Orthopädische Gelenk-Klinik

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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Metall-Allergie nach Hüftprothese oder Knieprothese?

Warum sind ist die allergische Reaktionen nach Prothesenimplantationen zunehmend verbreitet?

Metallallergie ein Lifestyle Phänomen?

Ein Grund für die zunehmende Metallallergie in der jüngeren Generation kann in der zunehmenden Verbreitung von Nickelhaltigem Modeschmuck liegen. Die älteren Patienten hatten in Ihrem Leben meist noch nicht so viel Kontakt mit Nickel, daher auch noch nicht so häufige Allergien.

Wahrscheinlich entsteht eine zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung gegen eine oder mehrere Implantatmaterialien. Diese sog. Sensibilisierung entsteht im Rahmen eines Erstkontaktes mit dem Material z.B. beim Tragen von Modeschmuck. Für die Endoprothetik sind vorwiegend Allergien auf Metalle, d.h. insbesondere auf Nickel, Kobalt und Chrom sowie Knochenzementbestandteile von Bedeutung. Die Ursache wieso Patienten Unverträglichkeitsreaktionen zeigen, ist nicht vollständig geklärt. Diese so genannten Kontakt-Allergien entstehen normalerweise bei direktem Kontakt der obersten Hautschicht mit einem Allergen, aber auch der Kontakt mit tieferen Gewebeschichten scheint Reaktionen am Gewebe auslösen zu können.

Knieprothesen sind am häufigsten von Metallallergie betroffen

Vor allem bei Kniegelenken mit Ihren Kobalt-Chrom Legierungen sind Metallallergien zu erwarten. Die bei Hüftprothesen üblichen Titanimplantate sind zu weich für den Einsatz an Kniegelenk. So gibt es für den Kniebereich eigens gehärtete Titanprothesen.

Ist eine Kontakt-Allergie Ursache für frühzeitige Lockerung von Prothesen nach Gelenkersatz verantwortlich?

Gesicherte Wissenschaftliche Ergebnisse zur Metallallergie als Ursache von Komplikationen bei Hüft- und Knieprothesen durch eine allergische Reaktion sind nicht vorhanden.

Hierauf gibt es heute noch keine definitive Antwort. Da eine eindeutige Lockerung bisher nicht bewiesen werden konnte. Trotzdem können teilweise unklare allergische Hautreaktionen festgestellt werden.

Hier wurden sowohl Patienten mit bekannter Allergie gegen die Implantatmaterialien über Jahre beobachtet als auch bei notwendigem Prothesenwechsel eine Testung auf Hautallergien durchgeführt. In beiden Untersuchung gibt es hierfür keinen Hinweis. Trotzdem kann man im Rahmen von Wechseloperationen bei frühzeitiger Lockerung teilweise spezielle Gewebereaktionen in Umgebung der gelockerten Prothese wurden aber nachgewiesen. Diese Gewebereaktion besteht aus speziellen weißen Blutzellen die für eine allergische Reaktion typisch sind.

Seit wann werden diese Reaktionen beschrieben und beobachtet?

In der Literatur wurde vor 40 Jahren erstmals eine Hautreaktion nach Versorgung eines Knochenbruches mit Metallimplantaten beschrieben und als allergische Komplikation gegen den Implantatwerkstoff gedeutet. In den 70er Jahren wurden vermehrt Oberflächenersatz-Prothesen am Hüftgelenk Metallgleitpaarungen verwendet, die anfangs einen deutlich erhöhten Metallabrieb aufwiesen. Zum Teil werden parallel Hautreaktionen beschrieben, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht im Zusammenhang mit möglicherweise eingetretenen allergischen Hautreaktionen gesehen wurden. Die bis zum heutigen Tag unklaren Reaktionen der Haut werden seit 10 Jahren immer wieder veröffentlicht. Vor 5 Jahren wurde nun ein Arbeitskreis der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischer Chirurgie eingerichtet, der sich mit der Frage der allergenen Reaktion durch Implantatwerkstoffe regelmäßig auseinandersetzt.

Wie häufig sind allergische Reaktionen und wer ist besonders betroffen?

Metall-Allerhgiehäufigkeit in der Bevölkerung

  • Nickel: 13,1%
  • Kobalt: 3%
  • Chrom: 1%
Dabei haben Frauen, vor allem mit zunehmendem Alter, eine vielfach höhere Allergierate als Männer.

Unklare Reaktionen nach Gelenkersatzoperationen werden zunehmend veröffentlicht. Auch eine zunehmende Sensibilisierung auf Metalle wie Nickel, Kobalt und Chrom in der Gesamtbevölkerung wird beobachtet. Insbesondere Frauen vor dem 40. Lebensjahr zeigen eine starke Zunahme der Sensibilisierungsrate gegen Nickel. Es wird angenommen, dass in Zukunft möglicherweise eine Vielzahl von Patienten, die mit einem Implantat versorgt werden müssen, mit der potentiellen Komplikation einer allergischen Reaktion auf Implantatmaterialien rechnen müssen.

Warum spielen Kontakt-Allergene gerade in der Orthopädie eine so herausragende Rolle?

Nickel, Chrom und Kobalt sind in fast allen orthopädischen Implantaten aus Edelstahl Kobalt- und hoher Chromlegierungen enthalten. In aktuellen Studien wird davon ausgegangen, dass etwa 12% der Bevölkerung gegen Nickel und 5% der Bevölkerung gegen Kobalt und Chrom allergische Reaktionen zeigen. Teilweise sind auch Kreuz-Allergien, d.h. das Reagieren auf weitere Metallbestandteile als Nickel und Kobalt, vorhanden. Diese Reaktionen sind nach heutigem Wissen nicht gleichzusetzen mit einer wirklichen Unverträglichkeit des Implantates nach Einsatz.

Welche Reaktionen sind nach Prothesenimplantation mit Einsatz von Metallimplantaten möglich?

Mögliche Effekte von Metallallergie bei Prothesen

  • Hautreaktion auf Metallteilchen
  • Evtl. auch aseptische Implantatlockerung
  • Wundheilungsstörungen
  • Ekzeme
  • Restschmerzen nach der Prothesenoperation

Gesicherte Untersuchungen dazu gibt es allerdings noch nicht, diese Annahmen beruhen auf einer Reihe von Einzelbeobachtungen. Für diese Beobachtungen sind auch andere Ursachen als die Metallallergie möglich.

Bei sicher nachgewiesener Kontakt-Allergie verzichten wir heute auf die Verwendung von Chrom-Kobalt-Legierungen als Prothesenimplantatmaterial, da die Zusammenhänge zwischen allergischer Hautreaktion und der Reaktion in dem umgebenden Gewebe des Implantates nicht sicher vorhergesagt werden kann. In Abhängigkeit vom versorgten Gelenk können spezielle Gleitpaarungen wie Polyäthylen, Keramik oder auch alternative Materialien verwendet werden. Alternativmaterialien sind keramikbeschichtete Metalle und vollkeramische Prothesen, soweit möglich und ausreichend sicher.

Sind Allergieimplantate eine sichere Lösung bei Metallallergie?

Wie oft werden beschichtete Allergieimplantate verwendet?

In Umfragen im deutschsprachigen Raum verwenden etwa 84% der Behandler Allergieimplantate.

Wie sicher sind Allergieimplantate?

Die Ergebnisse der Allergieimplantate sind nicht gleich gut gesichert wie die der schon viele Jahre verwendeten Standardprothesen. Allergieimplantate sind speziell für die möglicherweise existierende Allergie hergestellte Prothesen. Dieses Verfahren wird erst seit einigen Jahren von der Industrie angeboten, daher existieren mit diesen Implantaten wenig Erfahrung und damit auch keine brauchbaren wissenschaftlichen Ergebnisse.

Der Patient und der behandelnde Arzt gehen also bei der Verwendung dieser Prothesen ein deutlich höheres Risiko ein, als bei den seit vielen Jahren auf dem Markt befindlichen Implantaten. Jedes Implantat bedarf normalerweise eines über viele Jahre getesteten Einsatzes in der Medizin, bevor eine ausreichende Sicherheit für den Patient gewährleistet ist. Diese Sicherheit existiert für diese Implantate nicht.

Einsatz von speziellen Allergieimplantaten bei gesicherter Metallallergie ist möglich

Wir schließen uns in der Gelenk-Klinik der Empfehlung an, dass man im Rahmen einer ausführlichen Abwägung von Vor- und Nachteilen bei Patienten mit Metallallergien solche Allergieimplante verwenden kann. Die fehlenden Ergebnisse für diese Implantate und die bisher als sehr gering angenommene Wahrscheinlichkeit einer allergischen Implantatreaktion müssen hierbei berücksichtigt werden.

Welche Schwierigkeiten können Allegieprothesen bereiten?

Die potentiellen Probleme bei einer Prothese die beschichtet wurde sind ähnlich wie bei einer Keramikbeschichteten Pfanne. Der Überzug oder besser die Beschichtung kann abplatzen und zu einem sog. Dreikörperverschleiß führen und damit die Haltbarkeit der Prothese verkürzen. Implantatlockerung und Hautreaktionen können ebenfalls eintreten.

Weitere Allergisierung und allergische Reaktionen:

Weitere Allergene wie z. B. Latex und Knochenzement kommen im Rahmen von operativen Eingriffen auch ohne Verwendung von Implantatmetallen vor. Hier gelten für die allergischen Reaktionen sehr ähnliche Aussagen wie beim Implantatmaterial. Die bei den auf Latex eintretenden allergischen Reaktionen mit starker Herz-Kreislaufwirkung werden bei Kontakt-Allergien auf Metalle nicht beobachtet. Bei Reaktionen auf Knochenzement sind nicht ausschließlich Allergien auf den Acrylatzement möglich. Auch Zusätze des Knochenzementes wie Antibiotika (z.B. Gentamycin), PPO oder DMT sind mögliche Allergene. Haben Sie Fragen zur Versorgung mit Hüftprothese, Knieprothese, Schulterprothese und Sprunggelenkprothese bei Nickelallergie, Chrom-Cobalt Allergie, Latexallergie oder Knochenzementallergie beraten wir Sie gerne nach neusten wissenschaftlichen Kenntnissen.

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