Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 0

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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Hüftprothese bei Osteoporose - wirksame Strategien zur Vermeidung von Komplikationen

Wir beachten die Osteoporose schon vor der Operation und behandeln sie entsprechend.

Was beachtet der Hüftspezialist bei der Prothesenversorgung eines Osteoporosepatienten?

Mögliche Komplikationen der Hüftprothese mit Osteoporose
  • Prothesenlockerung
  • Periprothetische Fraktur (Brüche des Knochens um die Prothese)
  • Aseptische Lockerung

Die patientengerechte Versorgung von Hüftarthrose bei Osteoporose beginnt mit der Erkennung der Osteoporose. Die Knochendichte sollte eindeutig bestimmt werden.

Ausgehend von dem Wert der Knochendichte kann die Implantationstechnik und das gewählte Prothesendesign variiert werden. Die Wahl der Operationstechnik und der Prothese muss die Lockerungsgefahr und die erhöhte Bruchgefahr bei Osteoporose berücksichtigen.

Zu Beachten bei Hüftprothese mit Osteoporose
  • Diagnose der Osteoporose
  • Anpassung der Implantattechnik
  • Prothesendesign
  • Anpassung der Nachbehandlung

Wie beeinflusst die Osteoporose das Resultat einer Hüftprothesenoperation?

Der Einfluss der Osteoporose auf die Versorgung mit einer Hüftprothese ist seit vielen Jahren bekannt. Ein Patient oder eine Patientin mit Osteoporose hat einen deutlicher verstärkten Knochenumbau im Vergleich zu Patienten ohne Osteoporose. Durch diese Veränderung in der Knochenstoffwechselaktivität sinkt die Knochendichte. Der Osteoporosepatient hat wesentlich weniger Calcium und weniger Knochenbälkchen in seinen Knochen. Der Knochen bietet der Prothese also weniger Halt. Das Risiko von vorzeitigen Lockerungen der Hüftprothese nach der Operation steigt für Osteoporosepatienten also an.

OsteoporoseBei Osteoporose Vermindert sich der Calciumgehalt im Knochen, die Knochendichte nimmt ab, der Knochen wird spröde und bricht sehr leicht. Auch Implantate und Prothesen haben deutlich weniger Halt.

Zudem können Brüche am Knochen entstehen. Das Implantat und der umgebende Knochen haben eine unterschiedliche Dehnbarkeit. Elastische Biegung des Knochen am Übergang zwischen Implantat und normalen Knochen - eigentlich ein normaler Vorgang - ist für Osteoporosepatienten besonders kritisch. Daher treten solche Knochenschäden am ehesten an der Spitze des Implantates auf.

Voruntersuchungen bei Osteoporose vor der Operation einer Hüftprothese

Begleituntersuchungen

  • Knochendichtemessung
  • Bestimmung der Medikation
  • Vorerkrankungen
  • Röntgenuntersuchung

Unser wesentliches Ziel ist das Risiko einer Osteoporose vor eine Operation einzuschätzen und in Kooperation mit unserem Facharzt für Rehabilitationsmedizin das richtige Behandlungskonzept für die Patienten zu entwickeln. Die Abschätzung erfolgt durch eine allgemeine Anamnese: Der Hüftspezialist will die mit der Osteoporose verbundenen Vorerkrankungen erkennen. Dabei werden auch die aktuell vom Patienten eingenommenen Medikamente erfragt.

Das Risiko für eine Osteoporose kann durch bestimmte Diagnosemethoden abgeschätzt werden. Dazu gehört zunächst die Knochendichtemessung. Im Röntgenbild kann man die Osteoporose nur in einem sehr fortgeschrittenen Stadium erkennen.

Wir führen diese Knochendichte-Messung daher bei allen Frauen über 65 Jahren und Männern über 70 Jahren routinemäßig durch, bevor eine Hüftprothese eingesetzt wird. Bei jüngeren Patienten erfolgt die Knochendichtemessung nur bei entsprechendem Hinweis auf eine osteopenische Veränderung (Knochenarmut) im Röntgenbild.

Wie passen wir die Operation der Hüftprothese an eine Osteoporose an?

Anpassung der Hüft-TEP Operation
  • Wahl des Implantates: lange Prothesenschäfte
  • Zementierung mit besonders blasenarm zubereitetem Knochenzement
  • Jährliche Kontrollen wegen Frühlockerung

Anpassungen der Therapie der Hüftprothesenversorgung findet auf 2 Arten statt:

  1. Durch die Wahl des Implantates
  2. durch eine angepasste Osteoporosetherapie

Generell versuchen wir, zementfreie Schaftprothesen mit einer möglichst weit am Schenkelhals liegenden Fixierung zu erreichen. Dies führt beim osteoporotischen Patienten zu einer geringeren Anpassungsreaktion des Knochens. Sollten zementierte Prothesen gewählt werden, wird die Zementierung mit einem speziellen blasenarmen Vakuumzement-System durchgeführt, um Lockerung der Zementfixierung durch Gaseinschlüsse zu vermeiden.

Nach der Hüftprothesen-Operation eines Osteoporosepatienten Therapie werden regelmäßige jährliche Kontrollen durchgeführt. Frühlockerung und damit Folgeschäden für den Patienten können so frühzeitig erkannt werden können.

Begleitende Behandlung der Osteoporose bei Hüftprothesenoperation

Bei Hüftprothesen-Patienten mit Osteoporose sollte die Anpassung der eingenommenen Medikamente zusammen mit dem Hausarzt verfolgen. Knochenaufbau und Osteoporosestopp ist das Ziel aller begleitenden Maßnahmen.

Zur Behandlung des Knochenschwunds kommen verschiedene Medikamente in Frage. Eine alleinige Einnahme von Vitamin D ist nicht ausreichend. Vitamin-D Behandlung scheint sogar gerade bei Patienten mit Hüftendoprothese eine Lockerung der Prothese zu unterstützen.

Osteoporosemittel wie Bisphosphonate oder ähnliche Medikamente kommen ebenfalls zur Anwendung.

Bewegung nach der Hüftprothesen-Versorgung ist wichtig, um die Propriozeption (Selbstwahrnehmung) als Schutz gegen Lockerung und Brüche zu sensibilisieren. So wird regelmäßige körperliche Aktivität empfohlen.

Die Eiweiß- und calciumreiche Ernährung nach einer Operation ist ebenfalls wichtiger Bestandteil der erfolgreichen Behandlung.

Eiweißreiche Ernährung vor und nach der Operation der Hüftprothese kann bei der Verwendung der einwachsenden Pothese die Osteointegration (Einbau des Implantates in den Knochen) fördern.

Regelmäßige Kontrollen sowohl durch eine Untersuchung in der Gelenkklinik. Hier werden klinische Untersuchungen und Röntgenbilder angefertigt um eine Lockerung oder Wanderung der Prothese frühzeitig feststellen zu können.

Unsere Implantatphilosophie für Patienten mit Osteoporose

Hüftprothese Schaft zementfrei Zementfreier Schaft einer Hüftprothese: Der Knochen wächst in die raue Oberfläche des Prothesenschaftes ein. Die Lockerungsgefahr ist geringer. Bei einer Wechseloperation muss kein Knochenzement entfernt werden.

Am Anfang der Behandlungsentscheidung für Hüftprothesen-Patienten steht die generelle Auswahl der Verankerung einer Prothese: entweder durch Zementierung oder durch ein knöchernes Einwachsen (sog. knöcherne Integration). Mit der zementierten Verankerung liegen historisch die meisten Erfahrungen vor - dieses Verfahren wird seit über 40 Jahren angewendet. Die zementbefestigte Prothese ist unmittelbar nach der Operation voll belastbar.

Nachteile der zementierten Hüftprothese

Doch ist die zementierte Prothese nicht nur vorteilhaft: vor allem bei einem möglichen Prothesenwechsel ist die Zementverankerung gelegentlich problematisch: Der Knochenzement muss bei Prothesenwechsel komplett entfernt werden, bevor eine neue Prothese stabil eingesetzt werden kann. Das heisst dass der Oberschenkelknochen weiter ausgehöhlt werden muss. die Komplikationsrate nach Prothesenwechsel steigt daher immer an, im Vergleich zu einer Erstimplantation.

Vorteile einwachsender Prothesen

Die vorteilhaftere Verankerung der Hüftprothese ist die zementfreie Befestigung im Knochens durch Einwachsen des Knochens in die speziell beschichtete Oberfläche der Prothese.

Auf zementierte Pfannen wird in der Gelenk-Klinik generell verzichtet. Wir verwenden zementfreie Pfannen, die in den Beckenknochen einwachsen und über das Press-Fit Verfahren befestigt werden.

Der anfänglicher Halt wird bei diesen Press-Fit Pfannen durch vorbereitete Pfannenfräsungen erreicht. Das verwendete Implantat aus Titan hat eine leichte Übergröße von 1-2 mm. Hierdurch verkeilt sich die Pfanne stabil in der gefrästen Hüftpfanne im Knochen.

Die sonst noch oft verwendete Schraubpfannenversorgung lehnen wir wegen der scharfen Gewindegänge der Pfanne ab.

Diese Erststabilität (Primärstabilität) der Prothese entwickelt sich im Verlauf durch den Einwachsprozess zu einer Sekundärstabilität durch Osteointergration. Durch knöchernes Einwachsen werden die aus Titanlegierung bestehenden Implantate dann auf natürliche Weise verankert.

In der Pfannenprothese sind Pfanneneinsätze (Inlays) verankerbar, die für die gelenkbildende Gleitpaarung wichtig sind. Die Mindeststärke der Inlays beträgt 5 mm.

Hüftprothese KomponenteGleitpaarung einer Hüft-Totalendoprothese aus Chrom-Molybdän und Polyethylen. Die Pfanne wird zementfrei und ohne Knochenschrauben nach dem Pressfit-Verfahren eingesetzt. © Smith-Nephew.com

Zementierungstechnik der Hüftprothese bei Osteoporosepatienten

Die Verankerung der Prothesenschäfte im Knochen erfolgt durch einen Zementmantel um den Prothesenstil. Dieser Stil ist aus Guss- oder Schmiedelegierung (CoCrMo) besteht.

Verschiedenen Zementierungsphilosophien sind für Hüftprothesen bekannt. Wir versuchen, durch einen Verschluss der Markhöhle (Innenseite der Knochenröhre) einen gleichmäßigen Zementmantel zu erreichen mit einer möglichst konstanten Eindringtiefe in den schwammartigen (spongiösen) Knochen von 2-3 mm.

Zementfreie Schaftimplantate haben sind noch nicht so lange in Gebrauch wie zementierte Schäfte. Durch den Verzicht auf Knochenzement ergeben sich klare Vorteile. Das natürliche Einwachsen der Prothese ermöglicht im Falle einer Lockerung der Prothese eine einfachere Wechselsituation, da kein störender Zement den Knochen verstopft. Diese Implantate bestehen aus Titan Legierungen. Sie sind an der Oberfläche bearbeitet und aufgeraugt, um die Osteointegration - also das Knochenwachstum an der Oberfläche - möglichst günstig zu beeinflussen.

Erfahrung mit der Hüftprothese in unserem orthopädischen Zentrum

Die Versorgung mit eine Hüftprothese in einem Zentrum. Die Hüftprothesenversorgung in der Gelenk-Klink ist einer der Standardeingriffe.

Wir achten darauf, die Individualität der Versorgung in der Privatklinik durch den kontinuierlichen persönlichen Kontakt zum behandelnden Spezialisten zu erhalten. Dieses enge Arzt - Patientenverhältnis bei guter Kommunikation erhöht die Qualität der Therapie und vermindert das Risiko von unerwünschten Folgen durch den Eingriff.

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Hüftchirurgie

Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg

Dr. med. Martin Rinio
Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie an der Gelenk-Klinik

 

Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik

Vortrag 28.11.17, 19:30

"Schmerzen in Schulter, Nacken und Ellenbogen"
Prof. Dr. Sven Ostermeier, Facharzt für Orthopädie Prof. Dr. med. Sven Ostermeier
"Untersuchung und Therapie von Schulter und Nackenschmerzen "
PD Dr. med habil Bastian Marquaß PD Dr. med habil Bastian Marquaß
"Ellenbogenschmerzen: Tennisarm, Schmerzen nach Stürzen, Arthrose"

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Beratung in der Gelenk-Klink

EndoProthethikZentrum (EPZ) Gelenk-Klinik

  • Geprüfte Qualität und Erfahrung mit über 200 Prothesen/Jahr
  • Geprüfte Aus- und Weiterbildung unserer Spezialisten
  • Qualität in Diagnose, Operation und Nachsorge
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