Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Kniespezialist untersucht Knieschmerzen

Kniearthrose: Gelenkerhalt bei Arthrose im Kniegelenk

  1. Was ist Kniearthrose?
  2. Ursachen und Entwicklung der Kniearthrose
  3. Symptome der Kniearthrose: typische Knieschmerzen
  4. Diagnose der Arthrose im Knie
  5. Die vier Stadien der Kniearthrose
  6. Konservative Behandlung der Kniearthrose
  7. Operation bei Kniearthrose
  8. Patientenfragen zur Kniearthrose in der Gelenk-Klinik
Osteophyten bei Kniearthrose Kniegelenk mit Arthrose von vorne und innen. Sichtbar ist die Kniescheibe, der Meniskus als Puffer zwischen Oberschenkel und Unterschenkel und das Innenband des Kniegelenks. Charakteristisch für die fortgeschrittene Arthrose ist auch die Bildung von Knochenanbauten (Osteophyten) im Kniegelenk. © Viewmedica

Was ist Kniearthrose?

Kniearthrose (Gonarthrose) ist die Abnutzung des Knorpels im Kniegelenk. Am Endpunkt der Gelenkerkrankung reiben die Knochen im Knie schmerzhaft aneinander. Häufig ist Arthrose im Knie begleitet von schmerzhaften Entzündungsprozessen, die mit einer Einschränkung der Bewegung und einer Versteifung des Kniegelenks einhergehen.

Wenn Sie morgens bei den ersten Schritten Schmerzen verspüren oder das Kniegelenk z. B. nach dem Wandern oder Joggen häufig geschwollen und überwärmt ist und zusätzlich die Beweglichkeit abnimmt, sollten Sie Ihr Kniegelenk von einem Facharzt untersuchen lassen.

Was sind die Folgen der Kniearthrose?

Kniearthrose ist der häufigste Grund für die Implantation eines künstlichen Gelenks bzw. einer Knieprothese.

Fakten zur Arthrose im Knie

  • 70 % aller Patienten mit Kniearthrose haben eine beidseitige Arthrose in den Kniegelenken.
  • In einem Zeitraum von 11 Jahren entwickelten auch Patienten mit einseitiger Arthrose eine Kniearthrose auf der gegenüberliegenden Seite.
  • Kniearthrose entwickelt sich zu 47 % zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen.
  • 10 % aller Fälle von Kniearthrose bei Männern entstehen zwischen Oberschenkel und Kniescheibe (patellofemorale Arthrose).
  • Bei Frauen ist die patellofemorale Kniearthrose mit einem Anteil von 21 % wesentlich häufiger.
  • 41 % aller Kniearthrosen sind Mischformen.
  • Bei beiden Geschlechtern ist die mediale Kniearthrose – also Arthrose der inneren (dem Körpermittelpunkt zugewandten) Kammer des Kniegelenks – am häufigsten.
  • Literatur

Anatomie des Kniegelenks

Anatomie des Kniegelenks Kniearthrose kann verschiedene Bereiche des Kniegelenks betreffen: Das Kniegelenk hat drei Kompartimente, die separat erkranken können. Die femoropatellare Kniearthrose liegt hinter der Patella (Kniescheibe). Aufseiten des Körpermittelpunkts liegt das innere (mediale) Kompartiment. Ist es von Knorpelverschleiß befallen, spricht man von medialer Kniearthrose. Laterale Kniearthrose tritt im äußeren Kompartiment des Kniegelenks auf. © Istockphoto.com / MedicalArtInc

Drei Knochen bilden das Kniegelenk: Der Oberschenkelknochen (Femur) mit den mächtigen, walzenförmigen Femurkondylen (Gelenkköpfen) lagert in der Oberfläche des Unterschenkelknochens (Tibia). Er ist zudem mit der Kniescheibe (Patella) gelenkig verbunden, die als Sesambein (Knochen, der nur an Bändern aufgehängt ist) den Kraftübertrag der Oberschenkelmuskeln auf das Gelenk unterstützt. Sowohl die Gleitverbindung des Oberschenkels zur Kniescheibe (patellofemorales Gelenk) als auch das Gelenk zum Schienbein (Tibia) mit seinen beiden Kammern (innen = medial, außen = lateral) können von Arthrose betroffen sein. Der Kniespezialist differenziert diese unterschiedlichen Lokalisationen der Kniearthrose. Diese Unterscheidung ist vor allem für die operative Behandlung wichtig.

Arten der Kniearthrose unterteilt nach Lage des Knorpelschadens

  • Laterale Kniearthrose: Diese Form der Arthrose im Knie tritt insbesondere bei X-Beinstellung auf. Hier ist vor allem der äußere Bereich des Knies betroffen. Man bezeichnet sie auch als Valgusgonarthrose.
  • Mediale Kniearthrose: Diese Art der Kniearthrose betrifft den innen liegenden (medialen) Teil des Kniegelenks. Die mediale Gonarthrose tritt vor allem bei O-Bein-Fehlstellung auf. Man bezeichnet sie auch als Varusgonarthrose.
  • Retropatellararthrose: Die Arthrose hinter der Patella (Kniescheibe) betrifft das Gelenk zwischen der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen. Man bezeichnet es als Femoropatellargelenk. Diese Arthrose heißt daher auch femoropatellare Arthrose.
  • Pangonarthrose: Bei der Pangonarthrose sind alle Kompartimente des Kniegelenks betroffen. Dabei sind also die Gelenkflächen des Femurs (Oberschenkelknochen), der Tibia (Schienbein) und der Patella beteiligt. Durch wiederholte Entzündungen kann sich eine lokalisierte Arthrose ohne Behandlung in eine Gonarthrose des gesamten Kniegelenks weiterentwickeln.

Mittels gelenkerhaltender operativer Therapien versuchen wir, die Arthrose im Knie auf das betroffene Kompartiment einzugrenzen. Durch Knorpeltransplantation (Knorpelzüchtung), Inlays oder Knieteilprothesen bzw. retropatellare Prothesen können wir häufig den größten Teil des Kniegelenks erhalten. So können wir die Lebenszeit des Kniegelenks mit Arthrose um viele Jahre verlängern.

Häufigkeit der Kniearthrose

Kniearthrose gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen: Sie ist eine "Volkskrankheit". Unsere komplexen Kniegelenke sind bei Arbeit und Sport besonders starken Belastungen und Verletzungsrisiken ausgesetzt. Fast die Hälfte aller Patienten mit Arthrose leiden unter Gonarthrose. Das sind etwa 5 % aller Erwachsenen. Erst an zweiter Stelle folgt die Hüftarthrose. Dass Arthrose im Knie in über 120.000 Fällen pro Jahr mit einer Knieendoprothese behandelt wird, ist inzwischen allgemein bekannt. Dabei sind Frauen wesentlich häufiger von Kniearthrose betroffen als Männer.

Arthrosezeichen sind bei über 50-Jährigen weit verbreitet. Die Rotterdamstudie zeigte 1997, dass von 1040 untersuchten Patienten zwischen 55 und 65 Jahren nur 12 % frei waren von jedem Arthrosezeichen.

Die Ansicht, dass man Arthrose im Knie nicht mehr verbessern, sondern nur den Verlauf therapeutisch verlangsamen kann, ist inzwischen aber für viele Patienten überholt.

Im folgenden Artikel wollen wir daher die für viele Patienten großen Chancen auf eine gelenkerhaltende Perspektive zeigen: Immer mehr Patienten mit Knorpelschaden erhalten an spezialisierten Kliniken eine Chance auf ein gesundes Knie. Die Spezialisten der Gelenk-Klinik wenden die modernen Verfahren der gelenkerhaltenden Knorpelzüchtung (Knorpeltransplantation) bereits seit über 15 Jahren mit großem Nutzen für die Patienten an.

Die Rolle des Gelenkknorpels bei Arthrose im Knie

Prinzip der Knorpelfunktion: Ein dünner Wasserfilm kann tonnenschwere Gewichte tragen. Ein tragfähiger Wasserfilm, der unter Belastung aus dem Knorpelgewebe gepresst wird, ist das Prinzip des Gelenkknorpels. Diese 5 Tonnen schwere Granitkugel wird von einem dünnen Wasserfilm getragen. Voraussetzung für die Tragfähigkeit ist die glatte Oberfläche. © Brent Moore über Wikimedia.org

Arthrose ist zunächst eine Erkrankung des Gelenkknorpels im Knie. Knorpel ist die weiße Substanz, die für die Gleitfähigkeit der Knochen im Gelenk sorgt. Zentral für die Funktion des Knorpels sind vitale Knorpelzellen. Diese bilden um sich herum ein stark wasserhaltiges und elastisches Bindegewebe.

Mikroskopische Aufnahme von wasserbindendem Gelenkknorpel Das ist eine vergrößerte Aufnahme von wasserbindendem Gelenkknorpel. Die Knorpelmatrix aus langkettigen Molekülen, die von Knorpelzellen abgesondert werden, ist im Bild aufgrund des hohen Wassergehaltes transparent (durchsichtig). In das Bindegewebe eingebettet sind die angefärbten Knorpelzellen. Den größten Volumenanteil des Knorpelgewebes bilden also Bindegewebe und Wasser. Die Zellen produzieren die Proteine der hyalinen (wasserhaltigen) Matrix und sondern sie in ihre Umgebung ab. So lange die Knorpelzellen vital und zahlreich sind, regeneriert sich der Gelenkknorpel. © Ganimedes über Wikimedia.org

Wenn bei einer Arthrose die Knorpelzellen absterben, kann dieses elastische Bindegewebe nicht mehr ausreichend gebildet und regeneriert werden.

Gesunder Knorpel sieht aus wie das Innere einer Kokosnuss: Weiß, saftig und elastisch. Gelenkknorpel im Kniegelenk hält durch Zähigkeit und Elastizität auch dem Druck von vielen hundert Kilos mühelos stand. Er ist so einzigartig glatt, dass sogar die Reibung zweier Eisblöcke deutlich höher ist.

Diese Belastbarkeit ist im Kniegelenk besonders wichtig: Oberschenkelknochen (Femur), Schienbeinknochen (Tibia) und Kniescheibe bilden das Kniegelenk des Menschen. Die Belastung ist so hoch, dass zusätzlich zum Gelenkknorpel noch die Menisken als Stoßdämpfer zwischen den Knochen dienen, um die Belastung der Gelenkflächen zu reduzieren.

Wenn die Funktion des Meniskus reduziert ist oder ein Meniskus ganz entfernt wurde, verschlechtert sich die Situation für die Gelenkknorpel im Kniegelenk erheblich. Die Wahrscheinlichkeit, nach relativ kurzer Zeit eine Kniearthrose zu entwickeln, erhöht sich.

Ursachen und Entwicklung der Kniearthrose

Kniegelenk Anatomie Anatomisches Bild des gesunden Knies mit Kniescheibe (Patella), Seitenbändern, Kreuzbändern und Meniskus. Die Menisken als Puffer zwischen Oberschenkelknochen und Schienbein sind wichtig. Der 3–4 mm dicke Gelenkknorpel fördert im gesunden Knie die Gleitfähigkeit zwischen den Knochen. Innen- und Außenmeniskus tragen als wichtige Puffer zur normalen Gelenkfunktion und zum Erhalt des Knorpels bei. Ist die Gelenkfunktion gestört, droht die Entwicklung einer Arthrose im Kniegelenk. © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Am Beginn der Kniearthrose steht meist ein auslösendes Trauma, eine Verletzung oder eine Überlastung durch Arbeit oder Sport. Neben diesem initialen Ereignis können andere Faktoren wie Stoffwechsel, Hormonhaushalt und Lebensweise die Entwicklung der Kniearthrose beschleunigen. Man spricht hier von einer Prädisposition der Arthrose.

Auch wenn der Knorpelverschleiß zunächst im Zentrum der Betrachtung steht, ist die Kniearthrose eine Erkrankung des gesamten Kniegelenks: Damit sind alle Strukturen des Kniegelenks – Knochen, Bänder, Knorpel – von dem Krankheitsprozess betroffen. Durch Überlastung, Stoffwechselprobleme oder traumatische Schädigung können alle diese Strukturen Auslöser der Arthroseentwicklung sein. Gonarthrose ist daher nicht nur ein Phänomen der Knorpelschicht im Kniegelenk.

Alterung und Überlastung der Gelenke

Der Knorpel unterliegt wie alle anderen Bindegewebe einer altersbedingten Veränderung. Die Fähigkeit der Bindegewebe, Wasser zu speichern, nimmt mit zunehmendem Lebensalter ab. Solange der Abbau der Knorpelfunktion noch altersgerecht ist, spricht man nicht von einer behandlungsbedürftigen, also krankhaften Arthrose. Erst wenn das Gelenkalter erheblich höher scheint als das biologische Alter, wird die Situation für den Arzt behandlungsbedürftig. Es lohnt sich in jedem Alter, den Stoffwechsel im Knorpel durch ausreichende, möglichst sanfte Bewegung zu fördern. Das pflegt die Gelenke und erhält Reserven für die natürliche Knorpelregeneration.

Kniearthrose als Nebenwirkung von Medikamenten

Es gibt Medikamente wie z. B. Chinolon-Antibiotika ("Gyrasehemmer"), die bei langer und intensiver Anwendung kollagenreiche Strukturen schädigen können. Diese Medikamente haben nachteilige Folgen für den Stoffwechsel von Knorpel und Sehnen. Zu diesen sogenannten Fluorchinolonen zählt beispielsweise Ciprofloxacin, ein häufig verschriebenes Antibiotikum.

Stoffwechsel und Adipositas (krankhaftes Übergewicht)

Das metabolische Syndrom (Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, reduzierte Glukosetoleranz bzw. Diabetes) ist ein starker Risikofaktor für die Entwicklung einer Arthrose. Übergewicht führt zum einen zu einer deutlich erhöhten mechanischen Gelenkbelastung. Normalgewichtige Patienten bekommen im Vergleich zu übergewichtigen Patienten durchschnittlich 13 Jahre später ihre erste Knieprothese. Gewichtskontrolle ist also eine der effektivsten gelenkerhaltenden Maßnahmen.

Neben dem mechanischen Aspekt des auf den Gelenken lastenden Übergewichts spielt auch der veränderte Stoffwechsel eine Rolle bei der Entstehung der Kniearthrose. So bildet Fettgewebe hormonähnliche Botenstoffe: die Adipokine. Diese Adipokine fördern Entzündungen. Entzündungshormone begünstigen den Abbau von Knorpelgewebe in den Gelenken. Knorpelgewebe wird also durch diesen Prozess weicher und weniger belastbar. Eine ausgewogene arthrosegerechte Ernährung kann diese Entwicklung günstig beeinflussen.

Weitere knorpelschädigende Stoffwechseländerungen sind vor allem Störungen des Harnsäurestoffwechsels (Gicht) und des Eisenstoffwechsels (Hämochromatose).

Kniearthrose nach Unfällen und Traumata (Verletzungen)

Unfälle und Traumata sind eine wichtige Ursache von Arthrose im Kniegelenk. Alles, was den normalen Bewegungsablauf und die Lastverteilung im Kniegelenk nachhaltig verändert, kann auch den Knorpel schädigen. Diese Schäden können Sehnen und Bänder betreffen, aber auch die Gelenkflächen sowie das Knorpelgewebe selbst:

Nur die frühzeitige Wiederherstellung der natürlichen Belastungslinien im Knie, etwa durch arthroskopische Bandrekonstruktion, kann nach Bandverletzungen die Entstehung der Kniearthrose verhindern.

Inspektion der Beinachse bei Gonarthrose (Kniearthrose) Die Inspektion der Beinachse bei Gonarthrose: X- oder O-Beinstellungen können zu einer Fehlbelastung im Kniegelenk führen und langfristig eine Arthrose im überlasteten Bereich auslösen. Im Verlauf der Arthrose verstärkt sich diese Fehlstellung im Knie meist noch. © Gelenk-Klinik

Meniskusriss und Meniskusverschleiß

Eine häufige Ursache für die Kniearthrose ist eine Degeneration der Menisken. Sind sie beschädigt, üben sie ihre mechanische Pufferfunktion nicht mehr richtig aus. Diese Meniskusdegeneration beschleunigt sich mit zunehmender Kniearthrose. Auch eine Instabilität des Knies nach einem Kreuzbandriss erhöht den Meniskusverschleiß. Meniskusrisse können z. B. durch Bildung scharfer Kanten den Knorpelabrieb erhöhen. Der Verlust der Meniskusfunktion (Stoßdämpfung) verstärkt den Arthroseprozess.

Osteonekrose und Osteochondrosis dissecans

Auch die Gesundheit der Knochen hat einen starken Einfluss auf die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen im Kniegelenk. Neben den oben genannten Knochenbrüchen unter Beteiligung der Gelenkflächen schädigen auch Durchblutungsstörungen, Störungen der knöchernen Gelenkoberfläche und Stoffwechselstörungen den Knochen.

  • Aseptische Osteonekrose im Knie (Morbus Ahlbäck): Die Durchblutungsstörung des Oberschenkelknochens geht mit einer Demineralisierung und Destabilisierung des Knochens unter der Gelenkfläche einher. Bricht der Knochen unter der Gelenkfläche ein, verliert das Gelenk seine Gleitfähigkeit.
  • Morbus Osgood-Schlatter: Die Knochennekrose im Schienbein (Tibia) schädigt ebenfalls die Gelenkfläche und kann zur Kniearthrose führen.
  • Osteochondrosis dissecans im Knielenk: Eine lokale Durchblutungsstörung des Knochens führt zur oberflächlichen Ablösung eines Knochenfragmentes aus der Gelenkfläche.
  • Osteoporose: Häufig nimmt die Knochendichte aufgrund des Östrogenrückgangs in den Wechseljahren der Frau deutlich ab.

Entzündungen im Kniegelenk

Ursachen von Entzündungen:

Entzündliche Erkrankungen des Kniegelenks sind eine wichtige Ursache für Knorpelverschleiß. Verschiedene Prozesse können ursächlich für die Entzündungen sein. So können bakterielle Entzündungen im Kniegelenk auftreten, aber auch entzündliche Autoimmunerkrankungen (Arthritis) oder rheumatische Veränderungen. Für die Gleitfähigkeit des Knorpels im Kniegelenk ist es sehr wichtig, diese entzündlichen Episoden so schnell wie möglich zu beenden.

Genetische Ursachen der Kniearthrose: erbliche Knorpelschwäche

Genetische Ursachen können ein familiär gehäuftes Auftreten von Knorpelschwäche und eine frühe Entwicklung von Arthrose erklären. In diesen Fällen ist eine angeborene Instabilität des Knorpelgewebes verantwortlich.

Ursachen der Arthrose im Knie nach Altersgruppen

Je nach Alter des Patienten kommen verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Kniearthrose infrage.

Kniearthrose bei jüngeren Patienten

Ursächlich für eine Kniearthrose bei jüngeren Patienten sind in der Regel Unfälle. Unzureichend oder gar nicht behandelte Knorpelschäden oder Verletzungen der Bänder am Knie können eine Arthrose begünstigen. Knorpelschäden heilen fast nie von alleine, sondern verschlechtern sich fortwährend. Gerade bei diesen akuten Knorpelschäden jüngerer Patienten verspricht die gelenkerhaltende Therapie durch Knorpelverpflanzung das größte Potential.

Kniearthrose im mittleren Alter

Ab einem gewissen Alter tritt zumindest gelegentlich ein Knacken im Knie auf. Arthrose im Knie wird generell durch Alterung und Abnutzung wahrscheinlicher. Der Gelenkverschleiß ist eine natürliche Begleiterscheinung des Alterns. Aber auch berufliche oder sportliche Überlastung können eine Gonarthrose auslösen. Sehr häufig kommt in diesem Zusammenhang eine mangelhaft versorgte Sportverletzung von vor 10 oder 15 Jahren zum Vorschein.

Arthrose im höheren Lebensalter

Erst im hohen Lebensalter erwarten wir Arthrose als Folge von Abnutzung. Im Alter wird das Bindegewebe weniger leistungsfähig und rissiger. Der Wassergehalt sinkt und damit auch die Elastizität und Belastbarkeit. Die Regenerationsleistung des Gewebes nimmt allgemein ab.

In den meisten Fällen stellen altersbedingte Anzeichen für Arthrose nicht unbedingt einen Anlass für eine medizinische Behandlung dar. Die Ansprüche an Beweglichkeit und Belastbarkeit verringern sich mit zunehmendem Alter. Lediglich wenn der Verfall des Kniegelenks für das Alter des Patienten überdurchschnittlich weit fortgeschritten und die notwendige Mobilität im Alltag gefährdet ist, gilt die Arthrose als krankhaft. Auch ältere Patienten sollten sich ihre Ansprüche an Beweglichkeit und Mobilität bewahren und bei Gelenkverschleiß einen Kniespezialisten aufsuchen.

Tritt die Kniearthrose bereits früh im Leben auf und schreitet sie zu schnell voran, ist eine Behandlung dringend geboten. Nur eine konsequente Therapie kann Einsteifung und schließlich den Verlust des Kniegelenks vermeiden. Patienten mit gesunden Gelenken haben auch im höheren Alter einen hohen Bewegungsradius. Durch Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag erhalten sie die Bedingungen für ein gesundes Herz- und Kreislaufsystem, einen gesunden Geist und einen gesunden Stoffwechsel. Dies steigert die Lebenserwartung.

"Aktivierte Arthrose": schubartig wiederkehrende Entzündungen im Kniegelenk

Die entzündlich aktivierte Arthrose ist durch das lokale Auftreten von Entzündungshormonen im Kniegelenk stark knorpelabbauend und knorpelerweichend. Es ist daher von großer Bedeutung, diese Episoden zu kurz wie möglich zu halten und zu verhindern, dass die entzündlich aktivierte Arthrose im Kniegelenk erneut auftritt.

  • Der Patient spürt bei entzündeter ("aktivierter") Arthrose eine zunehmende Überwärmung des Kniegelenks.
  • Diese Wärme ist auch von außen auf der Haut fühlbar und ein wichtiges diagnostisches Arthrosezeichen für den Kniespezialisten.
  • Manchmal zeigt sich diese Erwärmung in Verbindung mit einer Schwellung (sog. Gelenkerguss).

Das sind deutliche Anzeichen einer Entzündungsreaktion. Entzündlich aktivierte Arthrose deutet auf eine bereits fortgeschrittene Schädigung des Knorpels im Kniegelenk hin.

In dieser Situation hat die Arthrose bereits zu Abrieb der Knorpelfläche im Knie geführt: Knochen- und Knorpeltrümmer lösen sich und bewegen sich frei in der Gelenkkapsel. Dieser Abrieb wirkt entzündungsfördernd. Entzündliche Episoden wiederum verstärken den für Arthrose im Knie typischen Abbau des Knorpels.

Wenn das Knorpelgewebe einmal geschädigt ist und der feste Verbund an bindegewebigen Fasern sich auflöst, führen die täglichen Belastungen des Knies zu einem rasch fortschreitenden degenerativen Verschleiß im Gelenk.

Symptome der Kniearthrose: typische Knieschmerzen

Die Kniearthrose zeigt sich auf viele Arten. Anlaufschmerzen und Steifigkeit des Gelenks, die morgens oder nach längerer Ruhe auftreten, sind deutliche Warnzeichen der Kniearthrose.

Mit zunehmender Arthrose verschlechtert sich die Koordination des betroffenen Kniegelenks: Der Patient fühlt sich nicht mehr so trittsicher und stabil.

Größere Belastungen des Kniegelenks im Alltag ziehen Schmerzen und Schwellung des Kniegelenks nach sich. Der Patient kann nicht mehr in der Hocke arbeiten.

Infolge schmerzhafter Entzündungen kann das Gelenk überwärmen und anschwellen. Mit zunehmendem Knorpelverlust verliert das Gelenk seine Form. Fehlstellungen wie X-Bein oder O-Bein verstärken sich.

Anlaufschmerzen

Der erste und wichtigste Hinweis für den Arzt ist das vom Patienten mitgeteilte Beschwerdebild. Patienten berichten von Morgensteifigkeit und Anlaufschmerzen im Knie, vor allem nach dem Schlafen oder nach längerem Sitzen. Anfangs sind diese Beschwerden vorübergehend. Sie verschwinden meist im Verlauf des Tages.

Abnahme der maximalen Gehstrecke

Mit fortschreitender Arthrose nimmt die schmerzfreie Belastbarkeit des Kniegelenks immer stärker ab. Die maximale Gehstrecke reduziert sich.

Schwellung und Schmerzen: aktivierte Arthrose

Nach größeren Belastungen beobachten Arthrosepatienten häufig eine Überwärmung und schmerzhafte Schwellung des Kniegelenks. Man spricht hier von aktivierter Kniearthrose. Die entzündlich aktivierte Arthrose im Knie tritt in Schüben auf: Es ist therapeutisch sehr wichtig, diese Schübe so kurz und selten wie möglich auftreten zu lassen.

Lokalisation der Knieschmerzen bei Kniearthrose

Häufig gibt der genaue Ort, an dem die Schmerzen auftreten, auch einen Hinweis auf den Verlauf der Kniearthrose.

Auf der Innenseite liegende Knieschmerzen weisen auf eine mediale (innere) Gonarthrose hin. Außen liegende Schmerzen lassen eine laterale (äußere) Gonarthrose vermuten, häufig in Verbindung mit einer X-Fehlstellung der Beine.

Schmerzen hinter der Kniescheibe deuten darauf hin, dass sich eine femoropatellare Arthrose (Gelenkverschleiß zwischen Oberschenkelknochen und Kniescheibe) bzw. retropatellare Arthrose im Patellagleitlager zwischen Kniescheibe und Oberschenkelknochen entwickelt.

Patienten berichten auch von belastungsabhängigen Knieschmerzen in bestimmten Situationen: Treppensteigen oder in die Hocke gehen belastet das Knie besonders stark. Der Orthopäde erkundigt sich nach der noch vorhandenen schmerzfreien Gehstrecke des Patienten. Der Bewegungsradius ist mit Kniearthrose meist schon deutlich eingeschränkt.

Wenn die Diagnose gesichert ist, muss der Kniespezialist die wichtigen Begleitumstände der Kniearthrose ermitteln. Eine Therapie der Gonarthrose ist nur unter ganzheitlicher Einbeziehung der Vorgeschichte und der Lebensumstände des Patienten sinnvoll. Der Orthopäde wird sich nach besonderen beruflichen oder sportlichen Belastungen erkundigen. Auch Medikamenteneinnahme, Arthrose an anderen Gelenken, vorangegangene Infektionserkrankungen (wichtig: Borreliose) und Unfälle sind ein wichtiger Teil der Krankengeschichte.

Diagnose der Arthrose im Knie

Der erste Schritt zur Diagnose der Kniearthrose ist die Aufarbeitung der Symptome und der Krankengeschichte des Patienten im Gespräch.

Untersuchung der Kniearthrose durch den Spezialisten:

  • Erhebung der Patientengeschichte (Anamnese)
  • Inspektion des Beines und des Gangbildes
  • Prüfung der Muskulatur
  • Prüfung der Außenbänder und Kreuzbänder des Knies
  • Untersuchung von schonungsbedingter Muskelatrophie (Muskelabbau)
  • Muskelfunktionsmessung (EMG = Elektromyografie)
  • Untersuchung der Koordination
  • Prüfung von Zustand und Funktion des Meniskus

Klinische Untersuchung: Prüfung von Stabilität und Beinachse

Zu Beginn der Untersuchung inspiziert der Kniespezialist das Kniegelenk ebenso wie das gesamte Bein. Schwellungen, Rückbildung der Muskulatur und Fehlstellungen fallen sofort ins Auge. Ebenso sind Fehlstellungen im Sprunggelenk von erheblicher Bedeutung (z. B. Knick-Senkfuß), weil sie das Kniegelenk zusätzlich belasten können.

Durch die Tastuntersuchung (Palpation) stellt der Arzt druckschmerzhafte Gelenkergüsse fest.

Prüfung des Kreuzbandes bei der Untersuchung von Kniearthrose Die Funktion der Kreuzbänder steht oft in engem Zusammenhang zur Arthroseentstehung. Ein instabiles Knie erkrankt leichter an Arthrose. © Gelenk-Klinik

Durch Tests des Bewegungsumfanges prüft der Arzt, ob die Beweglichkeit des Kniegelenks durch die Arthrose bereits vermindert ist.

Er versucht den Schmerz durch Befragung und Untersuchung genau im Knie zu lokalisieren. Je nachdem, ob der Schmerz hinter der Kniescheibe (retropatellar), im gesamten Knie oder in einer der beiden Kammern des Kniegelenks (außen = lateral oder innen = medial) sitzt, kann der Orthopäde Rückschlüsse auf den Schwerpunkt der Kniearthrose ziehen.

Weiterhin untersucht der Arzt den Zustand des Meniskus, denn oft sind unbehandelte Sportverletzungen im Knie Auslöser einer vorzeitigen Kniearthrose.

Differentialdiagnosen (Verdachtsdiagnosen) der Knieschmerzen

MRT-Bild einer Kniearthrose mit deutlich verschmälertem Gelenkspalt MRT-Bild einer Kniearthrose: Deutlich zu erkennen ist die durch den Knorpelabbau bedingte Verschmälerung des Gelenkspaltes in der medialen (inneren) Kniegelenkskammer. Meist sind aber auch Röntgenbilder ausreichend, um eine Kniearthrose zu diagnostizieren. Wenn man im Einzelfall nach den konkreten Ursachen der Kniearthrose sucht, ist das MRT-Bild hilfreich, weil es Schäden an Bändern und Menisken sehr viel besser darstellen kann als das Röntgenbild. © Gelenk-klinik

Folgende Differentialdiagnosen muss der Arzt bei Knieschmerzen abklären:

Nicht alle Knieschmerzen werden durch Arthrose verursacht. Häufig kommen Patienten mit einem Verdacht auf ein Knieproblem in die Sprechstunde. Es handelt sich jedoch um einen ausstrahlenden Hüftschmerz. Der Orthopäde muss andere mögliche Ursachen der Schmerzen im Knie sorgfältig ausschließen.

Zu diesen sogenannten Differentialdiagnosen bei Knieschmerzen gehört vor allem auch die Hüftarthrose (Coxarthrose): Eine Arthrose der Hüfte kann sich als außen liegende Knieschmerzen bemerkbar machen.

Eine Prüfung der Beweglichkeit des Hüftgelenks gibt uns Hinweise darauf, ob die Knieschmerzen vielleicht durch eine Arthrose oder Bewegungseinschränkung des Hüftgelenks ausgelöst wurden. Wenn durch Innenrotation des Hüftgelenks Schmerzen im Knie entstehen, ist die Ursache eher in der Hüfte zu suchen.

Auch bei Nervenerkrankungen und Nerveneinklemmungen, etwa bei einem Bandscheibenvorfall, können Schmerzen im Knie auftreten.

Sind die anderen möglichen Ursachen der Knieschmerzen ausgeschlossen, kann der Orthopäde eine Arthrose diagnostizieren.

Bildgebende Verfahren: Röntgen, Ultraschall und MRT

Röntgenbild der Arthrose im Kniegelenk Röntgenbild von hinten: Darstellung eines rechten Kniegelenks mit einer medialen (innenliegenden) Gonarthrose. Die Arthrose ist deutlich sichtbar durch die Gelenkspaltverschmälerung. © Gelenk-Klinik

Der wichtigste Schritt zur Darstellung von Knorpelschäden bei Kniearthrose ist ein Röntgenbild des Knies. Es zeigt deutlich den einseitig verschmälerten Gelenkspalt. Wo der Knorpel im Kniegelenk abgebaut wurde, nimmt der Abstand der Knochen im Röntgenbild ab. Um ein eindeutiges Ergebnis zu erhalten, ist es wichtig, dass das Röntgenbild im Stehen unter Gewichtsbelastung des Gelenks erfolgt. Ohne Belastung wird eine arthrosebedingte Verschmälerung des Gelenkspalts leicht unterschätzt. Die Röntgendiagnostik ist der Goldstandard der Diagnostik der Kniearthrose.

Bei akuten Knorpelschäden kann aber auch ein MRT nach Kontrastmittelgabe zur Diagnose beitragen. Folgende radiologische Arthrosezeichen geben einen eindeutigen Hinweis auf eine Kniearthrose:

  • Verengung des Gelenkspaltes im Kniegelenk
  • Sklerose (Verdichtung) des Knochens unter dem Knorpel aufgrund der erhöhten Belastung im Gelenkspalt des Kniegelenks
  • Bildung von Knochenspornen (Osteophyten)

Für die Röntgendiagnostik der Kniearthrose sehr wichtig ist die seitenvergleichende Aufnahme beider Kniegelenke unter Belastung. Der Patient beugt seine Kniegelenke dabei um 20 Grad.

Untersuchung der Kniearthrose durch Ultraschall Untersuchung der Kniearthrose durch Ultraschall: Schwellungen, Ergüsse und Entzündungszeichen bei aktivierter Kniearthrose kann das Ultraschall gut darstellen. © Gelenk-Klinik

Die Ultraschalluntersuchung (Sonografie) zeigt Entzündungsprozesse im Kniegelenk. Eine Schleimhautentzündung (Synovialitis) oder eine Meniskusdegeneration (Verschleiß des Meniskus) mit einer resultierenden Baker-Zyste kann mit Ultraschall besonders gut untersucht werden.

Wenn nach der Röntgenuntersuchung noch ein MRT (Magnetresonanztomografie) erfolgt, können folgende Zeichen der Kniearthrose sichtbar werden:

Untersuchung typischer Krankheitsprozesse des Kniegelenks mit Arthrose

Die Veränderungen des Kniegelenks bei einer Kniearthrose betreffen nicht nur den Gelenkknorpel. Auch alle anderen Strukturen des Kniegelenks sind von der Arthrose betroffen. Die Untersuchung dieser arthrosetypischen Veränderungen an Knochen, Meniskus, Kreuzbändern und Seitenbändern des Kniegelenks ist für die Diagnose und Therapie der Kniearthrose wesentlich.

Die vier Stadien der Kniearthrose

retropatellare Kniearthrose Kniegelenk mit Arthrose von vorne gesehen: Sichtbar sind die Patella, der Innen- und Außenmeniskus und das vordere Kreuzband. Auch hinter der Patella im sogenannten femoropatellaren Gelenk kann Arthrose entstehen. © Viewmedica

Die Kniearthrose wird in vier Stadien unterteilt: Diese Stadien der Kniearthrose richten sich nach dem Aussehen und der sichtbaren Degeneration des Knorpels.

Am Anfang stehen Anlaufschmerzen und gelegentliche entzündliche Aktivierungen der Arthrose. Im weiteren Verlauf verliert das Gelenk seine Form und die Beinachse ändert sich. X- oder O-Bein-Fehlstellungen verstärken sich.

Kniearthrose 1. Grades:
In diesem beschwerdefreien Stadium ist eine Auffaserung der Oberfläche des Gelenkknorpels zu sehen.

Kniearthrose 2. Grades:
Dieses Stadium der Kniearthrose ist weitgehend beschwerdefrei, eine operative Behandlung ist meist nicht erforderlich. Der Knorpel erweicht an der Oberfläche und fasert etwas auf. Es entstehen Risse, die aber nicht die gesamte Knorpeloberfläche durchdringen. Die Beweglichkeit des Knies ist trotz beginnender Arthrose noch nicht beeinträchtigt. In diesem Stadium können knorpelregenerierende Verfahren erfolgreich zum Einsatz gebracht werden. Das erfolgreichste Verfahren ist die Knorpeltransplantation.

Kniearthrose 3. Grades:
Die Knorpeloberfläche weist in diesem Stadium bereits bis zum Knochen reichende Risse oder Krater sowie eine immer stärkere Auffaserung auf. Die Schäden reichen tief in den Knorpel hinein und betreffen häufig beide Gelenkflächen. Noch ist der Knochen an allen Stellen bedeckt, allerdings mit einer bereits tief eingerissenen Knorpelschicht.

In diesen Fällen kann häufig ein Teilersatz (Repicci-Prothese oder HemiCap) die intakten Anteile des Kniegelenks erhalten. Nur die Schadstellen müssen behandelt werden, um die weitere Degeneration des Knorpels einzudämmen.

Kniearthrose 4. Grades:
In diesem Stadium der Kniearthrose liegen sehr schwerwiegende Knorpelschäden vor. Der Knochen ist an vielen Stellen nicht mehr von Knorpel bedeckt. Man spricht dann von einer Knochenglatze. Die Knochen reiben direkt aufeinander. Der Abrieb im Kniegelenk sorgt dafür, dass eine aktivierte Arthrose durch Entzündungen und Schwellung (Gelenkergüsse) schmerzhaft wird und das Gelenk versteift.

In diesen Fällen kann eine Teilprothese noch helfen, wenn die Arthrose im Knie nur einen Teil bzw. ein Kompartiment des Kniegelenks betrifft. Ist bereits das gesamte Knie vom Knorpelverschleiß betroffen, kann nur noch eine Knievollprothese (Knie-TEP) helfen.

Faktoren, die eine Kniearthrose weiter verschlechtern

Wir suchen immer nach diagnostischen Hinweisen darauf, wie aussichtsreich eine gelenkerhaltende Behandlung im Einzelfall sein kann.

Die entscheidende Frage ist stets: Wie groß sind die Aussichten, eine Arthrose im Einzelfall aufzuhalten oder stark zu verlangsamen?

Hier zeigt sich, dass Patienten mit einem bereits ausgeprägten Knochenödem (Wassereinlagerung im Knochen) geringere Aussichten auf eine gelenkerhaltende Therapie durch eine Knorpeltransplantation haben.

Eine starke Gelenkspaltverschmälerung, also ein starker Substanzverlust der Knorpel, ist ebenfalls ein schlechtes Zeichen. Eine noch weitgehend intakte Knorpelumgebung um die Schadstelle ist notwendig, damit sich neuer Gelenkknorpel bilden kann.

Auch ein Meniskusschaden ist nachteilig für das Knie und verschlechtert die Aussichten bei Arthrose.

Allgemein sind starke Knieschmerzen und eine geringe Belastbarkeit beim Gehen ebenfalls Risikofaktoren für die weitere Arthroseentwicklung.

Eine niedrige Knochendichte (Osteoporose) wirkt sich ebenfalls nachteilig auf den weiteren Arthroseverlauf aus.

Ödeme und Geröllzysten im Knochen bei Kniearthrose

Die Knochen lagern mit zunehmendem Knorpelabbau Wasser ein und entwickeln schmerzhafte Ödeme. Ödembildung entsteht z. B. auch bei schmerzhaften Verstauchungen des Gelenks. Die Wassereinlagerung sorgt bei Arthrose für ganz ähnliche Symptome: stechende Schmerzen und Reizung der Schmerzfühler im Knochen bei stark verminderter Belastbarkeit.

Unter den Gelenkflächen wird der Knochen schließlich durch Wassereinlagerung und Zystenbildung instabil. Die harte Knochenoberfläche kann einbrechen (Geröllzysten). Dies schädigt die Gelenkoberfläche nachhaltig. Eine gelenkerhaltende Arthrosetherapie ist dann nicht mehr möglich.

Knochensporne im Kniegelenk oder hinter der Patella

Die abnehmende Knorpelschicht erhöht die mechanische Last in Teilbereichen des Kniegelenks. Der Knochen reagiert auf diese Überlastung durch die Bildung von Knochenspornen (Osteophyten). Diese im Röntgenbild sichtbaren Knochenanbauten vergrößern die verfügbare Knochenoberfläche. Sie führen aber zu einer zunehmenden Versteifung des Kniegelenks. Aufgrund der erhöhten Reibung wird das Kniegelenk mit Arthrose immer unebener, was wiederum den Knorpelabrieb verstärkt.

Synovialitis – Gelenkschleimhautentzündung bei Arthrose im Kniegelenk

Der Entzündungsprozess des Kniegelenks umfasst häufig auch die Gelenkschleimhaut (Synovia). Die entzündete Synovia hypertrophiert (wuchert) und bildet nicht mehr die für den Knorpel lebensnotwendige Gelenkschmiere (mit den wichtigen Hyaluronsäuren). Damit verliert der Knorpel seine Fähigkeit, ausreichend Wasser zu binden.

Die Entzündung führt zudem zu einer Veränderung des knorpeligen Bindegewebes. Die Knorpelschicht weicht durch die Entzündungen immer weiter auf. Daher beschleunigen Entzündungen im Kniegelenk den Knorpelabbau erheblich.

Um diese Entzündung aufgrund einer Synovialitis zu vermeiden und zu therapieren, ist es häufig erforderlich, die Gelenkschleimhaut arthroskopisch (also mittels Kniearthroskopie) zu entfernen. In kurzer Zeit bildet sich eine neue, nicht entzündete Gelenkschleimhaut aus.

Schädigung der Bänder am Kniegelenk

Kniegelenk Kreuzbänder. Deutlich sichtbar sind das vordere und das hintere Kreuzband des Knies. Die Knorpelflächen und die Menisken auf der Schienbeinseite sind violett eingezeichnet. Das Kreuzband kann sich bei Scherbewegungen im Knie leicht dehnen oder verletzen. Dann sind Ober- und Unterschenkel nicht mehr stabil verbunden. Scherkräfte und Überbeweglichkeit schädigen die Knorpelschicht und eine Kniearthrose kann entstehen. © Istockphoto.com/MedicalArtInc

Der Arthroseprozess greift die Seitenbänder und Kreuzbänder des Kniegelenks ebenfalls an. Sie stabilisieren das Kniegelenk immer weniger, was den Krankheitsprozess wiederum beschleunigt. Auch hier ist eine vorangegangene Lockerung, vor allem der Kreuzbänder, häufig einer der Auslöser des Gelenkverschleißes im Kniegelenk.

Daher kann auch eine initiale Schädigung des Kreuzbandes, etwa durch einen Kreuzbandriss, die Stabilität des Kniegelenks verschlechtern und durch Überbeweglichkeit der Gelenkflächen sowie erhöhte Scherkräfte einen Knorpelabbau begünstigen.

Muskelabbau und Verkürzung

Schmerzen und reflektorische Verspannung verschlechtern den Zustand der gelenkführenden Muskulatur stetig: Sie verkürzt sich und bildet sich zurück (Muskelatrophie). Die geschwächte, verkürze und häufig auch verhärtete Muskulatur kann das Kniegelenk nicht mehr so effizient führen: Auch hier wirkt das Symptom auf den Krankheitsprozess zurück und verstärkt die Arthrose im Kniegelenk.

Konservative Behandlung der Kniearthrose

Die Abnutzung der Gelenkflächen im Knie mit einer sich verschlechternden Gelenkfunktion stellt einen normalen Alterungsprozess des Körpers dar. Daher ist der Verschleiß des Kniegelenkes solange nicht behandlungsbedürftig, wie die Betroffenen ihr Knie noch altersgerecht belasten und bewegen können.

Eine frühzeitige Behandlung der Arthrose im Knie kann die schützende Knorpelschicht bei vielen Patienten vor zu schneller oder vorzeitiger Abnutzung bewahren. Bei den konservativen Behandlungsmethoden setzen die Kniespezialisten alle nicht-operativen Möglichkeiten ein. Häufig lassen sich die Behandlungen auch kombinieren. Sie zielen darauf ab, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu bekämpfen, Mobilität und Beweglichkeit zu erhalten sowie die Lebensqualität der Patienten nachhaltig zu verbessern.

Hierzu zählen:

Behandlung der Arthrose-Ursachen ist erfolgversprechender als die Therapie der Beschwerden

Eine konservative Behandlung der Kniearthrose verbessert das Befinden des Patienten und dessen Beweglichkeit. Die konservativen Therapieoptionen bilden die Basis einer umfassenden Arthrosebehandlung, die sich aus vielen Einzelkomponenten zusammensetzt. Der behandelnde Orthopäde stimmt den Therapieplan auf die individuellen Bedürfnisse und Ansprüche des Patienten ab.

Pyramidenschema der Kniearthrosetherapie

Die allgemeingültigen Abläufe einer Arthrosebehandlung lassen sich in Form einer Pyramide veranschaulichen, die ein Patient von der Basis her beginnt und die immer seltener zur Anwendung kommen, je weiter oben eine Therapieform in der Pyramide steht.

Behandlungspyramide der Kniearthrose Die Behandlungspyramide zeigt die allgemeingültigen Verfahren zur Behandlung der Kniearthrose in der Basis. Je weiter oben eine Maßnahme in der Pyramide steht, umso seltener kommt sie zum Einsatz. © Gelenk-Klinik

Ernährungsberatung, sportliche Aktivität und ein abgestimmter Diätplan sind die Grundbausteine einer erfolgreichen Arthrosetherapie. Mit einer arthrosegerechten Ernährung kontrollieren Betroffene ihr Körpergewicht . Ein geringeres Gewicht entlastet die Gelenke, verbessert den Stoffwechsel und senkt die Wahrscheinlichkeit für einen entzündlichen Abbau des Gelenkknorpels.

Eine regelmäßige und individuell abgestimmte Physiotherapie kräftigt Muskeln und Sehnen und sorgt für gesunde Bewegungsabläufe. Trainierte Bänder und Muskeln stabilisieren und unterstützen das Kniegelenk in seiner Funktion.

Medikamentöse Therapien aus der zweiten Stufe kommen in der Gelenk-Klinik nur zum Einsatz, wenn Schmerzen und die Beschwerden der Gelenkentzündung den Patienten in seinem Alltag stark einschränken. Die Kniespezialisten geben einer kausalen Therapie den Vorzug vor einer symptomorientierten Behandlung mit Schmerzmitteln und Kortisonpräparaten. Eine langfristig effektive Knorpeltherapie sowie die Beseitigung der konkreten mechanischen Ursachen der Kniegelenksarthrose steht hier den unerwünschten Nebenwirkungen einer langfristigen medikamentösen Schmerztherapie gegenüber.

Gelenkerhaltende operative Eingriffe sind bei Arthrose im Kniegelenk dann eine geeignete Behandlungsmethode, wenn sie den Verschleißprozess direkt verlangsamen oder vollständig stoppen können. Dabei werden mechanische Probleme des Kniegelenks wie zum Beispiel ein Meniskusriss beseitigt.

Eine Überbeweglichkeit im Kniegelenk aufgrund gerissener oder funktionsloser Bänder kann der Orthopäde durch eine Kreuzbandnaht oder Kreuzbandtransplantation verbessern. OrthopädischeSchuhzurichtungen mit einer Innen- oder Außenranderhöhung sowie eine operative Knochenumstellung am Schienbein (Knochenosteotomie) verbessern Überlastungen von Teilbereichen des Kniegelenks aufgrund von Beinfehlstellungen.

Anpassung der Lebensweise

Im Zuge der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) führt der behandelnde Orthopäde ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, bei dem folgende Schwerpunkte für eine Arthrosebehandlung besonders wichtig sind:

  • Wie sieht die allgemeine Lebenssituation des Patienten aus?
  • In welchem Umfang sind Bewegung und sportliche Aktivitäten in den Alltag integriert?
  • Welchen beruflichen und / oder sportlichen Belastungen ist der Patient ausgesetzt?

Gemeinsam entwickeln Arzt und Patient Möglichkeiten, den beruflichen und privaten Alltag aktiver zu gestalten und so langfristig arthrotischen Verschleißerscheinungen entgegenzuwirken. Verschiedene pflanzliche Wirkstoffe zur Behandlung der Arthrose können in dieser Phase ebenfalls unterstützende Funktion haben.

Anpassung der Ernährung: Gewichtskontrolle und optimale Zusammensetzung der Nährstoffe

Neben Bewegung sind Ernährung und Gewichtskontrolle wirksam zur Vorbeugung gegen Arthrose. Viele Proteine und viel Gemüse, weniger Kohlenhydrate: Eine Ernährung nach der LOGI-Methode hilft, ohne Verzicht Gewicht zu verlieren und entlastet auch die Gelenke. © Wikimedia.org

Vorrangig geht es dem Orthopäden um die Entlastung des von Arthrose betroffenen Gelenkes. Das lässt sich im Alltag am ehesten mit einer Gewichtsreduzierung erreichen. Hier entwirft der Arzt einen persönlichen Ernährungsplan. Die Fachärzte der Gelenk-Klinik haben besonders gute Erfahrungen mit einer kohlenhydratreduzierten, proteinreichen Diät, der sogenannten LOGI-Diät (Low Glycaemic and Insulinemic Diet) gemacht.

Neben der Gewichtskontrolle ist auch die Zusammensetzung der Ernährung von großer Bedeutung für die Entwicklung einer Arthrose im Kniegelenk. Es gibt eindeutig entzündungsfördernde und knorpelschädigende Nahrungsmittel. Dazu gehören Alkohol und Nikotin, von deren Konsum Arthrose-Patienten dringend abgeraten wird.

Auch andere Nahrungsmittel fördern Entzündungen im Kniegelenk. Vor allem die im Rind- und Schweinefleisch enthaltenen hohe Konzentrationen an Arachidonsäuren, die das Entzündungsgeschehen im Körper verstärken. Zudem gelten Kohlenhydrate mit geringem Nährstoffanteil wie Zucker als gelenkschädliche Entzündungstreiber.

Demgegenüber haben Lebensmittel mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren wie Meeresfisch und bestimmte Pflanzenöle (Raps, Walnuss, Lein) einen entzündungshemmenden Effekt. Das macht sich nicht nur im Herz-Kreislauf-Bereich, sondern auch bei der Gelenkgesundheit und der Vorbeugung von Kniearthrose positiv bemerkbar. Zusätzlich enthalten einige pflanzliche Nahrungsmittel wie Lauch, Zwiebeln und Knoblauch knorpelschützende Inhaltsstoffe.

Behandlung schmerzender Muskulatur

Verschiedene Behandlungsansätze wirken den reaktiven Muskelschmerzen bei Kniegelenksarthrose entgegen und lockern die beteiligte Muskulatur:

  • Bewegungsübungen nach Anleitung durch den Physiotherapeuten
  • Dehnung der Muskelgruppen
  • Wärmeanwendungen
  • Behandlungen mit Bädern (Balneotherapie)

Viele dieser Anwendungen können die Patienten mit Bein- und Knieschmerzen selbständig zu Hause durchführen: Basenbäder und lokale Basenwickel wirken krampflösend und verbessern den Stoffwechsel der Muskulatur rund um das Kniegelenk. Dadurch verbessern sich die Koordination und Trainierbarkeit des Kniegelenks. Eine gelockerte Muskulatur sowie geringe Schmerzbelastung ermöglichen den Patienten in der Folge, von speziell entwickelten Übungen bei Kniearthrose zu profitieren.

Welche Medikamente helfen bei Kniearthrose?

Die medikamentöse Therapie von Arthroseschmerzen im Kniegelenk mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac (sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika ) verfolgt zwei Ziele: Die Schmerztherapie will den Knieschmerz bei entzündlich aktivierter Kniearthrose lindern und die knorpelschädigende Entzündung rasch reduzieren.

Die Schmerzbehandlung soll die Patienten in die Lage versetzen, im Alltag wieder ausreichend belastbar und mobil zu sein. Die medikamentöse Behandlung verlängert die maximale Gehstrecke sowie die Belastbarkeit im Alltag.

Die zweite Komponente der Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika ist die Entzündungshemmung. Die entzündlichen Prozesse im Kniegelenk werden beendet und die Knorpelschädigunge abgekürzt. Knieschwellung und Überwärmung gehen dadurch zurück.

Physikalische Therapie: Kälte, Wärme und Elektrotherapie

Kälteanwendungen besitzen einen positiven Effekt auf das Entzündungsgeschehen im Kniegelenk. Die Kälte reduziert lokal den Stoffwechsel und damit auch die Schwellung und Wärmeentwicklung im Knie.

Liegt keine Entzündung vor, sondern eine schmerzhafte Verspannung durch verkürzte Muskulatur am Oberschenkel, helfen Wärmeanwendungen. Tiefenwärme regt den Stoffwechsel wieder an und hilft der Muskulatur, sich zu entspannen. eben Tiefenwärmestrahlung oder Packungen aus Mineralschlamm (sogenannte Fango-Anwendungen) beim Physiotherapeuten können die Patienten mit warmen Basenwickeln oder Basenbädern diesen Prozess unterstützen.

Ein wichtiges Element der Elektrotherapie ist das TENS-Verfahren (Transkutane Elektrische Nervenstimulation), bei dem niedrig dosierter elektrischer Strom zur Schmerzbehandlung und Muskelkräftigung eingesetzt wird.

ZRT®-Matrix-Therapie bei Kniearthrose

Die Aktivierung des Gewebestrukturen im Knie und die Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers bilden wichtige Bestandteile der konservativen Behandlungsmöglichkeiten.

Die zellbiologische Regulationsmedizin (sogenannte Matrixtherapie) trägt mit einem sanften physikalisch-therapeutischen Verfahren zur Steigerung der Gewebevitalität bei. Optimale Voraussetzungen des Stoffwechsels für Erhalt und Regeneration des Knorpels sowie die Blockade unspezifischer Schmerzen und entzündungsbedingten Knorpelabbaus können einer Arthrose schonend entgegenwirken.

Akkupunktur bei Arthrose im Kniegelenk

In einer großen deutschen Akupunkturstudie mit 70.000 Teilnehmern, der sogenannten GERAC-Studie , konnte der Nutzen der Akupunktur für Patienten mit Gonarthrose nachgewiesen werden. Experten nehmen an, dass die Akupunktur nicht direkt auf den Gelenkknorpel wirkt. Stattdessen mildert sie die Begleitschmerzen in Nerven- und Bindegewebe in der Umgebung des Kniegelenks. Dies ist deswegen von Bedeutung, weil bei vielen Patienten die ausstrahlenden Schmerzen in der Muskulatur deutlich stärker ausfallen als die Arthroseschmerzen im Bereich des Gelenks und der Gelenkkapsel selbst.

Die Ergebnisse der GERAC-Studie haben dazu geführt, dass Akupunktur bei Kniearthrose von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet wird. Daher bietet die Gelenk-Klinikseit vielen Jahren Akupunktur als Arthrosebehandlung an. Alle Ärzte der Gelenk-Klinik sind in der Anwendung der Akupunktur ausgebildet und erfahren. Die abschwellende und entzündungshemmende Wirkung von Akupunktur bei Kniearthrose ist laut Studie mit der Wirkung der oralen entzündungshemmenden Schmerzmittel vergleichbar.

Orthopädietechnische Maßnahmen: Schuhzurichtung, Orthesen

Häufig sind Fehlstellungen im Knie (X-Bein, O-Bein) oder Sprunggelenk (Knick-Senkfuß) ursächlich für die Kniearthrose. In diesen Fällen können neben operativen auch nichtoperative Maßnahmen die Ausrichtung des Gelenks verbessern, beispielsweise Randerhöhungen im Schuh oder Knieorthesen.

Orthopädische Schuhzurichtung: Außen- oder Innenranderhöhung

Innen- oder Außenranderhöhung des Schuhs können leichte Fehlstellungen im Kniegelenk ausgleichen. So lässt sich auch die Belastung auf den bisher weniger abgenutzten Teil des Knies verlagern. Dies entlastet den Bereich mit Gonarthrose (medial / zur Körpermitte liegend oder lateral / zur Körperaußenseite liegend). Studien konnten bei Schuhzurichtungen bisher keine deutliche Verbesserung der Schmerzen zeigen. Wahrscheinlich ist der Effekt im Kniegelenk mit einer um etwa 5 % veränderten Gewichtsverteilung zu klein.

Orthesen am Kniegelenk

Varus- oder Valgusorthesen können die bei einer Fehlstellung ungleiche Gewichtsverteilung im Kniegelenk verändern und eine X- oder O-Bein-Fehlstellung ausgleichen. Der biomechanische Effekt auf die Bewegungsänderung ist deutlich.

Eine Orthese ist wirksamer als Schuhzurichtungen, weil sie direkt auf das betroffene Gelenk einwirkt. Die Akzeptanz dieser etwas klobigen Gestelle am Bein fällt bei den Patienten erfahrungsgemäß nicht gut aus, da sie unter der Hose deutlich auftragen.

Behandlung der Kniearthrose mit Eigenblut

Aus Eigenblut des Patienten gewonnenes thrombozytenreiches Plasma ( sogenanntes autologes plättchenreiches Plasma, A-PRP) hat sich in den letzten Jahren zunehmend in der Behandlung der Kniearthrose bewährt.

Für die Behandlung entnimmt der Arzt dem Patienten Blut, das zentrifugiert wird, um die Zellbestandteile vom Blutplasma zu trennen. Dann wird das Plasma mit körpereigenen Blutplättchen(Thrombozyten ) des Patienten angereichert. Die Blutplättchen verbessern die Wundheilung und unterstützen den Knorpel bei seiner Regeneration.

Grenzen der konservativen Therapie

Der orthopädische Spezialist muss den Verlauf der Beinfehlstellung im Kniegelenk genau beobachten. Wenn sie rasch zunimmt und die Achsabweichung im Bein größer wird oder sich die Bandstabilität im Knie trotz konservativer Therapie verschlechtert, kommen die ausgeführten nichtoperativen Maßnahmen an ihre Grenzen und ein operativer Eingriff muss in Betracht gezogen werden.

Operation bei Kniearthrose

Wenn die konservativen Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen, kann eine Operation die Kniearthrose stoppen oder verlangsamen. Im Anfangsstadium hilft meist eine Kniearthroskopie, strukturelle Schäden im Kniegelenk zu beseitigen und so den Verlauf der Arthrose zu verlangsamen.

Bei einer X- oder O-Bein-Fehlstellung wird entweder der innere oder der äußere Anteil des Kniegelenks verstärkt belastet. Begradigungen der Beinachse (Umstellungsosteotomie) können die normalen Belastungslinien im Kniegelenk wiederherstellen.

Ist der Knorpeldefekt lokal begrenzt und noch nicht zu großflächig, ist eine autologe (körpereigene) Knorpeltransplantation vielversprechend. Dabei wird dem Patienten intakter Gelenkknorpel entnommen und im Labor vermehrt. In einer weiteren Operation wird dieser gezüchtete Gelenkknorpel wieder ins Kniegelenk eingebracht. Eine weitere Möglichkeit bei sehr begrenzten Knorpelschäden bietet die Mikrofrakturierung. Dabei verletzt der Arzt den unter dem Knorpel liegenden Knochen. Dadurch strömt Blut aus dem Inneren des Knochens in die Knorpelfläche ein. Stammzellen aus dem Blut differenzieren sich nun zu faserigem Ersatzknorpel.

Ist der Knorpelschaden schon weiter fortgeschritten, hilft meist nur noch ein Kniegelenkersatz durch die Implantation einer Prothese. Betrifft der Knorpelschaden nur einen Bereich des Kniegelenks, ist eine Teilprothese (Repicci-Prothese) ausreichend. Diese erhält die Bandstrukturen und somit die natürliche Beweglichkeit des Kniegelenks. Eine Knie-TEP (Totalendoprothese) ist die letzte Möglichkeit zur Herstellung einer schmerzfreien Beweglichkeit bei fortgeschrittener Kniearthrose.

Patientenfragen zur Kniearthrose in der Gelenk-Klinik

Wie zeigt sich Arthrose im Knie?

Der Patient stellt sich meist aufgrund von Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Kniegelenk beim Facharzt vor. Nach einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten und der körperlichen Untersuchung fertigt der Arzt Röntgenaufnahmen des betroffenen Knies an. Auf dem Röntgenbild sieht man bei einer Arthrose im Kniegelenk deutlich einen verschmälerten Gelenkspalt. Der betroffene Bereich erscheint heller, da sich hier Kalksalze ablagern. Wie stark die Beschwerden des Patienten sind, kann der Arzt häufig nicht alleine aus dem Röntgenbild heraus interpretieren. Eine genaue ärztliche Untersuchung umfasst deshalb auch immer entsprechende Funktionstests an Muskulatur, Bandstrukturen und Meniskus.

Welche Schmerzen hat man bei Arthrose im Kniegelenk?

Das Ausmaß der Schmerzen bei einer Kniegelenksarthrose hängt vom Stadium der Erkrankung ab:

Stadium I: Die Patienten schildern das Gefühl, nach dem morgendlichen Aufstehen im Knie “eingerostet” zu sein. Beim Loslaufen nach längerem Sitzen – vor allem mit stark gebeugten Knien – kommt es zu sogenannten Anlaufschmerzen. Ansonsten treten nur nach längerer Belastung Knieschmerzen auf, zum Beispiel beim Bergabgehen.

Stadium II : Patienten leiden bereits nach kurzen Belastungsphasen unter Schmerzen, die stärker sind als im Stadium I. Einige Betroffene berichten über ein “Verkürzungsgefühl” in der Kniekehle.

Stadium III: Die Schmerzen sind sehr stark und die Patienten haben kaum noch schmerzfreie Phasen. Zusätzlich zum Belastungs- und Bewegungsschmerz leiden sie jetzt auch unter Knieschmerzen in Ruhe, z. B. nachts.

Was hilft wirklich bei Kniearthrose?

Generell gilt bei bestehender Kniearthrose das Prinzip: Entlastung und Bewegung. Regelmäßige körperliche Bewegung ohne hohe Stoßbelastung für das Knie unterstützt sowohl den intakten als auch den geschädigten Knorpel im Gelenk. Bewegung fördert den Stoffwechsel im Kniegelenk und hilft, die Knorpelzellen ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen.

Da Übergewicht ein Risikofaktor für die Entstehung und das Fortschreiten einer Arthrose darstellt, können eine gezielte Gewichtsreduktion sowie eine Ernährungsumstellung sinnvoll sein.

In enger Absprache mit dem behandelnden Arzt können Schmerzmedikamente, sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika, hilfreich sein. Diese Medikamente sind schmerzlindernd und entzündungshemmend. Eine Akupunkturbehandlung kann ebenfalls einen schmerzlindernden Effekt bei Kniearthrose haben. Leichte Beinfehlstellungen wie X- oder O-Beine, die zur vorzeitigen Kniearthrose führen, lassen sich teilweise durch orthopädische Schuhzurichtungen mit Innen- oder Außenranderhöhung ausgleichen.

Physikalische Therapie wie Kälte, Wärme und Elektrotherapie (TENS-Verfahren) wird ebenfalls zur Schmerztherapie und Entzündungshemmung eingesetzt. Um die Selbstheilungskräfte im Knie und die Knorpelregeneration zu aktivieren, stehen dem Arzt weitere konservative Verfahren wie ZRT®-Matrix-Therapie und die Behandlung mit Eigenblut (autologes plättchenreiches Plasma) zur Verfügung.

Erst wenn die konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, der Patient noch immer unter starken Schmerzen leidet und Bewegungseinschränkungen im Knie sowie Beinfehlstellungen weiter fortschreiten, zieht der Orthopäde einen operativen Eingriff in Betracht. Dazu zählen die Kniearthroskopie, die Knorpelzelltransplantation, die Beinachsenkorrektur sowie der Einsatz einer Knieteilprothese oder Knievollprothese.

Wie lange ist man krank mit einer Kniearthrose?

Die Abnutzung der Knorpelschicht im Kniegelenk stellt einen normalen Alterungsprozess dar und keine Erkrankung im engeren Sinn. Eine Krankheit besteht dann, wenn die Betroffenen unter Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit leiden. Von der Schwere der Symptome hängt dann ab, ob und über welchen Zeitraum eine Krankschreibung durch den Arzt ausgestellt wird.

Wann ist man wieder fit nach einer Kniearthroskopie?

Nach einfachen Eingriffen am Meniskus kann der Patient meist bereits nach 2 Wochen mit leichtem Sport beginnen und sein Knie den normalen, alltäglichen Belastungen aussetzen.

Bei aufwendigen Eingriffen dauert die Phase, in der das operierte Knie entlastet werden muss, entsprechend länger. Das ist vor allem bei Operationen, bei denen Gewebe wiederhergestellt wurde oder sich Knorpel regenerieren muss, der Fall. Dies bedeutet nicht, dass der Patient über den gesamten Zeitraum unter Schmerzen leidet. Aber das Gelenk darf nicht voll belastet werden, damit das Operationsergebnis nicht gefährdet wird.

Wie lange ist man nach einer Knieoperation krankgeschrieben?

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit hängt von zwei Faktoren ab:

  • Welcher Eingriff wurde am Knie vorgenommen?
  • Welche berufliche Tätigkeit übt der Patient aus?

Nach kleineren operativen Eingriffen können viele Patienten bereits nach 1–2 Wochen wieder arbeiten. Nach Implantation eines künstlichen Kniegelenkes (Knieendoprothese) beträgt die Ausfallzeit zwischen 4 und 8 Wochen. In körperlich herausfordernden Berufen verlängert sich die Zeit der Krankschreibung auf bis zu 3 Monate. Genaue Auskünfte zu Ausfallzeiten erteilt der behandelnde Orthopäde.

Kann Kniearthrose durch zu viel Sport entstehen?

An dieser Stelle ist es wichtig festzustellen, dass es gegen Kniearthrose nicht hilft, Bewegungen zu vermeiden oder inaktiv zu sein. Ganz im Gegenteil – den Gelenken schadet es sogar, zu wenig bewegt zu werden.

Man kann einem vorzeitigen Gelenkverschleiß vorbeugen, indem man Sportarten mit hoher Stoßbelastung und schnellen, abrupten Richtungswechseln wie beispielsweise Tennis oder Fußball vermeidet. Aktivitäten mit gleichmäßigen Bewegungsabläufen wie Schwimmen, Nordic Walking oder Radfahren eignen sich wegen der geringgradigen Gelenkbelastungen optimal zur Arthroseprophylaxe.

Ist Kniearthrose im Winter schlimmer als im Sommer?

Patienten mit chronischen Schmerzen wie zum Beispiel bei Kniearthrose berichten häufig davon, dass sich ihre Beschwerden bei nasskaltem Wetter verschlimmern. Einen wissenschaftlichen Beleg gibt dafür bisher nicht. Dennoch scheinen Veränderungen von Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftdruck unser Schmerzempfinden zu beeinflussen.

Bei Kälte und regnerischem Wetter empfinden viele Patienten wärmende Maßnahmen durch Kleidung, Wärmepackungen und Bewegung als wohltuend und hilfreich gegen ihre chronischen Schmerzen. Eventuell muss der Arzt in den Wintermonaten die Schmerzmedikation vorübergehend angepassen.

Hilft Akupunktur bei Kniearthrose?

Die Akupunktur ist eine anerkannte, unterstützende Maßnahme zur Linderung von Schmerzen. Sie wird auch bei Beschwerden durch Kniearthrose zur Reduktion der Schmerzen angewandt. Die Akupunktur beeinflusst nicht die Regeneration von geschädigten Knorpelbereichen.

Eine professionell ausgeführte Akupunktur stellt eine gute Ergänzung der konservativen (nicht operativen) Therapiemöglichkeiten der Kniearthrose dar und kann den Patienten dabei unterstützen, die notwendige Menge an Schmerzmedikamenten zu verringern.

Ist die Knorpelbehandlung eine Alternative zur Knieprothese?

Nein. Die Knorpeltransplantation ist dann eine sinnvolle Therapie, wenn ganz gezielt einzelne, tiefe Knorpeldefekte in einem ansonsten intakten Gelenk behandelt werden. Diese Knorpelschäden können im Rahmen von Unfällen, Osteochondrosis dissecans oder Morbus Ahlbäck entstehen. Eine genaue Ursache ist nicht immer auszumachen.

Eine Knieprothese ist notwendig, wenn bei einem Arthrose-Patienten der Knorpel in einem Gelenkanteil über eine größere Fläche abgenutzt ist. Es handelt sich hierbei also nicht um ein örtlich begrenztes Problem, sondern betrifft die gesamte Knorpelschicht auf einer oder beiden Seiten des Kniegelenks. Ein großflächiger Ersatz von Knorpel mittels einer Knorpeltransplantation ist bisher nicht möglich.

Gibt es Alternativen zur Knie-OP bei Kniegelenksarthrose?

Ja. Welche Therapieform der behandelnde Arzt dem Patienten empfiehlt, hängt von der Ursache und der Stärke der Beschwerden ab. In akuten Fällen kann eine Operation verhindern, dass sich die Kniefunktion in Zukunft verschlechtert. Nach Unfällen kann sie den ursprünglichen Zustand des Kniegelenkes vor der Verletzung wiederherstellen.

Besteht nicht die Gefahr einer weiteren Schädigung des Kniegelenkes, sondern dient die OP der Schmerzbehandlung wie bei der Kniearthrose, gibt es verschiedene Möglichkeiten an konservativen Therapien, um die Beschwerden zu behandeln. Dabei bringt häufig erst die Kombination mehrerer Behandlungsansätze eine Linderung der Beschwerden. Beispielsweise reduziert ein Patient sein Gewicht, wird mit speziellen Schuheinlagen versorgt, kräftigt mit physiotherapeutischen Übungen seine Beinmuskulatur und nimmt bei Bedarf Schmerzmedikamente in adäquater Dosierung ein.

Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Arthritis?

Bei der Arthrose handelt es sich um einen abnutzungsbedingten Verschleiß von Gelenkknorpel, der im höheren Lebensalter bis zu einem gewissen Grad normal ist.

Arthritis bezeichnet eine entzündliche Gelenkerkrankung. Der behandelnde Arzt klärt diagnostisch ab, ob eine bakterielle, unter Umständen lebensbedrohliche Infektion des Gelenkes vorliegt oder eine nicht-bakterielle, entzündliche Erkrankung wie beispielsweise rheumatoide Arthritis (Rheuma) oder die Arthritis bei Stoffwechselerkrankungen.

Wie diagnostiziert der Orthopäde eine Kniearthrose?

Eine sichere Diagnose wird durch den orthopädischen Facharzt gestellt. Bei der klinischen Untersuchung des betroffenen Knies erfasst der Facharzt die Schmerzpunkte sowie Beinfehlstellungen, Bandinstabilitäten und Bewegungseinschränkungen des Gelenkes. Zur bildgebenden Diagnostik fertigt er Röntgenaufnahmen des Knies an. Ergänzend folgt eine MRT-Untersuchung, mit deren Hilfe der Orthopäde Veränderungen an verschiedenen Geweben wie Bändern, Muskeln und Sehnen gut erkennt. Anhand all dieser Untersuchungsergebnisse stellt der Facharzt die Diagnose einer Kniegelenksarthrose.

Wann muss Kniearthrose operiert werden?

Wenn sich unter der konservativen Therapie die Beinfehlstellung vergrößert und sich die Bandinstabilität im Kniegelenk verschlechtert, muss der Facharzt eine Operation in Betracht ziehen.

Bei der Behandlung der Kniearthrose sollte deshalb eine genaue ärztliche Verlaufskontrolle erfolgen. So kann der Zeitpunkt erfasst werden, wann die konservative Therapie an ihre Grenzen stößt. Die Operation kann den weiteren Verlauf der Kniearthrose verlangsamen oder im optimalen Fall stoppen. Welches operative Verfahren für den Patienten am besten ist, entscheidet der Arzt anhand der vorliegenden Befunde.

Um Strukturschäden im Kniegelenk zu beseitigen, ist häufig eine Kniearthroskopie (sogenannte “Kniespiegelung”) ausreichend. Wird die Kniearthrose durch eine Beinfehlstellung (X- oder O-Bein) verursacht, kann die Begradigung der Beinachse (Umstellungsosteotomie) die normalen Belastungslinien im Kniegelenk wiederherstellen. Wenn der vorliegende Knorpelschaden auf eine Stelle begrenzt ist, kann eine körpereigene (autologe) Knorpelzelltransplantation helfen, diesen Defekt zu beseitigen. Dabei wird dem Patienten intakter Gelenkknorpel entnommen und im Labor vermehrt. In einem weiteren Eingriff injiziert der Arzt diesen gezüchteten Gelenkknorpel wieder ins Kniegelenk. Liegt ein schwerwiegender Knorpelschaden vor, bei dem der Knochen im Kniegelenk nicht mehr von Knorpel bedeckt ist, reichen diese operativen Maßnahmen nicht aus. Der Knochen reibt bei jeder Bewegung direkt aneinander und der Patient leidet unter starken Schmerzen. In diesem Fall wird der Orthopäde den Einsatz einer Knieteilprothese oder Knievollprothese empfehlen.

Welche Ernährung eignet sich zur Vorbeugung von Kniearthrose?

Eine Umstellung der bisherigen Ernährungsgewohnheiten kann eine Arthrose zwar nicht heilen, aber sie beeinflusst nachweislich günstig den Verlauf der Erkrankung. Einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel im Kniegelenk besitzen folgende Nahrungsmittel:

  • kalziumreiche Nahrungsmittel wie fettarme Milch- und Quarkprodukte
  • Meeresfisch
  • Olivenöl und Öle mit vielen ungesättigten Fettsäuren
  • Naturreis und andere ballaststoffreiche Nahrungsmittel
  • Lauch, Zwiebeln und Knoblauch durch ihre knorpelschützende Wirkung

In einer Ernährungsberatung finden die Experten heraus, wie und in welchem Ausmaß ein Patient seine Ernährung umstellen sollte. Auch über eine Gewichtsreduktion spricht der Patient am besten mit seinem behandelnden Arzt.

Welche Knieübungen helfen, um einer Kniearthrose vorzubeugen?

Übungen, bei denen die Muskulatur im Kniebereich gedehnt und gekräftigt wird und die das Kniegelenk schonend mobilisieren, eignen sich zur Vorbeugung von Knieschmerzen und Kniearthrose. Der Kniespezialist der Gelenk-Klinik PD Dr. Bastian Marquaß stellt hier die wichtigsten Übungen für das Kniegelenk vor.

Kann man im Blut feststellen, ob man Kniearthrose hat?

Nein. Alle Bluttest sind negativ und es liegen bei einer Kniearthrose auch keine erhöhten Entzündungswerte im Blut vor. Es gibt keinen positiven Arthrosenachweis im Blut der Patienten. Dennoch gehört die Blutuntersuchung durch den Facharzt immer mit zur Basisdiagnostik. Auf diese Weise kann er andere Erkrankungen als Auslöser für die Knieschmerzen ausschließen.

Hat man bei Kniearthrose immer Schmerzen?

Nein. Im Anfangsstadium verspüren die Patienten oftmals nur eine gewisse Steifheit oder ein Spannungsgefühl im entsprechenden Gelenk. Nicht immer müssen zu Beginn einer Arthrose Schmerzen oder schmerzhafte Entzündungen im Kniegelenk auftreten. Im fortgeschrittenen Stadium der Kniearthrose sind Schmerzen unter Belastung und Entzündungszeichen wie Wärmeentwicklung und Schwellung im Gelenk ein typisches Leitsymptom.

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  • Rümelin, A. (2005). Kursbuch Künstliche Gelenke: Wieder schmerzfrei leben – Die neuesten Methoden, Operationen, Nachsorge.
  • Rümelin, A. (2003). Kursbuch Arthrose: Gelenkerkrankungen effektiv vorbeugen und typgerecht behandeln. Südwest Verlag.
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