Orthopädische Gelenk-Klinik

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Laterale Knieprothese - Arthrose des äußeren Kniegelenks durch Schlittenprothese behandeln

Was ist laterale Gonarthrose?

Inspektion der Beinachse bei Gonarthrose (Kniearthrose) Die Inspektion der Beinachse bei Gonarthrose gibt Hinweise auf die Ursache und den Verlauf der Kniearthrose © Gelenk-Klinik

Die Kniearthrose betrifft nicht immer beide Gelenkhälften (Kompartimente) des Knies gleichzeitig. Das bedeutet: Der Knorpel kann in einem Teil des Knies bereits sehr abgenutzt sein. In einem anderen Bereich des Kniegelenks kann der Knorpel dagegen noch in gutem Zustand sein.

Man spricht bei der Arthrose des inneren Knies von der medialen Gonarthrose. Ist das äußere Knie von Arthrose betroffen, spricht der Kniespezialist von der lateralen Gonarthrose.

Wie häufig ist die laterale Gonarthrose?

Laterale Kniearthrose Die Röntgenaufnahme im Stehen von Vorne zeigt eine laterale Kniearthrose: Der Gelenkspalt ist nur im äußeren Kompartiment des Knies vermindert. Im Inneren Teil des Knies ist der Knorpel noch gesund. © Gelenk-Klinik

Die Arthrose im inneren (medialen) Gelenkbereich ist eine häufig anzutreffende Verschleißform des Knies. Der alleinige Verschleiß des äußeren Gelenkbereichs ist dagegen eher selten.

Was verursacht die laterale Gonarthrose?

Laterale Gonarthrose kann insbesondere durch ausgeprägte Fehlstellungen der Beine (X-Beine) verursacht werden. Durch die X-Fehlstellung ruht beim Stehen oder Gehen stets der größere Teil des Körpergewichts auf dem äußeren Knie. Der Knorpel nutzt sich an dieser Stelle entsprechend schneller ab.

Auch Unfälle können die laterale Gonarthrose verursachen. Nach schweren Kniegelenkstraumata können solche Fehlstellungen auftreten.

Bei ausgeprägten Instabilitäten, wie sie zum Beispiel durch Riss des vorderen Kreuzbandes ausgelöst werden können, kann diese X-Fehlstellung mit nachfolgender einseitiger (lateraler) Kniearthrose ebenfalls auftreten.

Kann man die Arthrose im äußeren Knie gezielt therapieren?

Vorteile der lateralen Knieteilprothese zur Vollprothese

  • Erhalt der gesunden Anteile des Knies
  • Geringerer Blutverlust bei der Operation
  • Geringere Infektionswahrscheinlichkeit
  • Knochen und gelenk- erhaltender Eingriff
  • Normaleres Gangbild nach der Operation
  • Normaleres Bewegungsgefühl im Knie, verglichen mit Knie-TEP
  • Knie ist beweglicher
  • Schnellere Rehabilitation

Die Arthrose der Knieaußenseite erfordert meist keinen vollständigen Gelenkersatz.

Diese Form der einseitigen Kniearthrose kann daher auch gezielt und lokal behandelt werden.

Nur der Bereich (Kompartiment) des Knies wird therapiert, der auch den Knorpelverlust erlitten hat. Mit Teilprothesen kann die Arthrose am Kniegelenk daher in Einzelfällen lediglich den einen Anteil des Knorpelbereichs zwischen Ober- und Unterschenkel ersetzen. Die noch gesunden Bereiche des Knies leisten ihre Aufgabe weiterhin. Die intakten natürlichen Knorpelflächen auf der Innenseite des Knies und hinter der Kniescheibe bleiben erhalten.

Behandlung der lateralen Gonarthrose durch Erhöhung des Schuhinnenrandes

Ist die Arthrose im äußeren Knie noch nicht so weit fortgeschritten, gibt es auch konservative Behandlungsmöglichkeiten.

Die äußere Hälfte des Knies kann durch spezielle orthopädische Schuhe gezielt entlastet werden.

Das bedeutet: durch leichte Erhöhung des Schuhinnenrandes kann bei X-Fehlstellung des Knies und begleitender seitlicher Kniearthrose eine Gewichtsverlagerung zum noch gesunden inneren Kniegelenk veranlasst werden.

Das Außenknie wird zu Gunsten des Innenknies entlastet. Durch diese Schuhzurichtung kann die Knorpelabnutzung im äußeren Knie verlangsamt werden, weil das innere Knie mehr Last übernehmen kann.

Die fortgeschrittene laterale Gonarthrose kann gelenkerhaltend operiert werden

Laterale Kniearthrose Röntgenbild einer lateralen Knieteilprothese. Lediglich der abgenutzte Knorpel im Außenknie wird ersetzt. Die gesunden Knorpelflächen unterhalb der Kniescheibe und im Innenknie bleiben erhalten. © Gelenk-Klinik

Eine mögliche Behandlung dieser Teil-Gonarthrosen ist der Ersatz der verschlissenen Knorpeloberfläche mit einer Teilprothese (Unikondyläre Schlittenprothese).

Mit Hilfe einer Teilprothese wird die verschlissene Knorpeloberfläche ersetzt und die schmerzfreie Beweglichkeit des Kniegelenks kann wiedererlangt werden.

Was ist bei der lateralen Knieteilprothese zu beachten?

Insbesondere bei einer Arthrose des äußeren Gelenkspalts (laterale Gonarthrose) ist die exakte Rekonstruktion des ursprünglichen Gelenkspalts notwendig.

Die deutlich höheren Dreh- und Scherbewegungen an der Knieaußenseite im Vergleich zur Innenseite des Knies haben Konsequenzen für die Operationstechnik.

Die oberschenkelseitige (obere) Komponente muss deshalb sehr genau zur schienbeinseitigen (unteren) Komponente ausgerichtet sein.

Der Anspruch an die Erfahrung und Genauigkeit des Kniespezialisten sowie an die präzise Operationsplanung sind bei der lateralen Knieteilprothese also sehr hoch.

Der Kniespezialist muss vor der Durchführung der lateralen Knieteilprothese den Zustand der Knorpel und Knochen im inneren Kompartiment und hinter der Kniescheibe sorgfältig prüfen. Diese Vergewisserung geschieht meist durch eine diagnostische Arthroskopie, bei der Zustand der Knorpel, Bänder und Knochen genau inspiziert werden.

Gegenanzeigen der äußeren Knieprothese

Bei Arthrose des inneren Kniegelenks ist eine laterale Knieteilprothese nicht mehr möglich.

Eine leichte Arthrose des Kniescheibengelenks ist hingegen kein Argument gegen eine Knieteilprothese des äußeren Kniegelenks - aber nur solange sie noch klinisch unauffällig ist, also nicht schmerzhaft geworden ist.

Eine fixierte X-Fehlstellung von mehr als 10° ist ebenfalls eine Gegenanzeige.

Wie wird bei der Operation der lateralen Knieprothese vorgegangen?

Die Bestandteile der lateralen Knieteilprothese werden mittels Knochenzement sicher im vorbereiteten Knochenbett befestigt. Speziell konstruierte Metall- und Kunststoffmateralien gewährleisten eine Haltbarkeit der lateralen Knieteilprothese von über 10 Jahren.

Haltbarkeit der lateralen Knieteilprothese

In Studien sind 87% aller Patienten mit lateraler Knieteilprothese sehr zufrieden oder zufrieden. Die Erfolgsrate war bei Patienten jünger als 65 Jahre höher als in der älteren Patientengruppe (T. Heyse, C. Tibesku Arch Orthop. Trauma Surg (2010) 130:1539-1548).

Wenn eine Knieteilprothese ersetzt werden muss, erhalten die Patienten meist eine Knievollprothese.

Durch den Einsatz einer Knieteilprothese bleibt den Patienten bis zu 10 Jahre länger der höhere Bewegungsspielraum der Teilprothese erhalten.

Durch die knochensparende Operation der Knieteilprothese kann auch eine dann nachfolgende Vollprothese mit einer sehr guten Ausgangslage operiert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient danach noch eine - in der Regel ungünstige - Revision der Knievollprothese benötigt, ist wesentlich geringer: Er hat seine Knievollprothese in deutlich höherem Lebensalter bekommen und belastet sie weniger.

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