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Konservative Behandlung von Rheuma

Medikamente gegen Rheuma Zentraler Bestandteil der antirheumatischen Therapie sind antientzündliche und schmerzstillende Medikamente. © Cozyta, stock.adobe.com

Ohne Medikamente lassen sich die entzündlichen Vorgänge bei rheumatischen Erkrankungen nicht eindämmen. Eigenübungen und Physiotherapie helfen, die Beweglichkeit zu erhalten oder sogar zu verbessern. Für die alltäglichen Herausforderungen, mit denen Rheumapatienten zu kämpfen haben, steht eine Reihe von Hilfsmitteln bereit.

Inhalt: Konservative Therapie bei Rheuma

Welche Medikamente helfen bei Rheuma?

Rheumamedikamente (Antirheumatika) sollen die Schmerzen lindern, die Entzündung eindämmen und die Zerstörung an den Gelenken und anderen befallenen Strukturen aufhalten. Die Therapie erfolgt meist in Stufen, je nach Ausmaß kommen verschiedene Substanzgruppen in unterschiedlichen Kombinationen zum Einsatz:

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Sie reduzieren die Schmerzen und wirken antientzündlich. Dazu gehören Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin, Naproxen, Phenylbutazon und Wirkstoffe aus der Gruppe der Coxibe (Etoricoxib und Celecoxib). Auf den Krankheitsverlauf selbst haben NSAR keinen Einfluss.

Kortison: Kortison ist besonders stark entzündungshemmend und kann sehr rasch die Gelenkschmerzen lindern. Vor allem bei akuten, schweren Krisen setzt man Kortison zunächst oft besonders hochdosiert ein. Aufgrund der Nebenwirkungen bei langfristiger Einnahme wird die Dosis dann allmählich reduziert und manchmal sogar ganz abgesetzt.

Krankheitsmodifizierende Medikamente (Disease modifying anti-rheumatic drugs, DMARDs): Die Entwicklung und Einführung dieser Medikamente hat die Therapie rheumatischer Erkrankungen deutlich vorangebracht. Sie verringern die überschießende autoimmune Reaktion und können dadurch das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. DMARDs setzen je nach Wirkstoff an verschiedenen Zielstrukturen an und werden deshalb oft miteinander und mit Kortison kombiniert. Meist benötigen DMARDs einige Wochen, bis sie ihre Effekte voll entfalten. Zu den DMARDs gehören:

  • Klassische, synthetische DMARDs (csDMARDs): Methotrexat, Sulfasalazin, Leflunomid
  • Biologische DMARDs (bDMARDs): Antikörper gegen Tumornekrosefaktor alpha (Adalimumab oder Etanercept), Antikörper gegen T-Zellen (Abatacept), Antikörper gegen B-Zellen (Rituximab), Antikörper gegen Interleukin-6 (Tocilizumab)
  • Zielgerichtete, synthetische Therapien (tsDMARDs): Hierzu zählen die Januskinase-Inhibitoren: Diese hemmen das intrazelluläre Enzym Januskinase und blockieren Signalwege, die für Entzündungen wichtig sind.

Rheuma und Naturheilmittel

Naturheilmittel können rheumatische Erkrankungen nicht bremsen. Wer allein auf sie setzt, riskiert, dass die Gelenkzerstörung unaufhaltsam voranschreitet. Zusammen mit einer schulmedizinischen antirheumatischen Therapie entfalten manche Verfahren der Naturheilkunde aber durchaus eine lindernde Wirkung.

Die Hydrotherapie mit Wassergüssen und Bädern, Heilschlamm und Heilerde wirkt lindernd auf schmerzende Gelenke und kann die Selbstheilungskräfte unterstützen. Eingesetzt wird bei rheumatischen Erkrankungen auch die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit Akupunktur, Schröpfen oder Moxibustion. Manchen Rheumapatienten helfen auch Körper- und Atemübungen, Entschlackung und Meditation aus dem Ayurveda.

Die Wirksamkeit der Pflanzenheilkunde wird kontrovers diskutiert. Nachtkerzenöl, Borretschöl und Öl aus den Kernen der schwarzen Johannisbeere sollen die Beschwerden der rheumatoiden Arthritis moderat bessern.

Eine leichte positive Wirkung wird auch Brennessel, Teufelskralle und Weihrauch nachgesagt. Verwendet werden die Kräuter als Extrakte zum Einnehmen, als Teezubereitung oder auch in Form von Packungen. Problematisch bei der Bewertung der Pflanzenmedizin sind nicht nur die meist fehlenden wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit. Auch aufgrund der mangelnden Daten zu Nebenwirkungen und Interaktionen mit Medikamenten sowie zur Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit wird Kräutermedizin bei Rheuma von vielen Experten kritisch beurteilt.

Widersprüchliche Ergebnisse bei Studien mit Naturheilmitteln

Im britischen CAM-Report haben Spezialisten die vorhandenen Studien gesichtet und verschiedene alternative Therapien mit den Noten 1 (keine oder unzureichende Beweise) bis 5 (Wirksamkeit gut belegt) bewertet. Nachtkerzenöl und Borretschsamenöl schnitten mit einer 3 (widersprüchliche Hinweise zur Wirksamkeit) noch am besten ab. Die häufig gegen rheumatische Beschwerden angepriesenen Wirkstoffe Katzenkralle, Grünlippmuschel, Weidenrinde oder Mutterkraut wurden dagegen mit einer 1 bewertet.

Was leistet die Physiotherapie bei rheumatischen Erkrankungen?

Wichtigstes Ziel der Physiotherapie bei rheumatischen Erkrankungen ist der Erhalt oder die Verbesserung der Beweglichkeit des betroffenen Gelenks, wovon auch Durchblutung und Stoffwechsels profitieren. Mithilfe der Physiotherapie lassen sich Fehlstellungen vermeiden und in gewissem Maß sogar korrigieren. Gezielte Übungen ermöglichen es zudem, Kraft, Koordination und Bewegungsausmaß zu fördern und damit die gesamte Funktion zu verbessern.

Zum physiotherapeutischen Behandlungsplan von Rheumapatienten gehören:

Hilfsmittel für den Alltag mit Rheuma

Gehhilfe bei Rheumapatient Hilfsmittel wie Stöcke, spezielle Trinkgefäße und Griffaufsätze für Schlüssel erleichtern Rheumapatienten den Alltag und sichern ihre Unabhängigkeit. © stock.adobe.com, Evrymmnt

Rheumatische Erkrankungen schränken die Patienten trotz Medikamenten und Physiotherapie häufig gravierend in ihrer Beweglichkeit, Mobilität und ihrer Lebensqualität ein. So fällt es Betroffenen schwer, Knöpfe zu schließen, Konservendosen und Flaschen zu öffnen oder sich zu bücken.

Andere haben Probleme mit dem Gehen oder Stehen oder mit dem Waschen und der Körperpflege. Für diese täglichen Verrichtungen existieren Hilfsmittel, die das Leben mit Rheuma erleichtern. Einige davon werden von den Krankenkassen bezuschusst, dafür ist die Voraussetzung eine Verordnung durch den behandelnden Arzt und die Genehmigung der Krankenkasse. Beispiele für Hilfsmittel sind:

  • Schuheinlagen, orthopädische Schuhe,
  • Gehhilfen wie Gehstöcke, Rollatoren oder Gehgestelle,
  • Spezielle Dosen- und Flaschenöffner, Besteck mit besonders großen Griffen, spezielle Trinkgefäße,
  • rutschfeste Unterlagen für Teller oder Schneidebretter,
  • Griffaufsätze für Schlüssel oder Wasserhähne,
  • Anziehhilfen für Socken, Schuhe und Hosen, Knöpfhilfen,
  • Duschhocker und Badewannenlifte, Kämme und Bürsten mit Spezialgriffen,
  • spezielle Computertastaturen, Keilkissen für Bürostühle.

Tabuthema Sex: Spaß im Bett ist auch mit Rheuma möglich

Gelenkschmerzen und Bewegungseinschränkungen erschweren bei rheumatischen Erkrankungen häufig auch das Liebesleben. Rheumatologen und Psychologen haben sich des Themas angenommen und eine Reihe von Tipps zusammengestellt.

  • Halten Sie sich warm. Wärme ist gut gegen steife Gelenke. Für die nötige Wärme sorgen eine warme Dusche oder ein warmes Bad vor dem Sex, eine heizbare Wärmedecke im Bett oder Wollsocken an den Füßen.
  • Wechseln Sie die Stellung. Wenn eine Stellung in den Gelenken weh tut, einfach eine andere ausprobieren. Schmerzt der Sex in der Rückenlage, liebt es sich vielleicht auf der Seite besser. Manche Patienten profitieren auch davon, Hilfsmittel wie einen Hocker oder eine Bettkante zu nutzen.
  • Probieren Sie Sexspielzeug. Wenn die Hände steif sind oder die Finger unbeweglich, helfen Vibratoren dabei, den Partner zu streicheln oder zu erregen.
  • Benutzen Sie Gleitmittel. Viele rheumatische Erkrankungen führen dazu, dass auch die Schleimhäute austrocknen. Bei schmerzhaftem Geschlechtsverkehr helfen medizinische Gleitmittel.

Sex bessert nicht nur die Stimmung, er hat für Rheumakranke auch medizinische Vorteile. Zum einen trainiert man damit Muskeln und Beweglichkeit. Außerdem werden beim Orgasmus schmerzlindernde Endorphine ausgeschüttet, die zumindest für einige Stunden auch lindernd auf den Rheumaschmerz wirken können.

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