Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
Tel: (0761) 55 77 58 0
Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Protheseninfektionen vorbeugen und vermeiden

  1. Bedeutung der Hygiene bei der Verwendung von Implantaten
  2. Erfolgreiche Infektionsvermeidung in der orthopädischen Gelenk-Klinik
  3. Hygiene durch Qualitätskontrolle und technische Investitionen
  4. Routine, Erfahrung und eine gute Ausbildung garantieren hygienische Standards
  5. Hygiene ist grundlegender Bestandteil der Operationstechnik
Vor allem beim Einsatz von Gelenkprothesen nimmt die Hygiene einen hohen Stellenwert ein, um Protheseninfektionen zu vermeiden. Vor allem beim Einsatz von Gelenkprothesen nimmt die Hygiene einen hohen Stellenwert ein, um Protheseninfektionen zu vermeiden. © Rasi, Fotolia

Protheseninfektionen in der Orthopädie und Unfallchirurgie stellen eine besondere Herausforderung für den behandelnden Arzt dar. Sie werden durch diverse endogene (im Organismus befindliche) und exogene (von außen auf den Körper wirkende) Faktoren begünstigt bzw. ermöglicht.

Bedeutung der Hygiene bei der Verwendung von Implantaten

Bei vielen orthopädischen Operationen werden künstliche Implantate (Schrauben, Prothesen, etc.) in Knochen und Gelenke eingebracht. Da es schwierig ist, diese im Falle einer Infektion von Erregern zu befreien, nimmt bei solchen Operationen die Hygiene und Sterilität einen hohen Stellenwert ein.

Besondere Gefahr von Infektionen bei Prothesen- und Implantatpatienten

Das menschliche Gewebe inkorporiert die modernen Materialien, die in der Orthopädie eingesetzt werden. Dennoch stellen sie lebenslang Fremdmaterial dar. Sollte daher ein Patient mit einem orthopädischen Implantat an einer längeren bakteriellen Infektion leiden (z. B. Infektionen im Zahnbereich), können die Erreger über den Blutweg (hämatogen) bis an die Prothese gelangen und dort eine Infektion auslösen. Patienten mit orthopädischen Implantaten sollten daher im Falle einer bakteriellen Infektion sofort ihren behandelnden Hausarzt aufsuchen.

Erfolgreiche Infektionsvermeidung in der orthopädischen Gelenk-Klinik

Laut Literatur liegt die statistische Wahrscheinlichkeit für eine Infektion je nach Art und Ausmaß bei einer Operation in der Orthopädie und Unfallchirurgie bei 1–2 %, in der Gelenk-Klinik Gundelfingen bei zur Zeit 0,5 %. Die Gelenk-Klinik bietet Ihnen für Ihre orthopädische Operation den Standard eines zertifizierten Endoprothetikzentrums (EPZ) und Zentrums für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie (ZFS).

Hygiene durch Qualitätskontrolle und technische Investitionen

In der Gelenk-Klinik Gundelfingen achten wir bei jeder Operation auf höchste, standardisierte Sterilitätsbedingungen. Diese sind in zertifizierten Abläufen nach DIN-ISO9001:2008 festgelegt. Die Desinfektion der Operationsumgebung beginnt beim Patienten selbst. Kurz vor der Operation wird die Hautoberfläche des zu operierenden Gelenks zunächst durch eine Rasur von Körperhaaren befreit.

Unmittelbar vor der Operation werden die Hautoberfläche und die angrenzenden Körperanteile mit Desinfektionsmittel mehrfach nach standardisierten Verfahren eingerieben. Anschließend begrenzt man das Operationsfeld mit sterilen Abdeckungen und dichtet das eigentliche Operationsfeld mit bakterienreduzierender Folie ab. Die Umgebungsluft am Operationstisch wird mit einer „Laminar Airflow“-Technik abgesaugt und in einer keimreduzierenden Klimaanlage aufbereitet.

Routine, Erfahrung und eine gute Ausbildung garantieren hygienische Standards

steriles Helmsystem Das sterile Helmsystem vermeidet die Ausatmung der Operateure in die Atmosphäre des Operationssaals. © Gelenk-Klinik

Operateure und OP-Personal betreten den Operationssaal nur mit speziell gereinigter OP-Kleidung, Kopfbedeckung und Mundschutz. Sobald Gelenkprothesen implantiert werden, kommen zusätzlich Operationshelme zum Einsatz, die die Atemluft der Operateure direkt absaugen. Zusätzlich erhält der Patient vor der Operation einen prophylaktischen Schutz gegen Erreger durch eine verträgliche Infusion mit Antibiotika. Alle Personen, die direkten Kontakt mit der Operationswunde haben, waschen und desinfizieren Finger, Hände und Unterarme nach standardisierten Verfahren.

Hygiene ist grundlegender Bestandteil der Operationstechnik

Während der Operation wird die Wunde nach bestimmten Zeitabständen und Operationsschritten gesäubert und gespült. Die Operateure der Gelenk-Klinik achten auf höchste Sterilitätsbedingungen und schließen die Operation durch sorgfältige, eigenhändige Hautnähte ab. Die Operationsnarbe wird unter sterilen Bedingungen mit Wundpflastern abgedeckt, sodass sie auch nach der Operation möglichst keimfrei ist. Vor Entlassung des Patienten wird die Wundsituation nochmals abschließend evaluiert und postoperative Komplikationen ausgeschlossen. Nur bei absolut sauberen Wundverhältnissen darf der Patient die Klinik verlassen.

Literaturangaben
  • Hendrich, C., & Frommelt, L. (2004). Keim-orientierte Antibiotikatherapie bei Protheseninfektionen. Septische Knochen-und Gelenkchirurgie, 259–271. Springer, Berlin, Heidelberg.
  • Holinka, J., & Windhager, R. (2016). Management von Protheseninfektionen. Der Orthopäde, 45(4), 359–374.
  • Lehner, B., Witte, D., Suda, A., & Weiss, S. (2009). Revisionsstrategie bei der Protheseninfektion. Der Orthopäde, 38(8), 681–689.
  • Renz, N., & Trampuz, A. (2015). Periprothetische Infektionen: aktueller Stand der Diagnostik und Therapie. Orthopädie & Rheuma, 18(6), 20–28.
  • Sendi, Zumstein, & Zimmerli. (2011). Protheseninfektionen-Eine Übersichtsarbeit für die Praxis. Praxis, 100(13), 787–792.
  • Trampuz, A. (2014). Aktuelle Leitlinien und internationales Konsensus-Treffen regeln Vorgehen bei Protheseninfektionen. Infect Dis, 56, e1–e25.
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