Orthopädische Gelenk-Klinik

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Hallux

Arthrose im Großzehengrundgelenk (Hallux rigidus) Der Hallux bildet den 1. Zehenstrahl und ist der kräftigste Zeh am Fuß. Eine Arthrose im Großzehengrundgelenk (Hallux rigidus) ist sehr schmerzhaft und kann das Gangbild verändern. © Artemida-psy, Fotolia

Der Hallux (deutsch großer Zeh) besteht aus zwei Zehenknochen und ist der kräftigste der fünf Zehen. Im Großzehengrundgelenk ist der Hallux mit dem 1. Mittelfußknochen verbunden. Beim Laufen lastet auf dem Hallux ein Großteil des Körpergewichtes, was ihn essenziell für die Abrollbewegung des Fußes macht.

Verschiedene Fehlstellungen der Großzehe wie z. B. Hallux valgus und Hallux varus oder degenerative Veränderungen im Großzehengrundgelenk durch einen Hallux rigidus (Großzehengrundgelenksarthrose) führen damit zwangsläufig zu Vorfußschmerzen, Bewegungseinschränkungen und Problemen beim Gehen.

Synonym: 
Großzehe

Hallux rigidus bei Arthrose des Großzehengrundgelenks: beweglich erhalten oder versteifen?

Hallux rigidus (Arthrose des Großzehengrundgelenks) Der Hallux rigidus wird oft durch eine Arthrose im Großzehengrundgelenk hervorgerufen. © Gelenk-Klinik

Als Hallux rigidus bezeichnet man eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Großzehe. Die häufigste Ursache ist eine Arthrose des Großzehengrundgelenks. Die Abrollbewegung des Fußes wird dadurch schmerzhaft und das Gangbild der Patienten verändert sich. Behandelt wird der arthrosebedingte Hallux rigidus zunächst meist konservativ mit Einlagen, Schuhzurichtungen und Physiotherapie, manchmal auch mit Injektinen. Bleiben die Beschwerden bestehen, sind die bewegungs- und gelenkerhaltende Operation, die Arthrodese oder das Implantieren einer Prothese Behandlungsoptionen.

Spreizfuß: Konservativ behandeln oder operieren?

Spreizfuß: Fehlstellung der Mittelfußknochen durch Verbreiterung des zentralen Vorfußes Die Mittelfußknochen sind beim Spreizfuß fächerförmig ausgebreitet, anstatt gerade nach vorne zu zeigen. Der Fußabdruck verbreitert sich und die Belastung des Vorfußes verändert sich. © Henrie / Fotolia

Bei einem Spreizfuß (lat. Pes transversoplanus) ist das Fußquergewölbe eingesunken. Die Mittelfußknochen weichen fächerförmig auseinander, statt gerade nach vorne zu zeigen. Der Vorfuß ist stark verbreitert, sodass Betroffene Schwierigkeiten haben, passende Schuhe zu finden. Auslöser für die Spreizfuß-Fehlstellung können Bindegewebsschwächen, Übergewicht und falsches Schuhwerk sein.

Die schmerzhaften Folgen eines Spreizfußes sind vor allem Schwielenbildung und Mittelfußschmerzen im Bereich der 2. bis 4. Mittelfußköpfchen, da diese durch das veränderte Gangbild übermäßig belastet werden. Auch eine Schleimbeutelentzündung (Bursitis) im Bereich des Vorfußes kann aus der Spreizfußfehlstellung resultieren. Der Spreizfuß wird vor allem konservativ behandelt mithilfe von orthopädischen Schuhanpassungen, Einlagen und Fußübungen. In schweren Fällen kann eine Spreizfußoperation bei einem Spezialisten für Fußerkrankungen den Betroffenen Linderung ihrer Fußschmerzen verschaffen.

Arthrodese bei Hallux rigidus: Versteifung des Großzehengrundgelenks

Hallux rigidus Die Arthrose des Großzehengrundgelenks (GZG) kann durch eine Versteifung (Arthrodese) behandelt werden. © Gelenk-Klinik

Wie bei allen anderen Arthroseerkrankungen ist auch bei Hallux rigidus die gelenkerhaltende Therapie günstiger, weil die Gelenkfunktion erhalten bleibt. Wenn die Therapie aber zu spät eingreift und das Großzehengrundgelenk schon verschlissen ist, können nur eine Gelenkversteifung (Arthrodese) oder ein Gelenkersatz (Prothese) die schmerzfreie Beweglichkeit wiederherstellen.

Die Fusion des Großzehengrundgelenks ist unter den verfügbaren operativen Eingriffen zur Therapie der Arthrose der letzte Rückzug. Wenn die gelenk- und bewegungserhaltende Operation ihre Grenze erreicht oder die beweglichkeitserhaltende Versorgung mithilfe einer Großzehengrundgelenksprothese scheitert, kann eine Versteifung immer noch ein stabiles und schmerzfreie Situation herstellen. Schmerzfreies Gehen in normalen Schuhen ohne hohe Absätze, Laufsport und sogar Fußball sind nach einer Arthrodese wieder möglich.

Hallux rigidus durch Arthrose: Versorgung mit einer Prothese

Manchmal reichen bei einer fortgeschrittenen Arthrose des Großzehengrundgelenks konservative Maßnahmen und minimalinvasive Verfahren nicht aus, um die Beschwerden wie Schmerzen und eingeschränkte Gehfähigkeit zu lindern. In diesen Fällen gibt es zwei operative Optionen: Die Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenks und das Einpflanzen einer Großzehengrundgelenksprothese.

Eine Prothese hat den Vorteil, dass das Gelenk beweglich bleibt. Dafür stehen verschiedene Prothesenkonzepte zur Verfügung. Wir haben gute Erfahrungen mit der flexiblen Silikonprothese gemacht. Damit lassen sich die Schmerzen lindern, und auch die Funktion bleibt weitestgehend erhalten – die meisten Patienten können mit ihrer Prothese im Alltag gut gehen, wie Langzeitergebnisse zeigen.

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