Orthopädische Gelenk-Klinik

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Cobb-Winkel

Cobb-Winkel zur Diagnose einer Skoliose Die beiden am stärksten geneigten Wirbelkörper am oberen und unteren Ende der Krümmung bei einer Skoliose werden markiert. Der Schnittpunkt der beiden Linien bildet den Cobb-Winkel. © Gelenk-Klinik

Der Cobb-Winkel (nach John Robert Cobb) wird in der Diagnostik der Skoliose und des Morbus Scheuermann verwendet. Er gibt den Krümmungsgrad der seitlichen bzw. sagittalen Wirbelsäulenverkrümmung an und ist somit ein Maßstab für den Schweregrad der Wirbelsäulenerkrankung. Die Messung nimmt der Arzt anhand eines Röntgenbildes der Wirbelsäule vor. Je nach Stärke der Verkrümmung ergeben sich verschiedene Therapieempfehlungen.

Von einer Skoliose ab 10 Grad seitlicher Abweichung von der Norm. Bis etwa 50 Grad lässt sich die Fehlstellung der Wirbelsäule noch konservativ behandeln. Ab 50 Grad ist eine Operation meist unumgänglich, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden.

Der Cobb-Winkel der normalen Kyphose der Brustwirbelsäule beträgt 20 bis 40 Grad. Bei Morbus Scheuermann liegt eine Hyperkyphose (Rundrücken) vor. Ab einem Cobb-Winkel von 50 Grad empfehlen Orthopäden neben physiotherapeutischen Übungen das Tragen eines Stützkorsetts. Ab etwa 70 Grad kommt ein operativer Eingriff in Frage, zum Beispiel eine Wirbelsäulenversteifung (Spondylodese).

Skoliose – Fehlstellung der Wirbelsäule

Skoliose Links: Wirbelsäule mit starker Skoliose. Rechts: Wirbelsäule ohne Fehlstellung. © Koterka Studio, Fotolia

Eine Skoliose ist eine Fehlstellung der Wirbelsäule. Sie ist durch eine seitliche Verbiegung mit gleichzeitiger Rotation der Wirbelsäule um die Längsachse gekennzeichnet. Dies führt zu einer Asymmetrie des Oberkörpers mit Schulterhochstand. Auf der einen Seite bildet sich ein Rippenbuckel und auf der Gegenseite ein Rippental. Diese Verkrümmung der Wirbelsäule nimmt vor allem während der Jugend bei verstärktem Körperwachstum immer mehr zu und führt gleichzeitig zu einer Versteifung, wenn nicht aktiv dagegen therapiert wird.

Morbus Scheuermann: Symptome, Diagnose und Therapie

Verstärkte Kyphose der Brustwirbelsäule bei Morbus Scheuermann Bei Morbus Scheuermann weist die Brustwirbelsäule eine verstärkte Kyphose (Hyperkyphose) auf. Der Patient hat einen Rundrücken bis hin zu einem sichtbaren Buckel. © olga, stock.adobe.com

Morbus Scheuermann ist eine Wachstumsstörung der Wirbelsäule bei Jugendlichen, die lebenslange Fehlhaltungen und Rückenschmerzen zur Folge haben kann. Beim Morbus Scheuermann kommt es im Bereich der Brustwirbel zu einer verstärkten Krümmung der Wirbelsäule nach hinten (Hyperkyphose). Die Betroffenen entwickeln einen Rundrücken bis hin zu einem sichtbaren Buckel.

Rückenschmerzen, Muskelverspannungen und Wirbelgelenkblockaden sind mögliche Folgen des Morbus Scheuermann. Nach ausführlicher Diagnostik durch einen orthopädischen Wirbelsäulenspezialisten steht die konservative Behandlung mit intensiver Physiotherapie und muskelkräftigendem Training im Vordergrund. Unterstützend kann der behandelnde Arzt das Tragen eines Korsetts empfehlen. In seltenen Fällen ist bei Morbus Scheuermann-Patienten ein operativer Eingriff (Spondylodese) erforderlich.

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PD Dr med. Kubosch
Facharzt für Orthopädie, Spezialist für Wirbelsäule