Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
Tel: (0761) 791170
Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Orthopaedische Spezialisten für Knie, Fuß, Sprunggelenk. Hüfte, Wirbelsäule und Schulter

Krankengymnastik und Bewegungstherapie

  1. Erfahrungen in der Gelenk-Klinik
  2. Was ist Bewegungstherapie?
  3. Inhalte der Bewegungstherapie
  4. Ziele der Bewegungstherapie
  5. Bewegungstherapie bei Osteoporose
  6. Bewegungstherapie bei Arthrose
  7. Bewegungstherapie nach Knie-OP
Bewegungstherapie durch einen Physiotherapeuten Bewegungstherapie kann mit dem Patienten alleine oder in einer Gruppe durchgeführt werden. © kontrastwerkstatt, Adobe Stock

Die verschiedenen Maßnahmen und Anwendungen der Physiotherapie (Krankengymnastik) unterstützen den Patienten bei der Verbesserung, Wiederherstellung und Erhaltung körperlicher Funktionen. In der orthopädischen Sprechstunde nimmt die Physiotherapie als natürliches und konservatives Heilverfahren damit einen hohen Stellenwert ein. Sie bietet in vielen Fällen eine Ergänzung oder sinnvolle Alternative zur operativen Therapie.

Einen Hauptzweig der Physiotherapie stellt die Bewegungstherapie dar. Sie umfasst zahlreiche Methoden und Techniken, bei denen Bewegung als Therapie eingesetzt wird.

Erfahrungen in der Gelenk-Klinik

Über 20 Jahre Erfahrung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Krankengymnasten sowie ambulanten und stationären Rehabilitationszentren haben gezeigt, dass die Qualifikation des Krankengymnasten sehr entscheidend für die ganzheitliche Behandlung des Patienten ist.

Wir legen deshalb Wert auf die Zusammenarbeit mit spezialisierten Krankengymnasten, die insbesondere eine komplette manualtherapeutische Ausbildung haben sollten.

Wenn man mit Kindern arbeitet, ist zudem eine Spezialausbildung nach Bobath und Vojta von großer Wichtigkeit. Nur die Kombination aus langjähriger spezialisierter Ausbildung und ein ausgeprägtes erfahrenes Einfühlungsvermögen des Krankengymnasten ermöglichen auf Dauer gute Resultate.

Ärztlicherseits ist die Therapie langfristig genau zu überwachen, da ein zu frühes und zu starkes Training oftmals schädlich ist, ein zu spätes Training jedoch den Heilungsverlauf verzögert. Gerade wenn es um die Wiederherstellung von Beweglichkeit geht, kann es bei zu spätem oder falschem Training zu dauerhaften Einschränkungen kommen.

Erfahrung heißt, feststellen zu können, wo die Belastungsgrenze des krankhaft veränderten Gewebes liegt. Dies ist der wesentliche Unterschied zu Fitnessstudios. Hier wissen die Trainer zwar oftmals sehr genau, wie bestimmte Muskelgruppen und Funktionen zu trainieren sind, kennen aber nicht die patientenspezifische individuelle Belastungsgrenze des krankhaft veränderten Gewebes. Diese liegt oftmals unter der des gesunden Gewebes, womit immer das potentielle Risiko einer Überlastung gegeben ist. Der versierte Physiotherapeut ist aus diesem Grunde unerlässlich und muss zwingend in das Behandlungskonzept eingebunden sein.

Wie auch im operativen Bereich ist Erfahrung hier Alles. Wer nur gelegentlich ein bestimmtes Krankheitsbild nachbehandelt, verfügt in der Regel nicht über ausreichend Erfahrung, um Resultate zu erzielen, die ein Therapeut erzielen kann, der mit dem Krankheitsbild häufig zu tun hat.

Was ist Bewegungstherapie?

Die Bewegungstherapie umfasst therapeutische Verfahren, bei denen Bewegung zur Behandlung eingesetzt wird. Sie muss ärztlich verordnet und in Absprache mit dem Fachtherapeuten geplant und durchgeführt werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Bewegungstherapie mit dem Patienten alleine oder in einer Gruppe durchzuführen.

Wann wird Bewegungstherapie eingesetzt?

Bewegungstherapie in der Physiotherapie wird bei verschiedensten Krankheitsbildern und zur Vorsorge eingesetzt:

  • Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates (z. B. Arthrosen, Skoliose, chronische Instabilitäten)
  • nach Unfällen (z. B. Knochenbrüche, Bänderrisse, Muskelfaserrisse)
  • Beschwerden mit Blase und Beckenboden (z. B. nach Prostatakarzinom, Schwangerschaft)
  • neurologische Erkrankungen (z. B. Morbus Parkinson, nach Schlaganfall)
  • vor und nach chirurgischen Eingriffen (z. B. nach dem Einsatz eines künstlichen Gelenkes, aber auch nach gelenkerhaltenden Operationen)

Geschichte der Bewegungstherapie

Die Bewegungstherapie ist Bestandteil verschiedener Fachdisziplinen. Sie wird u. a. in der Sportmedizin, der Psychiatrie und der Physiotherapie eingesetzt.

Der Einsatz von Bewegung zur Gesundheitsförderung besteht schon lange. Als Teil der Physiotherapie ist die Bewegungstherapie mit der Entwicklung der Gesundheitsförderung in Deutschland verknüpft. Es ist ein junger Berufsstand, der seine Anfänge Mitte des 19. Jahrhunderts hat.

1994 wurde mit der Erneuerung des Berufsgesetzes nach der Wiedervereinigung eine einheitliche Ausbildung geschaffen und die Berufsbezeichnung Physiotherapeut löste die des Krankengymnasten ab.

Inhalte der Bewegungstherapie

Ziele der Bewegungstherapie:

  • Wiederherstellung, Erhalt und Stärkung von Körperfunktionen wie Mobilität, Stabilität, Kraft
  • Erarbeiten ökonomischer Bewegungsabläufe
  • Verringerung/Beseitigung von Schmerzen
  • Minderung/Beseitigung von Beeinträchtigungen im Alltag und dadurch Steigerung der Lebensqualität
  • Prävention bestimmter Krankheitsbilder
  • Vermittlung von Gesundheitskompetenzen im physischen, psychischen und sozialen Bereich

In der Bewegungstherapie finden verschiedenste Methoden, Konzepte und Techniken Anwendung. Dabei sollte der Therapeut immer auf das persönliche Beschwerdebild eingehen. Es macht einen Unterschied, ob die Problematik bzw. Einschränkung am Nervensystem liegt, an einer vorangegangenen Operation oder einer Sportverletzung wie einem Umknicktrauma am Sprunggelenk. Im Folgenden geben wir eine Auswahl an Techniken und Konzepten, die dabei zum Einsatz kommen können.

Propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF)

Die propriozeptive neuromuskuläre Fazilitation (PNF) umfasst physiotherapeutische Therapiemethoden, die die Bewegungs- und Haltungskontrolle bei Patienten verbessern. PNF findet hauptsächlich nach Gelenkoperationen, Schlaganfall, bei Rückenschmerzen und Morbus Parkinson Anwendung.

Ziel ist die Stabilität des Rumpfes. Dreidimensionale Bewegungsmuster, die sich an Bewegungen aus Alltag und Sport orientieren, stärken gezielt die Rumpfmuskulatur. Der Therapeut setzt den Bewegungen des Patienten einen angepassten Widerstand entgegen und trainiert auf diese Weise funktionelle Muskelketten.

Medizinische Trainingstherapie (MTT)

Die medizinische Trainingstherapie ist eine komplexe Behandlungsmethode. Die aktive Mitarbeit des Patienten steht dabei im Vordergrund. Es handelt sich um ein gerätegestütztes Training zum Erhalt bzw. zur Steigerung der Kraft, Ausdauer, Mobilität und Koordination. Es können alle Indikationen behandelt werden, bei denen eine Leistungssteigerung der motorischen Grundeigenschaften sinnvoll ist.

Bobath

Das Bobath-Konzept ist ein umfassender Ansatz zur Befundaufnahme und Behandlung von Menschen mit einer Läsion (Schädigung) des ZNS (zentrales Nervensystem), z. B. nach einem Schlaganfall. Das Ziel besteht darin, die Handlungsfähigkeit im Alltag zu optimieren.

Dies geschieht u. a. darüber, dass die Qualität von Haltungs- und Bewegungsmustern befundet und anschließend durch individuell angepasste Maßnahmen und Übungen verbessert wird. Die Therapie nach Bobath ist ein Konzept, keine Technik. Es gibt daher keine festgelegte Übungen.

Vojta

Das Vojta-Konzept behandelt Patienten mit unterschiedlichen neurologisch-motorischen Störungen. Die Ursache kann, aber muss dabei nicht in einer Störung des ZNS (zentrales Nervensystem) liegen. Durch die Therapie verbessert der Patient seine Bewegungsökonomie, die aufgrund von neurologischen Schädigungen gestört ist.

Ziel ist dabei u. a. die Bahnung koordinierter Bewegungsmuster, die Aktivierung von Aufrichtungsmechanismen und die Anbahnung einer dem Bewegungsablauf entsprechenden Auswahl der Muskelaktivität.

Bewegungstherapie bei Osteoporose

Verlauf einer Osteoporose in vier Stadien Bei Osteoporose verringert sich der Kalziumgehalt im Knochen. Der Knochen wird brüchig. © crevis, Fotolia

Die Bewegungstherapie ist bei Osteoporose ein wichtiger Therapie- und Präventionsfaktor.

Unser Knochensystem ist abhängig von ausreichender körperlicher Bewegung. Demzufolge ist es wichtig, sich regelmäßig, am besten täglich, zu bewegen. Die Bewegungstherapie unterstützt und fordert diese Bewegung ein. Dem Betroffenen können zudem Übungen zur täglichen selbstständigen Durchführung gezeigt werden.

Menschen mit Osteoporose haben ein erhöhtes Risiko, bei einem Sturz einen Bruch (Fraktur) zu erleiden. Dieses Risiko lässt sich reduzieren, indem der Patient ein Gang- und Gleichgewichtstraining im Rahmen der Bewegungstherapie absolviert.

Laut evidenzbasierter Literatur kann ein gezieltes Krafttraining bei entsprechend hoher Intensität und adäquater Steigerung über einen längeren Zeitraum die Knochendichte positiv beeinflussen. Allerdings stellt die Belastung mit hohen Gewichten und Widerständen speziell bei Patienten mit Osteoporose ein nicht unerhebliches Risiko für Verletzungen dar. Ein solches Training sollte deshalb nur mit speziell geschulten Therapeuten erfolgen.

Bewegungstherapie bei Arthrose

Die Gesundheit unseres Knorpels ist u. a. abhängig von regelmäßiger Bewegung. Der Knorpel in unseren Gelenken ist nicht durchblutet. Die Ernährung bzw. Versorgung des Knorpels geschieht deshalb über den Wechsel zwischen Be- und Entlastung. Bei Arthrose ist dieser Gelenkknorpel geschädigt. Dennoch oder gerade deshalb ist eine gezielte Bewegung bei Arthrose wichtig, um das Fortschreiten zu verhindern bzw. zu verlangsamen.

Arthrose kann zudem mit reduzierter Beweglichkeit des Gelenkes sowie mit verhärteten und verkürzten Muskeln und Bindegewebsstrukturen einhergehen. Die Bewegungstherapie kann die Arthrose nicht heilen. Sie vermag jedoch den Fortschritt der Arthrose zu verlangsamen und Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zu reduzieren.

Bewegungstherapie nach Knie-OP

Anatomie Knie Nach einer Knie-OP kann Bewegungstherapie dazu beitragen, die ursprüngliche Beweglichkeit des Kniegelenks wiederherzustellen. © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Im Anschluss an eine Knieoperation ist eine angepasste Bewegungstherapie von besonderer Wichtigkeit. Die Beweglichkeit und Kraft muss erhalten und gegebenenfalls verbessert werden. Koordinationsübungen zur besseren Muskelkontrolle verhindern Ausweichbewegungen und Schonhaltungen.

In Bezug auf die Belastung, den Bewegungsradius und Widerstände muss das jeweilige Nachbehandlungsschema eingehalten werden. Die Bewegungstherapie sollte deshalb nur von geschulten Therapeuten durchgeführt werden, um Fehler zu vermeiden.

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