Orthopädische Gelenk-Klinik

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Bilddiagnostik und Radiologie der Orthopädischen Gelenk Klinik

Bänderriss und Bänderdehnung: Bandverletzungen am Sprunggelenk

  1. Wie entstehen Bandverletzungen am Sprunggelenk?
  2. Symptome des Bänderrisses
  3. Wie stellt der Arzt die Diagnose?
  4. Spätfolgen des Bänderrisses im Sprunggelenk
  5. Therapie des Bänderrisses

Ursachen für Bänderriss und Bänderdehnung am Sprunggelenk sind häufig Umknicken oder Unfälle beim Sport. Die Bänder verlieren dabei ihre stabilisierende Funktion und Betroffene können ihren Fuß häufig nicht mehr belasten. Am häufigsten sind die Außenbänder betroffen, aber auch die Innenbänder am Sprunggelenk können durch eine traumatische Verletzung beschädigt werden. Der Bänderriss ist mit starken Schmerzen und Schwellungen verbunden. Das Sprunggelenk fühlt sich instabil an. Soforthilfe bei einem Bänderriss leisten akute Behandlungsmaßnahmen wie Ruhigstellung, Kühlung, Hochlagern und Kompression des verletzten Fußes (sog. PECH-Regel). In der Regel ist eine konservative Behandlung des Bänderrisses ausreichend. Die Bandverletzung heilt nach einigen Wochen von alleine aus. Eine Orthese und Unterarmgehstützen entlasten das Sprunggelenk während der Heilungsphase.

Bandruptur am SprunggelenkMeist sind Unfälle beim Sport für Verletzungen der Bänder am Sprunggelenk verantwortlich. Durch ein Umknicken des Fußes können die Bänder überdehnen oder reißen. © Henrie, Fotolia

Wie entstehen Bandverletzungen am Sprunggelenk?

Bänderriss und Bänderdehnung gehören zu den häufigsten Sportverletzungen. Meist sind Verletzungen des Sprunggelenks die Folgen eines Unfalls. Besonders gefährdet sind Sportler all der Sportarten, bei denen es auf kurze Sprints und Start-Stopp-Bewegungen ankommt (z. B. Fußball, Tennis oder Volleyball). Die Verletzung entsteht, wenn der Fuß nach außen umknickt. Oft genügt jedoch schon ein einfaches Übertreten des Fußes. Manchmal reicht auch das Abrutschen, beispielsweise von der Bordsteinkante oder auf unebenem Untergrund aus, um eine Bandverletzung zu verursachen.

Einige Risikofaktoren begünstigen zudem das Auftreten eines Bänderrisses oder einer Bänderdehnung. Dazu gehören Übergewicht, falsches Schuhwerk und ein schlechter Trainingszustand mit untrainierter Muskulatur.

Schäden an den Außenbändern gehören zu den häufigsten Bandverletzungen des Sprunggelenkes. Der Außenbandapparat besteht aus drei verschiedenen Bandanteilen, die die Spitze des Außenknöchels mit dem Fersenbein (Calcaneus) und dem Sprungbein (Talus) verbinden. Ist das Außenband gerissen, schwillt der Knöchel meistens stark an und es bildet sich ein sichtbarer Bluterguss (Hämatom).

Symptome des Bänderrisses

Das Umknicken des Sprunggelenkes mit nachfolgendem Schmerz und Schwellung des Gelenkes sind die typischen Symptome, die oftmals als banale Überdehnung fehlinterpretiert werden. Eine massive Schwellung durch die ebenfalls zerrissenen Hautvenen kann entstehen. Weitere Symptome sind Schmerzen und die Unfähigkeit, den Fuß zu belasten. Wenn die Schmerzen nicht zu groß sind, lässt sich das Sprunggelenk aufklappen. Die Gelenkflächen lassen sich durch den Verlust der Außenbandfunktion voneinander entfernen, wenn man den Fuß nach innen dreht bzw. den Unterschenkel bei fixiertem Fuß Richtung Ferse drückt. In der Regel führt die Verletzung zu einer eingeschränkten Belastbarkeit, die einige Tage teilweise bis Wochen andauern kann.

Wenn Betroffene gar nicht auftreten können, liegt meistens eine vollständige Bandruptur (Bänderriss) vor. Der Bereich der Bandverletzung am Sprunggelenk ist dann sehr druckschmerzhaft und sichtbar geschwollen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Bildung eines Blutergusses nach Außenbandriss. Verletzungen der Außenbänder äußern sich meist durch starke Schmerzen und Hämatombildung (Bluterguss). © Leo, Fotolia

Neben der speziellen Fragestellung der Anamnese und der Untersuchung ist eine Röntgendiagnostik zum sicheren Ausschluss knöcherner Verletzungen erforderlich. Hier sind nicht nur Knochenbrüche, sondern auch knöcherne Bandausrisse oder Syndesmosenverletzungen (Syndesmose = Knochenverbindung aus Bindegewebe) zu unterscheiden. Da das Röntgenbild nur die Knochen, aber nicht die Bänder abbilden kann, ist eine gewöhnliche Röntgenaufnahme nicht aussagekräftig. Nur eine sogenannte gehaltene Aufnahme ist bei frischer Bandverletzung sinnvoll. Hierbei untersucht der Arzt das Auseinanderklaffen der Gelenkspaltfuge im Seitenvergleich. So lässt sich eine simple Bänderdehnung von einer kompletten Ruptur unterscheiden. Diese Aufnahmen werden mit einem speziellen Halteapparat und einer standardisierten Druckausübung angefertigt. In Sonderfällen sind zusätzliche Untersuchungen durch Kernspintomografie (MRT) und Ultraschall angezeigt.

Spätfolgen des Bänderrisses im Sprunggelenk

Eine frische Verletzung, die sofort erkannt und konsequent behandelt wird, hat meist eine gute Prognose. Sie heilt erfahrungsgemäß nach ca. vier bis sechs Wochen folgenlos aus.

Schwierigkeiten bereiten allerdings vor allem alte Bandinstabilitäten, die das Band dauerhaft schwächen. Das bedeutet, dass bereits geringste Anlässe zum Umknicken im Sprunggelenk ausreichen. Auch Beschwerden durch kleine Überbeweglichkeiten im Sprunggelenk können ein Zeichen für eine Bandschwäche sein.

Die immer wieder eintretenden Verletzungen im Sprunggelenk durch die Bandinstabilität führen zu einer zunehmenden Schädigung des Gelenkknorpels und erfordern daher eine spezielle Behandlung durch den Arzt. Der Knorpel im Gelenk hält die vermehrte Scherbelastung nur eine gewisse Zeit aus. Im Verlauf bricht er an seiner Oberfläche auf und führt letztendlich zu Arthrose.

Therapie des Bänderrisses

Konservative Behandlung eines Bänderrisses mit einer Orthese.In der Regel ist eine konservative Behandlung der Bandverletzung im Sprunggelenk ausreichend. Dafür wird der Fuß mit einer speziellen Orthese ruhiggestellt. © RioPatuca Images, Fotolia

Die Therapie erfolgt abhängig vom Schaden an den verletzten Bändern im Sprunggelenk. In der Regel reicht eine konservative Behandlung mit vier Wochen Ruhigstellung in einer Orthese. Bei kompletten Abrissen, insbesondere bei jungen, sportlich aktiven Patienten empfiehlt sich die primäre Naht der Bandstümpfe. Ist ein Bandersatz am Sprunggelenk geplant, wird im Vorfeld eine arthroskopische Untersuchung des Sprunggelenks durchgeführt. Hierbei überprüft der Arzt die Knorpelverhältnisse und entfernt einklemmende Bandstümpfe.

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Dr Thomas Schneider, Facharzt für Orthopädie in Freiburg

Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie

 
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg Dr. med. Martin Rinio
Facharzt für Orthopädie
Chirurgie und Unfallchirurgie