Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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79194 Gundelfingen
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Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule (LWS)

Was ist ein Bandscheibenvorfall?

Im Zuge des Alterungsprozesses kommt es zu degenerativen Veränderungen des Bandscheibengewebes.

Die Bandscheibe besteht aus zwei Anteilen, einem weichen Kern und einem härteren Faserring, der den Kern umhüllt. Beim Bandscheibenvorfall entstehen Einrisse im Faserring, wodurch weiches Kerngewebe austreten und auf Nervenstrukturen drücken kann.

Hierdurch kommt es neben Rückenschmerzen maßgeblich zu ausstrahlenden Schmerzen in das Bein. Häufig treten Taubheitsgefühle – ein pelziges Gefühl oder Ameisenlaufen – oder auch Lähmungserscheinungen der Muskulatur auf, so daß zB. die Fußhebung oder die Kniestreckung eingeschränkt ist. In schweren Fällen können auch Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktion auftreten, wobei dann eine Notfallsituation vorliegt und der Patient schnell behandelt werden muß.

Ursachen eines Bandscheibenvorfalles ?

Neben den erwähnten Veränderungen im Zuge des Alterungsprozesses können auch das Heben schwerer Lasten sowie ungünstige Bewegungsabläufe einen Bandscheibenvorfall zur Folge haben. Ferner können ungünstige Körperhaltungen im Sitzen, im Arbeitsprozess oder in der Freizeit das Auftreten eines Bandscheibenvorfalles begünstigen.

Häufig läßt sich dennoch eine genaue Ursache nicht klären.

Diagnose eines Bandscheibenvorfalles ?

Trotz der modernen Medizin ist das Wichtigste die ausführliche Befragung des Patienten und eine gründliche körperliche Untersuchung.

Dann kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Es sollte neben dem klassischen Röntgenbild der Lendenwirbelsäule (Lumbalwirbelsäule) eine Kernspintomographie (Kernspin, MRT) oder ein CT erfolgen. In seltenen Fällen ist auch eine spezielle Röntgenuntersuchung mit Gabe von Kontrastmittel (Myelographie) notwendig.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Übersicht Therapieverfahren (die geeignete Methode wird durch die jeweils individuelle Indikation bestimmt):

Meistens kann ein Bandscheibenvorfall konservativ, d.h. ohne Operation behandelt werden. Dann ist neben einer körperlichen Schonung eine konsequente Krankengymnastik ratsam. Auch sollten Schmerzmittel eingenommen werden, um die Übungen schmerzgebessert durchführen zu können. Ferner können auch Massagen, Fango und eine Wassertherapie zur Anwendung kommen.

Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder sich nach einigen Wochen nicht erträglich zurückbilden, sollte eine Operation durchgeführt werden.

Sind Lähmungen der Muskulatur oder starke Gefühlsstörungen vorhanden, so ist im Einzelfall die Operation einem konservativen Behandlungsversuch vorzuziehen.

Es kommen verschiedene Operationsmethoden in Frage.

Der Goldstandard ist nach wie vor die Operation unter dem Operations-Mikroskop. Hierbei wird in Vollnarkose das ausgetretene Bandscheibengewebe entfernt und die Bandscheibe selbst genau untersucht, um ggf. auch hier krankhaft verändertes Gewebe entfernen zu können. Es kann auch eine endoskopische Operation möglich sein, in der ausgetretenes Bandscheibengewebe entfernt wird.

Das Grundprinzip einer jeden Bandscheibenoperation ist so wenig invasiv wie möglich vorzugehen – angefangen beim Hautschnitt bis zur Operation in der Tiefe, wo mit Instrumenten im mm-Bereich gearbeitet wird –, um die Statik der Wirbelsäule nicht negativ zu beeinflussen. Der Patient kann unmittelbar nach der Operation bereits wieder aufstehen und physiotherapeutisch behandelt werden.

Nach wenigen Tagen des stationären Aufenthaltes erfolgt die Entlassung aus der Klinik. Dann ist eine ambulante Krankengymnastik ratsam, unter Umständen kann auch eine stationäre Anschlußheilbehandlung sinnvoll sein. Der Patient wird im Verlauf durch ambulante Kontrolluntersuchungen begleitet, so daß eine individuelle Betreuung über die Operation hinaus gewährleistet ist.

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