Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
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Kniespezialist untersucht Knieschmerzen

Laterale Knieteilprothese: Schlittenprothese des äußeren Kniegelenks

  1. Was ist eine laterale Gonarthrose?
  2. Ursachen: Wie entsteht eine laterale Gonarthrose?
  3. Behandlung: Kann man die Arthrose im äußeren Knie gezielt therapieren?
  4. Gelenkerhaltende Operation der fortgeschrittenen lateralen Gonarthrose
  5. Haltbarkeit der lateralen Knieteilprothese
  6. Vorteile der lateralen Knieteilprothese zur Vollprothese
Schlittenprothese im Kniegelenk Röntgenbild einer lateralen Schlittenprothese: Die Knieteilprothese ersetzt lediglich den abgenutzten Knorpel im äußeren Anteil des Kniegelenks. Die gesunden Knorpelflächen bleiben erhalten. © Gelenk-Klinik

Die Arthrose im inneren (medialen) Gelenkbereich ist eine häufig anzutreffende Verschleißform des Knies. Der alleinige Verschleiß des äußeren Gelenkbereichs ist dagegen eher selten.

Die laterale Gonarthrose kann ebenso wie die mediale Gonarthrose mit einer Teilprothese (Repicci-Prothese) versorgt werden, auch wenn die Planung etwas schwieriger ist.

Was ist eine laterale Gonarthrose?

Die Kniearthrose betrifft nicht immer beide Gelenkhälften (Kompartimente) des Knies gleichzeitig. Der Knorpel kann in einem Teil des Knies bereits sehr abgenutzt sein, während er in einem anderen Bereich noch in gutem Zustand ist.

Man nennt die Arthrose des inneren Knies auch mediale Gonarthrose. Ist der äußere Anteil des Kniegelenks von Arthrose betroffen, spricht der Kniespezialist von einer lateralen Gonarthrose.

Ursachen: Wie entsteht eine laterale Gonarthrose?

Laterale Gonarthrose entsteht insbesondere durch ausgeprägte Fehlstellungen der Beine (X-Beine). Durch die X-Fehlstellung lastet beim Stehen oder Gehen stets der größere Teil des Körpergewichts auf dem äußeren Knie. Der Knorpel nutzt sich an dieser Stelle entsprechend schneller ab.

Auch Unfälle können die laterale Gonarthrose verursachen. Nach schweren Kniegelenksverletzungen treten oftmals Fehlstellungen auf.

Ausgeprägte Instabilitäten, wie sie zum Beispiel durch einen Riss des vorderen Kreuzbandes ausgelöst werden, können ebenfalls eine X-Fehlstellung mit nachfolgender einseitiger (lateraler) Kniearthrose begünstigen.

Inspektion der Beinachse bei Gonarthrose (Kniearthrose) Die Inspektion der Beinachse bei Gonarthrose gibt Hinweise auf die Ursache und den Verlauf der Kniearthrose © Gelenk-Klinik

Behandlung: Kann man die Arthrose im äußeren Knie gezielt therapieren?

Die Arthrose der Knieaußenseite erfordert meist keinen vollständigen künstlichen Gelenkersatz. Der Kniespezialist kann diese Form der einseitigen Kniearthrose daher gezielt und lokal behandeln.

Nur der Bereich (Kompartiment) des Knies wird therapiert, der vom Knorpelverlust betroffen ist. Mit Teilprothesen kann der Orthopäde in Einzelfällen genau den erkrankten Anteil der Knorpelfläche zwischen Ober- und Unterschenkel ersetzen. Die noch gesunden Bereiche des Knies leisten ihre Aufgabe weiterhin. Die intakten natürlichen Knorpelflächen auf der Innenseite des Knies und hinter der Kniescheibe bleiben erhalten.

Behandlung der lateralen Gonarthrose durch Erhöhung des Schuhinnenrandes

Ist die Arthrose im äußeren Knie noch nicht so weit fortgeschritten, gibt es konservative Behandlungsmöglichkeiten.

Spezielle orthopädische Schuhe können den äußeren Anteil des Kniegelenks gezielt entlasten.

Das bedeutet: Eine leichte Erhöhung des Schuhinnenrandes erreicht bei X-Fehlstellung des Knies und begleitender seitlicher Kniearthrose eine Gewichtsverlagerung zum noch gesunden inneren Kniegelenk.

Das Außenknie wird zugunsten des Innenknies entlastet. Diese Schuhzurichtung kann die Knorpelabnutzung im äußeren Knie verlangsamen, indem das innere Knie mehr Last übernimmt.

Gelenkerhaltende Operation der fortgeschrittenen lateralen Gonarthrose

laterale Kniearthrose Die Röntgenaufnahme im Stehen von vorne zeigt eine laterale Kniearthrose: Der Gelenkspalt ist nur im äußeren Kompartiment des Knies verkleinert. Im inneren Bereich des Knies ist der Knorpel noch gesund. © Gelenk-Klinik

Eine mögliche Behandlung der partiellen Gonarthrose (Kniearthrose) ist der Ersatz der verschlissenen Knorpeloberfläche mit einer Teilprothese (unikondyläre Schlittenprothese).

Die Teilprothese ersetzt die verschlissene Knorpeloberfläche und stellt die schmerzfreie Beweglichkeit des Kniegelenks wieder her.

Die Implantation der lateralen Knieteilprothese erfolgt mittels Knochenzement. Der Arzt befestigt die Bestandteile der Prothese sicher im vorbereiteten Knochenbett. Speziell konstruierte Metall- und Kunststoffmaterialien gewährleisten eine sichere Verankerung und Haltbarkeit der lateralen Knieteilprothese von über 10 Jahren.

Was ist bei der lateralen Knieteilprothese zu beachten?

Gegenanzeigen der äußeren Knieprothese

Bei Arthrose des inneren Kniegelenks ist eine laterale Knieteilprothese nicht mehr möglich.

Eine leichte Arthrose des Kniescheibengelenks ist hingegen kein Argument gegen eine Knieteilprothese des äußeren Kniegelenks – aber nur solange sie noch klinisch unauffällig ist, also nicht schmerzhaft geworden ist.

Eine fixierte X-Fehlstellung von mehr als 10° ist ebenfalls eine Gegenanzeige.

Insbesondere bei einer Arthrose des äußeren Gelenkspalts (laterale Gonarthrose) ist die exakte Rekonstruktion des ursprünglichen Gelenkspalts notwendig.

Die deutlich höheren Dreh- und Scherbewegungen an der Knieaußenseite im Vergleich zur Innenseite des Knies haben Konsequenzen für die Operationstechnik.

Die oberschenkelseitige (obere) Komponente muss deshalb sehr genau zur schienbeinseitigen (unteren) Komponente ausgerichtet sein.

Der Anspruch an die Erfahrung und Genauigkeit des Kniespezialisten sowie an die präzise Operationsplanung sind bei der lateralen Knieteilprothese sehr hoch.

Der Kniespezialist muss vor dem Eingriff den Zustand der Knorpel und Knochen im inneren Kompartiment und hinter der Kniescheibe sorgfältig prüfen. Diese Vergewisserung geschieht meist durch eine diagnostische Arthroskopie, bei der Zustand der Knorpel, Bänder und Knochen genau inspiziert werden.

Haltbarkeit der lateralen Knieteilprothese

Vorteile der lateralen Knieteilprothese zur Vollprothese:

  • Erhalt der gesunden Anteile des Knies
  • geringerer Blutverlust bei der Operation
  • geringere Infektionswahrscheinlichkeit
  • Knochen und gelenkerhaltender Eingriff
  • normaleres Gangbild nach der Operation
  • normaleres Bewegungsgefühl im Knie
  • Knie ist beweglicher
  • schnellere Rehabilitation

In Studien sind 87 % aller Patienten mit lateraler Knieteilprothese zufrieden oder sehr zufrieden. Die Erfolgsrate war bei Patienten jünger als 65 Jahre höher als in der älteren Patientengruppe.

Wenn eine Knieteilprothese ersetzt werden muss, erhalten die Patienten meist eine Knievollprothese.

Durch den Einsatz einer Knieteilprothese bleibt den Patienten bis zu 10 Jahre länger der höhere Bewegungsspielraum der Teilprothese erhalten.

Durch die knochensparende Operation der Knieteilprothese kann auch eine nachfolgende Vollprothese mit einer sehr guten Ausgangslage operiert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Patient danach noch eine – in der Regel ungünstige – Revision der Knievollprothese benötigt, ist wesentlich geringer: Er hat seine Knievollprothese in deutlich höherem Lebensalter bekommen und belastet sie weniger.

Literaturangaben
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