Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Orthopaedische Spezialisten für Schulter

Kalkschulter (Tendinosis calcarea): Diagnose und Behandlung

  1. Was ist eine Kalkschulter (Tendinosis calcarea)?
  2. Entwicklung und typischer Verlauf
  3. Symptome der Kalkschulter
  4. Ursachen der Kalkschulter
  5. Diagnose: Woran erkennt der Arzt eine Kalkschulter?
  6. Behandlung der Tendinosis calcarea
  7. Übungen bei Kalkschulter
  8. Operation der Kalkschulter
Eine Kalkschulter ist eine schmerzhafte Kalkeinlagerung in die Sehnen der Rotatorenmanschette. Eine Kalkschulter ist eine schmerzhafte Kalkeinlagerung in die Sehnen der Rotatorenmanschette. © WavebreakmediaMicro, Fotolia

Häufig steht der Begriff der Kalkschulter als Sammelbegriff für entzündliche und verschleißbedingte Veränderungen der Schulter. Es gibt aber verschiedene andere Ursachen für diese Veränderungen, die mit einer Kalkschulter nicht verwechselt werden sollten. Die Therapieempfehlungen bei solchen Erkrankungen unterscheiden sich deutlich von denen einer Kalkschulter.

Was ist eine Kalkschulter?

Unter einer Tendinosis calcarea (Kalkschulter) versteht man eine Erkrankung im Bereich der Schultersehnen, besonders der Supraspinatussehne. Ursächlich ist eine Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette, die zur Kalkablagerung an den Sehnenansätzen führt. Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und deren Sehnen, die das Schultergelenk schützend umfassen.

Der Grad der Belastung der Schulter und vorher erlittene Verletzungen oder Stürze auf die Schulter scheinen dabei unerheblich zu sein. Die Mehrzahl der Patienten ist zwischen 40 und 50 Jahre alt.

Entwicklung und typischer Verlauf

Vier Phasen unterteilen die Entwicklung und den Krankheitsverlauf der Kalkschulter:

  1. Phase der Zellumwandlung:
    Während dieser Phase wird das Sehnengewebe zu Faserknorpel umgebaut. Der Patient empfindet in der Regel keine oder nur sehr leichte Schmerzen.
  2. Phase der Verkalkung:
    Das Knorpelgewebe stirbt teilweise ab und Kalk lagert sich ein. Ab diesem Zeitpunkt lässt sich das Krankheitsbild mittels Ultraschall – später auch durch eine Röntgenuntersuchung – nachweisen. Wird die Schultersehne durch das Kalkdepot sehr aufgeworfen, kann es beim Anheben des Armes zu einer Enge im Schulterdach (Akromion) kommen. Dieses sogenannte Impingement reizt die unter das Schulterdach gleitenden Sehnen, vor allem die Supraspinatussehne sowie die Schleimbeutel.
  3. Phase der Resorption:
    Der Kalkherd wird resorbiert (aufgelöst), was mit einer heftigen Entzündungsreaktion einhergeht. Dies kann starke Schulterschmerzen auslösen. Wenn sich einzelne Kalkherde in den Schleimbeutel des Schulterdachs (Bursa subacromialis) ausdehnen, können sie dort eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) verursachen.
  4. Phase der Reparatur:
    Löst sich das Kalkdepot auf, kommt es nur äußerst selten zu wiederkehrenden Kalkdepots (Rezidive).

Nicht jede Kalkschulter durchläuft diesen Zyklus vollständig. Sie kann in jedem Stadium verharren. Die Beschwerden eines Patienten mit Kalkschulter können erheblich variieren. Dies hängt hauptsächlich von der Größe des Kalkdepots und dem Erkrankungsstadium ab. Leidet der Patient an akuten Schmerzen, treten diese aufgrund des phasenartigen Verlaufes meist schubhaft auf.

Symptome der Kalkschulter

Typische Symptome:

  • Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite
  • Belastungsschmerz
  • Schmerzen nach Überkopfarbeit
  • plötzliche Schulterschmerzen ohne Auslöser
  • Bewegungsunfähigkeit des Armes (Pseudoparalyse)

Die Beschwerden einer Kalkschulter entwickeln sich häufig schleichend. Plötzlich einschießende Schulterschmerzen entstehen vor allem bei Drehbewegungen und beim Heben des Armes. Erst bei zunehmender Größe des Kalkdepots sind die Schmerzen dauerhaft. Dann verspüren die Patienten auch verstärkt Schmerzen beim Liegen auf der betroffenen Seite.

Ursachen der Kalkschulter

Ursache der Tendinosis calcarea (Kalkschulter) ist eine Minderdurchblutung der Rotatorenmanschette. Dadurch erhöht sich der Druck im Bereich des Sehnengewebes. Dies führt zu einer schlechteren Versorgung mit Sauerstoff.

Zudem sind Menschen gefährdet, die häufig Überkopfarbeiten ausführen. Auch bestimmte Sportarten erhöhen das Risiko einer Kalkschulter. Dazu zählen beispielsweise Volleyball oder Schwimmen sowie andere Sportarten, die mit wiederholten Überkopfbewegungen einhergehen.

Schwimmen kann eine Kalkschulter begünstigen. Wiederkehrende Überkopfbewegungen wie beim Schwimmen belasten verschiedene Strukturen im Schultergelenk und können zur Kalkschulter führen. © takoburito, Fotolia

Wie entstehen Nackenschmerzen als Folge einer Kalkschulter?

Ist eine der Schultersehnen durch ein Kalkdepot eingeklemmt, wird der Patient die Schulter infolge der gereizten Sehnenansätze und damit verbundenen Schmerzen schonen. Dadurch kann sich eine Schultersteife entwickeln. Die schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schulter durch Entzündung der Gelenkschleimhaut und Schulterkapsel führt im Verlauf der Erkrankung zu einer Verdickung und anschließenden Schrumpfung der Schulterkapsel. Der Patient nimmt eine Schonhaltung ein, die wiederum die Kapselschrumpfung begünstigt und zu Nackenschmerzen führen kann.

Normalerweise kann der Arm im Schultergelenk bis 90° angehoben werden. Die restlichen 90° bis zur vollständigen Überkopfstreckung von 180° erfolgen durch Gleitbewegungen des Schulterblattes auf dem Brustkorb (Thorax). Schrumpft die Gelenkkapsel aufgrund der Entzündung oder der schmerzbedingten Schonhaltung, bewegen Betroffene den Arm nicht mehr im Schultergelenk, sondern nur noch durch die Gleitbewegung des Schulterblattes. Dies führt zu Verspannungen und Überbeanspruchung der für die Schulterblattbewegung zuständigen Muskulatur im Nackenbereich. Da der Verspannungsschmerz sich auf diese Weise vom Schultergelenk zum Nacken und oberen Rückenbereich verschiebt, wird das eigentliche Problem der Verkalkung vom Patienten oft nicht in der Schulter vermutet.

Ähnlich einem Stein, der in einem zu engen Schuh ein Loch im Strumpf verursacht, löst der Kalk Schäden am Sehnengewebe aus. Die Sehne wird brüchig, zeigt Einrisse und ist mechanisch weniger belastbar, bis sie letztendlich reißt. Setzt die Therapie zu spät ein, sind die Folgen oft irreparabel. Selbst wenn der Defekt genäht wird, reißt die Sehne immer wieder ein.

Diagnose: Woran erkennt der Arzt eine Kalkschulter?

Sobald die Verkalkung eingetreten ist, kann ein Ultraschall oder eine Röntgenuntersuchung die Kalkschulter nachweisen. Eine Kernspinuntersuchung (MRT) ist für die Diagnostik nicht notwendig, da sich das Kalkdepot hierbei schlecht darstellt.

Behandlung der Tendinosis calcarea

Die Behandlung einer Kalkschulter erfolgt in den meisten Fällen konservativ. Erst wenn konservative Maßnahmen wie Stoßwellentherapie über einen längeren Zeitraum keine Besserung bringen oder das Kalkdepot bereits zu groß ist, sollte über eine Operation nachgedacht werden.

Entlastung durch Orthese

Besteht eine akute Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis) und leidet der Patient somit unter starken Schulterschmerzen, kann eine Schulterorthese (Bandage) den Arm kurzzeitig entlasten.

Schmerztherapie bei Kalkschulter

Schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente sowie Kühlung der Schulter (Kryotherapie) lindern die Schmerzen und bremsen die Entzündungsvorgänge. Auch eine Injektion mit leichten Betäubungsmitteln führt zu einer schnellen Schmerzreduktion.

Konservative Behandlung mittels Stoßwellentherapie

Patientin bei Stoßwellentherapie an der Schulter Hochenergetische Druckwellen können Kalkdepots in der Schulter auflösen. © Dan Race, Fotolia

Eine Stoßwellentherapie kann wiederkehrende Schmerzen in der Schulter lindern. Hierbei wird das Kalkdepot gezielt mit akustischen Wellen beschossen. Die dadurch geförderten biologischen Heilungsprozesse lösen die Kalkeinlagerung auf.

Matrix-Therapie

Wenn Gewebe entzündlich verändert und schmerzhaft ist, bietet die Matrix-Therapie einen konservativen Behandlungsansatz. Das Ziel der Methode ist die biomechanische Reinigung der Zellumgebung.

Um diese Reinigung zu Erreichen, verstärkt die Matrix-Therapie die natürliche Muskelkontraktion. Diese Kontraktionen sind wichtig, um den Zellstoffwechsel aufrechtzuerhalten und Stoffwechselendprodukte abzutransportieren.

Übungen bei Kalkschulter

Sobald die schmerzhaft entzündete Kalkschulter es wieder zulässt, sollte das Schultergelenk bewegt werden. Das Schultergelenk neigt nach Schmerzepisoden durch Schrumpfung der Schulterkapsel zur Teilversteifung. Die Kalkschulter führt zudem häufig zu Schonhaltungen und Ausweichbewegungen der Schulter und angrenzender Bereiche. Diese gilt es durch eine funktionelle Beübung der Schulter und des Schulterblattes zu korrigieren, um langfristige Folgeschäden zu vermeiden.

Folgende Übungen können Ihnen dabei helfen, den funktionellen Ablauf Ihrer Schulterbewegungen zu verbessern und ein Einsteifen der Schulter zu verhindern.

Seien Sie sehr aufmerksam bei der Durchführung der Übungen. Treten während einer Übung Schmerzen auf, sollten diese unmittelbar danach wieder nachlassen. Ist dies nicht der Fall, unterlassen Sie die Übung bis auf Weiteres und halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.

Wichtig: Leiden Sie unter einer begleitenden akuten Bursitis (Schleimbeutelentzündung), empfehlen wir Ihnen andere Übungen.

Dehnungsübungen

Aufgrund der verspannten Schulter-Nacken-Muskulatur ist die regelmäßige Durchführung von Dehnübungen wichtig und sinnvoll. Diese Verspannungen mit einer möglichen Schrumpfung der Gelenkkapsel aufgrund von entzündlichen Prozessen treten häufig bei einer Kalkschulter auf. Die Dehnübungen sollten neben dem Dehnungsschmerz keine Schmerzen in Ihrer Schulter verursachen.

Übung 1: Dehnung der rückseitigen Schulter

Die Hand des zu dehnenden Arms liegt auf der gegenüberliegenden Schulter. Dehnung der rückseitigen Schulter. © Gelenk-Klinik

Ausgangsstellung: Stehen oder sitzen Sie aufrecht. Legen Sie die Hand des zu dehnenden Armes auf der gegenüberliegenden Schulter ab. Der Arm hängt vor der Brust.

Durchführung: Drücken Sie nun mit der anderen Hand den Arm etwas nach hinten, bis Sie eine Dehnung auf der Schulterrückseite verspüren.

Wiederholung: Halten Sie diese Dehnung für mindestens 30 Sekunden und wiederholen Sie die Übung 2- bis 3-mal mit einer Pause von 30 Sekunden dazwischen.

Übung 2: Dehnung der Schulter-Nacken-Muskulatur

Drücken Sie die Schulter auf der zu dehnenden Seite Richtung Boden. Dehnung der Schulter- und Nackenmuskulatur. © Gelenk-Klinik.de

Ausgangsstellung: Stehen oder sitzen Sie aufrecht.

Durchführung: Drücken Sie die Schulter auf der zu dehnenden Seite nach unten Richtung Boden. Neigen Sie Ihren Kopf zu der Seite, die Sie nicht dehnen möchten. Beugen Sie nun Ihren Kopf leicht nach vorne, bis Sie eine Dehnung im Schulter-Nacken-Bereich verspüren. Wenn Sie die Dehnung verstärken möchten, legen Sie Ihre freie Hand auf dem Kopf ab und erhöhen Sie damit den Zug.

Wiederholung: Halten Sie diese Dehnung für mindestens 30 Sekunden und wiederholen sie die Übung 2- bis 3-mal.

Übung 3: Dehnung der oberen Rückenmuskeln

Strecken Sie Schultern und Arme nach vorne unten. Spüren Sie die Dehnung zwischen den Schulterblättern. Dehnung der oberen Rückenmuskulatur. © Gelenk-Klinik

Ausgangsstellung: Stehen oder sitzen Sie auf einem Stuhl. Die Hände sind vor dem Körper verschränkt.

Durchführung: Strecken Sie nun die Schultern und die Arme nach vorne unten. Machen Sie dabei den Nacken lang, indem Sie das Kinn Richtung Kehlkopf ziehen. Spüren Sie die Dehnung zwischen Ihren Schulterblättern.

Wiederholung: Halten Sie diese Dehnung für mindestens 30 Sekunden und wiederholen sie die Übung 2- bis 3-mal mit einer Pause von 30 Sekunden dazwischen.

Übung 4: Dehnung der Brustmuskulatur

Übung im Türrahmen Durch Dehnung des Brustmuskels fördern Sie die Zentrierung des Schultergelenks. © Gelenk-Klinik.de

Ausgangsstellung: Stellen Sie sich in einen Türrahmen und lehnen Sie sich mit beiden Armen – die Hände ein wenig oberhalb ihres Kopfes – dagegen.

Durchführung: Lehnen Sie sich nach vorne, bis Sie die Dehnung an der Vorderseite Ihrer Schultern spüren.

Halten Sie diese Dehnposition für mindestens 30 Sekunden.

Alternative: einseitige Dehnung der Brustmuskulatur

Einseitige Dehnung des Brustmuskels im Türrahmen Die Drehung des Körpers dehnt die Brustmuskulatur. © Gelenk-Klinik

Ausgangsstellung: Stellen Sie sich neben einen Türrahmen oder eine Wandecke. Legen Sie Ihren Unterarm am Türrahmen bzw. an der Wandecke auf.

Durchführung: Drehen Sie nun den Körper langsam vom Arm weg, sodass Sie eine Dehnung des Brustmuskels spüren.

Wiederholung: Halten Sie diese Dehnung für mindestens 30 Sekunden und wiederholen sie die Übung 2- bis 3-mal mit einer Pause von 30 Sekunden dazwischen.

Übungen zur Schulterblattkontrolle

Die Bewegungen der Schulter erfordern eine feine Abstimmung mit dem Schulterblatt und ein funktionierendes Zusammenspiel aller beteiligter Muskelgruppen. Aufgrund der Entzündung und der verminderten Beweglichkeit bei einer Kalkschulter ist dieses Zusammenspiel häufig auch nach dem Rückgang der Entzündung gestört. Die folgenden Übungen unterstützen und fördern die Wiederherstellung dieser komplexen Zusammenarbeit.

Übung 5: Schulterblattkontrolle im Vierfüßlerstand

Ausgangsstellung: Vierfüßlerstand, die Hände sind unter den Schultern platziert. Die Wirbelsäule befindet sich in neutraler Position. Die Arme sind gestreckt.

Durchführung: Drücken Sie den oberen Rücken vom Boden weg, indem Sie versuchen, den Brustkorb so weit wie möglich von Ihren Händen wegzustemmen. Die Bewegung kommt aus den Schulterblättern und ist sehr klein. Sie spüren, wie sich die Schulterblätter auseinanderbewegen. Halten Sie diese Position und heben Sie einen Arm zur Seite. Senken Sie ihn dann wieder in die Ausgangsposition. Wiederholen Sie die Bewegung mit dem anderen Arm. Wichtig ist, dass das Schulterblatt des stützenden Armes dabei in seiner Position bleibt und nicht absinkt.

Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Ausgangsstellung Ausgangsstellung: Vierfüßlerstand. © Gelenk-Klinik Arm seitlich abspreizen Strecken Sie einen Arm zur Seite weg. © Gelenk-Klinik

Übung 6: Schulterblattkontrolle in Bauchlage

Ausgangsstellung: Bauchlage, der Kopf ist abgestützt, z.B. auf einem Handtuch. Die Arme liegen seitlich neben dem Körper und die Handflächen zeigen nach unten.

Durchführung: Ziehen Sie die Schulterblätter zur Mitte Richtung Wirbelsäule und nach unten Richtung Gesäß. Heben Sie nun ganz leicht die Arme an und halten diese Spannung für 5 Sekunden. Legen Sie anschließend die Arme ab und entspannen die Muskeln um die Schulterblätter.

Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Ausgangsstellung Ausgangsstellung: Bauchlage. © Gelenk-Klinik Arme leicht anheben Haben Sie ganz leicht die Arme an. © Gelenk-Klinik

Übungen zur Bewegungserhaltung

Die Schulter ist ein besonders bewegliches Gelenk. Leider ist sie für eine Versteifung sehr anfällig. Eine funktionelle Beübung bei einer Kalkschulter ist deshalb wichtig. Bei der Durchführung der Übungen sollten Sie darauf achten. im schmerzfreien Bereich zu bleiben.

Die folgenden Übungen eignen sich besonders, um die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten bzw. wiederherzustellen, wenn rein aktive Bewegungen noch schmerzhaft sind oder zu starke Ausweichbewegungen erzeugen.

Übung 7: Unterstütztes Strecken des Armes

 Schulter-Übung: Streckung des Armes auf einer Tischplatte Streckung des Armes auf einer Tischplatte. © Gelenk-Klinik

Ausgangsstellung: Sitzen Sie aufrecht an einem Tisch. Der betroffene Arm liegt auf einem Handtuch/Staubtuch o. Ä., um eine gute Rutschfähigkeit zu gewährleisten.

Durchführung: Strecken Sie langsam den betroffenen Arm auf dem Tisch aus. Dabei beugen Sie den Oberkörper nach vorne, um die Streckung zu verstärken. Richten Sie sich anschließend wieder auf. Der Arm bleibt immer in Kontakt mit dem Tisch und wird zu keinem Zeitpunkt abgehoben.

Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Übung 8: Unterstütztes Heben des Armes

Durch den Seilzug die Beweglichkeit des Schultergelenks verbessern Durch den Seilzug die Beweglichkeit des Schultergelenks verbessern. © Gelenk-Klinik

Ausgangsstellung: Befestigen Sie ein Seil an einer höheren Stelle, sodass sich beide Enden bewegen lassen (optimalerweise über eine Rolle o. Ä.).

Durchführung: Fassen Sie nun mit jeder Hand ein Seilende und ziehen Sie den betroffenen Arm mit Ihrem gesunden Arm nach oben, indem Sie an dem entsprechenden Seilende ziehen. Der betroffene Arm kann bei dieser Bewegung leicht mitwirken. Lassen Sie anschließend den Arm wieder in die Ausgangsposition zurücksinken. Bremsen Sie die Bewegung mit dem gesunden Arm ab.

Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Alternative: Wände krabbeln

Ausgangsstellung: Stehen Sie mit dem Gesicht zu einer Wand. Setzen Sie die Hand des betroffenen Armes an der Wand ab.

Durchführung: “Krabbeln” Sie nun mit den Fingern der Hand an der Wand aufwärts, bis Sie zu Ihrer maximalen Streckung in der Schulter gelangen und anschließend auf die gleiche Weise wieder zurück. Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Ausgangsstellung Ausgangsstellung: Das Gesicht zeigt zur Wand. © Gelenk-Klinik Endposition In der Endposition ist die Schulter maximal gestreckt. © Gelenk-Klinik

Übung 9: Unterstütztes Abspreizen des Armes

Schulter-Übung: Seitliches Abspreizen des Armes Seitliches Abspreizen des Armes. © Gelenk-Klinik

Ausgangsstellung: Sitzen Sie aufrecht an einem Tisch. Der betroffene Arm liegt auf einem Handtuch/Staubtuch o. Ä., um eine gute Rutschfähigkeit zu gewährleisten.

Durchfühung: Spreizen Sie den Arm langsam zur Seite ab. Dabei beugen Sie den Oberkörper seitlich über den Tisch, um die Bewegung zu erweitern. Kehren Sie in die Ausgangsposition zurück. Der Arm wird nicht abgehoben, sondern bleibt immer in Kontakt mit dem Tisch.

Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Aktivieren der Rotatorenmanschette und der Schulterdepressoren

Bei der Kalkschulter herrscht aufgrund der Kalkdepots im Sehnengewebe eine zunehmende Enge unterhalb des Schulterdaches. Daraus können Entzündungen der beteiligten Strukturen entstehen. Die Rotatorenmanschette gewährleistet die Stabilität im Schultergelenk und zentralisiert den Oberarmkopf unter der Gelenkpfanne.

Eine Beübung bzw. Aktivierung dieser Muskeln wirkt einer Entzündung (z. B. Schleimbeutelentzündung) entgegen.

Generell gilt: Bei einseitigen Belastungen am Arbeitsplatz oder beim Sport sind Ausgleichsübungen notwendig, um einer Überlastung vorzubeugen. Das Aktivieren der Depressoren (Muskeln, die den Oberarmkopf nach unten ziehen) der Schulter schafft einen Ausgleich zu Überkopfarbeiten und Schreibtischtätigkeiten.

Wichtig: Diese Übungen sollten auf keinen Fall bei einer akuten Schleimbeutelentzündung durchgeführt werden, da sich sonst die Reizung und Entzündung verschlimmern können.

Übung 10: Außenrotation gegen Widerstand

Übungsziel: Aktivierung der Außenrotatorenmuskeln zur Schulterzentrierung.

Ausgangsstellung: Stehen Sie aufrecht. Halten Sie ein Gymnastikband etwas weniger als schulterbreit und leicht gespannt in den Händen. Die Ellenbogen sind dicht am Körper und 90 Grad angewinkelt.

Durchführung: Ziehen Sie das Gymnastikband auseinander, indem Sie die Arme nach außen drehen und die Schulterblätter nach hinten und unten ziehen. Achten Sie dabei darauf, dass Ihre Ellenbogen weiterhin dicht am Körper bleiben und nicht zur Seite abweichen. Kehren Sie anschließend in die Ausgangsposition zurück. Geben Sie dabei kontrolliert dem Zug des Bandes nach.

Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Ausgangsstellung Die Ellenbogen sind in 90 Grad angewinkelt. © Gelenk-Klinik Gymnastikband auseinanderziehen Ziehen Sie das Gymnastikband auseinander. © Gelenk-Klinik

Übung 11: Pull down mit gestreckten Armen

Übungsziel: Aktivierung der Extensoren- und Außenrotatorenmuskeln.

Ausgangsstellung: Ein Gymnastikband ist sicher und fest in höherer Position vor Ihnen befestigt (z. B. in einem Türspalt). Die Enden des leicht gespannten Gymnastikbandes halten Sie in den Händen. Beugen Sie nun Ihren Oberkörper aus der Hüfte nach vorne und gehen Sie dabei leicht in die Knie.

Durchführung: Ziehen Sie Ihre gestreckten Arme gegen den Widerstand des Bandes nach unten, bis sich Ihre Hände auf Höhe Ihrer Hüfte befinden. Achten Sie darauf, dass Ihre Arme während des gesamten Bewegungsweges gestreckt bleiben und kein Hohlkreuz im Rücken entsteht. Kehren Sie anschließend in die Ausgangsposition zurück. Geben Sie dabei kontrolliert dem Zug des Bandes nach. Sie können zusätzlich die Außenrotatoren aktivieren, indem Sie die Hände während der Ausführung nach außen drehen und die Schulterblätter nach hinten unten ziehen.

Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Ausgangsstellung Das Gymnastikband ist leicht gespannt. © Gelenk-Klinik Gymnastikband gegen den Widerstand nach unten ziehen Achten Sie darauf, dass die Arme während der gesamten Bewegung gestreckt bleiben. © Gelenk-Klinik

Übung 12: Rudern mit Gymnastikband (leichtere Variante des Pull down)

Übungsziel: Aktivierung der Extensorenmuskeln.

Ausgangsstellung: Stehen Sie aufrecht. Ein Gymnastikband ist vor Ihnen sicher befestigt, z. B. an einer Türklinke. Sie halten das leicht gespannte Gymnastikband mit gestreckten Armen.

Durchführung: Ziehen Sie nun die Ellenbogen zurück und die Schulterblätter nach hinten unten. Kehren Sie anschließend in die Ausgangsposition zurück. Geben Sie dabei kontrolliert dem Zug des Bandes nach. Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Ausgangsstellung Die Arme sind zu Beginn der Bewegung gestreckt. © Gelenk-Klinik Ellenbogen zurückziehen. Ziehen Sie nun die Ellenbogen zurück. © Gelenk-Klinik

Übung 13: Extension mit abgespreiztem Arm

Übungsziel: Aktivieren der Extensorenmuskeln.

Ausgangsstellung: Stehen Sie aufrecht. Ein Gymnastikband ist vor Ihnen sicher auf Höhe Ihrer Schulter befestigt. Sie halten das leicht gespannte Gymnastikband mit gestrecktem Arm.

Durchführung: Führen Sie den Ellenbogen nach hinten, beugen Sie ihn dabei gleichzeitig an und ziehen Sie das Schulterblatt Richtung Wirbelsäule. Der Arm bleibt dabei immer auf der Höhe Ihrer Schulter. Es kann bei dieser Übung zu einer leichten Drehung im Oberkörper kommen. Kehren Sie anschließend in die Ausgangsposition zurück. Geben Sie dabei kontrolliert dem Zug des Bandes nach.

Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Ausgangsstellung Das Gymnastikband ist auf Höhe der Schultern befestigt. © Gelenk-Klinik Ellenbogen nach hinten führen. Achten Sie darauf, dass der Arm während der Bewegung auf Höhe der Schulter bleibt. © Gelenk-Klinik

Übung 14: Adduktion (Arm heranziehen)

Übungsziel: Aktivierung der Adduktorenmuskeln.

Ausgangsstellung: Befestigen Sie ein Band sicher und hoch vor sich. Eine Möglichkeit besteht darin, es in der Tür einzuklemmen. Stehen Sie seitlich mit dem betroffenen Arm zur Wand/Tür.

Durchführung: Greifen Sie das Band so, dass sie mit leicht abgespreiztem Arm etwas Spannung auf dem Band haben. Ziehen Sie nun den Arm seitlich an den Körper. Halten Sie die Position für ca. 5 Sekunden. Kehren Sie in die Ausgangsposition zurück. Geben Sie dabei kontrolliert dem Zug des Bandes nach. Wiederholen Sie diese Übung 15-mal. Absolvieren Sie 3 Sets mit jeweils 30 Sekunden Pause dazwischen.

Schulter gegen Widerstand nach unten ziehen Schulter gegen Widerstand nach unten ziehen. © Gelenk-Klinik.de

Operation der Kalkschulter

Da die Kalkschulter oft spontan heilt, ist man mit der operativen Behandlung eher zurückhaltend. Folgende Bedingungen sprechen allerdings für eine Operation der Kalkschulter:

  • Die genannten konservativen Therapien führen zu keiner Besserung.
  • Der Patient leidet anhaltend unter starken Schmerzen.
  • Der Kalkherd ist größer als 1 cm.
  • Der Kalkherd ist von harter Konsistenz.

Durchführung der Kalkschulter-Operation

Während der Operation entfernt der Chirurg die Kalkdepots und erweitert den Raum unter dem Schulterdach (Akromion). Er führt diesen Eingriff in der Regel arthroskopisch (minimalinvasiv) durch. Während der Spiegelung (Arthroskopie) kann der Arzt gleichzeitig Zusatzschäden (Arthrose, Rotatorenmanschettenriss) diagnostizieren und gegebenenfalls mitbehandeln. Nach dem operativen Eingriff sollte der Patient seine Schulter für etwa drei Wochen schonen. Krankengymnastik sorgt in dieser Zeit für den Erhalt der Schulterbeweglichkeit.

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