Orthopädische Gelenk-Klinik

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Orthopaedische Spezialisten für Knie, Fuß, Sprunggelenk. Hüfte, Wirbelsäule und Schulter

Kältetherapie und Wärmetherapie

Eine der häufigst gestellten Fragen in der orthopädischen Sprechstunde zielt auf die Applikation von Wärme bzw. Kälte.

Generell ist zu sagen, dass bei allen entzündlichen aktiven Prozessen (akute Schleimbeutelentzündung, akute Tendinitis calcarea, akute Arthritis) in der Regel Kälte anzuwenden ist, da der floride Entzündungsprozess durch Wärmezufuhr noch gesteigert und damit die Schmerzen verstärkt würden.

Umgekehrt ist Wärme insbesondere im Wirbelsäulenbereich (Rückenschmerzen) immer dann indiziert, wenn massiv verspannte Muskelgruppen durchblutungsgemindert sind, und es dadurch zu einem pH-Wertabfall mit Gewebsazidose und Anreicherung von sauren Stoffwechselprodukten im Gewebe kommt, welche die Chemorezeptoren reizen.

Diesen Vorgang stelle man sich vor, wie wenn beim Joggen die Milchsäure sich ansammelt, und damit Seitenstechen auslöst. Der chemische Reiz löst Schmerzen aus, die Schmerzen führen zu weiterer Verspannung, die Verspannung führt zu weiterer Durchblutungsminderung. Dieser Teufelskreis lässt sich oftmals gut mit Wärme durchbrechen.

Die Applikation von Kälte stellt eine Gefahr dar, da vielen Patienten nicht bewusst ist, das bei zu starker direkter Kältezufuhr eine Schädigung der Haut mit Zerstörung der Blutgefäße eintreten kann, so dass hier ein Effekt eintritt, wie nach einer Verbrennung.

Wir bevorzugen deshalb Kälteapplikationen mit speziellen Geräten, die ähnlich einem Kältenebel angewendet werden, oder die sogenannte Cryo-Cuff-Kühlgeräte, bei welchen eine Kälte von kalter Flüssigkeit durchströmter Manschette auf das erkrankte Gelenk aufgelegt wird, welche jedoch nie so kalt ist, wie wenn man einfach eine Kühlkompresse oder Eis auf die Haut appliziert.

Generell gilt: Kälte in Form von Eis und Kühlkompressen darf nie in direktem Kontakt zur Haut stehen, sondern muss immer sozusagen abgepuffert werden durch Applikation von einem dazwischen liegenden Gewebe; andernfalls sind Verbrennungen unvermeidbar. Dies liegt vor allem daran, dass durch Kälte die Schmerzrezeptoren so herabgedämpft werden, dass der Patient erst viel zu spät merkt, dass eine Schädigung der Haut eingetreten ist.

Literaturangaben
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