Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
Tel: (0761) 791170
Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Ernährung bei Arthrose

Eine gesunde Ernährung kann Arthrose vorbeugen. Neben Bewegung kann eine gesunde und ausgewogene Ernährung Arthrose vorbeugen. © monticellllo, Fotolia

Eine ausgewogene Ernährung bei Arthrose ist ein wichtiger Baustein in der Arthrosebehandlung: Gesunde Ernährung kann einem vorzeitigen Gelenkverschleiß gegensteuern und das Fortschreiten einer Arthrose verlangsamen oder sogar stoppen.

Regelmäßige und schonende Aktivität unterstützt eine arthrosegerechte Ernährung. Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren verbessern die Knorpelernährung, fördern die Beweglichkeit der Gelenke und sorgen bei Betroffenen für eine positive Grundeinstellung gegenüber ihrer Erkrankung.

Inhalt: Ernährung bei Arthrose

Vorbeugen statt Reparieren

So beugen Sie Arthrose vor:

  • gesunde Ernährung
  • Normalgewicht anstreben
  • Aufrechterhaltung eines ausbalancierten Stoffwechsels
  • regelmäßige, gelenkschonende Bewegung
  • Überlastung und einseitige Belastung der Gelenke vermeiden

Die Gelenkchirurgie hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte bei der vorbeugenden Instandhaltung von arthrotischen Gelenken gemacht. Allerdings steht hier oft die Reparatur geschädigter Gelenke im Vordergrund. Die beiden wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen geraten dabei aus dem Fokus: arthrosegerechte Ernährung und aktiver Lebensstil mit gelenkschonender Bewegung.

Was darf ich bei Arthrose essen?

Generell schützt eine fettarme und vitaminreiche Ernährung die Gelenke nachhaltig. Folgende Nahrungsmittel haben einen günstigen Einfluss auf eine beginnende Arthrose:

  • kalziumreiche Nahrungsmittel: Spinat, Broccoli, Milchprodukte, best. Mineralwasser
  • magere und fettarme Milchprodukte: Joghurt, Quark
  • ungesättigte Fette: z. B. Oliven-, Walnuss-, Leinöl
  • antioxidierend wirkendes Vitamin C, B-Vitamine
  • Mineralien und Spurenelemente: Eisen, Zink, Jod, Mangan
  • ballaststoffreiche Nahrung: Haferflocken, Beeren, Kohl
  • Kaltwasserfische und Krabben: Hering, Forelle, Scholle
  • Lauchgemüse: Knoblauch, Zwiebeln und Lauch

Die Rolle der Ernährung bei Arthrose konnte in Studien durch den deutlich verbesserten Zustand der Gelenke fastender Arthrose-Patienten nach Gewichtsabnahme wissenschaftlich belegt werden. In der Studie wurden die Gelenke auf Beweglichkeit und Schmerzfreiheit untersucht.

Was darf ich bei Arthrose nicht essen?

Es gibt Nahrungsmittel und Ernährungsweisen, die den Verlauf von Arthrose ungünstig beeinflussen. Als direkte Folge nehmen die Arthroseschmerzen zu und der Verbrauch von Schmerzmittel steigt. Zu den ungünstigen Ernährungsstrategien bei Arthrose gehören Nahrungsmittel mit einem hohem Anteil folgender Inhaltsstoffe:

  • gesättigte Fettsäuren: Butter, Schlagsahne, Schmalz, Wurstwaren
  • gehärtete Fette: Kekse, Fertiggerichte und -kuchen
  • Arachidonsäure: tierische Lebensmittel, Fleisch, Innereien, Eier, Käse, Wurst, Milch

Auch auf Alkohol und Nikotin sollten Arthrosepatienten verzichten. Viele Schmerzmedikamente verändern ihre Wirksamkeit und die Sauerstoffversorgung im gesamten Körper verschlechtert sich - also auch im Knorpelgewebe. Wir raten unseren Patienten, am besten auf beides zu verzichten.

Wunderwaffe gegen Arthrose: Lauchgemüse

Lauchgemüse, Knoblauch und Zwiebeln Lauch, Knoblauch und Zwiebeln schützen Gelenkknorpel und verlangsamen Arthrose. © nagee, Adobe Stock

In einer vergleichenden Zwillingsstudie haben englische Forscher den Einfluss der Ernährung auf Hüftarthrose untersucht. Allgemein erwies sich ein hoher Anteil vegetarischer Ernährung mit vielen Früchten und Gemüse als knorpelschützend. Personen zwischen 44 und 70 Jahren mit hohem Gemüse- und Obstanteil in der Nahrung hatten wesentlich seltener Hüftarthrose.

Besonders gut geschützt gegen Hüftarthrose waren Patienten mit einem hohen Anteil an Lauchgemüsen, Zwiebeln und Knoblauch an der Ernährung. Ein besonderer Wirkstoff (Diallylsulfid) ist in Lauchgemüse enthalten. In Laborversuchen hat dieser Wirkstoff bereits seine knorpelerhaltende Wirkung gezeigt.

Normalgewicht bremst Arthrose aus

Regelmäßige sportliche Betätigung und normales Körpergewicht beugen Arthrose vor. Normalgewicht und regelmäßige Bewegung entlasten die Gelenke und senken die Entzündungsneigung im Körper. Deshalb ist regelmäßige, sanfte Aktivität die effektivste Vorbeugung gegen Arthrose. © lordn, Fotolia

Die Gelenke der unteren Extremitäten ‒ also Hüfte, Knie, Fuß- und Sprunggelenke ‒ tragen unser gesamtes Körpergewicht. Beim Laufen und Springen wirkt ein Vielfaches des Gewichts auf die Gelenkknorpel. Bei Personen mit hohem Körpergewicht verursacht die größere mechanische Last einen früher einsetzenden und stärkeren Verschleiß in den Gelenken verglichen mit normalgewichtigen Menschen.

Studien bestätigen den direkten Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Arthrose: Das individuelle Risiko, eine Arthrose zu entwickeln, ist bei stark Übergewichtigen mehr als doppelt so hoch wie bei Normalgewichtigen. Gleichzeitig liegt der Zeitpunkt einer Hüftprothesenoperation bei stark übergewichtigen Patienten über 10 Jahre früher als bei Normalgewichtigen. Übergewichtige erhalten Knieprothesen durchschnittlich sogar 13 Jahre früher als normalgewichtige Patienten.

Bewegung ist in jedem Stadium der Arthrose hilfreich. Wichtig ist es, die optimale Art des Bewegungstrainings zu kennen und auch die Intensität und den Umfang korrekt festzulegen. Beratung erhalten Sie von Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten.

Aber auch wenn eine Prothese unabwendbar ist, werden Patienten, die sich vor der Operation regelmäßig bewegten, nach der Operation deutlich schneller wieder fit. Sie können sich früher wieder selbstständig bewegen als Patienten ohne Bewegungstraining.

Fasten reduziert den Schmerzmittelverbrauch

Im Zusammenhang mit Fastenkuren konnten Patienten ihre Einnahme von Schmerzmitteln vermindern. Bereits nach 2 Wochen gingen die Gelenkschmerzen und damit der Schmerzmittelverbrauch massiv zurück. Ein einfacher Grund für diesen Zusammenhang – vor allem bei Kniearthrose und Hüftarthrose: Die Patienten entlasteten durch Gewichtsabnahme ihre Gelenke.

Sehr interessant ist die Beobachtung, dass der Schmerzrückgang nachhaltig war: Auch 3 Monate nach Beendigung der Fastenperiode war der Effekt noch sichtbar. Die Forscher des Kompetenzzentrums Naturheilkunde der Universität Jena vermuteten, dass auch die verminderte Zufuhr an tierischen Nahrungsmitteln für diesen Schmerzrückgang verantwortlich war. Vor allem die reichlich in tierischen Fetten enthaltene Arachidonsäure steht in Verdacht, die entzündlichen, knorpelschädigenden Stoffwechselprozesse bei Arthrose zu verstärken.

Entzündliche Arthrose durch aktives Fettgewebe

Nicht nur die mechanische Gelenkbelastung durch Übergewicht ist schädlich bei Arthrose. Auch der Stoffwechsel ist verändert: Das Fettgewebe produziert entzündungsfördernde Hormone, die sogenannten Adipokine. Adipokine verursachen Enzymkaskaden, die letztlich auch die Proteine der Knorpelmatrix abbauen. Dieser Prozess macht Knorpel weicher und weniger widerstandsfähig. Die Hormonwirkung konnte man durch Untersuchungen der Gelenkflüssigkeit von Arthrose-Patienten nachweisen. Muskelaufbau und Abbau von Fettgewebe durchbricht diesen Teufelskreis.

Erfahrungen mit Arthrose in der Gelenk-Klinik

Für die Gelenk-Klinik ist es sehr wichtig, Krankheitsprozesse, die langfristig eine Arthrose begünstigen, ganzheitlich zu verstehen. Ganz wichtig dabei ist: Wenn Sie eine Ernährungsumstellung oder Arthrose-Diät planen, sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Orthopäden über Ihre Wünsche und Zielsetzungen. Erst nach Abklärung möglicher Begleiterkrankungen sowie den persönlichen Arthroseursachen können Sie eine solche Umstellung sicher durchführen.

Mit einer Selbstbehandlung der Arthrose in Eigenregie ohne exakte Diagnose verlieren Sie wertvolle Zeit, in der vielleicht ein minimalinvasiver arthroskopischer Eingriff den Verlauf der Arthrose dauerhaft hätte beenden können.

Literaturangaben
  • Bischoff, A. (2019). Ihr Arsenal gegen Arthrose. MMW-Fortschritte der Medizin, 161(3), 10–12.
  • Cassel, M., Krickhahn, A., Krause, P., & Mayer, F. (2017). Bewegung und Arthrose. Körperliche Aktivität und Gesundheit, 289–298. Springer, Berlin, Heidelberg.
  • Changulani, M., Kalairajah, Y., Peel, T. & Field, R. E. (2008). The relationship between obesity and the age at which hip and knee replacement is undertaken. The Journal of bone and joint surgery. British volume, 90(3), 360–363.
  • Domenica, F. D., Sarzi-Puttini, P., Cazzola, M., Atzeni, F., Cappadonia, C., Caserta, A. et al. (2005). Physical and rehabilitative approaches in osteoarthritis. Seminars in arthritis and rheumatism, 34(6 Suppl 2), 62–69.
  • Gandhi, R., Wasserstein, D., Razak, F., Davey, J. R. & Mahomed, N. N. (2010). BMI independently predicts younger age at hip and knee replacement. Obesity (Silver Spring, Md.), 18(12), 2362–2366.
  • Hinkelmann, U. (2007). Die Endoprothese: Das künstliche Hüft- und Kniegelenk Schritt für Schritt erklärt. München: Elsevier.
  • Katz, J. D., Agrawal, S. & Velasquez, M. (2010). Getting to the heart of the matter: osteoarthritis takes its place as part of the metabolic syndrome. Current opinion in rheumatology, 22(5), 512–519.
  • Klapper, R. L. & Huey, L. (2007). Heal Your Knees: How to Prevent Knee Surgery and What to Do If You Need It. M.Evans & Company.
  • König, D., Muser, K., Dickhuth, H.-H., Berg, A. & Deibert, P. (2009). Effect of a supplement rich in alkaline minerals on acid-base balance in humans. Nutrition journal, 8, 23+.
  • Michael, J. W., Schlüter-Brust, K. U. & Eysel, P. (2010). The epidemiology, etiology, diagnosis, and treatment of osteoarthritis of the knee. Deutsches Ärzteblatt international, 107(9), 152–162.
  • Michalsen, A., & Stange, R. (2015). Fasten und Ernährung bei rheumatischen Gelenkerkrankungen. Arthritis und Rheuma, 35(05), 275–280.
  • Mooren, F. C., & Reimers, C. D. (Eds.). (2018). Praxisbuch Sport in Prävention und Therapie. Elsevier Health Sciences.
  • Namba, R. S., Paxton, L., Fithian, D. C. & Stone, M. L. (2005). Obesity and perioperative morbidity in total hip and total knee arthroplasty patients. The Journal of arthroplasty, 20(7 Suppl 3), 46–50.
  • Oliviero, F., Ramonda, R. & Punzi, L. (2010). New horizons in osteoarthritis. Swiss medical weekly, 140.
  • Rümelin, A. (2003). Kursbuch Arthrose: Gelenkerkrankungen effektiv vorbeugen und typgerecht behandeln. Südwest Verlag.
  • Sharma, L., Kapoor, D. & Issa, S. (2006). Epidemiology of osteoarthritis: an update. Current opinion in rheumatology, 18(2), 147–156.
  • Siedentopp, U. (2017). Knochengesunde Ernährung bei Arthrose und Osteoporose. Zeitschrift für Komplementärmedizin, 9(03), 30–34.
  • Wagner, E. (2009). [Non-surgical treatment of osteoarthritis of large joints - new aspects]. Wiener medizinische Wochenschrift (1946), 159(3–4), 76–86.
  • Waller, C., Hayes, D., Block, J. & London, N. (2011). Unload it: the key to the treatment of knee osteoarthritis. Knee Surgery, Sports Traumatology, Arthroscopy, 1–7.
  • Wiederer, C. (2018). Physikalische Medizin und Rehabilitation bei Arthrose. Physikalische Medizin, Rehabilitationsmedizin, Kurortmedizin, 28(05), 41.
Folgen Sie der Gelenk-Klinik auf Facebook, Twitter oder Instagram

Orthopädische Gelenk-Klinik

Anfahrt zur Orthopädischen Gelenk Klinik in Freiburg

Orthopädische Gelenk-Klinik
EndoprothetikZentrum (EPZ), Zentrum für Fuß und Sprunggelenkschirurgie (ZFSmax)

Tel: (0761) 791170

Praxis Gundelfingen:
Alte Bundesstraße 58
79194 Gundelfingen

OP-Zentrum Freiburg:
Gundelfinger Straße 11
79108 Freiburg

anfrage@gelenk-klinik.de

Fachärzte für Orthopädie

Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik Freiburg
Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie in Freiburg Prof. Dr. med. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik
Dr. med. Martin Rinio, Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg Dr. med. Martin Rinio
Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik
PD Dr. med. habil. Bastian Marquaß, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin PD Dr. med. habil Bastian Marquaß.
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin an der Gelenk-Klinik
Orthopädische Fachklinik in Freiburg

PD Dr med. Kubosch
Facharzt für Orthopädie, Spezialist für Wirbelsäule

EndoProthethikZentrum (EPZ)

Beratung in der Gelenk-Klink

EndoProthethikZentrum (EPZ) Gelenk-Klinik

  • Geprüfte Qualität und Erfahrung mit über 700 Prothesen/Jahr
  • Geprüfte Aus- und Weiterbildung unserer Spezialisten
  • Qualität in Diagnose, Operation und Nachsorge
  • Geprüfte Beratung und Aufklärung unserer Patienten

EndoProthetikZentrum (EPZ)