Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Gelenkerhaltende Operation von Fuß und Sprunggelenk

Stressfraktur oder Ermüdungsbruch im Fuß

  1. Was ist ein Ermüdungsbruch?
  2. Welche Symptome treten bei einer Stressfraktur auf?
  3. Wo treten Stressfrakturen am häufigsten auf?
  4. Ursachen von Stressfrakturen am Fuß
  5. Diagnose von Stressfrakturen
  6. Therapie der Stressfraktur
Stressfraktur durch erhöhte Belastung Eine Marschfraktur bzw. Stressfraktur am Metatarsalknochen ist das Resultat einer übermäßigen Belastung (z. B. beim Sport). © zphoto83 @ stock.adobe.com

Stressfraktur, Marschfraktur oder Ermüdungsbruch: All diese Bezeichnungen definieren eine besondere Bruchform, die durch eine mangelnde Anpassung des Knochengewebes an die durchgeführte Belastung entstehen.

Der gesamte Bewegungsapparat, auch der Knochen, passt sich durch einen ständigen Prozess der Neubildung und Abbau bestimmter Knochenteile laufend an neue und ungewohnte mechanische Belastungen an. Wird dieses Gleichgewicht gestört, können durch zu große Belastung Brüche und damit schmerzhafte Einschränkungen eintreten.

Was ist ein Ermüdungsbruch?

Der Ermüdungsbruch ist eine Form des Knochenbruchs, der durch zu starke Belastung der Mittelfußknochen entsteht. Diese sind überfordert und brechen. Vor dem Auftreten einer Stressfraktur wird der Knochen so stark belastet, dass seine Regenerationsfähigkeit, die durch die Aktivität der Osteoblasten (knochenbildende Zellen) definiert wird, nicht mehr ausreicht. Der Knochen erleidet strukturelle Schäden. Am Fuß von Läufern und Wanderern sind meistens die Mittelfußknochen (Metatarsalknochen) betroffen. Häufig tritt die Stressfraktur am Fuß bei ungeübten Wanderern, z. B. bei Rekruten zu Beginn des Militärdienstes auf. Man bezeichnet daher die Stressfraktur am Mittelfußknochen auch als Marschfraktur. Folge der Marschfraktur sind typische stechende oder dumpfe Mittelfußschmerzen (Metatarsalgie). Die Belastbarkeit des Fußes nimmt ab, das Gehen ist, häufig ohne erkennbare Ursache schmerzhaft behindert: Die maximale Gehstrecke reduziert sich bis zum Ausheilen der Stressfraktur stark.

Welche Symptome treten bei einer Stressfraktur auf?

Stressfrakturen führen häufig zu Schmerzen und Schwellungen im betroffenen Bereich. Auch die Belastbarkeit kann vermindert sein. Teilweise besteht sogar eine vollständige Belastungsunfähigkeit, da die Ermüdungsbrüche am häufigsten am Bein bzw. Fuß auftreten:

  • dumpfe, sich allmählich entwickelnde Schmerzen im Mittelfuß (Metatarsalgien)
  • im fortgeschrittenen Stadium stechende Schmerzen im Mittelfuß
  • belastungsabhängige Schmerzen beim Abrollen des Fußes
  • Vorfußschwellung

Wo treten Stressfrakturen am häufigsten auf?

Stressfrakturen treten besonders in den durch das Körpergewicht belasteten unteren Extremitäten auf. Man bezeichnet sie daher auch als Marschfrakturen. Der Begriff stammt aus dem Militär, da vor allem Rekruten bzw. Bundeswehrsoldaten nach ungewohnter Lauf- und Gehbelastung von den Frakturierungen im Bereich der Mittelfußknochen betroffen waren. Diese treten besonders häufig im zweiten Mittelfußknochen (Metatarsale II) auf.

Weiterhin werden Ermüdungsbrüche bei Joggern beobachtet. Hier kommt es insbesondere im Bereich des Wadenbeins (Fibula) zu den überlastungsbedingten Knochenbrüchen. Auch unter Hochleistungssportlern sind Ermüdungsbrüche keine Seltenheit. Hier treten sie vor allem im Bereich des Schienbeins (Tibia) oder an den Mittelfußknochen auf.

Ursachen von Stressfrakturen am Fuß

Im Gegensatz zu Baustoffen passen sich die biologischen Elemente des Bewegungsapparates durch die lebendigen Umbauprozesse des Knochengewebes kontinuierlich an äußere Umstände an. So modifizieren Knochen als Reaktion auf körperliche und mechanische Belastungen ihre biologische Resistenz.

Treten durch ungewohnte Belastungen des Knochens vermehrt Biegekräfte ein, verändert dies den ständigen Knochenaufbau und -abbau. In Bereichen der vermehrten mechanischen Überlastung wird Knochen eingelagert, während Knochensubstanz in weniger belasteten Bereichen abgebaut wird. Diese Anpassungsphänomene finden übrigens in allen Bereich des Körpers statt. Da die biologischen Anpassungsprozesse im Körper eine gewisse Zeit benötigen, kann ein zu schneller und intensiver Trainingsaufbau die Knochenstrukturen überfordern, sodass es zu kleinen Verletzungen bzw. Brüchen im Knochen kommt. Diese bezeichnet der Mediziner als Stressfraktur (Ermüdungsbruch, Marschfraktur).

Röntgenbild einer Stressfraktur Röntgenbild einer Marschfraktur bzw. Stressfraktur am Metatarsalknochen eines Laufsportlers. © Gelenk-Klinik

Diagnose von Stressfrakturen

Die Krankengeschichte bzw. die Angaben des Patienten sind nicht immer eindeutig. Nicht immer sind ausgedehnte Läufe oder Wanderungen die Ursache für einen Ermüdungsbruch im Fuß. Auch veränderte Belastung durch Einlagen, anderes Schuhwerk oder ungewohntes Gehen auf unebenem Untergrund können ursächlich für einen Ermüdungsbruch sein. Die Ursachen für die allmählich oder plötzlich auftretenden Mittelfußschmerzen sind für den Patienten selbst häufig unerklärlich.

Die klinische Diagnose kann anhand von lokalem Druckschmerz und lokaler Schwellung vermutet werden. In der Frühphase, also einige Tage nach eingetretener Fraktur, ist bei nicht vorhandener Verschiebung der Knochenfragmente eine Diagnose im Röntgen nicht möglich. Der Ermüdungsbruch ist zum Teil erst mit einer Verzögerung von 3–4 Wochen durch die Entkalkung im Bereich der Fraktur nachzuweisen.

Eine frühere Diagnose ist durch eine Knochenszintigrafie bzw. kernspintomografische Untersuchung möglich. Da für die Heilung einer Stressfraktur eine sofortige Ruhigstellung notwendig ist, sollte eine Therapie durch Entlastung des Mittelfußes möglichst frühzeitig beginnen.

Orthese bei Stressfraktur Die Ruhigstellung und Entlastung des durch die Marschfraktur strukturell beschädigten Mittelfußknochens steht im Zentrum der Therapie. Die Entlastung kann durch das Tragen einer Orthese erfolgen. © sunnychicka @ stock.adobe

Therapie der Stressfraktur

Eine sofortige Entlastung des schmerzenden Fußes bei Verdachtsdiagnose auf eine Marschfraktur ist zu empfehlen. Auf eine knochenszintigrafische Untersuchung verzichten wir häufig wegen der radioaktiven Belastung. Wir können die Stressfraktur am Metatarsalknochen meist schon mithilfe der klinischen Untersuchung eindeutig feststellen.

Insbesondere bei Hochleistungs- und Profisportlern, die auf einen raschen Wiedereintritt ins Training angewiesen sind, kann ein MRT (Magnetresonanztomografie) eine schnelle Diagnose sichern. Die Bildgebung ermöglicht es dem Arzt, eine klare Prognose abzugeben, wann das Training wieder aufgenommen werden kann. Die Entlastung findet bei Brüchen der Mittelfußknochen (Marschfrakturen) ausschließlich mit einem Vorfußentlastungsschuh statt.

Abschwellende Maßnahmen wie Lymphdrainage und Tapeverbände mit drainierender Wirkung sowie Kinesio-Tape können ebenfalls indiziert sein. Bei starken Schmerzen ist eine analgetische Unterstützung durch nichtsteroidale Antirheumatika (z. B. Ibuprofen) angebracht.

Ermüdungsbrüche im Bereich des Waden- und Schienbeins heilen mit entsprechender Ruhigstellung durch eine Schiene und Entlastung in einer Zeit von etwa 4–6 Wochen aus.

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