Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 0

patienten@gelenk-klinik.de

Orthopaedische Spezialisten für Schulter

Schulterluxation und Schulterinstabilität: Auskugeln und Einrenken der Schulter

Eine Schulterluxation ist die Ausrenkung des Oberarmkopfes (Humeruskopf) aus der Gelenkpfanne des Schultergelenks. Meist ist ein traumatisches Ereignis wie beispielsweise ein Sturz auf den Arm ursächlich für die Luxation der Schulter. In bestimmten Fällen kann ein erfahrener Arzt die Schulter manuell wieder einrenken. Man spricht dann von einer Reposition. Eine Operation ist in diesem Fall nicht unbedingt erforderlich. Häufig kommt es aber im Rahmen der Auskugelung des Humeruskopfes aus dem Schultergelenk zu Begleitverletzungen. Dies können Bänderrisse, Verletzungen der Rotatorenmanschette oder Risse der Gelenklippe (Labrum glenoidale) sein. Ob eine Schulterluxation operativ oder konservativ versorgt werden muss, entscheidet der Arzt anhand der klinischen und bildgebenden Diagnostik.

Intaktes SchultergelenkAbbildung eines intakten Schultergelenkes

Ursachen für die Schulterinstabilität

Der enorme Bewegungsumfang macht das Schultergelenk mit seinen stabilisierenden Weichteilstrukturen anfällig für Verletzungen.

Eine Instabilität mit Luxationen (Ausrenkungen) der Schulter kann anlagebedingt sein, ist aber wesentlich öfter Folge einer traumatischen, unfallbedingten Erstluxation. Ein plötzlicher, unvorhergesehener Kraftimpuls führt bei einer bereits bestehenden maximalen Bewegungsauslenkung des Schultergelenks zur Schulterluxation.

Der Oberarmkopf verlässt die Gelenkpfanne und luxiert. Dabei werden im Regelfall Weichteilstrukturen abgerissen oder beschädigt. Insbesondere die bereits weite Gelenkkapsel der Schulter überdehnt und die knorpelige Lippe an der Gelenkpfanne, das Labrum glenoidale reißt ab. Des Weiteren kann es vor allem bei älteren Patienten zu knöchernen Verletzungen mit Bruch des Oberarmkopfes oder zu einer begleitenden Ruptur der aus Sehnen bestehenden Rotatorenmanschette kommen. Diese umfasst und stabilisiert das Schultergelenk. Durch die Verletzung der Weichteilstrukturen, insbesondere des Labrums, kommt es sehr häufig zu erneuten Luxationen des Schultergelenks, auch bei Alltagstätigkeiten. Als Faustregel gilt, je jünger ein Patient bei der Erstluxation war, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, eine chronische, anhaltende Schulterinstabilität zu entwickeln. So zeigen Patienten, die bei der Erstluxation unter 20 Jahren waren, eine Wahrscheinlichkeit von über 80 % für eine erneute Luxation.

Wie lassen sich die Art und das Ausmaß der Schulterinstabilität prüfen?

Untersuchung des Schultergelenks mittels Ultraschall Mittels Ultraschall kann der Arzt die Muskel- und Sehnenführung im Schultergelenk beurteilen. © Gelenk-Klinik

Die orthopädische Untersuchung gibt Hinweise auf das Vorhandensein, das Ausmaß und die Richtung der Instabilität im Schultergelenk. Mittels Röntgenbild kann der Arzt knöcherne Verletzungen am Oberarmkopf und an der Gelenkpfanne diagnostizieren oder ausschließen. Um die Schädigung von Gelenkkapsel und Bändern zu erkennen, ist in vielen Fällen eine Kernspintomographie (MRT) der Schulter erforderlich. Hier lassen sich Verletzungen der Gelenkkapsel, der Sehnen und der Gelenklippe (Labrum) erkennen. Auch eine Untersuchung der Muskeln und Sehnen mittels Ultraschall kann zur Diagnose beitragen. Anhand der Ergebnisse der Untersuchungen legt der Orthopäde das operative Vorgehen fest.

Wie verläuft die Operation einer Schulterluxation?

Bei wiederholten Ausrenkungen, beim jungen Sportler unter Umständen schon nach dem ersten Verletzungsereignis, ist die Stabilisierung durch eine Operation zu empfehlen. Diese wird in der Regel als Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt. Nur so lässt sich verhindern, dass das Gelenk immer wieder auskugelt und weitere Folgeschäden eintreten. Bei der anlagebedingten Instabilität ohne eine Verletzungsursache ist ein gezieltes Muskelaufbautraining mit Kraftgeräten zu empfehlen. Eine Operation ist hier meistens nicht notwendig.

Refixation des gerissenen Labrums nach SchulterluxationBei einer Schulterluxation kommt es häufig zu einer Verletzung des Knorpelrings, der die Gelenkpfanne schützend umgibt (Labrum). Labrumrisse können arthroskopisch genäht werden. © Gelenk-Klinik

Um das gesamte Ausmaß der Schädigung durch das luxierte Schultergelenk einzuschätzen, ist eine arthroskopische Sicht erforderlich. Anhand seiner Einschätzung legt der Arzt den Umfang der Operation fest. Es stehen mehrere Operationsmethoden zur Verfügung. Bei einer Schulterluxation ist meistens die Refixation des abgerissenen Labrums Gegenstand der Operation. Dabei refixiert der Orthopäde die Gelenklippe in arthroskopischer Technik, also ohne große Eröffnung des Schultergelenks mittels selbstauflösenden Dübeln.

Daneben kann eine Straffung der Gelenkkapsel sowie eine Sehnennaht erforderlich sein.

Nachbehandlung der Schulteroperation nach Schulterluxation

Ohne eine differenzierte und qualitativ hochwertige Nachbehandlung ist kein zufriedenstellendes Ergebnis der Operation zu erwarten. Neben der anfänglichen Ruhigstellung des Arms muss der Patient die vorgegebenen Bewegungseinschränkungen einhalten. Dabei darf die Gefahr einer Einsteifung des Schultergelenks nicht unterschätzt werden. Dieser goldene Mittelweg der möglichst großen Stabilität bei gleichzeitig größtmöglicher Beweglichkeit erfordert ein hohes Können der nachbehandelnden Physiotherapeuten. Auch ist vor Ablauf von mindestens drei bis sechs Monaten nicht mit Abschluss der Behandlung zu rechnen.

Literaturangaben
  • Echtermeyer, V. & Bartsch, S. (2005). Praxisbuch Schulter: Verletzungen und Erkrankungen systematisch diagnostizieren, therapieren, begutachten; 10 Tabellen. Thieme.
  • Gohlke, F. & Hedtmann, A. (2002). Handbuch Orthopädie, Schulter. Thieme, Stuttgart.
  • Kühlwetter, K., Lehmann, M. & Gokeler, A. (2007). Schulter-Schluss: Aktiv gegen den Schulterschmerz (German Edition) (1. Aufl. 2 ed). Steinkopff.
  • van der Heijden, G. J. (1999). Shoulder disorders: a state-of-the-art review.. Baillière`s best practice & research. Clinical rheumatology, 13, 287–309.
Bewertung: 
Eigene Bewertung: Keine. Durchschnittlich 4.2 (28 votes)
Folgen Sie der Gelenk-Klinik auf Facebook oder Twitter

FOCUS-Empfehlung

Bitte ein Gelenk wählen

Anatomische Struktur
Schulterschmerzen Ellenbogenschmerzen Hand und Handgelenk Huefte Wirbelsäule Hand Fuss Sprunkggelenk und Schmerzen im Knöchel Knieschmerzen und Schmerzen im Knöchel

Jobportal des Gelenk-Klinik MVZ

Wir haben Spaß an unserer Arbeit und möchten dich daran teilhaben lassen. Für unsere Klinikerweiterung in 2019 suchen wir daher Verstärkung:

Orthopädie der Schulter

Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopaedie in Freiburg

Prof. Dr. med. Sven Ostermeier

Facharzt für Orthopädie

 
PD. Dr. med. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

PD. Dr. med. Bastian Marquaß Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie