Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
Tel: (0761) 55 77 58 0
Mail: patienten@gelenk-klinik.de

Operation bei Kniearthrose: Knorpeltransplantation, Gelenkerhalt und Knieprothese

  1. Kniearthroskopie (operative Gelenkspülung) als gelenkerhaltende Therapie der Kniearthrose
  2. Wie lange bin ich nach der minimalinvasiven Knie-OP krankgeschrieben?
  3. Korrekturosteotomie: Knochenumstellung zur Vermeidung von Kniearthrose
  4. Knorpeltransplantation bei Kniearthrose
  5. Endoprothetik bei Kniearthrose
  6. Knieprothese (Knie-TEP) bei Arthrose im Kniegelenk
  7. Darf ich mit einem künstlichen Kniegelenk arbeiten?
Mann mit KnieschmerzenKnieschmerzen durch Arthrose verringern die Lebensqualität der Betroffenen meist drastisch. Bei fortgeschrittenem Knorpelschaden kann eine Operation helfen. © motortion, Fotolia

Kniearthrose schränkt die Beweglichkeit des Kniegelenks ein und führt häufig zu starken Knieschmerzen. Wenn Ihr Kniespezialist eine Ursache der Kniearthrose gefunden hat, kann häufig eine gelenkerhaltende Operation die Belastung der Knorpelfläche reduzieren und den Verschleiß des Kniegelenks verlangsamen oder beenden. Zu den wichtigsten Operationen bei Arthrose am Kniegelenk gehören alle Operationen an den Bändern (vor allem die Kreuzbandplastik). Die Begradigung der Beinachse durch eine Umstellungsoperation (Osteotomie) am Kniegelenk verhindert die Entstehung von Arthrose, indem sie eine lokale Überlastung im Kniegelenk beseitigt.

Ist ein lokaler Knorpelschaden zu weit fortgeschritten, helfen ein Inlay oder eine Knieteilprothese. Diese versorgen nur den beschädigten Abschnitt endoprothetisch. Die Gesamtheit des Kniegelenks bleibt dabei erhalten.

Kniearthroskopie (operative Gelenkspülung) als gelenkerhaltende Therapie der Kniearthrose

Meist erfolgt eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des Kniegelenks nicht nur zur direkten Feststellung einer Kniearthrose, sondern auch therapeutisch zur Gelenkspülung. In dem minimalinvasiven Eingriff beseitigt der Arzt Bewegungsblockaden und Fremdkörper (Abrieb) in der Gelenkkapsel. Er glättet den Knorpel oder spült Fragmente von Knochen und Knorpel heraus. Knorpelschädigende Knochenanbauten (Osteophyten) können abgetragen werden. Dadurch verringert sich der für Arthrose typische Knorpelabrieb im Knie. Die Beweglichkeit des Kniegelenks verbessert sich nach der Behandlung und Knieschmerzen werden reduziert.

Als alleinige Therapie der Arthrose im Kniegelenk empfehlen wir die Arthroskopie nicht mehr. Eine Kniearthroskopie ist nur dann sinnvoll, wenn zugleich Strukturschäden wie ein Meniskusriss, eine Einklemmung oder ein frisches osteochondrales Trauma (Knochen-Knorpel-Verletzung) versorgt werden.

Bei Menschen mit fortgeschrittener Arthrose und großflächigem Knorpelverschleiß ist eine Arthroskopie des Kniegelenks nicht mehr sinnvoll. Dann kann in vielen Fällen nur noch eine Knieprothese helfen, die Schmerzen im Kniegelenk zu reduzieren und die Beweglichkeit im Alltag wiederherzustellen.

Kniearthroskopie bei KnieschmerzenIn der Arthroskopie untersucht der Arzt den Knorpel des Kniegelenks mit kleinen Kamerasonden. Knorpelschäden werden unter endoskopischer Sicht direkt dargestellt. © smartmediadesign, Fotolia

Wie lange bin ich nach der minimalinvasiven Knie-OP krankgeschrieben?

Eine Arthroskopie bei Arthrose im Knie erfolgt in vielen Fällen ambulant. Der Patient darf die Klinik also meist noch am OP-Tag verlassen. Unmittelbar nach der Operation dürfen Sie Ihr Knie belasten und schonende Bewegungen durchführen. Eine physiotherapeutische Nachbehandlung mit Gangschulung und Bewegungsübungen unterstützt Sie dabei. Kräftigungsübungen wirken einer Schrumpfung der Muskeln entgegen und stabilisieren das Gelenk.

Die Krankschreibung dauert in der Regel zwei bis drei Wochen. Menschen, die in ihrem Beruf stark körperlich arbeiten, müssen länger pausieren.

Korrekturosteotomie: Knochenumstellung zur Vermeidung von Kniearthrose

Der Orthopäde muss die Situation im Knie vorausschauend beurteilen. Ist einer der Faktoren gegeben, die zu vorzeitiger Abnutzung und krankhafter Gonarthrose führen, muss der Arzt eingreifen und die Ursache nachhaltig beseitigen. Das wichtige Prinzip der vorbeugenden Instandhaltung des Knies kommt vor allem bei Strukturschäden am Knie zur Anwendung.

Diese Ursachen der Kniearthrose lassen sich vorbeugend behandeln:

  • Fehlstellungen – angeboren oder als Unfallfolge
  • Knorpelabriss und osteochondrale Läsion (Knochen-Knorpel-Schaden)
  • Meniskusriss oder Schädigung des Meniskus
  • Kreuzbandriss oder Schädigung der Kreuzbänder
  • Schädigung der Seitenbänder am Knie (Innen- oder Außenbandriss)

Bei diesen Ursachen kann der Kniespezialist die resultierende Instabilität des Knies mit meist minimalinvasiven Operationen beheben, um eine spätere Arthrose zu verhindern.

Indem Fehlstellungen am Knie durch eine Osteotomie (Knochenumstellung) beseitigt werden, normalisieren sich die Belastungslinien. Dieses Verfahren kann eine Kniearthrose aufhalten.

Die Korrekturosteotomie des Kniegelenks ist eine knöcherne Umstellungsoperation, die das Schienbein (Tibia) betrifft. Die Behandlung kommt bei Kniearthrose in nur einem der beiden großen Kompartimente (Teilbereiche) des Knies zum Einsatz.

Durch die Umstellung verlagert sich das Gewicht auf das noch gesunde Kompartiment. Das bereits beschädigte Kompartiment wird dadurch entlastet. In den meisten Fällen ermöglichen wir unseren Patienten durch die Korrektur der Beinachse einen Zeitgewinn von 10–15 Jahren.

Wir wollen aber durch diese Osteotomie keine zusätzlichen Fehlstellungen verursachen. Wenn eine einseitige Arthrose ohne Störung der Beinachse im Kniegelenk vorliegt, empfehlen wir die Umstellungsosteotomie nicht. In diesem Fall raten wir eher zu einer Schlittenprothese (Repicci-Prothese).

Knorpeltransplantation bei Kniearthrose

Knorpeltransplantation im KniegelenkIn einer arthroskopischen Operation entnimmt der Arzt dem Patienten gesunde körpereigene Knorpelzellen. Diese werden im Labor vermehrt und in einer weiteren Operation in den Knorpeldefekt eingefügt. Dort haften sie am Knochen an und füllen den Defekt nach mehreren Monaten mit neuem, elastischem Knorpelgewebe aus. © dissoid, Fotolia

Eine der aussichtsreichsten Methoden gegen Kniearthrose ist die Züchtung neuen Knorpels. Dafür entnimmt der Arzt dem Patienten in einer arthroskopischen Operation ein kleines Stückchen seines Gelenkknorpels aus dem Knie.

In einem Speziallabor, das mit der Gelenk-Klinik schon seit über 20 Jahren zusammenarbeitet, wird der Knorpel gezielt vermehrt – auf ein vieltausendfaches Volumen.

Diese Knorpelvermehrung ist im Körper des Patienten mit Arthrose im Knie nicht möglich. Nach 6–8 Wochen wird die nachgezüchtete Knorpelmasse, die von den eigenen Knorpelzellen des Patienten abstammt, in einer weiteren Arthroskopie wieder in das Gelenk eingebracht. Dort bedeckt es die Schäden im Gelenkknorpel und stellt die Gelenkfunktion wieder her. Durch dieses Verfahren der Knorpeltransplantation lässt sich Arthrose im Knie erstmals auch wieder ausheilen.

Vortragsvideos zum Thema Knorpeltransplantation und Knorpelzüchtung von Prof. Dr. med. Sven Ostermeier auf Youtube ansehen

Endoprothetik bei Kniearthrose

KnieprotheseEine Knievollprothese (Knie-TEP) ersetzt das Kniegelenk vollständig. Sie stellt die Beweglichkeit des Knies wieder her und kann starke Knieschmerzen aufgrund von fortgeschrittenen Knorpeldefekten beseitigen. © Viewmedica
  • Hemicap-Prothese: Diese zementfrei eingebrachte Teilprothese versorgt kleine Knorpelschäden punktgenau. Die noch intakten Knorpelflächen im Knie bleiben erhalten.
  • Knieteilprothese (Repicci-Prothese): Die Schlittenprothese versorgt den Teil des Knies mit Knorpelschaden. Der intakte Bereich bleibt dabei erhalten. Dadurch belastet die Teilprothese den Patienten geringer als eine Vollprothese. Das Kniegefühl ist insgesamt besser, weil die Kreuzbänder erhalten bleiben.
  • Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP): Die Knievollprothese ersetzt das gesamte Kniegelenk und kann die schmerzfreie Beweglichkeit bei Kniearthrose wiederherstellen.
  • Individuelle Knieprothese: Unter computergestützter Analyse der Beinachse implantiert der Arzt die Knieprothese exakt passend zur individuellen Anatomie des Patienten. Der Tragekomfort der Knieprothese erhöht sich dadurch deutlich.

Je fitter und beweglicher der Patient in die Operation geht, umso besser wirkt sich das auf die Lebensqualität nach einer Prothesenoperation aus. Eine zunehmende Arthrose zerstört auch die Knochen in den Gelenkflächen. Die Befestigung einer Prothese wird dann immer schwieriger. Auch die Funktion der Seitenbänder des Kniegelenks ist essentiell. Die Arthrose kann die Bänder zerstören. Es wird dann mit abnehmender Funktion der Seitenbänder immer schwerer, eine ungekoppelte – also den vollen Bewegungsspielraum des Gelenks unterstützende – Prothese mit einem stabilen Ergebnis zu implantieren.

Knieprothese (Knie-TEP) bei Arthrose im Kniegelenk

Wann ist der Einsatz einer Vollprothese sinnvoll?

  • Die Gelenkflächen und der darunterliegende Knochen sind zunehmend zerstört.
  • Die Instabilität der Kreuzbänder behindert die Therapie durch eine gelenkerhaltende Teilprothese.
  • Instabile Seitenbänder stören den Einbau einer konventionellen Knieprothese.
  • Eine starke Versteifung des Gelenks erzwingt eine Knieprothese.
  • Der Patient leidet unter starken Knieschmerzen bei hohem Einsatz von Schmerzmitteln.

Eine Operation sollte erst dann durchgeführt werden, wenn die Verhaltensanpassung und die konservative Behandlung den Funktionsverlust, die Steifheit und die Schmerzen im Knie nicht mehr kompensieren können. Wichtig: Der Patient sollte bei endgradiger Kniearthrose und starken Knieschmerzen nicht zu lange warten. Ausweichbewegungen, Bewegungsmangel und Schmerzmittel schädigen auch die benachbarten Gelenke. Die Muskelatrophie (Verkümmerung des Muskelgewebes) behindert den Patienten bei der Rehabilitation und verzögert die Rückkehr in den Alltag. Wir propagieren keine frühe Entscheidung für die Prothese. Wenn Patienten aber wegen ihrer Knieschmerzen nicht mehr nach draußen kommen, sie sozial eingeschränkt sind und ihre Organsysteme nicht mehr durch Bewegung angeregt werden, dann schädigt zu langes Abwarten vor der Prothesenoperation das Allgemeinbefinden.

Darf ich mit einem künstlichen Kniegelenk arbeiten?

Etwa drei Monate nach der Implantation eines künstlichen Kniegelenks sollten Sie Ihr Knie schonen und das Heben schwerer Lasten vermeiden. Kniebeugen und Arbeiten in der Hocke sind in dieser Phase ebenfalls ungünstig. Bewegungsübungen und Physiotherapie helfen Ihnen, die Beweglichkeit und Belastbarkeit des Kniegelenks mit Gelenkersatz wiederherzustellen. Nach dieser Rehabilitationsphase dürfen Sie in Ihren Beruf zurückkehren und leichte körperliche Arbeiten sowie sitzende Tätigkeiten wieder aufnehmen.

Literaturangaben
  • Badgery-Parker, T. (2019). Unnötige Untersuchungen und Therapien schaden den Patienten. Dtsch Med Wochenschr, 144.
  • Emmert, D., Rasche, T., Stieber, C., Conrad, R., & Mücke, M. (2018). So behandeln Sie das schmerzende Knie. MMW-Fortschritte der Medizin, 160(15), 58–64.
  • Hausdorf, J., & Reimers, C. D. (2018). Hüft-und Kniearthrose (Kox-und Gonarthrose) und Endoprothesen. Patienteninformationen Sport in der Neurologie – Empfehlungen für Ärzte, 125–130.
  • Kipping, R. (2019). Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Operation Knie, 45–56.
  • Konrads, C., Schultheiß, J., Reppenhagen, S., Rudert, M., & Barthel, T. (2015). Warum tut das Knie so weh? MMW-Fortschritte der Medizin, 157(4), 53–58.
  • Spahn, G., & Hofmann, G. O. (2014). Fokale Knorpelschäden des medialen Gelenkkompartiments: Prädiktoren für die Progression der Kniearthrose. Zeitschrift für Orthopädie und Unfallchirurgie, 152(05), 480–488.
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