Orthopädische Gelenk-Klinik

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vorderes Kreuzband

Anatomie des Kniegelenks mit Oberschenkelrollen (Femurkondylen) Anatomie des gebeugten Kniegelenks mit der Lage des vorderen und hinteren Kreuzbandes. © Henrie, Adobe Stock

Das vordere Kreuzband bildet zusammen mit dem hinteren Kreuzband, den Kollateralbändern (Innenband und Außenband) und weiteren Bandstrukturen den Bandapparat im Kniegelenk.

Das vordere Kreuzband zieht vom hinteren Bereich der äußeren (lateralen) Oberschenkelrolle (Femurkondylus) schräg nach medial und unten zur Gelenkfläche des Schienbeins (Tibia). Medizinisch werden beim vorderen Kreuzband zwei Faserbündel unterschieden, das anteromediale und das posterolaterale Bündel. Sie verlaufen unterschiedlich steil und stabilisieren das Knie besonders bei Bewegungen in der Sagittalebene. Das vordere Kreuzband ist häufig von Verletzungen betroffen und kann teilweise oder vollständig reißen (Kreuzbandriss). Der Schubladentest dient der Diagnose einer vorderen Kreuzbandruptur. Der Arzt kann das vordere Kreuzband chirurgisch mithilfe einer Naht oder einem Sehnentransplantat (Kreuzbandplastik) behandeln. Eine spontane Ausheilung des Kreuzbandrisses findet nicht statt.

Synonyme: 
VKB, Ligamentum cruciatum anterius

Knieschmerzen beim Treppensteigen

Kreuzband Die Funktion des Kreuzbandes kann klinisch durch eine Reihe von Tests geprüft werden. Der Schubladentest zeigt das Wackelknie, das der Patient auch beim Bergabgehen oder beim Hinuntergehen einer Treppe als Instabilität spürt, wenn das vordere Kreuzband nicht mehr richtig funktioniert. © Gelenk-Klinik/Prof. Dr. Sven Ostermeier

Knieschmerzen beim Treppensteigen können durch Kniearthrose hinter der Patella (Kniescheibe) ausgelöst werden. Auch eine Instabilität der Patella kann beim Beugen des Knies oder beim Treppensteigen schmerzhaft werden. Schmerzen beim Treppensteigen sind in der Regel belastungsabhängig.

Röntgenbilder und Kernspin (MRT) zeigen Abnutzungen der Knorpelfläche oder lokale Schäden im Knie.

Kreuzbandoperation: Kreuzbandplastik, Kreuzbandnaht und Refixation

Ruptur der Kreuzbänder im Kniegelenk. Deutlich sichtbar ist das verletzte vordere Kreuzband. Bei einem Kreuzbandriss können auch die Seitenbänder des Kniegelenks verletzt werden. © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Beim Kreuzbandriss (Kreuzbandruptur) entsteht durch Distorsion (Verdrehung) oder Umknicken des Kniegelenks ein Riss der innen im Knie verlaufenden Kreuzbänder. Bei vollständig oder teilweise gerissenen Kreuzbändern ist die Position des Oberschenkels im Gelenk nicht mehr stabil. Vor allem bei Stoppbewegungen oder beim Bergablaufen ist das Kniegelenk instabil und weicht nach vorne aus.

Die Kreuzbandoperation nach Kreuzbandriss ist nicht immer eine Transplantation. Immer häufiger kann der Operateur ein nur teilweise gerissenes Kreuzband annähen (Rekonstruktion). Kreuzbänder können nach knöchernem Ausriss aus der Verankerung im Oberschenkel oder Schienbein auch refixiert werden (Refixation).

Es ist für die Kniespezialisten der Gelenk-Klinik sehr wichtig, je nach Schadensmechanismus eine differenzierte Kreuzbandoperation anbieten zu können.

Kreuzbandriss: Symptome, Diagnose und Behandlung

Klinische Untersuchung bei Kreuzbandriss Der Arzt kann die Funktion des Kreuzbandes klinisch durch eine Reihe von Tests gut überprüfen. © Gelenk-Klinik

Zentral im Kniegelenks kreuzen zwei Bänder, die Oberschenkel (Femur) und Schienbein (Tibia) miteinander verbinden und in ihrer Position halten - das vordere Kreuzband und das hintere Kreuzband. Durch einen Kreuzbandriss (Ruptur des Kreuzbandes) wird das Kniegelenk instabil. Ein Kreuzbandriss betrifft meist das vordere Kreuzband. Ursachen sind häufig Sportverletzungen, wie beispielsweise eine Verdrehung (Distorsion) des Knies beim Skifahren oder ein Zusammenprall beim Ballsport.

Ist ein Kreuzband oder beide gerissen, schwillt das betroffene Kniegelenk stark an und der Betroffene verspürt einen stechenden Schmerz. In vielen Fällen geht der Kreuzbandriss mit einem Knack- oder Knallgeräusch und einem Ruck im Kniegelenk einher. Der Patient kann sein Knie nicht mehr in vollem Umfang bewegen. Um das Knie wieder zu stabilisieren und einer Kniearthrose (Gonarthrose) vorzubeugen, kann der Spezialist für Knieerkrankungen das Kreuzband entweder nähen oder durch ein Sehnentransplantat ersetzen.

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