Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Orthopaedische Spezialisten für Schulter

Ruptur der Rotatorenmanschette

Ruptur der RotatorenmanschetteDie Ruptur der Rotatorenmanschette kann als Unfallfolge oder als Folge langfristiger Degeneration (Abnutzung) auftreten. © Viewmedica

Eine Ruptur der Rotatorenmanschette ist eine Veränderung oder Verletzung der Sehnenhaube, die den Oberarmkopf umgibt.

Die Erkennung und Behandlung der Rotatorenmanschettenruptur führt in der Gelenk-Klinik ein erfahrener Schulterspezialist durch.

Die Ruptur der Rotatorenmanschette hat schwere Folgen für die Beweglichkeit der betroffenen Schulter. Zudem kann eine Schulterarthrose resultieren.

Je nach Ursache des Defekts der Rotatorenmanschette hat der Schulterspezialist unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten:
  1. Degenerative Ruptur (Verschleiß der Rotatorenmanschette):
    Die Ruptur, die durch Abnutzung der Rotatorenmanschette entsteht, kann oft konservativ behandelt werden (Krankengymnastik).
  2. Ruptur nach Unfall:
    Rupturen durch Unfälle erfordern meist eine Operation. Nur eine Sehnennaht kann das Schultergelenk in diesen Fällen wieder zentrieren und die Beweglichkeit von Arm und Schulter wiederherstellen.

Der Schulterspezialist muss die Ruptur der Rotatorenmanschette durch eine Diagnose sichern. Weil Sehnenrupturen sehr zeitkritisch sind, muss er möglichst schnell konservative oder operative Therapien vorschlagen.

Was ist eine Ruptur der Rotatorenmanschette?

Anatomie der RotatorenmanschetteDie Rotatorenmanschette besteht aus vier Sehnen. Die wichtigste ist die Sehne des Musculus supraspinatus. Die Rotatorenmanschette fixiert den Oberarmkopf in der Gelenkpfanne. © bilderzwerg, Fotolia

Die Rotatorenmanschette besteht aus mehreren Sehnen, die den Oberarm umgeben. Die wichtigste Sehne ist die Sehne des Musculus supraspinatus (Supraspinatusmuskel). Sie umfasst den Oberarmkopf von oben und hat eine wesentliche Funktion für die Beweglichkeit des Arms. Ist die Rotatorenmanschette verletzt, kann das unterschiedliche Einschränkungen nach sich ziehen.

Neben der Verletzung der Rotatorenmanschette gibt es weitere Schädigungen der Schulter, die durch Enge unter dem Schulterdach entstehen. Die Funktion der Rotatorenmanschette ist die Zentrierung des Oberarmknochens in der Gelenkpfanne des Schultergelenks.

Wenn sie reißt, steigt der Oberarmknochen unter dem Schulterdach an und die Enge verstärkt sich. Dieser Teufelskreis kann unbehandelt zu einer raschen Verschlechterung der Schulterfunktion und der Beweglichkeit des Armes führen.

Wer ist von einer Rotatorenmanschettenruptur oder Schädigung der Sehnenhaube betroffen?

Der Riss der Rotatorenmanschette tritt häufig auf. Etwa 25 % der Fünfzigjährigen und etwa 50 % der Siebzigjährigen sind statistisch davon betroffen. Männer sind öfter betroffen als Frauen. Häufig tritt die Ruptur der Rotatorenmanschette auf der Seite der Arbeitshand auf, also zumeist rechts.

Wie diagnostiziert der Arzt die Rotatorenmanschettenruptur?

Röntgenbild einer Ruptur der RotatorenmanschetteRöntgenbild einer Einengung unter dem Schulterdach (Akromion): Der Oberarmknochen dieses Patienten berührt das Schulterdach. Seine Rotatorenmanschette ist also vollständig gerissen. © Gelenk-Klinik

Eine genaue Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) und eine gründliche Untersuchung der Schulter sind wesentlich für die Beurteilung des Schadens, der Prognose und der Funktionseinschränkung. Bestimmte Stellen schmerzen bei der klinischen Untersuchung, wenn der Arzt Druck auf sie ausübt. Einige Bewegungen sind immer schmerzhaft oder können gar nicht mehr durchgeführt werden.

Welche Schäden können bei der Verletzung der Rotatorenmanschette diagnostiziert werden?

Das Ausmaß des Schadens an der Rotatorenmanschette nach einer Ruptur kann sehr vielfältig ausfallen. Entsprechend unterscheiden sich die Therapieempfehlungen.

Teilsehnenrisse, kleine komplette Risse, große komplette Risse oder sog. Massenrupturen der Rotatorenmanschette, die mehrere Sehnenanteile betreffen, werden voneinander abgegrenzt. Die genaue Diagnose der vorliegenden Schädigung ist entscheidend für die Therapiemöglichkeiten.

Schadensbilder:

  • Teilsehnenrisse
  • komplette Rupturen
  • Massenrupturen

In der Gelenk-Klinik Gundelfingen machen wir die Therapie von vielen Parametern abhängig. Welche Therapie bei einer Rotatorenmanschettenruptur sinnvoll ist, kann der Orthopäde durch eine Ultraschalluntersuchung der Schulter bestimmen.

Der wesentliche Vorteil dieser Methode ist, dass man unter Bewegung des Armes den Schaden an den Muskeln und Sehnen beurteilen kann.

Die Röntgenuntersuchung ist erst in fortgeschrittenen Stadien der Rotatorenmanschettenruptur aussagekräftig. Sie zeigt ein Höhertreten des Oberarmkopfes. Auch Veränderungen am Oberarmkopf durch den veränderten Druck sind darstellbar.

Ohne Hinweis auf die Auswirkung für das Schultergelenk kann der Sehnenriss im Rahmen einer kernspintomografischen Untersuchung dargestellt werden.

Diese statische Untersuchung hilft besonders zur Beurteilung der betroffenen Muskeln. Wird ein Muskel nach einem Riss über einen langen Zeitraum nicht aktiviert, entsteht ein Abbau und eine Verfettung des Muskelbauches (fettige Degeneration).

Ist diese nachweisbar, kann eine Naht der Sehne den Schaden nicht mehr erfolgreich behandeln.

Wie entsteht eine Ruptur der Rotatorenmanschette?

  • Sturz auf den Arm
  • schweres Heben
  • traumatische Schulterluxation (Auskugeln)

1. Ruptur der Rotatorenmanschette durch einen Unfall

Die Rotatorenmanschettenruptur kann bei starker Verletzung der Schulter als frische Schädigung entstehen. In diesen Fällen besteht eine fast 100%-ige Indikation für eine minimalinvasive Naht der Sehne.

Typische Verletzungen, die zur Ruptur der Rotatorenmanschette führen, sind kraftvolles Abstützen, beispielsweise bei einem Sturz. Auch das Heben schwerer Gegenstände kann bereits zu einer Verletzung der Rotatorenmanschette führen, vor allem wenn das Gewebe bereits degenerativ vorgeschädigt ist. Bei einer gesunden Rotatorenmanschette bedarf es gewaltiger Kräfte, um sie zu schädigen – beispielsweise einer traumatischen Schulterluxation (Auskugelung des Schultergelenkes).

2. Ruptur als degenerative Erscheinung der Rotatorenmanschette

Die Ruptur der Rotatorenmanschette kann ebenfalls im Rahmen eines degenerativen (verschleißbedingten) Schadens der Schulter auftreten. Dieser Sehnenverschleiß entsteht bei langanhaltender mechanischer Reizung unter dem Schulterdach im Rahmen eines sog. Engpasssyndroms (Impingement-Syndrom) der Schulter. Besonders gefährdet sind Überkopf-Arbeiter im Schichtbetrieb, die sehr monotone Bewegungen ausführen.

Welche Beschwerden und Symptome treten bei der Rotatorenmanschettenruptur auf?

Mann hat Schulterschmerzen nach Ruptur der RotatorenmanschetteEin Riss der Rotatorenmanschette schränkt die Beweglichkeit der Schulter schmerzhaft ein. © pathdoc, Fotolia

Kleine Risse der Rotatorenmanschette können ohne Symptome auftreten oder nur eine kurze Zeit Beschwerden hervorrufen. Größere Risse gehen oft mit einem spürbaren Schnappen einher.

Besonders wenig Schmerzen treten bei verschleißbedingten Erkrankungen des Schultergelenkes auf. Daher werden sie häufig nicht oder erst sehr spät erkannt.

Die Schulterschmerzen beginnen oft vorne (ventral) oder seitlich (lateral) des Akromions (Schulterdachs) und strahlen in das Schulterblatt oder in die Muskeln des Oberarmes und in den Unterarm aus.

Durch Abspreizung gegen einen Widerstand oder Drehbewegungen bzw. Belastung des Armes verstärken sich die Schmerzen.

Häufig berichten Betroffene von Ruheschmerzen – also Schmerzen, die unabhängig von einer Bewegung auftreten. Ebenso häufig berichten die Patienten von der Unfähigkeit, auf der betroffenen Schulter zu liegen. Außerdem kann eine Kraftminderung des Armes auftreten.

Der Orthopäde befragt Sie genau zu den Schulterschmerzen und Einschränkungen und stellt anhand dieser Informationen die Diagnose. Die Diagnose ist Grundlage für die Ausarbeitung eines individuellen Behandlungsplanes.

Welche Funktionen sind bei der Rotatorenmanschettenruptur gestört?

Ein Riss in der Rotatorenmanschette stellt eine gravierende Beeinträchtigung der Schulterfunktion dar. Die Biomechanik ist massiv gestört.

Der Oberarmkopf ist vergleichbar mit einer Kugel, die von einer dichten Haube aus Muskeln und Sehnen umhüllt ist. Bei einem Schaden der Rotatorenmanschette erfolgt ein Durchtritt des Kopfes nach oben unter das Schulterdach.

Hierdurch erklären sich weitere Veränderungen während der Erkrankung. Die entstehenden Beschwerden nennt man auch Rotator Cuff-Arthropathie. Der verschobene Oberarmkopf tritt in Kontakt zum Knochen des Schulterdachs, wodurch es zu starken Schmerzen kommt.

Die gestörte Funktion der Schulter ist abhängig von dem geschädigten Hauptanteil der Sehne sowie den möglichen Kompensationsmechanismen der benachbarten Sehnenanteile.

Eine Eigenheilung der Rotatorenmanschette tritt in aller Regel nicht ein.

Therapiemöglichkeiten zur Behandlung einer Ruptur der Rotatorenmanschette

Arthroskopische Naht der SupraspinatussehneDas arthroskopische Bild zeigt eine zweireihige Naht der gerissenen Supraspinatussehne. © Gelenk-Klinik

Wichtig ist die Wahl des richtigen Therapieverfahrens. Es stehen konservative und operative Therapien zur Verfügung. Bei einer unfallbedingten Ruptur empfiehlt der Arzt fast immer die minimalinvasive Naht der Rotatorenmanschette durch eine kleine Operation. Liegen eine Degeneration der Rotatorenmanschette und ein Schulterimpingement (Enge unter dem Schulterdach) vor, kann eine konservative Behandlung das Schultergelenk meist wieder zentrieren.

Patienten mit geringen Beschwerden und älteren kleinen Schädigungen der Rotatorenmanschette können konservativ behandelt werden.

Operative Therapie bei Rotatorenmanschettenruptur:

Der Schulterspezialist kann den Riss einer Sehne der Rotatorenmanschette im Frühstadium arthroskopisch durch eine Naht operieren.Der Schulterspezialist kann den Riss einer Sehne der Rotatorenmanschette im Frühstadium arthroskopisch durch eine Naht operieren. Die Wiederverankerung der Sehne kann die Funktion der Rotatorenmanschette wiederherstellen. © smartmediadesign, Fotolia

Die Operation der Rotatorenmanschettenruptur erfolgt in Abhängigkeit der Lage, der Größe, des Alters der Verletzung und der Beschwerden offen oder arthroskopisch. Das arthroskopische Verfahren bezeichnet man auch als Schlüsselloch-Operation.

Bei beiden operativen Methoden werden die gerissenen Sehnen verschlossen oder der Riss verkleinert. Die Nachbehandlung ist meist sehr langwierig. Es kann bis zu sechs Monaten dauern, bis die Schulter wieder voll belastbar ist. In den ersten Wochen nach der Operation erfolgt eine Ruhigstellung der Schulter mittels Gilchrist-Verband (Schlingenverband).

Wann ist eine operative Therapie des Rotatorenmanschettenrisses sinnvoll?

  • bei sehr starken Schulterschmerzen und Einschränkungen
  • bei hohen Ansprüchen an die Schulterbeweglichkeit (z. B. bei Sportlern)
  • bei Therapieversagen einer konservativen Behandlung nach 6 Monaten
Literatur zur Rotatorenmanschette

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