Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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79194 Gundelfingen
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Kniescheiben-Operation nach Blauth

Wie verläuft die Operation nach Blauth?

Bei der Operation nach Blauth handelt es sich um eine Korrekturmaßnahme bei schwerer Fehlstellung der Kniescheibe mit oder ohne Patellaluxation. Hierbei wird der Ansatz der Kniescheibensehne (Patellasehne) am Schienbein nach innen versetzt. Dadurch wird die Kniescheibe in ihrer Gleitbahn nach medial (innen) verschoben. Die Operation nach Blauth wird in der Regel durchgeführt, wenn durch die laterale Retinaculumspaltung kein ausreichender Erfolg erzielt werden kann.

Gibt es spezielle Risiken oder Einschränkungen dieser Methode?

Wie bei jeder Operation bestehen auch bei dieser die üblichen Risiken. Dazu zählen Thrombose, Embolie, Blutungen, Infektionen sowie Wundheilungsstörungen. Des Weiteren können Weichteilschäden verursacht werden. Da die Sehne vom Knochen abgelöst und weiter medial wieder fixiert wird, kann es zu einer vorübergehenden Muskelschwäche kommen, die anschließend durch Krafttraining wieder behoben werden kann. Um die Sehne am Schienbeinknochen zu fixieren, wird diese mit Schrauben angeschraubt. Die Schraubenköpfe können beim Knien stören.

Patellasubluxation_Patellaluxation_propSituation vor OP mit Patellasubluxation und freiem Gelenkkörper links - Patellaluxation rechtsRetinaculumspaltung_-_Blauth_OPSituation nach OP mit Retinaculumspaltung links - Operation nach Blauth rechts

Nach ca. 6 Monaten müssen die Schrauben wieder entfernt werden. Hat der Patient ein O-Bein, kann die Versetzung der Sehne zur Mitte hin einen erhöhten Druck innerhalb des medialen Gelenkabschnittes verursachen und dadurch das Arthrose - Risiko erhöhen, wenn die Beinfehlstellung nicht gleichzeitig korrigiert wird.

Was sind die Vorteile der Operation nach Blauth?

Durch den operativen Eingriff kann die Stellung der Patella verbessert und dadurch einer frühzeitigen Arthrose vorgebeugt werden. Da die Schrauben wieder entfernt werden, verbleiben keine Fremdkörper im Bein.

Ist eine langwierige Nachbehandlung erforderlich?

Bereits nach der Operation kann mit der Mobilisierung und Physiotherapie begonnen werden. Nach ca. 6 Monaten, wenn die Sehne gut angewachsen ist, müssen die Schrauben entfernt werden.

Wie kann der Erfolg der Operation nachgewiesen werden?

Zur Darstellung der Kniescheibe verwenden wir routinemäßig die sog. Defilé- Aufnahme. Hierbei handelt es sich um ein Röntgenbild, auf welchem das Ausmaß der Seitenabweichung der Kniescheibe aus der Mittellinie und die Kippfehlstellung der Kniescheibe sichtbar werden. Wird eine Operation nach Blauth durchgeführt, so sollte ca. sechs Wochen nach dem Eingriff durch erneutes Röntgen die Korrektur im Vergleich zum Ausgangsbefund nachgewiesen werden können.

Literaturangaben
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