Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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79194 Gundelfingen
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Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Was bedeuten Schmerzen in der Orthopädie?

  1. Die Ursachen für Schmerzen liegen oft woanders
  2. Schmerzen im Rücken und ausstrahlende Rückenschmerzen
  3. Nicht jeder empfindet den Schmerz gleich
  4. Das Schmerzgedächtnis
  5. Wann sollte man mit Schmerzen zum Arzt?
Mann mit KnieschmerzenSchmerzen sind wichtige biologische Warnsignale unseres Körpers. © busracavus, istock

Schmerzen signalisieren uns, dass etwas in unserem Körper nicht in Ordnung ist. In der Regel zeigen sie uns zuverlässig die Region ihrer Entstehung an und geben damit Hinweise auf ihre mögliche Ursache. In etlichen Fällen hat die Körperregion, in der die Symptome auftreten, jedoch wenig bis gar nichts mit dem Bereich zu tun, in dem die Schmerzen tatsächlich entstanden sind. Häufig sind orthopädische Probleme für vermeintlich organische Beschwerden verantwortlich und umgekehrt. Oder die Schmerzen tauchen an einer von ihrem Entstehungsort weit entfernten Stelle auf und erschweren es dadurch, ihren wahren Grund zu entdecken.

Die Ursachen für Schmerzen liegen oft woanders

Das menschliche Skelett ist eine Konstruktion aus Gliedern. Das heißt, dass jeder Ausfall eines Segments dazu führt, dass ein anderes Gelenk überlastet wird und Gelenkschmerzen entstehen. Aus diesem Grund sind Versteifungsoperationen eines Gelenks für uns der allerletzte Ausweg, den wir möglichst vermeiden.

Fehlbewegungen in dieser Gliederkette bedingt durch Fehlstellungen, Unfälle, Arthrose o. Ä. führen folglich zu Fehlbelastungen an anderer Stelle. Die daraus entstehenden Blockierungen, zum Beispiel der oberen Kopfgelenke an der Schädelbasis, können Minderdurchblutungen verursachen oder auf die Arterie der Gleichgewichtsorgane drücken. Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Seh- und Hörstörungen oder sogar Tinnitus werden in den seltensten Fällen kausal mit orthopädischen Ursachen in Verbindung gebracht.

Ebenso wenig vermutet man in einer ausgeprägten Großzehengrundgelenksarthrose den Auslöser von starken Kopfschmerzen.

Aber auch einseitige Brustschmerzen haben ihren eigentlichen Grund oft nicht in kardiologischen Problemen. Etliche Patienten, die mit vermeintlicher Herzinfarkt- Symptomatik den Kardiologen konsultieren, leiden glücklicherweise „nur“ unter einer Blockierung der Rippenwirbelgelenke.

Umgekehrt können unentdeckte Magengeschwüre für Schmerzen im Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule sorgen und Lebererkrankungen Schmerzen bis in die rechte Schulter projizieren.

Nicht selten strahlen Hüftgelenkserkrankungen auf Oberschenkel und Kniegelenke aus und verursachen dort Beschwerden.

Schmerzen im Rücken und ausstrahlende Rückenschmerzen

Wirbelsäulenschmerzen wirken sich oft entsprechend der Lokalisation der betroffenen Nervenfasern auf weit entfernt liegende Körperareale aus – beispielsweise auf den Fußaußenrand, das Großzehengrundgelenk oder die Fußsohle. Veränderungen an der Halswirbelsäule können bis in die Fingerspitzen oder das Handgelenk ausstrahlen.

RückenschmerzenSchmerzen im Rücken können in andere Körperregionen ausstrahlen und dort Beschwerden verursachen. © underdogstudios, Fotolia

Nicht jeder empfindet den Schmerz gleich

Die Einschätzung der Schmerzen wird auch dadurch erschwert, dass Schmerzempfindung etwas sehr Persönliches ist. Jeder Mensch hat eine ganz eigene Schmerzwahrnehmung und empfindet die Intensität von Schmerz unterschiedlich stark. Was für den einen ein leichtes Ziehen ist, lässt den anderen „durch die Decke gehen“. Zahlreiche Studien belegen die große Bandbreite der individuellen Schmerzempfindlichkeit.

Bei relativ schmerzresistenten Menschen besteht jedoch die Gefahr, dass Probleme zu spät erkannt und behandelt werden. Gerade bei Knorpelschäden oder Meniskusrissen, die wenig oder keine Schmerzen auslösen, empfiehlt es sich, vor allem auf sogenannte Sekundärsymptome zu achten. Dies können Bewegungseinschränkungen, Ergüsse und Einklemmungen sein, die wiederum Folgeschäden begünstigen.

Das Schmerzgedächtnis

Durch das sogenannte Schmerzgedächtnis des Körpers kann sich die individuelle Schmerzempfindung im Laufe des Lebens verändern. Vor allem bei chronischen Schmerzen bilden sich auf Rückenmarksebene neuronale Verknüpfungen, die selbst dann bestehen bleiben, wenn die Ursache des Schmerzes behoben und der auslösende Schmerzimpuls beseitigt ist.

Je mehr solcher Verknüpfungen angelegt wurden, desto reizempfindlicher reagiert der Organismus bei künftigen Schmerzen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu therapieren, damit sich die Schmerzspirale nicht immer weiter nach oben schraubt.

Durch unsere langjährige schmerztherapeutische Erfahrung stehen uns viele Möglichkeiten der Behandlung offen. Zum einen muss der Schmerz gestoppt und das Schmerzgedächtnis gelöscht werden. Dies kann medikamentös oder mit anderen, häufig naturheilkundlichen Methoden erfolgen. Zum anderen gilt es, die Ursache zu finden und zuverlässig zu beheben. Hierbei kommen die gesamte moderne Diagnostik und das volle Spektrum der konservativen und operativen Orthopädie sowie unsere langjährige Erfahrung zum Tragen.

Wann sollte man mit Schmerzen zum Arzt?

Sicherlich sollte man nicht hinter jedem Schmerz gleich eine schlimme Krankheit vermuten. Aber man darf die Warnsignale des Körpers auch nicht absichtlich übersehen. Es lohnt sich in jedem Fall, bei andauernden Schmerzen den Rat von einem Facharzt – auch aus verschiedenen Fachgebieten – einzuholen.

Literaturangaben zu Schmerzen
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  • Casser, H. R., & Schaible, H. G. (2015). Muskuloskeletaler Schmerz. Der Schmerz, 29(5), 486–495.
  • Denkinger, M., & Nikolaus, T. (2018). Persistierender Schmerz. Basiswissen Medizin des Alterns und des alten Menschen, 83–96. Springer, Berlin, Heidelberg.
  • Lechner, S. G. (2017). Neue Einsichten in die spinalen und peripheren Signalwege der Schmerzentstehung. e-Neuroforum, 23(3), 173–178.
  • Rehart, S., Henniger, M., & Arndt, M. (2018). Akutschmerztherapie in Orthopädie/Unfallchirurgie. Der Orthopäde, 47(10), 883–896.
  • Schiltenwolf, M., Kieselbach, K., & Bozzaro, C. (2016). Schmerz aus anderen Perspektiven. Der Schmerz, 30(4), 315–316.
  • Sendera, M., & Sendera, A. (2015). Chronischer Schmerz. Springer, Heidelberg.
  • Treede, R. D. (2018). Schmerzchronifizierung. Praktische Schmerzmedizin: Interdisziplinäre Diagnostik-Multimodale Therapie, 1–11.
  • Wager, J., & Zernikow, B. (2015). Was ist Schmerz? Schmerztherapie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, 3–16. Springer, Berlin, Heidelberg.
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