Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

McMinn-Prothese (Hüftoberflächenersatz): minimalinvasive Operation und Rehabilitation

  1. Ein hohes Aktivitätsniveau kann die Hüfttotalendoprothese früh abnutzen
  2. Indikation: Für wen eignet sich die Hüftkappe nach McMinn?
  3. Kontraindikationen: Wann kann ein Oberflächenersatz nach McMinn am Hüftgelenk nicht eingesetzt werden?
  4. Gibt es eine Altersgrenze bei der Hüftkappenprothese?
  5. Lebensqualität mit der McMinn-Prothese: Das Phänomen der "Forgotten Hip"
  6. Risiken und Nachteile der McMinn-Prothese
  7. Besteht eine grundsätzliche Problematik der Metall-Metall-Gleitpaarungen bei Hüftprothesen?
  8. Operation der McMinn-Prothese: Wie lange dauert der Klinikaufenthalt
  9. Wie verläuft die Operation der McMinn-Hüftprothese?
  10. Warum sind die Gleitflächen der McMinn-Prothese aus Metall?
  11. Nachbehandlung und Belastbarkeit nach der Operation der Hüftkappe
  12. Rehabilitation und Sicherheit im Alltag
  13. Wie lange dauert die Arbeitsunfähigkeit nach dem Eingriff?
  14. Was ist zu tun, wenn die McMinn-Prothese quietscht?
Hüftkappe oder McMinn-Prothese Die McMinn-Prothese ist eine Oberflächenersatzprothese. Lediglich die Gelenkfläche zwischen Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne wird ersetzt. © digitale-fotografien, Fotolia

Der Oberflächenersatz nach McMinn überkront die durch Arthrose geschädigte Gelenkfläche des Hüftkopfes lediglich. Dieses Verfahren ist schonender und mit weniger Komplikationen verbunden als die Totalendoprothese des Hüftgelenkes (Hüft-TEP). Dabei entfernt der Operateur den Hüftkopf stets zusammen mit dem Schenkelhals. Die McMinn-Prothese ist daher vergleichbar mit dem Überkronen eines Zahnes. Damit ist die Oberflächenersatzprothese deutlich knochensparender als die Vollprothese der Hüfte.

Die Knochensubstanz des Oberschenkelknochens bleibt vollständig erhalten. Sollte eine Revision der Teilprothese zur Vollprothese erforderlich sein, steht für diese Wechseloperation die gesamte Knochensubstanz als sogenannte Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung. Die Revision einer Oberflächenersatzprothese der Hüfte ist einfacher und unkomplizierter zu operieren als eine bereits bestehende Hüftvollprothese.

Synonyme:

  • Oberflächenersatz des Hüftgelenkes
  • McMinn Prothese
  • Birmingham Hip Replacement (BHR)
  • Hüftkappe
  • Hüftüberkronung
  • Hüftkrone

Ein hohes Aktivitätsniveau kann die Hüfttotalendoprothese früh abnutzen

Der jüngere, oft noch sportlich aktive Patient unter 60 Jahren ebenso wie der hochaktive ältere Patient sind Problemfälle in der Endoprothetik. Die moderne Endoprothetik hat sich zunächst beim älteren Patienten bewährt, indem sie die schmerzfreie Beweglichkeit im Alltag wiederherstellt.

Das geringe Aktivitätsniveau älterer Patienten war die Voraussetzung für die geringe Zahl an Lockerungen der Hüftprothese. Junge Patienten und hochaktive Senioren mit hohen Ansprüchen an die Lebensqualität stellen den behandelnden Arzt vor neue Herausforderungen. Bei aktiven Patienten rechnet man stets mit der Lockerung der Hüftprothese.

Bei 20 % der jüngeren Patienten mit einer Hüftprothese ist bei einer normalen Hüft-TEP in den ersten 10 Jahren ein Prothesenwechsel notwendig. Das ist ein in der modernen Prothetik nicht akzeptierter Wert. Die Oberflächenersatzprothese der Hüfte erreicht eine Haltbarkeit von über 15 Jahren.

Fakten zum Oberflächenersatz nach McMinn

  • Australisches Prothesenregister: Nach 10 Jahren hat die MCMinn-Prothese sehr gute Überlebensraten.
  • McMinn-Prothesen haben nach 10 Jahren genauso niedrige Revisionsquoten wie herkömmliche Hüftprothesen (australisches Prothesenregister 2011).
  • Auch nach 13 Jahren hat die McMinn-Prothese eine Überlebensrate von 96 % (McMinn et al, 2011).
  • 98 % aller behandelten Männer hatten nach 10 Jahren noch eine intakte McMinn-Prothese (Treacy at al, 2011).

Indikation: Für wen eignet sich die Hüftkappe nach McMinn?

Eine klassische Hüftprothese (Geradschaftprothese) unterscheidet sich vom reinen Oberflächenersatz durch die Verankerung des Implantates im Oberschenkelknochen (Femur). Um den Schaft der Hüftprothese einbringen zu können, müssen bei einer Hüft-TEP der Oberschenkelkopf und Teile des Oberschenkelhalses geopfert werden.

Der Knochen ist für Revisionsoperationen verloren. Beim älteren Menschen ist dieses Vorgehen kein Problem, da er aufgrund der kürzeren Lebenserwartung sehr wahrscheinlich keine Wechseloperation der Hüftprothese benötigt.

Nur 2–5 % aller Hüftprothesen sind Revisionsoperationen. Beim jungen Patienten ist der bei einer Totalendoprothese bedingte Knochenverlust jedoch ungünstig, wenn später im Leben eine Wechseloperation notwendig wird.

Grund dafür ist, dass die für die Befestigung der Prothese notwendige Knochensubstanz fehlt. In erster Linie profitieren junge und junggebliebene ältere Patienten von einer Oberflächenersatzprothese des Hüftgelenkes. Diese Hüftkappe stellt heute das Optimum der knochensparenden Operation bei einem Abrieb der Gelenkfläche durch eine Hüftarthrose dar. Die McMinn-Prothese ist damit eine echte Alternative zur konventionellen Hüftprothese.

Wir empfehlen den Oberflächenersatz der Hüfte (McMinn-Prothese) für folgende Patienten:

  • Patienten bis zum 60. Lebensjahr mit schwerer Hüftarthrose
  • sehr aktive Patienten zwischen 60 und 65 Jahren nur wenn ein ausgesprochener Wunsch vorliegt
  • auf entsprechenden Wunsch auch bei Patienten über 65 Jahren (zurückhaltend)

Frauen raten wir wegen der meist geringeren Knochendichte bereits ab dem 60. Lebensjahr eher zu einer herkömmlichen Prothese.

Kontraindikationen: Wann kann ein Oberflächenersatz nach McMinn am Hüftgelenk nicht eingesetzt werden?

Kontraindikationen der McMinn-Prothese:

  • starke Formveränderungen der gelenkbildenden Oberschenkelknochen
  • stark veränderte Form und Lage der Hüftpfanne
  • schlechte Knochenqualität im Schenkelhals (z. B. bei Osteoporose, Hüftkopfnekrose oder Knochenzysten)
  • Metallallergie, insbesondere Zink, Kobalt und Chrom-Allergien (mit Keramik ummantelte Prothesen möglich)

Neben technischen Einschränkungen sind Allergien gegen Metalle wie Kobalt, Chrom und Nickel vor einer Operation zu berücksichtigen. Hier können ummantelte Implantate helfen, das Risiko für eine allergische Reaktion zu verringern. Insbesondere bei einer Prothesenversorgung mit Metall-Metall-Gleitpaarung häufen sich Metallpartikel im Blut an und können eine bisher unbekannte Wirkung im Körper entfalten. Ist die Nierenfunktion des Patienten geschwächt, können sich diese Metalle im Blut anreichern. Bei Frauen mit Kinderwunsch muss wegen der unklaren Wirkung der Metalle auf den heranwachsenden Embryo im Mutterleib die Versorgung mit einer Prothese sehr sorgfältig geprüft werden.

Gibt es eine Altersgrenze bei der Hüftkappenprothese?

Eine echte Altersgrenze für die Versorgung mit der Teilprothese existiert nicht. Dennoch können nicht alle Patienten mit dem modernen, knochensparenden Oberflächenersatz der Hüfte versorgt werden. Grund dafür ist, dass im Laufe des Lebens die Knochendichte bei jedem Menschen abnimmt. Bei einigen Menschen ist die Knochendichte so weit reduziert, dass eine Prothesenversorgung mittels Oberflächenersatz nicht mehr möglich ist. Man spricht dann auch von einer Osteoporose. Im Rahmen der Osteoporose treten häufig spontan Brüche am Schenkelhals auf. Verwenden wir eine Hüftkappenprothese bei Patienten mit einem geschwächten Schenkelhals, liegt das Risiko für einen Schenkelhalsbruch im Vergleich zur Totalendoprothese der Hüfte (Hüft-TEP) deutlich höher. Etwa 10 % aller Frauen erkranken im Verlauf ihres Lebens an einer Osteoporose. Auch Männer sind betroffen.

Die konventionelle Hüftprothese ist bei diesen Patienten die bessere Alternative. Auch die langjährige Erfahrung mit diesem Implantat ist ein klares Argument, ältere Menschen damit zu versorgen.

Lebensqualität mit der McMinn-Prothese: Das Phänomen der "Forgotten Hip"

Vorteile der McMinn-Prothese:

  • spätere Revisionsmöglichkeit (mit Option zur Vollprothese)
  • kürzere Rehabilitation
  • knochenschonendes Verfahren
  • Alternative zur Schaftprothese
  • rasche Rückkehr in den Alltag
  • schmerzarme Methode
  • Erhalt von körpereigenen Strukturen für einen natürlichen Bewegungsablauf
  • "Vergessen" der Prothese im Alltag

Die künstliche Gelenkoberfläche entspricht in ihrem Umfang der Größe des natürlichen Hüftkopfes. Die Belastungsverhältnisse im Hüftgelenk und in der Hüftmuskulatur ändern sich durch das Implantat sehr wenig. Die ursprüngliche Anatomie bleibt erhalten. Somit empfinden die Patienten die Bewegungsabläufe natürlicher. Die Gefahr eines Auskugelns des künstlichen Gelenkes liegt deutlich geringer als bei einer Hüft-TEP (Totalendoprothese der Hüfte). Die beiden hochwertigen Metalloberflächen zusammen mit der Gelenkschmiere im Gelenk garantieren eine hohe Verschleiß- und Abriebfestigkeit. Viele Patienten vergessen im Alltag sogar häufig, dass sie ein künstliches Hüftgelenk haben.

In der Medizin spricht man bei diesem häufig beobachteten Phänomen von einer 'forgotten hip'. Der Tour de France-Teilnehmer Floyd Landis hatte nach einer unfallbedingten Hüftkopfnekrose eine McMinn Prothese. Mit dieser Prothese bestritt er sein gesamtes Trainingspensum und über 50 Rennen im Jahr.

Dieses Gefühl lässt sich auch wissenschaftlich belegen. Gemessen am Harris-Hip-Score, einem Maß für die Funktion eines Hüftgelenks mit oder ohne Hüftprothese, liegt die Funktion von Hüftgelenken mit McMinn-Prothese bei durchschnittlich 90–94 %. Dieses Niveau ist abhängig von der Beweglichkeit der Hüfte vor der Operation. War der Harris-Hip-Score vor dem Einsatz der Hüftprothese sehr niedrig, ist auch das Ergebnis nach der Hüftprothese zwar verbessert, aber abhängig vom Ausgangsniveau etwas schlechter. Sehr gute Werte finden sich bei Patienten, die mit beweglichen Hüften ohne ausgeprägte Begleitarthrosen in die Hüft-Operation gegangen sind.

Risiken und Nachteile der McMinn-Prothese

Nicht für jeden Patienten eignet sich die McMinn-Prothese besser als die Hüfttotalendoprothese. Bereits die Erfahrungsbasis von über 200.000 Hüft-TEPs pro Jahr in Deutschland sorgt für einen Erfahrungshintergrund, was Materialien, Operationstechniken und Patientensicherheit betrifft. Diese Erfahrungswerte liegen weit über dem, was für McMinn-Prothesen mittelfristig erreicht werden kann. Neben den unbestrittenen Vorteilen gibt es bei McMinn-Prothesen derzeit auch bekannte Risiken, die Arzt und Patient sorgfältig abwägen müssen.

Mögliche Nachteile der Oberflächenersatzprothese:

  • höherer Metallabrieb als bei Keramik-Prothesen oder Metall-PET-Prothesen
  • höhere Komplikationsrate bei kleinem Oberschenkelkopf (besonders bei Frauen)
  • mehr Prothesenlockerungen als bei Vollprothesen
  • geringere Auswahl an klinisch bewährten Prothesenmodellen
  • keine Langzeittests über mehrere Jahrzehnte
  • höhere Rate an Oberschenkelhalsbrüchen (bis zu 3 % aller Patienten)

In Zentren mit großer OP-Erfahrung in Bezug auf Oberflächenersatzprothesen der Hüfte sind die Ergebnisse aber so zuverlässig wie bei konventionellen Hüftprothesen. Dennoch sind die McMinn-Prothesen im Vergleich zu Hüfttotalendoprothesen wegen der allgemein kürzeren Erfahrung mit dieser Methode noch als riskantere Operation anzusehen.

Der Einsatz der McMinn-Prothesen muss also durch einen der oben genannten medizinischen Vorteile aufgewogen werden.

Besteht eine grundsätzliche Problematik der Metall-Metall-Gleitpaarungen bei Hüftprothesen?

Die BHR-Prothese ("Birmingham-Hip-Replacement") nach Dr. McMinn war die erste Oberflächenersatzprothese, die in der breiten Anwendung erfolgreich war. Da das Bauprinzip von der Herstellerfirma patentiert wurde, konnten Nachahmer nur unter erheblichen Veränderungen der Konstruktion Oberflächenersatzprothesen vermarkten, die medizinisch aber nicht sinnvoll waren.

Die meisten dieser nachgeahmten Prothesen des ursprünglich erfolgreichen Behandlungsprinzips waren daher deutlich schlechter. Sie zeichneten sich durch eine geringere Haltbarkeit und einen wesentlich höheren Metallabrieb aus.

Unter allgemeinem Kostendruck lassen sich Kliniken immer wieder auf solche Experimente mit neuem Material ein.

In der Folge wurden von manchen Forschern aber die Ergebnisse aller Metallgleitpaarungen trotz erheblicher Konstruktionsunterschiede und Unterschiede in der Haltbarkeit zusammengeführt und insgesamt als problematisch angesehen.

Aus den Daten der schwedischen und australischen Prothesenregister lässt sich ableiten, dass die Haltbarkeit der originalen Oberflächenersatzprothese (MBHR) nach McMinn ebenso gut war wie die herkömmlicher Totalendoprothesen.

Bei jungen Patienten ist die Versorgung mit der McMinn-Hüftprothese sogar etwas besser. Das deckt sich mit unseren klinischen Erfahrungen. Wir arbeiten mit der McMinn-Prothese seit 2004 in der Gelenk-Klinik.

Die McMinn-Prothese hat sich in dieser Zeit bewährt und vielen Patienten zu einer bisher sicheren Prothesenversorgung mit hoher Lebensqualität verholfen. Deswegen werden wir unseren Patienten die BHR-Oberflächenersatzprothese auf Nachfrage und nach Aufklärung über alle Risiken weiterhin anbieten, wenn wir Vorteile in der knochensparenden Prothesenversorgung sehen.

Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, knochensparend mit einer Kurzschaft-TEP zu arbeiten (mit Metall-Polyethylen-Gleitpaarung).

Wir bieten unseren Patienten also das ganze Spektrum der Prothesenversorgung und Gleitpaarungen an, um auf Besonderheiten wie Alter, Geschlecht, Knochenqualität und Lebensführung eingehen zu können.

Operation der McMinn-Prothese: Wie lange dauert der Klinikaufenthalt?

Durch eine schonende (minimalinvasive) Operationstechnik können Sie die Gelenk-Klinik deutlich früher verlassen als noch vor einigen Jahren. Die frühe Wundbehandlung und Schmerztherapie machen jedoch eine stationäre Behandlung notwendig. Bereits am Folgetag nach der Operation dürfen Sie aufstehen. Der Aufenthalt in der Gelenk-Klinik dauert normalerweise 5–7 Tage.

Wie verläuft die Operation der McMinn-Hüftprothese?

Der Hüftkopf bleibt beim Oberflächenersatz nach McMinn erhalten. Er wird so bearbeitet, dass der Operateur passgenau eine Kappe aus Metall mit gleicher Größe aufsetzen kann. Die künstliche Hüftpfanne, die ebenfalls mit einer Gleitfläche ausgekleidet wird, verbindet der Arzt zementfrei über ein Press-Fit-Verfahren mit dem Oberschenkelkopf.

Die knochenseitige Oberfläche der McMinn-Prothese ist porös und aufgeraut. Diese raue Oberfläche an der Gelenkpfanne erlaubt dem natürlichen Knochen, in einem zweiten Heilungsschritt in die Prothese hineinzuwachsen. Dieses Prinzip der zementfreien Befestigung stabilisiert die Prothese gegen Lockerung. Die hohe Belastbarkeit der Prothese ist dem Aktivitätsgrad junger Patienten besser angepasst.

Ebenso wichtig ist bei der McMinn-Prothese die verwendete Gleitpaarung. Als Gleitpaarung bezeichnet man die in der gleitenden Fläche verwendeten Materialien.

In der Gelenk-Klinik verwenden wir eine Metall-Metall-Gleitpaarung, die sich bereits seit über 20 Jahren klinisch bewährt hat. Wir setzen ausschließlich die originalen McMinn-Prothesen von Smith & Nephew ein.

Bei Hüfttotalendoprothesen liegen Erfahrungen mit Standzeiten von 20 Jahren oder mehr vor. Die wissenschaftliche Auswertung der McMinn-Prothesen ist noch nicht so weit fortgeschritten. Die bisherigen Beobachtungen sprechen aber für eine sehr gute Haltbarkeit.

Warum sind die Gleitflächen der McMinn-Prothese aus Metall?

McMinn-Prothese Bei der McMinn-Prothese bleibt der natürliche knöcherne Hüftgelenkskopf als tragender Knochen erhalten. Vor der Überkronung des femoralen (oberschenkelseitigen) Teils des Hüftgelenks mit der McMinn-Prothese wird der Hüftkopf etwas geformt. © iuliiawhite, Fotolia

Die Metall-Metall-Gleitpaarung wurde bereits in den sechziger Jahren entwickelt und von Chirurgen klinisch eingesetzt. Teilweise zeigten sich schon damals durch geringen Abrieb extrem gute klinische Ergebnisse. Es wurden Haltbarkeiten von 20 Jahren und mehr erreicht.

Allerdings waren zum damaligen Zeitpunkt die Fertigungstechnologien noch nicht so perfekt, dass diese guten Ergebnisse immer zuverlässig erreicht werden konnten.

Die Methode der Metall-Metall-Gleitpaarung geriet somit wieder etwas in Vergessenheit. Die Weiterentwicklung der Technologie war also ein wesentlicher Schritt, um die Vorteile dieser Gleitpaarung (deutlich niedrigerer Abrieb und Verschleiß) im Vergleich zu konventionellen Paarungen aus Kunststoff zu nutzen.

Nachbehandlung und Belastbarkeit nach der Operation der Hüftkappe

Unterarmgehstützen nach HüftoperationNach der Implantation einer McMinn-Prothese sollten Patienten für 4 bis 6 Wochen an Unterarmgehstützen laufen. © Gelenk-Klinik

Nach der Operation ist meist eine volle Belastung ab dem Folgetag möglich und sinnvoll. Eine längere Entlastungsphase ist nach unserer Erfahrung nicht vorteilhaft. Die Belastung erfolgt für 4 bis 6 Wochen mit Unterarmgehstützen. Diese dienen nicht primär der Entlastung, sondern der Gewöhnung an die postoperative Situation.

Die frühe Phase nach der Operation wird mit einer Schmerztherapie begleitet. Hier sind Schmerzkatheter, Schmerzmittelpumpen und verträgliche Medikamente sinnvolle Maßnahmen.

Rehabilitation und Sicherheit im Alltag

Ziele der Rehabilitation:

  • Wiederaufbau der Muskulatur sowohl um die Hüfte als auch im Bein und Rücken
  • Wiederherstellung eines optimalen Zusammenspiels der Hüft- und Oberschenkelmuskeln nach langjähriger Schonhaltung
  • Gewöhnung des Patienten an das Oberflächenimplantat und den Narbenbereich

Nach etwa einer Woche sind die meisten Patienten in der Lage, an Unterarmgehstützen Treppen zu steigen. Die Gehstützen sollten Sie in den ersten 4 bis 6 Wochen trotz der erlaubten Vollbelastung verwenden.

Schlafen auf der operierten Seite ist frühzeitig erlaubt. Auf der Gegenseite sollten Sie in den ersten 6 Wochen nicht liegen. Für diese Phase ist das Sexualleben ebenfalls eingeschränkt.

Autofahren sollten Sie erst nach etwa 6 Wochen wieder. Als Beifahrer im Auto sitzen können Sie aber deutlich früher. Stellen Sie den Sitz dafür ganz nach hinten und strecken Sie die Beine aus. Denken Sie bei längeren Fahrten an regelmäßige Pausen.

Wie lange dauert die Arbeitsunfähigkeit nach dem Eingriff?

Die Arbeitsunfähigkeit ist abhängig vom Beruf. Viele Patienten mit einem stehenden oder gehenden Beruf kehren nach etwa 8–12 Wochen wieder an ihren Arbeitsplatz zurück.

Welche sportlichen Belastungen sind mit der Hüftkappe denkbar?

Durch die erhaltene Anatomie bei einer Hüftkappe nach McMinn fällt die Einschränkung durch das Hüftimplantat deutlich geringer aus. Die natürliche Wahrnehmung im Gelenk ist eine wichtige Voraussetzung für ein aktives Leben, in dem auch Sport wieder eine Rolle spielt. Dies kann eine größere Chance auf eine hohe Lebensqualität bedeuten.

Körperliche Betätigung und sportliche Aktivitäten können eingeschränkt wieder aufgenommen werden. Beispielsweise sind Sportarten wie Golf, Nordic Walking, Langlaufen und Reiten häufig wieder möglich. Eine zu starke Dauerbelastung sollten Patienten mit einem Oberflächenersatz der Hüfte allerdings vermeiden.

Was ist zu tun, wenn die McMinn-Prothese quietscht?

Wenn die McMinn-Prothese quietscht, kann das auf einen Flüssigkeitsmangel hindeuten. Dieses Phänomen ist ähnlich zu erklären, wie wenn man mit dem Finger über den Rand eines Trinkglases fährt.

Achten Sie darauf, dass Sie genug Flüssigkeit zu sich nehmen. 3 Liter am Tag sollten es schon sein. Hält das Quietschen dennoch an, sollten Sie die korrekte Position der Prothese durch den Orthopäden überprüfen lassen. Der Arzt kann zudem den Abrieb der Gleitpaarung kontrollieren. Über eine Urinprobe oder eine Serumuntersuchung des Blutes lassen sich beispielsweise Cobalt- und Chromrückstände nachweisen.

Falls diese Maßnahmen nicht helfen und die Prothese auch weiterhin quietscht, kann der Wechsel auf eine schaftbasierte Prothese indiziert sein. Neben der klassischen Geradschaftprothese kommen auch knochensparende Kurzschaftprothesen infrage.

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