Orthopädische Gelenk-Klinik

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Facettengelenksdenervierung: Thermokoagulation bei Wirbelsäulenarthose

Die Facettengelenksdenervierung bei Wirbelsäulenarthrose

Facettengelenks-DenervierungFacettengelenks-Denervierung: bei dieser Minimalinvasiven Prozedur wird der Schmerz bei Facettengelenksarthrose bekämpft. © Viewmedica

Die Facettengelenke sind gelenkige Verbindungen der Wirbelkörper Fortsätze. Jeder Wirbelkörper ist über die Facettengelenke mit dem darunter und darüber liegenden Wirbelkörper gelenkig verbunden. Es gibt also in jedem Segment zwei Facettengelenke. Die Facettengelenke führen, aber sie limitieren auch die Beweglichkeit der Wirbelsäule.

Wie jedes andere Gelenk im Körper auch, können die Facettengelenke bei Überlastung oder bei Altersverschleiß, eine schmerzhafte Arthrose bekommen. Die Arthrose der Facettengelenke lässt sich nicht direkt behandeln. Es ist aber möglich, die Schmerzweiterleitung der Facettengelenksarthrose zum Gehirn zu unterdrücken. Durch diese Behandlung entstehen keine Nachteile im Körpergefühl oder in der Funktion der Facettengelenke. Der Rückenschmerz wird durch die Facettengelenksdenervierung einfach nur ausgeschaltet.

Wie jedes Gelenk des menschlichen Körpers besitzt auch das Facettengelenk eine Gelenkkapsel, die neben der Gelenkführung auch die Versorgung des Gelenks durch einsprossende Gefässe und Nerven gewährleistet. Kommt es durch die Arthrose des Facettengelenks zur Reizung der Gelenkkapsel, so werden diese Schmerzen als Rückenschmerzen zu den Schmerzzentren im Rückenmark und im Gehirn weitergeleitet. Hierbei spielt ein spezieller Nerv, der Ramus dorsalis, die Schlüsselrolle.

Dieser Nervenast versorgt die Gelenkkapsel der Facettengelenke und sorgt für die Weiterleitung der Schmerzimpulse. Bei Verschleiß und Fehlbelastung der Wirbelgelenke kommt es zu anhaltenden und einschränkenden Schmerzsymptomen. Eine minimal-invasive Facettengelenksdenervierung kann hier zu sofortiger Schmerzbefreiung führen.

Wie kann man Facettengelenksschmerzen behandeln?

Wenn eine ursächliche Therapie dieser Fehlbelastung nicht mehr möglich ist, so kann ein Ausschalten, eine Denervierung, der schmerzleitenden Nerven notwendig werden. Zuerst muss neben einer sorgfältigen Indikationsprüfung eine Probeinfiltration des Nervs durchgeführt werden.

Ähnlich einer akuten Schmerzbehandlung, wird unter Röntgenkontrolle eine vorübergehende Ausschaltung des Ramus dorsalis durch Applikation einer speziellen Medikamentenzusammenstellung im Versorgungsgebiet des Nervs erreicht.

Man kann sich das im Prinzip wie bei einer zahnärztlichen Betäubung vorstellen. Kommt es hierdurch zu einer deutlichen Beschwerdebesserung, so wird in einem zweiten Schritt eine länger anhaltende Wirkung mittels einer Thermokoagulation erreicht.

Dabei wird ebenfalls unter röntgenologischer Kontrolle eine kleinste Wärmesonde in der Nähe des Nervs platziert. Anschließend wird nach mehreren computergestützten Tests, die die korrekte Lage und Funktion garantieren, die Umgebung des Nervs erhitzt und dabei die Nervenfunktion, die Schmerzweiterleitung, abgeschaltet.

Da jedes Wirbelgelenk von mehreren Schmerzfasern versorgt wird, müssen oft mehrere Stellen behandelt werden.

Anwendungsgebiete und Schmerzsymptome

  • Facettengelenkschmerzen
  • Wirbelgelenksverschleiß
  • Wirbelsäulenverformung mit Überbelastung der Wirbelgelenke
  • Wirbelgleiten (Instabilität)
  • gleichzeitiger Bandscheiben- und Wirbelgelenksverschleiß
  • Instabilität nach Bandscheiben- und Wirbelsäulenoperation
  • Postnukleotomiesyndrom

Vorteile der Facettengelenksdenervierung durch Thermokoagulation

Die perkutane Thermokoagulation hat gegenüber der medikamentösen und kryotherapeutischen Schmerzfaserunterbindung den Vorteil der gezielten und exakten Wirkung, sowie den der längeren Wirkdauer.

Des weiteren ist die Methode nur minimalinvasiv, so dass die Therapie ambulant in unserer Klinik durchgeführt werden kann.

Trotz fortgeschrittener verschleißbedingter Veränderungen der Wirbelsäule kann diese Behandlungsmethode oft eine grössere Operation wie z.B. eine Wirbelsäulenversteifungsoperation vermeiden. Die Menge an nebenwirkungsreichen Schmerzmitteln kann deutlich reduziert werden. Die körperliche Belastbarkeit und die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit ist meist unmittelbar nach dem Eingriff wieder gewährleistet, eine Krankschreibung ist nicht erforderlich.

Auch eine spezielle und einschränkende Nachbehandlung ist in der Regel nicht notwendig.

Kann die Behandlung mehrmals durchgeführt werden?

Sollten die Symptome nach ca. eineinhalb bis zwei Jahren wider Erwarten erneut auftreten, kann die Behandlung problemlos wiederholt werden.

 

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