Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
Tel: (0761) 55 77 58 0
Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Arthrose vorbeugen: Ernährung und Bewegung

  1. Gelenke werden nicht abgenutzt, sondern vernachlässigt
  2. Vorbeugung, nicht Reparatur muss der erste medizinische Ansatz sein
  3. Hohe Lebensqualität im fortgeschrittenen Alter ist das Ziel der Arthrose-Prävention
  4. Übergewichtige Patienten mit Arthrose benötigen früher Gelenkersatz
  5. Aktive Patienten: bessere Lebensqualität auch mit Prothese
  6. Stoffwechsel: Risikofaktoren begünstigen die Entstehung der Arthrose
  7. Die Entstehung von Arthrose ganzheitlich verstehen und vorbeugend behandeln
Eine gesunde Ernährung kann Arthrose vorbeugen.Neben Bewegung kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung Arthrose vorbeugen. © monticellllo, Fotolia

So beugen Sie einer Arthrose vor:

  1. gesunde Ernährung
  2. Vermeidung von Übergewicht
  3. Aufrechterhaltung eines gesunden Stoffwechsels
  4. regelmäßige, gelenkschonende Bewegung
  5. schweres Heben vermeiden

Arthrose (Gelenkverschleiß) betrifft viele Menschen. Fast jeder zweite Mensch über 50 Jahren hat bereits deutliche Anzeichen einer Arthrose. Fehl- oder Überbelastung führen zum Verschleiß des Gelenkknorpels. Das Gelenk beginnt zu schmerzen, wird weniger belastbar und kann schließlich sogar unbeweglich werden. Wegen Arthrose erfolgen allein in Deutschland jedes Jahr über 300.000 Operationen mit künstlichem Hüftgelenkersatz oder Kniegelenkersatz.

Eine gesunde Ernährung kann gegensteuern und das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen oder stoppen. Außerdem ist ausreichende Bewegung wichtig, um Arthrose vorzubeugen. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren verbessern die Knorpelernährung und fördern die Beweglichkeit der Gelenke.

Gelenke werden nicht abgenutzt, sondern vernachlässigt

Die Gelenkchirurgie hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der vorbeugenden Instandhaltung von arthrotischen Gelenken gemacht. Allerdings steht in vielen Fällen die mechanische Funktion zu sehr im Vordergrund. Die wissenschaftliche Literatur zur Untersuchung der Ursachen von Arthrose weist jedoch immer stärker auf 3 Faktoren hin, die in der eigenen Lebensführung liegen:

  • gesunde Ernährung
  • Vermeidung von Übergewicht
  • Aufrechterhaltung eines gesunden Stoffwechsels

Vorbeugung, nicht Reparatur muss der erste medizinische Ansatz sein

Prof. Dr. Daniel König hat aus diesem Gedanken heraus das Institut für Präventive Medizin in Freiburg gegründet. Dieses Institut arbeitet eng mit der orthopädischen Gelenk-Klinik zusammen.

Der interdisziplinär arbeitende Arzt sieht den präventiven Ansatz bei der Arthrosebehandlung als vordringliche medizinische Aufgabe: "Die gesellschaftlichen Folgekosten der Arthrose sind durch Frühverrentungen und Arbeitsausfälle immens hoch. Vor allem aber bedeutet eine Arthrose chronische Schmerzen und deutlich weniger Lebensqualität. Gerade im Angesicht der steigenden Lebenserwartung wird es immer wichtiger, die uns geschenkten Jahre auch in Gesundheit genießen zu können."

Arthrose-PyramideVorbeugende Maßnahmen sollten die Basis der Arthrosebehandlung darstellen. Je weiter nach oben man in der Pyramide gelangt, umso seltener kommen die genannten Verfahren zur Anwendung.

Hohe Lebensqualität im fortgeschrittenen Alter ist das Ziel der Arthrose-Prävention

Durch moderne Erkenntnisse der präventionsmedizinischen Forschung kann Prof. König frühzeitig Risikofaktoren identifizieren. Wesentliches Ziel ist die Entschärfung medizinischer Zeitbomben, die ein gesundes Älterwerden stören können. Dabei ist es besonders wichtig, dass neben den orthopädischen Problemen auch die internistischen, kardiologischen und den Stoffwechsel betreffenden Erkrankungen erfasst werden.

Übergewichtige Patienten mit Arthrose benötigen früher Gelenkersatz

Übergewicht hat viele Gründe. Neben Stoffwechselerkrankungen sind ungesunde Ernährung und unzureichende Aktivität wesentliche Gründe für die dramatische Zunahme von Übergewicht in unserer Gesellschaft.

Die Forschung unterstützt auch in der orthopädischen Arthrosebehandlung eindeutig den vorbeugenden Ansatz. Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem Alter, wann eine Totalendoprothese der Hüfte oder des Knies benötigt wird, ist wissenschaftlich klar belegt.

Die Implantation einer Hüftprothese bei stark übergewichtigen Patienten erfolgt im Schnitt 10 Jahre früher als bei Normalgewichtigen. Bei Knieprothesen ist das noch deutlicher: Normalgewichtige benötigen erst etwa 13 Jahre später eine Knieprothese als Übergewichtige.

Aktive Patienten: bessere Lebensqualität auch mit Prothese

Laufen und regelmäßige, sanfte Bewegung beugt Arthrose am effektivsten vor.Laufen und regelmäßige, sanfte Bewegung beugt Arthrose am effektivsten vor. © lordn, Fotolia

Bewegung ist in jedem Stadium der Arthrose hilfreich. Wichtig ist es, die optimale Art des Bewegungstrainings zu kennen und auch die Intensität und den Umfang korrekt festzulegen. Beratung erhalten Sie von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.

Aber auch wenn eine Prothese unabwendbar ist, werden Patienten, die sich vor der Operation regelmäßig bewegten, nach der Operation deutlich schneller wieder fit. Sie können sich früher wieder selbstständig bewegen als Patienten ohne Bewegungstraining.

Stoffwechsel: Risikofaktoren begünstigen die Entstehung der Arthrose

Die Stoffwechseluntersuchung ist ein weiterer wichtiger Ansatz, den Prof. König vom Institut für präventive Medizin für seine Patienten vorsieht. Die Situation des Stoffwechsels wird in der Öffentlichkeit mit Risiken wie Diabetes, Bluthochdruck und kardiologischen Risikofaktoren in Verbindung gebracht.

Aber auch Störungen des Harnsäurestoffwechsels (Gicht) spielen eine wichtige Rolle für die orthopädische Gesundheit. Bei erhöhter Harnsäure steigt die Wahrscheinlichkeit von entzündlichen Veränderungen der Gelenke und der Knorpelverschleiß beschleunigt sich krankhaft. Nach neueren Untersuchungen steht auch die Intensität der Schmerzen mit dem Harnsäurespiegel in Verbindung.

Die Entstehung von Arthrose ganzheitlich verstehen und vorbeugend behandeln

Für die Gelenk-Klinik ist es sehr wichtig, die Krankheitsprozesse, die langfristig eine Arthrose begünstigen, ganzheitlich zu verstehen. Der präventionsmedizinische Ansatz, der in Forschung und Praxis am Institut für präventive Medizin von Prof. König vertreten wird, ist daher eine wichtige Ergänzung der orthopädischen Gelenk-Klinik. Auf diese Weise können wir Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit reduzieren.

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