Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
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Pavlik-Bandage

Orthopädische Korrekturhilfen zur Behandlung einer Hüftdysplasie bei Kindern: Spreizhose, Tübinger Schiene, Fettweis-Gips, Pavlik-Bandage Je nach Alter des Säuglings und Schwere der Hüftdysplasie kommen unterschiedliche orthopädische Korrekturhilfen zur Anwendung. A: Spreizhose oder Spreizwindel zur Behandlung einer Hüftreifestörung. B: Tübinger Spreizschiene bei Hüftdysplasien bis zum Typ IIc. Der Fettweis-Gips (C) und die Pavlik-Bandage (D) werden dem Kleinkind in der Retentionsphase angepasst, wenn vorher eine Reposition durch den Arzt erfolgte. Beide halten die Beine in einer Sitz-Hock-Position (“Froschstellung”) bis zur Ausreifung des Hüftgelenkes. © Gelenk-Klinik

Die Pavlik-Bandage und der Fettweis-Gips stellen orthopädische Korrekturhilfen bei der Behandlung einer Hüftdysplasie bei Kindern dar. Beide Orthesen finden Anwendung bei mittel- bis schwergradigen Hüftdysplasien, wenn der Arzt vorher eine Reposition des teilweise oder vollständig luxierten Gelenkes durchgeführt hat. Mit der Pavlik-Orthese erreicht man eine Sitz-Hock-Position des Hüftgelenkes, in der die Gelenkpartner in optimaler Position nachreifen können.

Hüftdysplasie: Ursachen, Spätfolgen, Behandlung

Röntgenbild eines 18 Monate alten Kindes mit Hüftluxation links Das Röntgenbild zeigt eine Hüftluxation links mit verkleinertem Hüftkopfkern bei einem 18 Monate alten Kind. Rechts ist das Hüftgelenk normal ausgebildet. © Gelenk-Klinik

Der Begriff Hüftdysplasie umfasst sowohl Fehlstellungen des Hüftgelenks als auch Störungen der Verknöcherung in früher Kindheit. Der Großteil aller Hüftdysplasien in Deutschland ist angeboren und tritt bei etwa 3 von 100 Säuglingen auf. Die Hüftdysplasie gehört damit zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen des Skelettsystems bei Neugeborenen.

Unbehandelt bleibt eine Hüftdysplasie lange Zeit schmerzfrei, kann aber ab dem jungen Erwachsenenalter gravierende Spätfolgen haben: Schmerzen im Leistenbereich, vorzeitige Abnutzung des Hüftgelenks (Coxarthrose), Ausrenkung des Hüftkopfes aus der Gelenkpfanne bis hin zu schweren Gehbehinderungen. Schätzungsweise 10 Prozent der heute eingesetzten künstlichen Hüftgelenke und die Hälfte aller diagnostizierten Coxarthrosen gehen auf eine nicht behandelte Hüftdysplasie in der Kindheit zurück.

Diese Zahlen machen die große Bedeutung einer möglichst frühzeitigen Behandlung nach Diagnosestellung durch den Facharzt deutlich. Bei Therapiebeginn im Säuglingsalter ‒ also vor einer nennenswerten Verknöcherung des Hüftgelenkes ‒ besteht eine fast 100-prozentige Heilungschance ohne jede Form von Spätfolgen.

Bei erwachsenen Patienten besteht die oberste Zielsetzung des orthopädischen Spezialisten darin, ein annähernd normales Gangbild und möglichst vollständige Schmerzfreiheit zu erreichen. Eine gründliche Diagnostik ist die Grundlage für die anschließende Therapie, die exakt auf die anatomischen Besonderheiten der Patienten abgestimmt wird.

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