magnetresonanztomografie

Die Magnetresonanztomographie (MRT) kommt immer dann zum Einsatz, wenn man sehr hochaufgelöste Darstellungen von Weichteilgeweben benötigt. Ähnlich wie das Ultraschall hat die MRT-Untersuchung ihre Stärke bei der Untersuchung von Knieschmerzen bei der Darstellung von Muskeln, Sehnen, Bändern, und Knorpelgeweben. Veränderungen des Gewebes wie Wassereinlagerung oder Fetteinlagerung, sowie strukturelle Schäden an den Sehnen können mit dem MRT recht eindeutig gezeigt werden. Das MRT ist also immer dann unerlässlich, wenn die klinische Untersuchung einen deutlichen Hinweis auf eine Reizung oder Verletzung im Kniegelenk gibt. So kann z.B. ein Kreuzbandriss oder ein Meniskusriss durch das MRT recht genau dargestellt werden. Um eine medizinisch verwertbare Analyse zu erhalten müssen die Schäden mit den Ergebnissen der klinischen Untersuchung genau verglichen werden.

Computertomografie (CT)

Die Computertomographie (CT) ist eine Röntgenuntersuchung, bringt also auch Strahlenbelastung mit sich. Das Ct liefert dreidimensionale Bilder. Das macht die Computertomografie immer dann unersetzlich, wenn bei Frakturen der genaue Verlauf der Fraktur im Knochen dargestellt werden soll. Mit Hilfe der Computertomografie erhält der untersuchende Arzt eine detaillierte Serie von Schnitt Bildern. Sie erlauben es, den verletzten Knochen aus jeder Perspektive zu betrachten.

Es gibt zwei wichtige Ursachen, die für die allermeisten Kniebeschwerden verantwortlich sind: Unfall (Trauma) und Kniearthrose.

Laboruntersuchungen bei Knieschmerzen

Zur Untersuchung von Knieschmerzen gehört immer auch eine Laboruntersuchung. Im Labor wird entweder die Gelenkflüssigkeit aus der Gelenkkapsel oder das Blut des Patienten untersucht. Dabei können außerhalb des orthopädischen liegende, medizinische Ursachen von Knieschmerzen festgestellt werden. Die Laboruntersuchung hat ihre Stärke in der Darstellung der Stoffwechselsituation: Harnsäurestoffwechsel, das Vorliegen von Entzündungszeichen, Hinweise auf bakterielle Infektionen können im Labor ermittelt werden. Daher gehört bei Verdacht auf rheumatisch bedingte Kniebeschwerden, Gicht, bakterielle Infektionen, immer auch eine Laboruntersuchung zu einer vollständigen Abklärung ihrer Knieschmerz-Ursachen.

Punktion des Kniegelenks bei Knieschmerzen

Zur Punktion von Gelenkflüssigkeit im Kniegelenk sticht der untersuchende Arzt mit einer Nadel in die Gelenkkapsel: So kann er durch die Nadel die Gelenkflüssigkeit direkt absaugen. Dabei wird zunächst die Konsistenz und die Farbe der Gelenkflüssigkeit durch den optischen Eindruck bewertet.

Nach Verletzungen enthält die Gelenkflüssigkeit meist etwas Blut und ist daher rötlich gefärbt.

Bei bakteriellen Infektionen ist die Gelenkflüssigkeit sehr trübe und nicht mehr durchsichtig.

Bei einer Gichterkrankung ist die Gelenkflüssigkeit eher gelb oder milchig. Die gewonnene Gelenkflüssigkeit kann bei Verdacht auf bakterielle Infektion auch in einem Labor auf Erreger getestet werden. Bei der Punktion der Gelenkflüssigkeit ist es wichtig, steril zu arbeiten, um Infektionen zu vermeiden.

Blutuntersuchung bei Knieschmerzen

Bei der Blutuntersuchung wird eine geringe Menge von Blut mit Hilfe iener Injektionsnadel aus einer Armvene entnommen. Neben der Darstellung des Blutbildes gibt es auch ganz bestimmte Hinweise auf Ursachen von Knieschmerzen. So kann bei Verdacht auf rheumatisch bedingte Knieschmerzen das Vorkommen spezifischer Rheumawerte im Blut im Labor ermittelt werden.

Das erhöhte Vorkommen von bestimmten Stoffwechselendprodukten, wie z. B. Harnsäure, gibt Hinweise auf Stoffwechselstörungen als Ursache der Gelenkschmerzen. Dabei können auch so seltene Ursachen wie z.b. Hämochromatose, eine erblich bedingte Erhöhung des Eisenspiegels im Organismus, als Ursache von schmerzhaften Veränderungen im Kniegelenk gefunden werden.

Knieschmerzen vorbeugen, wie geht das?

  • Knieschoner tragen.
  • Kompressionsstrümpfe und Kompressionshosen.
  • Propriozepitives (Geschicklichkeits-) Training (Balance Board)
  • Lauftechnik und Ganganalyse.
  • Gewichtskontrolle.
  • Belastungswechsel - monotones Training vermeiden.
  • Aufwärmen und Dehnen vor dem Training.

Am Besten ist es natürlich, wenn die Knieschmerzen gar nicht erst auftreten. Wie also können sie Knieschmerzen vorbeugen?

Übertreiben Sie es nicht beim Training. Hören Sie auf ihren Körper und bauen sie ihre Sportbelastung beim Neueinstieg nicht zu schnell auf. Trainieren Sie öfter, aber nicht zu intensiv: Versuchen Sie auch, sich maßvoll zu belasten. Achten Sie nach intensivem Training auf ausreichend Regenerationszeit.

Tragen Sie auf keinen Fall im Alltag zu schwere Lasten.

Bei sturzgefährdenden Aktivitäten, wie Roller-Skating oder Schlittschuhfahren, sollten Sie Knieschützer tragen, um Verletzungen von Kniegelenk und Kniescheiben zu vermeiden.

Auch bei handwerklichen Tätigkeiten, die länger dauerndes Knien erfordern, wie z. B. Gartenarbeit oder Fliesen verlegen, tragen Sie bitte Knieschoner. So verringern Sie die Belastung der Kniescheiben.

Bei Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball, helfen Kompressionsstrümpfe oder Kompressionshosen erwiesenermaßen bei der Vermeidung von Verletzungen.

Die regelmäßige Durchführung eines propriozeptiven Trainings (propriozeptiv = die Selbstwahrnehmung und Geschicklichkeit schulend) , wie zum Beispiel mit dem Balanceboard ("Wackelbrett"), kann die Rate an Knieschmerzen durch Verletzungen bei Kontaktsportarten deutlich absenken. Kreuzbandverletzungen werden dadurch deutlich reduziert.

Achten Sie darauf, sich vor dem Sport ausreichend zu dehnen.

Verwenden Sie angemessene Lauftechniken. Lassen Sie sich beim Kauf von Laufschuhen professionell beraten. Wenn möglich, lassen Sie Ihre Abrollbewegung analysieren.

Wenn sie nach dem Sport einen Gelenkschmerz haben, dann legen Sie solange eine Sportpause ein, bis der Schmerz wieder abgeklungen ist.

Trainieren Sie nicht mit Knieschmerzen oder unter dem Einfluss von Schmerzmitteln. Passen Sie Ihre Belastung an ihren Trainingszustand, ihr Körpergewicht und ihr technisches Können an.

Trainieren Sie auf keinen Fall bis zur Erschöpfung, denn das erhöht die Verletzungswahrscheinlichkeit.

Laufsportler müssen ihr Gewicht kontrollieren um Knieschmerz zu vermeiden.

Wenn Sie ein höheres Körpergewicht haben, dann wählen Sie bitte gelenkschonende Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen, um Kondition aufzubauen. Variieren Sie Ihr Lauftraining und bauen ihre Laufstrecke nur langsam auf, so dass ihre Sehnen Knorpel und Gelenke sich an die zunehmende Belastung anpassen können.

Joggen Sie nicht überwiegend auf ebenen, geteerten Böden: Diese federn nicht. Außerdem variiert bei unebenen Böden die Belastung dauernd. Durch die Ausgleichsbewegungen im Stützapparat bei unebenem Boden werden die Schutzreflexe trainiert: Der Körper bleibt also wacher, Bänder, Muskel und Sehnen werden in natürlichen Umgebungen auf eine differenzierte Art und Weise gefordert und einseitige Belastung vermieden.

14 einfache Übungen gegen Knieschmerzen

Im folgenden empfehlen wir Ihnen einfache Übungen gegen Knieschmerzen. Bitte beachten Sie, dass Sie länger dauernde Knieschmerzen stets orthopädisch untersuchen lassen sollten. Diese Übungen sind also nur nach einer ärztlichen Abklärung empfehlenswert.

Übung 1: Knie pendeln lassen

Übung Knie pendeln lassen 1. Übung: Knie pendeln lassen. Die durch Pendeln angeregte Bildung von Gelenkschmiere ist gut gegen Knieschmerzen. © Gelenk-Klinik.de

Bei dieser Übung müssen Sie sitzend das Knie pendeln lassen (möglichst mit Gewicht am Sprunggelenk). Das Kniependeln fördert die Bildung von Gelenkschmiere und wirkt vorbeugend gegen Arthrose. Patienten mit Kniearthrose sollen diese Übung immer dann durchführen, wenn sich das Knie müde anfühlt oder sie nach einer längeren Anstrengung Knieschmerzen haben. Diese Pendelbewegung ohne Belastung fördert die Knorpelernährung und bekämpft so die Knieschmerzen. Dauer: ca. 1 Minute.

Übung 2: Knie ausgestreckt in der Luft halten

Übung Knie ausgestreckt halten 2. Übung: Knie ausgestreckt halten. Die Streckung verbessert Koordination und Kraft im Knie und reduziert so Knieschmerzen. © Gelenk-Klinik.de

Das Knie im Sitzen ausstrecken und dabei die maximale Streckung anstreben. Dies mobilisiert das Kniegelenk und fördert zudem die Beweglichkeit im Alltag. Eine Gewichtsmanschette am Sprunggelenk kräftigt zusätzlich den Quadrizeps am Oberschenkel. Ist kein Gewicht zur Hand, so kann diese Knie-entlastende Übung auch durch Tragen eines Stiefels oder Skischuhs durchgeführt werden. Auf jeder Seite 10 mal wiederholen.

Übung 3: Knie bei aufgelegter Ferse im Sitzen durchdrücken

Übung Knie pendeln lassen 3. Übung: Knie im Sitzen durchdrücken. Das erleichtert das Mobilisieren des Knies nach Verletzungen oder OPs, wenn Knieschmerzen die Beweglichkeit schon reduziert haben. © Gelenk-Klinik.de

Das Bein wird im Sitzen auf einen Hocker oder ähnliches aufgelegt und dann aktiv durchgedrückt. Diese Übung ist besonders hilfreich nach Operationen sowie nach akuten Knieverletzungen. Sie unterstützt die volle Beweglichkeit des Kniegelenks und erhält den vollständigen Bewegungsradius des Gelenks. Fehlhaltung und Bewegungseinschränkung wird vorgebeugt. Bei Schmerzen oder fehlender Beweglichkeit sanft mit den Händen nachhelfen. Dauer der Übung: ca. 1 Minute.

Übung 4: "Boden wischen" im Sitzen"

Boden wischen im Sitzen 4. Übung: Boden wischen im Sitzen verbessert die Beweglichkeit des Kniegelenks und reduziert Schmerzen. © Gelenk-Klinik.de

Auf einem Hocker sitzend, den Boden mit dem Fuß „wischen“. Bitte das Handtuch dabei gleichmäßig vor- und zurückbewegen und mit dem Fuß stets den Kontakt zum Boden behalten. Diese Übung erhöht die Beweglichkeit des Kniegelenks. Fortgeschrittene können diese Übung auch im Stehen ausführen. Das Kniegelenk des Standbeins wird dadurch zusätzlich gekräftigt. Dauer: Mit jedem Fuß ca. 1 Minute "wischen".

Übung 5: Dehnung des Oberschenkelmuskels (Quadrizeps)

Dehnung des Oberschenkelmuskels (Quadrizeps) 5. Übung: Dehnung des Oberschenkelmuskels (Quadrizeps) erhöht die Beweglichkeit und verbessert die Koordination. © Gelenk-Klinik.de

Die Ferse wird im Stehen bei gestrecktem Oberschenkel langsam nach oben an das Gesäß gezogen. Diese Übung dehnt den Quadrizeps und verbessert Koordination und Stabilität des Kniegelenks. Bei eingeschränkter Beweglichkeit können Sie den Ablauf auch mit einem Handtuch unterstützen (Variante). Führen Sie diese Übung durch, ohne sich festzuhalten. So trainiert dies auf besondere Weise auch Haltemuskulatur und Gleichgewicht im Standbein. Diese Dehnung ca. 1 Minute halten.

Übung 6: Einbeinstand auf weichem Untergrund

Einbeinstand auf weichem Untergrund 6. Übung: Einbeinstand auf weichem Untergrund kräftigt das Kniegelenk und verbessert die Koordination. © Gelenk-Klinik.de

Der Einbeinstand auf weichem Untergrund (beispielsweise einem zusammengerollten Handtuch) verbessert die Koordination in Knie und Sprunggelenk des Standbeines. Dabei wird auch die Rückenmuskulatur miteinbezogen und die tiefliegenden Muskeln - wichtig für Stabilität und Gleichgewicht - besonders gekräftigt. Gleichzeitig ist diese Knieübung eine gute Vorbeugung gegen Stürze und Unfälle. Um das Gleichgewicht zu fördern, fixieren Sie bitte mit dem Blick einen Punkt an der Wand. Anfangs bitte in der Nähe der Wand oder einer Stuhllehne durchführen, um Stürze zu vermeiden. Die Variante für Vorsichtige: Um in die Übung sanft einzusteigen, den Fuß erst einmal nur leicht anheben. Vereinfachung: Wenn Sie sich unsicher fühlen können Sie diese Knieübung zunächst auch auf ebenem Untergrund durchführen. Dauer: 3-10 mal 15 Sekunden lang halten.

Knieschmerz-Übung 7: Ausfallschritt mit Wippe

Ausfallschritt mit Wippe 7. Übung: Ausfallschritt mit Wippe zur Kräftigung der Muskulatur des Beines. Die Muskulatur entlastet das Gelenk und beugt Knieschmerzen vor. © Gelenk-Klinik.de

Der Ausfallschritt bei dieser Übung dient vor allem der Kräftigung des vorderen Beins. Fortgeschrittene können die Belastung noch vergrößern, indem sie das Knie des hinteren Beines möglichst tief in Richtung Boden bewegen, jedoch ohne dort aufzusetzen. Diese Knieübung ca. 1 Minute halten und leichte Wippbewegungen durchführen, dann das Bein wechseln und wiederholen.

Übung 8: Mit dem Pezziball und gebeugten Knien gegen die Wand lehnen

Mit dem Pezziball und gebeugten Knien gegen die Wand lehnen 8. Knieübung: Mit dem Pezzi-Ball und gebeugten Knien gegen die Wand lehnen. Das kräftigt die Muskulatur und bekämpft die Entstehung von Knieschmerzen. © Gelenk-Klinik.de

Mit dem Rücken und gestreckten Beinen gegen den Ball an der Wand lehnen. Die Füße stehen dabei ein Stück vor den Knien.

Für Fortgeschrittene: Führen Sie diese Knieübung auf den Zehenballen stehend aus. Dann langsam die Wand hinunter "rollen" bis eine in der Luft "sitzende“ Haltung erreicht ist. Anschließend wieder nach oben bewegen. Diese Übung ist ideal zur Kräftigung der Beinmuskulatur. Sie kann auch mit einem kleineren Ball durchgeführt werden, das ist einfacher. Dauer: 10 Mal hoch- und wieder herunterbewegen.

Übung 9: Kniebeugen (Squads) kräftigen die Beinmuskulatur

Kniebeugen (Squads) kräftigen die Beinmuskulatur 9. Knieübung: Kniebeugen (Squads) kräftigen die Beinmuskulatur. Die kräftigere Muskulatur beugt Knieschmerzen vor. © Gelenk-Klinik.de

In die Hocke gehen, die Arme nach vorne ausgestreckt halten und dann wieder aufrichten. Mit den Beinen dabei hüftbreit stehen. Diese Übung ist sehr vielseitig: Sie kräftigt die Bein-, Gesäß-, und die Rückenmuskulatur um die Lendenwirbelsäule herum. Vorsicht: In der Hockstellung nicht mit dem Knie nach Innen wegknicken oder über die Fußspitzen hinausragen. Der Rücken bleibt immer gerade. Fortgeschrittene können die Kniebeugen auch ganz tief ausführen. Bitte ca. 10 mal wiederholen.

Knieübung 10: Auf der Stelle gehen ("Moonwalk")

Auf der Stelle gehen 10. Knieübung: Auf der Stelle gehen und den Stoffwechsel im Kniegelenk und im Gelenkknorpel verbessern. Das erhält den Knorpel und beugt Knieschmerzen vor. © Gelenk-Klinik.de

Abwechselnd und dynamisch die Fersen vom Boden heben und wieder absenken, so als ob sie auf der Stelle gehen. Bei dieser Übung werden die Schritte bzw. das Vorwärtslaufen nur vorgetäuscht. Das „Auf-der-Stelle-gehen“ kräftigt beide Beine und stärkt zudem Knie- und Sprunggelenksachse. Diese Knieübung dynamisch durchführen und auf jeder Seite ca. 10 Mal wiederholen.

Knieübung 11: Knie in Rückenlage nach oben ausstrecken

Knie in Rückenlage nach oben ausstrecken 11. Knieübung: Knie in Rückenlage nach oben ausstrecken. Die Dehnung der Rückseite des Oberschenkels und die Kräftigung entlasten das Kniegelenk und beugen Knieschmerzen vor. © Gelenk-Klinik.de

Auf dem Rücken liegend wird das Bein nach oben gestreckt. Diese Übung verbessert die Beweglichkeit des Knies und dehnt die hintere Oberschenkelmuskulatur. Dies beugt Verkürzungen der Muskulatur vor, die im Rahmen unserer sitzenden Lebensweise häufig auftreten. Falls erforderlich mit einem Handtuch, einem Gürtel oder der Hand nachhelfen, um das Bein für ca. eine Minute in der gestreckten Position zu halten.

Knieübung 12: Bei gestrecktem Bein Ferse aufstellen und nach vorne beugen - Dehnung der hinteren Beinmuskulatur

Bei gestrecktem Bein Ferse aufstellen und nach vorne beugen -Dehnung der hinteren Beinmuskulatur 12. Knieübung: Bei gestrecktem Bein Ferse aufstellen und nach vorne beugen - Dehnung der hinteren Beinmuskulatur verbessert die Beweglichkeit und die Koordination im schmerzenden Kniegelenk © Gelenk-Klinik.de

Ferse mit angezogener Fußspitze auf eine „Stufe“ stellen und leicht nach vorne beugen, ca. 1 Minute halten, dann das Bein wechseln.

Übung 13: Exzentrische Waden-Dehnung

Exzentrische Waden-Dehnung 13. Knieübung: Exzentrische Waden-Dehnung. © Gelenk-Klinik.de

Beide Füße stehen parallel zueinander auf einer Stufe. Auf die Zehenspitzen stellen und dann langsam wieder absinken lassen. Diese Knieübung bewirkt eine passive Dehnung der Wadenmuskulatur und Achillessehne. Um das Gleichgewicht zu halten und Stürze zu vermeiden, sollte man Halt bei einem Partner oder einer Stuhllehne suchen - zumindest bis die Bewegung eingeübt ist. Diese kann auch einseitig durchgeführt werden: Dabei sinkt nur die Ferse eines Beines nach unten, das andere Bein hält das Gleichgewicht. Bitte ca. 10 Mal wiederholen.

Übung 14: Knie gegen den Widerstand eines Therabandes durchdrücken

Knie gegen den Widerstand eines Therabandes durchdrücken 14. Knieübung: Knie gegen den Widerstand eines Therabandes durchdrücken. Das Knie wird gekräftigt, die Koordination wird verbessert. © Gelenk-Klinik.de

Im Stehen das Knie gegen den Widerstand des Therabandes nach hinten ziehen. Befestigen Sie das Theraband an einem festen Gegenstand (Tischbein, Treppengeländer, Heizung). Diese Übung kräftigt die Beinmuskulatur und verbessert die Koordination des gegenüberliegenden Beines. Die Streckung des Beines wird verbessert. Bitte ca. 10 Mal mit dem einen, und dann mit dem anderen Bein wiederholen.

Ärztliche Behandlung vom Knieschmerz

Bei dauerhaften Knieschmerzen sollten Sie auf jeden Fall der Rat eines erfahrenen Kniespezialisten einholen. Er kann die notwendigen Diagnosen durchführen. Dabei kann er feststellen, was der Auslöser Ihrer Knieschmerzen ist. Er kann auch seltene Erkrankungen wie Osteoporose, Knocheninfarkte (Osteonekrose) oder Tumore erkennen, die die Ursache für Knieschmerzen sein können.

Häufig handelt es sich beim Knieschmerz nur um die Folge einer Überbeanspruchung oder Überlastung: Nach einiger Zeit der Schonung klingt sie wieder ab. Unterstützend helfen Kühlung und entzündungshemmende Schmerzmittel.

Man sollte jedoch mit dem Gang zum Facharzt nicht allzu lange zögern: Die Verschleppung von Knieverletzungen kann zu irreparablen Folgeschäden führen. Wir empfehlen: Eine kurze diagnostische Abklärung ist besser, als durch Nichtbehandlung chronische Knieschmerzen oder Kniearthrose zu riskieren.

Knieschmerz konservativ behandeln

  • Schmerzmittel und Entzündungshemmer (Antiphlogistika ).
  • Gewichtsabnahme, vor allem bei Gelenkverschleiß.
  • Orthopädische Schuhe zur Korrektur von Fehlstellungen im Kniegelenk.
  • Orthesen zur Stabilisierung des Kniegelenk.
  • Muskeltraining und Muskelaufbau.
  • Wärme-Therapie.
  • Elektrotherapie mit Heilstrom
  • Ultraschalltherapie
  • Physikalische Therapie (Wärme, Kälte, Strom)
  • Zellbiologische Regulationstherapie

Wie kann der Arzt Ihre Knieschmerzen konservativ behandeln?

Knieschmerzen sind sehr weit verbreitet. Die wenigsten Patienten benötigen eine Operation. In den allermeisten Fällen können Knieschmerzen mit konservativen Mitteln gut behandelt werden.

Die Behandlung der Knieschmerzen richtet sich dabei nach der Ursache ihrer Schmerzen.

Therapie von Knieschmerzen bei Arthrose im Kniegelenk

Knieschmerzen bei Arthrose konservativ behandeln:
  • Gewichtsreduktion.
  • Ausgewogene Ernährung.
  • Ungesättigte Omega-3-Fettsäuren(Fischöl) reduzieren Entzündungen.
  • Hyaluronsäureinjektion
  • Physiotherapie und Knieübungen

Die Grundlage der Therapie an der Kniearthrose ist eigentlich immer eine Lebensstil-Anpassung. Die wenigsten Patienten mit Kniearthrose benötigen jemals in Ihrem Leben eine Operation oder gar eine Knieprothese. Zentral für die Therapie der Kniearthrose ist die Anpassung der Ernährung (wenig Fleisch, wenig Zucker viel Gemüse und nährstoffreiche Kost) und der Lebensweise. Wenn es gelingt, ist eine Gewichtsreduktion sehr vorteilhaft: Mit jedem Kilo weniger auf dem Knie reduzieren Sie Ihre Knieschmerzen, Ihre Knieentzündungen und verlängern die Lebensdauer Ihres Kniegelenks deutlich.

Bei fortgeschrittener Arthrose und chronischen Knieschmerzen setzt der Kniespezialist bei Kniearthrose auch nichtsteroidale Schmerzmittel (NSAR) ein.

Wenn der Knorpelabbau noch nicht soweit fortgeschritten ist, können Hyaluronsäure-Injektionen in das Kniegelenk helfen, die Knieschmerzen zu reduzieren und die Lebensdauer des Knorpels im Kniegelenk zu verlängern.

Bei Kniearthrose ist es für die Therapie sehr wichtig die genaue Ursache der Knieschmerzen zu ermitteln. Nicht immer werden Knieschmerzen direkt durch Gelenkverschleiß in den Gelenkflächen verursacht: Häufig schmerzt das Knie aufgrund einer Verkürzung von Sehnen und Muskeln sowie einer unbeweglichen Verhärtung der Muskulatur rund um das Kniegelenk.

In diesen Fällen können wird durch physiotherapeutische Behandlung wie z.b. zellbiologische Regulationstherapie (ZRT®-Matrix-Therapie) zur Regeneration der Muskulatur und später auch durch kräftigende Physiotherapie den Knieschmerz trotz Arthrose besiegen.

Konservative Therapie von Knieschmerzen bei rheumatischen Beschwerden

Es gibt zahlreiche Ursachen für rheumatisch bedingte Knieschmerzen. Dazu gehören Autoimmunerkrankungen oder Stoffwechselstörungen wie Gicht oder Hämochromatose. Die rheumatische Entzündung ist deswegen so gefährlich, weil sie auch direkt den Gelenkknorpel im Kniegelenk angreift. Deswegen ist es wichtig, die Entzündungen so schnell wie möglich zu vermindern. Das geschieht in der Regel durch medikamentöse Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) sowie immunmodulierenden Medikamenten.

Darüber hinaus ist es auch wichtig, die Muskeln rund um das Knie regelmäßig zu kräftigen. Bewegung und ein intakter Stoffwechsel werden immer entzündungshemmend. Daher ist - wann immer die Schmerzen es erlauben - auch Bewegung, ZRT®-Matrix-Therapie und Physiotherapie wirksam gegen rheumatische Knieschmerzen.

Operationen bei Knieschmerzen - wann sind sie sinnvoll?

Knieschmerzen erfordern immer nur dann eine Operation, wenn dauerhafte Schäden im Knie entstanden sind. Dazu gehören Risse und Verletzungen an Sehnen, Bändern und Meniskus. Bei den Knochen spricht man bei Verletzungen von Frakturen (Knochenbrüche). Die Gelenkflächen unterliegen häufig einem schweren Gelenkverschleiß (Kniearthrose).

Knieschmerz-Operationen nach Verletzung des Kniegelenks

Meniskusriss und Meniskusoperation

Bei einer Verletzung des Meniskus - meistens durch Verdrehung oder Umknicken des Kniegelenks (Distorsionsverletzungen) - kann es zu ganz unterschiedlichen Schäden an den wichtigen Stoßdämpfern im Knie kommen.

Je nach Lage, Ausmaß und Auswirkungen des Meniskusrisses kann eine Resektion (Entfernung) oder eine Naht des Meniskus helfen, das Kniegelenk wieder zu stabilisieren und so vor einer vorzeitigen Kniearthrose zu bewahren. Diese Meniskusoperation wird arthroskopisch durchgeführt.

Operation nach schmerzhaftem Kreuzbandriss

Die Verdrehung des Kniegelenks kann auch zu einer Ruptur (Riss) des Kreuzbandes führen. Die dadurch entstehende Überbeweglichkeit des Kniegelenks nach vorne oder nach hinten belastet Knorpel und Meniskus, und kann zu einer frühen Kniearthrose führen. Das Annähen (Refixation ) des Kreuzbandes oder die Rekonstruktion (Ersatz) des Kreuzbandes ist geeignet, die Stabilität im Kniegelenk wiederherzustellen.

Operation bei Schmerzen hinter der Kniescheibe

Knieschmerzen aufgrund einer nicht optimalen Platzierung der Kniescheibe (Patella) in der Gleitrinne der Kniescheibe (Trochlea), können ebenfalls operiert werden. Bei der Kniescheibenoperation kommt es darauf an, den Lauf der Kniescheibe im Kniegelenk zu verbessern.

Knieschmerz-Operation bei Entzündungen des Kniegelenks

Wenn das Kniegelenk aufgrund einer rheumatischen Entzündung oder eines bakteriellen Infektes geschwollen und überwärmt ist, kann eine Operation ebenfalls helfen.

In vielen Fällen sitzt die Entzündung in der Gelenkschleimhaut auf der Innenseite der Gelenkkapsel. Mit Hilfe eines minimalinvasiven Eingriffes (Arthroskopie), kann die entzündete Gelenkschleimhaut (Synovia) entfernt werden. Man spricht bei dieser Operation von einer Synovektomie.

Kurze Zeit nach der Entfernung der Gelenkschleimhaut, bildet Sie sich schon wieder neu.

Operationen bei Knieschmerzen wegen Arthrose des Kniegelenks

Beim Verschleiß des Kniegelenks (Kniearthrose) gibt es zwei Arten von operativen Therapien. Die gelenkerhaltenden Eingriffe unterstützen die Gelenkfunktion und versuchen, den Verschleiß zu reduzieren oder ganz zu stoppen. So kann Kniearthrose dauerhaft verlangsamt oder gestoppt werden.

Bei schwerer Kniearthrose und irreversiblem Gelenkverschleiß, kann nur noch der Ersatz des natürlichen Kniegelenks durch eine Prothese helfen. Für eine gelenkerhaltende Therapie des Knieschmerzes ist es dann zu spät.

Gelenkerhaltende Operation bei schmerzhafter Kniearthrose

Eine wichtige Operation bei Gelenkverschleiß im Knie ist die Knorpeltherapie durch Knorpelverpflanzung. Dabei wird durch die Verpflanzung körpereigenen Gelenkknorpels einen lokal begrenzten Knorpelschaden im Kniegelenk zu beheben, um so der Entwicklung einer Kniearthrose vorzubeugen. Man spricht hier von einer Knorpeltransplantation.

Wenn der Gelenkverschleiß eine Fehlbelastung des Kniegelenks als Ursache hat, wie z.B. eine X-Bein- oder O-Beinfehlstellung im Kniegelenk, kann man mit einer Umstellungsoperation am Knie (Osteotomie) die Belastungslinien im Kniegelenk wieder korrigieren. Dabei wird der Knochen des Schienbeins durchtrennt und mit Hilfe von Platten in einer leicht korrigierten Position wieder zusammengeheilt.

Gelenkersatz bei schwerer Kniearthrose: Knieteilprothese und Vollprothesen

Wenn die Gelenkflächen durch eine Fraktur oder durch starken Gelenkverschleiß (Arthrose) zerstört sind, kann nur noch eine gelenkersetzende Therapie, also eine Endoprothese des Kniegelenks helfen.

Wir bemühen uns, auch bei der Endoprothetik des Kniegelenks möglichst gelenkerhaltend zu arbeiten.

Das bedeutet: Kleinere Knorpelschäden in einem der Kompartimente des Kniegelenks oder hinter der Patella können durch kleine Implantate (WAVE®-Implantate) oder Repicci-Prothesen behandelt werden.

Beim Einsatz der Teilprothesen des Kniegelenks bleiben alle übrigen Bereiche des Kniegelenks, sowie Seitenbänder, Kreuzbänder und Menisken intakt. Die Knieschmerzen, die durch die Schäden in einem begrenzten Bereich des Kniegelenks ausgelöst wurden, werden durch Teilprothesen nachhaltig therapiert. Der Einsatz einer Vollprothese kann dadurch bis zu 15 Jahre hinausgezögert werden.

Wenn die Arthrose die Gelenkflächen im Kniegelenk sehr großflächig zerstört hat, kann nur noch eine Knieprothese helfen. Bei der Knieprothese werden in beiden Kompartimenten des Kniegelenks die Gelenkflächen ersetzt.

Die Knie -TEP ist eine sehr erfolgreiche Operation: Die Knievollprothesen halten 15 bis 25 Jahre, und ermöglichen dem Knieschmerz-Patienten wieder eine schmerzfreie Mobilität im Alltag. Wir versuchen aber, den Ersteinsatz der Knie Vollprothesen durch gelenkerhaltende Therapie und Knieteilprothesen so lange hinauszuzögern, dass wir unseren Patienten möglichst lebenslang eine Wechseloperation der Knie - TEP ersparen können.

Unterschiedliche Arten von Knieschmerzen und ihre Ursachen

Bei der Untersuchung von Knieschmerzen muss der Kniespezialist häufig aus mehreren möglichen Ursachen auswählen. Dabei liefert die genaue Wahrnehmung des Knieschmerzes wichtige Hinweise: Was sind die Umstände oder Bewegungen, unter denen der Knieschmerz auftritt. Was ist die genaue Position Ihres Knieschmerzes? Welche Art von Schmerzen treten auf?

Wir wollen im Folgenden einigen typischen Schmerzarten und Lokalisationen eine Reihe von möglichen Erkrankungen des Kniegelenks zuordnen.

Vorderer Knieschmerz oder Schmerz an der Kniescheibe

Für den vorderen Knieschmerz ist meistens eine Erkrankung der Patella (Kniescheibe) oder der Patellasehnen verantwortlich. Die Patella selbst kann keinen Schmerz auslösen: Als an vier Bändern frei aufgehängter Knochen wird die Kniescheibe nicht durch Nervenfasern oder Blutgefäße versorgt. Vordere Knieschmerzen aufgrund der Kniescheibe betreffen daher meistens die Sehnen, an denen die Patella horizontal und vertikal aufgehängt ist, oder aber das patellofemorale Gleitlager (lat: Trochlea). Das ist die leicht vertiefte Gelenkfläche, das die Patellarückseite mit der Rinne im Oberschenkelknochen bildet.

Patellafehlstellung

Vorderer Knieschmerz kann von der Kniescheibe (Patella)Verformung der Patella (Patella-Dysplasie) können die Ursache dieser Störung der Kniescheibe sein.

Die Kniescheibe ist gelenkig mit dem Oberschenkelknochen verbunden. Sie ist an vier Bänderm beweglich aufgehängt. Die Kniescheibe ist gelenkig mit dem Oberschenkelknochen verbunden. Sie ist an vier Bändern beweglich aufgehängt. Die Rückseite der Patella bildet eine Gelenk mit dem Oberschenkelknochen. Die patellofemorale Gleitrinne im Oberschenkel wird auch als Trochlea bezeichnet. © Istockphoto.com / MedicalArtInc

Stechende Knieschmerzen durch Kniescheibenverrenkung (Patellaluxation)

Eine der Folgen der Patelladysplasie kann einmaliges oder chronisches, also regelmäßiges Ausrenken (Dislokation) der Patella sein. Dabei entstehen stechende Schmerzen und völlige Unbeweglichkeit des Kniegelenks. Erst, wenn die Patella wieder eingerenkt ist, wird das Knie wieder beweglich.

Chronische Knieschmerzen durch Patellaarthrose und Chondromalazie

Wenn die Dysplasie der Patella schon länger andauert oder häufiger Ausrenkungen erfolgt sind, kann der Knorpel hinter der Patella überlastet sein und erkranken. Es entsteht eine Chondromalazie (Knorpelerkrankung), die auch zur Arthrose hinter der Kniescheibe führen kann. Arthrose hinter der Patella (Retropatellar-Arthrose) kann also die Ursache dieses chronischen vorderen Knieschmerzes sein.

Stechende Anlaufschmerzen durch Läuferknie (Patellaspitzensyndrom)

Eine weitere Ursache für stechende Knieschmerzen ist das sogenannte Patellaspitzensyndrom. Das Patellaspitzensyndrom sorgt für stechende Knieschmerzen, Schwellung und Überwärmung der Patellasehne. Ausgelöst wird das Patellaspitzensyndrom durch übermäßige Trainingsbelastung. Das Patellaspitzensyndrom ist eine Enthesiopathie (Sehnenansatzentzündung) der Patellasehne. Dabei ist die Verankerung der Sehne im Knochen entzündet und überlastet.

Reizung des Iliotibialen Bandes (ITS) oder "runners knee"

Vor allem bei Langstreckenläufern ist das sogenannte "runners knee" eine häufige Ursache für vorderen knieschmerz. Dabei entsteht der Schmerz vorne außen im Knie, wo das iliotibialie Band über einen Knochenhöcker verläuft und bei Langstrecken immer wieder monoton belastet wird. Das iliotibiale Band (ITB) selbst kann sich entzünden. Aber auch der Schleimbeutel, der die Beweglichkeit dieses Bandes im Gewebe herstellt, kann durch eine Bursitis stechend schmerzhaft werden und anschwellen.

Knieschmerz innen am Kniegelenk ("medialer Knieschmerz")

Häufige Ursachen für Schmerz innen am Knie
  • Innenbandverletzung am Kniegelenk
  • Meniskusschaden bzw.Meniskusriss
  • Kniearthrose
  • O-Beine (Varusfehlstellung)
  • Probleme mit Laufschuhen
  • Überlastung des Knies durch Knick-Senkfuß

Knieschmerz an der Innenseite des Kniegelenks kann durch unpassende oder einseitig abgenutzte Laufschuhe ausgelöst werden. Als orthopädische Ursache kommt zudem eine Knick-Senkfuß Fehlstellung der Füße als Ursache des inneren Knieschmerzes in Frage.

Innerer Knieschmerz kann aber auch durch einen Meniskusriss im inneren Kompartiment ausgelöst werden.

Eine Verschleißerkrankung, die innen liegende Knieschmerzen innen auslöst, ist die Kniearthrose im inneren Kompartiment.

Treten die Schmerzen an der Innenseite des Knies nur bei belastung auf, treten Sie also eher unter Belastung auf, ist eher eine degenerative Erkrankung (Gelenkabnutzung bzw. Arthrose) die Ursache.

Sind die Schmerzen akut oder ist eine Blockade des Knies beim Strecken oder Beugen beteiligt, ist eher eine Verletzung des Meniskus die Ursache.

Eine klinische Untersuchung durch den Arzt mit Röntgenbild, Ultraschall und ggf. MRT schaffen hier Klarheit über die Ursache. Bei Innenbandverletzungen des Knies wird zunächst die Stabilität des Knies klinisch untersucht.

Ursachen für Knieschmerzen an der Außenseite ("lateraler Knieschmerz")

Ursachen für Knieschmerzen an der Außenseite
  • Knie-Außenbandverletzung
  • Meniskusverletzung außen
  • Laterale Kniearthrose
  • Laufschuhe
  • Fehlstellung des Knies (X-Bein oder Valgusfehlstellung)
  • Fehlstellung der Füße (Varusfehlstellung oder Hohlfuß)

Knieschmerzen an der Außenseite können durch abgelaufene Laufschuhe oder Fußfehlstellungen ausgelöst werden.

Bei der Diagnose hilft eine Podometrie (Fußabdruckmessung).

Auch ein Meniskusschaden kann die Ursache für Knieschmerz außen sein. Mit einer klinischen Untersuchung und Kernspin (MRT) wird der Meniskus untersucht. Röntgenbilder sind bei Meniskusriss weniger aussagekräftig als MRT.

Man sollte bei einseitigen Knieschmerzen auch Fußfehlstellungen oder Fehlstellungen im Kniegelenk prüfen (O-Bein-Stellung).

Knieschmerz außen kann auch durch Kniearthrose im äußeren (lateralen) Kompartiment des Kniegelenks ausgelöst werden. Röntgen und MRT zeigen hier die Ursache.

Auch ein beschädigtes Knieaußenband kann nach einem Unfall oder einer Sportverletzung diesen Schmerz verursachen. Ein MRT und die klinische Untersuchung helfen bei der Untersuchung.

Knieschmerz beim Treppen steigen

Ursachen für Knieschmerz beim Treppensteigen
  • Retropatellare Kniearthrose
  • Riss des hinteren Kreuzbandes
  • Patella-Fehlstellung

Knieschmerzen beim Treppen steigen können durch Kniearthrose hinter der Patella (Kniescheibe) ausgelöst werden. Schmerzen beim Treppensteigen sind belastungsabhängig. Bei Belastung ist vor allem das Knie mit Arthrose schmerzhaft.

Röntgenbilder und Kernspin zeigen Abnützung oder lokale Schäden des Knorpels im Knie.

Auch eine Instabilität der Patella kann beim Kniebeugen oder Treppensteigen schmerzhaft werden.

Knieschmerz beim Treppen abwärts gehen

KreuzbandDie Funktion des Kreuzbandes kann klinisch durch eine Reihe von Tests geprüft werden. Der Schubladen-Test zeigt das Wackelknie, das der Patient auch beim bergabwärts gehen oder beim hinuntergehen einer Treppe als Instabilität spürt, wenn das vordere Kreuzband nicht mehr richtig funktioniert. © Gelenk-Klinik/Prof. Dr. Sven Ostermeier

Schmerzen beim Treppen abwärts gehen können auf einen vorderen Kreuzbandriss hinweisen. Kreuzbänder sollen Oberschenkel und Unterschenkel stabilisieren und stabil im Kniegelenk verankern.

Ursachen der Knieschmerzen beim abwärts gehen
  • Vorderer Kreuzbandriss (ACL-Ruptur)
  • Kniescheibdysplasie
  • Kniescheibendislokation
  • Verletzung der Kniescheibe
  • Retropatellare Arthrose

Sind die Kreuzbänder gedehnt oder gerissen, wird der Spielraum der Gelenkpartner im Kniegelenk zu groß: Vor allem beim abstoppen oder beim bergabgehen schiebt sich der Oberschenkelknochen ohne den Halt des Kreuzbandes aus dem Kniegelenk heraus nach vorne und verschleißt Knorpel und Meniskus über Gebühr. Klinische Untersuchung (Überbeweglichkeit des Knies) und ein MRT (Kernspintomografie) geben hier Gewissheit über die Ursache des Knieschmerzes beim bergabgehen. Ein Kreuzbandriss sollte nach unserer Auffassung stets durch eine operative Kreuzbandplastik stabilisiert werden, um den langfristigen Verschleiß von Gelenk-Knorpel und Menisken im Kniegelenk zu stoppen. Der Verschleiß wird durch die Überbeweglichkeit nach Kreuzbandriss verursacht.

Knieschmerz und Schwellung im Knie

Ursachen für Knieschmerz mit Schwellung
  • Ruptur des Kreuzbandes (ACL)
  • Innen- oder Außenbandruptur im Knie
  • Schlag, Trauma, Verdrehung des Kniegelenks
  • Meniskusriss
  • Entzündung
  • Arthritis

Die Schwellung im Knie weist auf ein Trauma (Schlag oder Verdrillen) des Kniegelenks hin. Das kann durch eine Bandverletzung oder eine Patella-Luxation ausgelöst werden. Auch eine entzündliche Kniearthrose (Arthritis) kann zur Schwellung und Überwärmung führen. Eine bakterielle Infektion kann die Ursache für ein geschwollenes Knie sein.

Der Kniespezialist kann die Entzündungszeichen im Knie durch eine Blutuntersuchung abklären. Ultraschall, Röntgen und die MRT Untersuchung geben Aufschluss über Schäden durch Trauma oder Arthritis.

Knieschmerzen nach dem Joggen

Ursachen für Schmerzen beim Joggen

Viele Läufer haben Knieschmerzen nach dem Joggen. Vor allem bei Trainingsanfängern oder nach längerer Sportpause ist das auch normal und nicht besorgniserregend. Wir haben für Knieschmerzen beim Joggen folgende Faustregel:

Die Schmerzen sollen aber über Nacht wieder zurückgehen.

Dauert der Knieschmerz länger als drei Tage, ist das ein Warnzeichen. Man muss dann von einer Entzündung im Knie ausgehen. Kommen zu den Schmerzen im Knie noch Schwellung und Erwärmung des Kniegelenks, ist der Besuch des Orthopäden dringend geboten. Viele ehrgeizig Freizeitläufer nehmen bei chronischen Knieschmerzen frei erhältliche Schmerzmittel, wie z.B. ASS oder Ibuprofen, um Ihren Trainingsplan nicht zu gefährden.

Diese Selbstmedikation gegen Laufschmerzen im Knie ist für Freizeitsportler oder Leistungssportler nicht zu empfehlen. Bei längerfristiger Einnahme dieser Mittel sind sogar Nebenwirkungen an Nieren oder Magen zu befürchten. Außerdem wird die wahre Ursache der Knieschmerzen unter Schmerzmitteln übersehen und kann sich weiter verschlechtern.

Auch das zu hohe Körpergewicht eines untrainierten Läufers kann heftige Knieschmerzen verursachen. Eine proteinreiche Ernährung ist empfehlenswert. Proteine helfen im Training beim Leistungsaufbau: Der Aufbau der wichtigen Stützgewebe und der Muskulatur wird durch Proteine gefördert. Proteine helfen aber auch beim Abnehmen. Die Trainingsbelastung sollte bei übergewichtigen Läufern immer wieder variiert werden: Regelmäßige ergänzende Trainingseinheiten auf dem Fahrrad entlasten die Gelenke und fördern die Ausdauer und Fitness.

Tiefliegende, stechende Knieschmerzen durch Knochennekrose (Morbus Ahlbäck)

Die Diagnose der aseptischen Knochennekrose bzw. Morbus Ahlbäck ist nicht einfach und beruht auf dem Ausschluss vieler anderer Ursachen für die Knieschmerzen.
  • Klinisches Bild: Plötzliches Auftreten der stechenden Knieschmerzen.
  • Kein Trauma: Patient kann sich an keinen Unfall oder Sportverletzung erinnern.
  • Alter des Patienten: meist im mittleren oder fortgeschrittenen Lebensalter.
  • MRT Untersuchung kann Knochenmarksödem (Flüssigkeit im Knochen) anzeigen.
  • Röntgenuntersuchung kann demineralisierte (helle) Stellen im Knochen anzeigen.
  • Osteoporose (Systemische Skeletterkrankung) wurde ausgeschlossen

Manchmal treten Knieschmerzen plötzlich, aber ohne ein äußeres Ereignis oder Trauma auf. Diese stechenden Knieschmerzen sind entweder permanent oder belastungsabhängig. Sie scheinen tief im Kniegelenk zu sitzen. Meist fangen diese Patienten von sich aus an, das betroffene Knie im Alltag durch Hinken zu entlasten.

Der Schmerz im Knie ist ähnlich stark, als wenn das Kniegelenk verstaucht wäre oder einen heftigen Schlag (Trauma) erhalten hätte.

Häufig ist bei diesen heftigen Schmerzen - nach Ausschluss aller anderen Ursachen - eine Knochen-Nekrose der Auslöser. Knochennekrose bedeutet: Der Knochen stirbt stellenweise ab und verliert seine Durchblutung und Vitalität. Er hat keinen Stoffwechsel mehr. Die Knochensubstanz wird zurückgebildet, der Knochen demineralisiert an der Nekrosestelle und wird brüchig.

Meist ist die Oberschenkelrolle (Femurkondyle) von dieser Osteonekrose im Knie betroffen. Diese Knochennekrose im Knie wird auch als Morbus Ahlbäck bezeichnet.

Der Knochen mit Nekrose wird im Spätstadium des Morbus Ahlbäck weich und verformbar. Der Knochen der Gelenkoberfläche kann einbrechen. Dadurch kann eine Kniearthrose die langfristige Folge der aseptischen Knochennekrose (Morbus Ahlbäck) sein.

Bei einer Knochennekrose im Knie folgt, ähnlich wie bei einem Trauma, eine schmerzhafte Flüssigkeitseinlagerung (Ödem) im Knochengewebe. Dieses Ödem ist stechend schmerzhaft und reizt die Schmerzfühler im Knochen.

Der Ödem-Schmerz im Knie ist aber auch ein wichtiges Warnsignal. Bei rechtzeitiger Diagnose kann die gewonnene Zeit genutzt werden für eine frühzeitige, gelenkerhaltende orthopädische Behandlungen der Knochennekrose.

Schmerzen in der Kniekehle

Ursachen für Schmerzen an der Kniekehle
  • Riss im Hinterhorn des Meniskus
  • Kniearthrose
  • Baker-Zyste durch Ausstülpung der Gelenkkapsel nach Verletzung des Innenmeniskus.

Schmerzen in der Kniekehle werden oft durch eine Verletzung am Innenmeniskus verursacht. Der Innenmeniskus ist mit der Gelenkkapsel fest verbunden, so dass diese mitverletzt wird, wenn der Innemeniskus beschädigt wird.

Schmerz in der Kniekehle kann klinisch und durch MRT untersucht werden. Kommt eine schmerzhafte Schwellung in der Kniekehle hinzu - die Bakerzyste - wird der Verdacht einer Meniskusverletzung an der Innenseite verstärkt. Eine Ultraschalluntersuchung hilft bei der Diagnose. Auch eine Kniearthrose kann lokalisierte Schmerzen in der Kniekehle verursachen. Bei Verdacht auf Kniearthrose wird mit Röntgen und MRT untersucht.

Äußerer Knieschmerz als Ausstrahlung einer Hüftarthrose

Vor allem ein äußerer Knieschmerz kann auch als Ausstrahlung einer Arthrose im Hüftgelenk entstehen. Eine klinische Untersuchung und Röntgen-Untersuchung von Knie und Hüfte schaffen hier Klarheit über die wahre Ursache.

Knieschmerz am frühen Morgen oder nach längerer Ruhe

Anlaufschmerzen, die sich nach kurzer Zeit der Aktivität, also einer gewissen Gehstrecke, wieder verlieren, sind Anzeichen der Kniearthrose. Oft sind morgendliche Anlaufschmerzen im Knie kombiniert mit Morgensteifigkeit. Das alles sind weit verbreitete Anzeichen für eine Kniearthrose.

Verschiedene Qualitäten des Knieschmerzes

Qualität des Knieschmerzes: Wie tut es weh?

Je nach Ursache machen sich Kniegelenkbeschwerden unterschiedlich bemerkbar. Äußerliche Kennzeichen können zum Beispiel sein:

  • Ergüsse
  • Rötungen
  • Schwellungen
  • starke Erwärmung
  • Bewegungseinschränkungen und Blockaden

Die Eigenschaften der Knieschmerzen können von Ziehen, Drücken oder Stechen, bis hin zum dumpfen Dauerschmerz oder krampfartigem Schmerz reichen.

Situationsabhängigkeit des Knieschmerzes: Wann tut es weh?

In vielen Fällen beginnt der Knieschmerz beim Beginn einer Aktivität: Beim Laufen oder Treppensteigen. Manchmal treten die Beschwerden aber auch erst nach länger andauernder Belastung auf. Einige Knieerkrankungen zeichnen sich sogar durch Schmerzen in Ruhe aus. Auch Schmerzen beim Sitzen oder Schmerzen bei gebeugtem Knie können ein Hinweis auf Knorpelschäden unter der Kniescheibe sein, die umso besser behandelt werden können, je früher man die Ursache erkennt.

Auch wenn es in der Regel nicht schmerzhaft ist: Das häufige Knacken des Knies kann ebenfalls ein Signal für Schädigungen des Gelenks sein. Das Gefühl der Instabilität bei einer Kreuzbandverletzung oder Steifheit, kann auf eine Erkrankung hinweisen

 

Unfall als Ursache des Knieschmerzes

Knieschmerzen nach äußerer Schädigung (Trauma):

Obwohl das Knie kurzfristig bis zu 1,5 Tonnen Belastung aushalten kann, ist es sehr verletzungsanfällig. Es ist nicht von einer schützenden Muskelschicht umgeben. Prellungen, Tritte oder Stöße bei Sport oder Verkehrsunfällen treffen deshalb direkt das empfindliche Gelenk.

Knieschmerzen aufgrund einer akuten Verletzung oder eines Unfalls treten meist unmittelbar nach dem auslösenden Ereignis auf. Verletzungsbedingte Schmerzen gehen in Ruhestellung meist zurück und werden bei Belastung schlimmer. Meist führt die Verletzung aber auch zu einer entzündlichen Reaktion, Schwellung und damit zu nächtlichen Ruheschmerzen.

Typisch für Verletzungen der Bänder am Knie ist ein wackliges Gefühl der mangelnden Stabilität im Gelenk.

Knieschmerzen bei Gelenkverschleiß (Kniearthrose)

Mit zunehmendem Alter leiden immer mehr Menschen an Kniearthrose (Gelenkverschleiß). Ursache ist die Abnutzung der gleitenden und stoßdämpfenden Knorpelschicht. Verschleißerkrankungen äußern sich typischerweise durch zunehmende Schmerzen, die sich bei Belastung verstärken. Sogenannte Anlauf- oder Startschmerzen bei anfänglicher Bewegung nach einer Ruhephase sind ebenfalls deutliche Kennzeichen für Kniearthrose. Da arthrotische Beschwerden in der Regel nicht entzündlich sind, treten sie nachts oder in Ruhe meist nicht auf - es sei denn, es ist eine starke Überlastung vorausgegangen.

Wandelt sich eine Arthrose durch ständige (chronische) Reizung zu einer entzündlichen Arthritis (aktivierte Arthrose), kann es auch zu Ruheschmerzen, Nachtschmerzen, Schwellung und Ergussbildung kommen.

Weitere mögliche Ursachen des Knieschmerzes

Knieschmerzen können auch Zeichen einer harmlosen Überbelastung mit vorübergehender Reizung sein.

Typische Knieschmerzen bei Arthrose

Typische Symptome bei Kniearthrose sind die Gelenksteifheit am Morgen, das stärker werden des Schmerzes bei großer Belastung.

Ruheschmerzen oder Nachtschmerzen im Kniegelenk werden durch Kniearthrose nur unter ganz bestimmten Umständen verursacht: Wenn die Kniearthrose entzündlich aktiviert ist. Dann ist das Kniegelenk zusätzlich geschwollen und überwärmt.

Knieschmerzen bei Knorpelschäden

Die krankhafte Veränderung des Knorpels der Kniescheibe (Chondropathia patellae) macht sich durch starke Schmerzen bei längerem Sitzen oder beim Treppensteigen bemerkbar. Sie kommt häufig schon bei Jugendlichen vor. Knorpelschäden an den Gleitflächen des Kniegelenkes machen sich häufig erst spät, bei fortgeschrittenem Verschleiß bemerkbar, da der Knorpel selbst keine Schmerzrezeptoren hat.

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Vortrag 27.02.18, 19:30

"Fuß, und Sprunggelenkschmerzen"
Martina Wetzel, Physiotherapeutin Martina Wetzel, Physiotherapeutin
"Selbsthilfe bei Fuß und Fersenschmerz"
 
Dr. med. Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie Dr. med. Thomas Schneider, Orthopäde
"Fuß und Sprunggelenk: Diagnostik und moderne operative Therapie"

Kniespezialisten

Dr. Peter Baum, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Peter Baum
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Prof. Dr. med. Sven Ostermeier Facharzt für Orthopädie

 
PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

PD. Dr. med. Bastian Marquaß
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie