Orthopädische Gelenk-Klinik

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Orthopaedische Spezialisten für Hüfte, Hüftschmerzen, Hüftarthrose

Einklemmende Hüfte (Hüftimpingement)

  1. Was ist ein Hüftimpingement?
  2. Ursachen
  3. Animation zum Hüftimpingement
  4. Arten der einklemmenden Hüfte
  5. Diagnose und Untersuchung
  6. Therapie durch Hüftarthroskopie
einklemmung-huefte

(oder Femoro-Acetabuläres Impingement (FAI))

Was versteht man unter einer einklemmenden Hüfte?

Beim Femoro-Acetabulären Impingement (FAI) besteht eine Enge zwischen dem Hüftkopf und der Hüftpfanne. Stoßen die Knochen durch diese Enge bedingt bei starker Beugung aneinander, können dem Gelenk nahe Strukturen wie die Gelenklippe oder der Knorpel eingeklemmt bzw. verletzt werden. Es entstehen starke stechende Schmerzen in der Leistengegend.

Welche Ursachen gibt es für die Einklemmende Hüfte?

Bild: Impingement der Hüfte, Schema cam-impingement, pincer-impingement syndromLinks: Gesundes Hüftgelenk Mitte: Cam Impingement mit einer Deformität des Oberschenkelkopfes. Rechts: Pincer Impingement mit einer Deformität der Hüftgelenkspfanne. © Gelenk-Klinik.de

Als Ursache eines FAI wird die Abweichung von der normalen Struktur des Hüftkopfes oder des Pfannendaches gesehen. Eine solche anatomische Variante kann bewirken, dass bei bestimmten Bewegungen der Hüftkopf an das Pfannendach anschlägt (rot eingezeichnet). Durch das immer wiederkehrende Anstoßen und die dadurch verursachten Einklemmungen kommt es zu Verletzungen an der Gelenklippe der Hüftpfanne (Labrum) und des Gelenkknorpels. Unbehandelt kann dies in eine Hüftgelenksarthrose übergehen.

Hier sehen Sie eine Animation über die Einklemmende Hüfte

Welche Formen der Einklemmenden Hüfte gibt es?

Derzeit werden zwei Formen des FAI unterschieden:

Nockenwellen-Impingement oder CAM-Impingement
Röntgenbild Cam-ImpingementHüftgelenk mit CAM Impingement. Das CAM-Impingement oder Nockenwellen-Impingement ist eine Erhöhung am Oberschenkelkopf, die an die Hüftpfanne anschlägt (rot eingezeichnet). © Gelenk-Klinik.de

Bei dieser Form des FAI ist der Hüftkopf so vergrößert, dass er direkt, ohne ausreichende Taillierung, in den Schenkelhals übergeht. Dadurch weicht er von der üblichen Kugelform ab und schlägt bei kraftvoller Bewegung (beim Sport) an der Hüftpfanne an. Hierdurch kann der Knorpel vom Pfannenrand ausgehend nach innen abgerissen werden, auch die Gelenklippe am vorderen oberen Hüftpfannenrand kann geschädigt werden (Labrumläsion). Besonders betroffen vom CAM-Impingement sind athletische junge Männer.

Beißzangen-Impingement oder Pincer-Impingement
Grafik Pincer-ImpingementLinks: Normales Hüftgelenk. Rechts: Hüftgelenk mit Pincer- Impingement. Das Pincer-Impingement oder Beißzangen-Impingement ist eine Vertiefung der Hüftgelenkspfanne, die an den Oberschenkelkopf anschlägt (rot eingezeichnet). © Gelenk-Klinik.de

Beim Beißzangen-Impingement ist meist die Hüftpfanne deutlich vertieft, die Hüftkopfform jedoch normal. Dadurch stößt der Schenkelhals wiederholt am Pfannenrand an und verdrängt dadurch die Gelenklippe. Auch der Hüftkopf-Schenkelhals-Übergang wird dadurch in Mitleidenschaft gezogen. Diese Form tritt häufig bei Frauen zwischen 30 und 40 Jahren auf.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Durch einen Provokationstest, in dem schnell zwei Bewegungen gleichzeitig durchgeführt werden, lässt sich der typische Leistenschmerz auslösen. Dabei werden die Bewegungen vom Arzt, also für den bei der Untersuchung auf dem Rücken liegenden Patienten passiv ausgeführt. Eine solche Bewegung kann z.B. ein Heranführen des Beines zur Körpermitte hin mit gleichzeitiger Drehung nach innen sein. Auf dem Röntgenbild kann ein Missverhältnis zwischen Hüftkopf und der überdachenden Gelenkpfanne gesehen werden. Weitere Hinweise auf eine Einklemmende Hüfte sind knöcherne Anlagerungen am Schenkelhals. Eine Schädigung der Gelenklippe kann auf einem MRT festgestellt werden, wo auch die Weichteile gut beurteilt werden können.

Behandlung des Hüftimpingements durch Hüftarthroskopie

Die Schmerzen können medikamentös gelindert werden. Auch wohltuende Elektrotherapien, Bäder und Fango kommen zum Einsatz. Da durch diese Maßnahmen das mechanische Problem jedoch bestehen bleibt und das Gelenk durch Bewegung weiter zerstört wird, muss hier operativ vorgegangen werden.

Bei einer solchen Operation handelt es sich um die so genannte Hüftarthroskopie, eine Gelenkspiegelung. Bei diesem komplikationsarmen Eingriff wird nicht nur das genaue Ausmaß der Schäden festgestellt: Sofern möglich, werden diese Schäden bei der Spiegelung direkt behoben. So kann eine Gelenklippe wieder am Pfannenrand befestigt, ein verformter Gelenkkopf, Gelenkpfanne oder Schenkelhals abgetragen und angepasst oder ein Schenkelhals nachmodelliert werden. Das Ziel dieser Therapiemaßnahmen ist es, dass sich der Patient nach der Behandlung wieder schmerzfrei bewegen kann, und dass die durch das Impingement des Hüftgelenkes hervorgerufenen Degenerationsprozesse (zunehmende Arthrose) verlangsamt oder verhindert werden.

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