Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniearthroskopie (Kniespiegelung): Welche Operation ist sinnvoll zur Vorbeugung von Kniearthrose?

Was ist eine Kniearthroskopie?

Bei der Kniearthroskopie kann der Orthopäde mit kleinsten Hautschnitten durch schmale Röhren medizinische Instrumente in das Knie einführen.Bei der Kniearthroskopie kann der Orthopäde mit kleinsten Hautschnitten durch wenige Millimeter dicke Schäuche medizinische Instrumente in das Knie einführen. Kniearthroskopie kann den Gelenkinnenraum und aklle seine Strukturen sichtbar machen, reinigen und Knorpel glätten. Kniearthroskopie kann bei rechtzeitiger Anwendung mit einem kleinsten Eingriff die Ursachen der Kniearthrose beseitigen. © Istockphoto

Kniearthroskopie ist ein minimalinvasiver Eingriff: Die Kniegelenksspiegelung erfolgt als minimalinvasiver Eingriff über zwei kleine Hautschnitte auf beiden Seiten des Knies. Kleinste Instrumente werden in das Knie eingeführt. Durch die minimalinvasive Durchführung sind keine langen Nähte erforderlich. Die Operation kann in 20-40 Minuten ohne lange Narkosezeiten oder unter Teilnarkose durchgeführt werden. Nach wenigen Tagen ist die Operationswunde nach einer Arthroksopie wieder verheilt.

Warum ist Kniearthroskopie "minimalinvasiv"?

Zunächst bedeutet minimalinvasiv, dass eine Operation mit kleinstmöglichen Schnitten durchgeführt wird. Damit ist die Komplikationsrate, die Infektionswahrscheinlichkeit und das Auftreten von Heilungsstörungen nach Knieoperation stark herabgesetzt im Vergleich zu den sog. offenen Operationen.

Durchführung der Kniearthroskopie

Es gibt eine technische Entwicklung, die Kniearthroskopie als minimalinvasive Operation am Knie ermöglicht: Das Arthroskop. Das Arthroskop ist ein bleistiftdünner, beweglicher, lichtleitender Schlauch mit einer kleinen Kamera. Durch diesen kann der behandelnde Arzt direkt in das Kniegelenk hineinsehen und Knorpel, Bänder, Meniskus und Knochen betrachten. Durch einen zweiten Schlauch (deshalb auch zwei Schnitte auf beiden Seiten der Kniescheibe), können ebenso kleine Instrumente eingeführt werden. Mit diesen Instrumenten kann der Arzt abtragen, nähen, absaugen und glätten. Während der gesamten Kniearthroskopie wird ein aus steriler phyiologischer Kochsalzlösung bestehender Flüssigkeitsstrom durch das Kniegelenk erzeugt, durch den Knorpel- und Knochenteilchen und Gewebsteile, oder Blut, die bei der Operation auftreten, sofort abtransportiert werden. Im Fall einer Schleimhautentzündung im Kniegelenk (Synovialitis) wird auch die in Folge der Infektion häufig trübe, entzündete Gelenksflüssigkeit ausgewechselt.

Ziel der Kniearthroskopie: Vorbeugende Instandhaltung des Knies und Arthroseprävention

Eine Knieoperation bei Arthrose im Knie empfiehlt der Orthopäde nicht leichten Herzens. Alle konservativen Verfahren zur Vorbeugung der Kniearthrose müssen ausgeschöpft sein.

Es gibt aber auch die Situation, wo der Patient durch zu langes Warten bei Strukturschäden wichtige Therapiechancen verlieren kann und eine Kniearthrose riskiert. Die gut begründete Kniearthroskopie will die Entwicklung hin zur Kniearthose durch Beseitigung struktureller Schäden am Kniegelenk stoppen oder wenigsten stark verlangsamen.

Der Orthopäde muss im Sinne der vorbeugenden Instandhaltung des Kniegelenks handeln. Die Kniearethroskopie betrifft die strukturellen Ursachen einer Kniearthrose handeln.

Die Kniearthroskopie ist als schonende und zielführende Eingriffsmethodebei Gelenkschäden am Knie stets das Mittel der Wahl: Sie bietet bei konkreten Strukturschäden am Knie ein sehr gutes Kosten-Nutzenverhältnis, um diese Schäden dauerhaft zu beseitigen. Diese Strukturschäden können durchaus schon zu Knorpelschäden und zu einer beginnenden Kniearthrose geführt haben. Fortgeschrittene Kniearthrose zieht auch stets die Kreuzbänder und Außenbänder des Knies in Mitleidenschaft. Knochensubstanz wird beschädigt und abgebaut. Zu langes Warten bei klar nachgewiesenen Strukturschäden und Instabilität kann die Chancen verspielen, Lebensqualität und ein langfristig gesundes Knie durch eine kniearthroskopische Reparatur zu erhalten.

Kniearthroskopie zur Wiederherstellung der Statik des Kniegelenks als Arthroseprävention

Bei allen unten genannten Verfahren zur operativen Behandlung der Kniearthrose ist die umfassende Beurteilung der Belastungslinien des Knies wichtig. Weder Kniespülung, noch Knorpelregeneration haben langfristig überzeugende Ergebnisse, wenn die Statik des Kniegelenks nicht intakt ist. Daher führen wir die Kniearthroskopie bei mittelschwerer oder starker Arthrose im Knie auch nicht durch, wenn damit außer der Spiegelung kein konkreter Behandlungansatz verbunden ist.

Die Statik des Kniegelenks analysieren wir durch Beobachtung von Achsabweichungen oder Fehlstellungen des Kniegelenks (X-Beine oder O-Beine).

Wir betrachten aber auch die Stabilität des Kniegelenks, das Oberschenkel (Femur) und Unterschenkel (Tibia) durch feste Bänder stabil verbindet. Bei allen alltäglichen Bewegungen, Belastungen oder Beschleunigungen des lasttragenden Kniegelenks verhindern diese starken Bänder Überbeweglichkeit und langfristig die Bildung von Kniearthrose.

Die genaue Beurteilung und Therapie von Achsfehlstellungen in der Nähe des Kniegelenks ist also Voraussetzung jeder erfolgreichen Behandlungsstrategie. Zur Umstellungsosteotomie am Kniegelenk

Welche Operativen Möglichkeiten stehen mit Hilfe der Kniearthroskopie zur Verfügung?

1. Kniearthroskopie (Kniegelenksspiegelung) bei Kniearthrose

Kniearthroskopie kann das Knie spülen. Bei dem Vorliegen freier Gelenkkörper und bei einer Entzündung im Kniegelenk (Synovialitis) kann diese Spülung therapeutisch sinnvoll sein. Darüber hinaus kann die Kniearthroskopie mechanische Ursachen der Kniearthrose direkt beseitigen.

Der Orthopäde kann über diese Zugänge mit seinen Instrumenten direkt in das Knie sehen. Er kann kleinste operative Instrumente einführen.

Dabei beseitigt der Orthopäde Aufrauungen, Blockaden und abgerissene Knorpelstücke (Abrasionsarthroplastik).

Die bei fortgeschrittener Arthrose im Knie oft vorhandenen knöchernen Auswüchse (Osteophyten) können mit Kniearthroskopie beseitigt werden.

Entzündungsfördernder Knochenabrieb und Knorpeltrümmer können aus dem Gelenk entfernt werden (Gelenksspülung).

Schäden an den Menisken können ebenfalls arthroskopisch repariert werden. Zur Kniearthroskopie

2. Abrasionsarthrosplastik mit Mikrofrakturierung bei Kniearthrose wird selten angewendet

Die Mikrofrakturierung ist ein frühes Verfahren zur Knorpelregeneration bei Kniearthrose, das in den 90-er Jahren oft angewendet wurde. Bei der Mikrofrakturierung werden die zerstörten und abgelösten Knorpelfragmente mit einer kleinen Fräse vollständig entfernt. Dabei werden gezielt Verletzungen in den durchbluteten Teil des Knochens gesetzt, so daß die entfernte Knorpelfläche sich durch nachströmendes Blut auffüllt. Unter diesem Schorf bildet sich - ähnlich wie bei der Wundheilung der Haut - ein bindegewebiger Ersatzknorpel. Dieser fasrige Ersatzknorpel kann die Knorpelfläche wieder auffüllen, doch hat er nicht die gleichen Eigenschaften wie der ursprüngliche Knorpel: weder die Fähigkeit, Wasser einzulagern, noch die Elastizität.

In der Gelenk-Klinik findet Mikrofrakturierung bei Kniearthrose nur eine ganz eng umschriebene Anwendung: nur wenn die knorpelfreie Stelle sehr klein ist, eng umrissen, die umgebenden und gegenüberliegenden Knorpel und die Menisken vollständig intakt sind.

In allen anderen Fällen, mit größeren Schäden und Begleiterkrankungen an Menisken oder Bändern, sind die Resultate der Mikrofrakturierung für die Lebensqualität der Patienten nicht überzeugend. Die Kniearthrose wird nicht sichtbar verlangsamt. Ein Ersatz des Knorpels durch echtes Knorpelgewebe, wie bei der autologen Knorpeltransplantation, wird zur Therapie der Kniearthrose eindeutig bevorzugt.

3. Autologe Knorpeltransplantation als Therapie der Kniearthrose

Die im Labor nachgezüchteten Knorpelzellen des Patienten verwachsen innerhalb weniger Wochen fest mit dem Gelenk-KnorpelDie im Labor nachgezüchteten Knorpelzellen des Patienten verwachsen innerhalb weniger Wochen fest mit dem Gelenk-Knorpel. © Gelenk-klinik.de

Der geschädigte Gelenkknorpel durch eine autologe Knorpeltransplantation regeneriert werden. Das geht nur, wenn Kniegelenk und Bänder noch nicht stark durch Kniearthrose geschädigt sind und der Knorpeldefekt nicht zu großflächig ist.

Diese sehr innovative Methode ist das erste bekannte Verfahren, einen Verlust an Gelenkknorpel wieder rückgängig zu machen.

Autologe Knorpeltransplantation wird noch nicht von allen Krankenkassen erstattet. In der Regel wird vor der Behandlung ein Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse gestellt. Zur autologen Knorpeltransplantation

4. Knochensparende Knieteilprothesen bei Kniearthrose

Röntgenbild einer KnieteilprotheseLediglich die geschädigten Teile werden bei der Knieteilprothese überkront. © Gelenk-klinik.de

Die Knieteilprothese (unikondyläre Prothese) ersetzt nur einen Teil des Kniegelenks. Sie kommt dann zum Einsatz wenn zum Beispiel bei einer O-Fehlstellung lediglich eine der Kniekammern durch Kniearthrose geschädigt ist.

In vielen Fällen schädigt die Kniearthrose nur Teile der Gelenkflächen. Wenn die Außenbänder des Knies und die Kreuzbänder noch intakt sind, eine der beiden Kammern des Kniegelenks aber großflächige Knorpelzerstörungen aufweist, spricht vieles für eine Knieteilprothese. Bei der Knieteilprothese werden lediglich die geschädigten Teile der Gelenkflächen mit Titan überkront. Eine Knieteilprothese gleicht einem Zahn mit Füllung. Die natürliche Beweglichkeit und Trainierbarkeit sowie das natürliche Gefühl im Knie bleiben bei einer Knieteilprothese erhalten. Gerade für jüngere, sportinteressierte Patienten mit Kniearthrose ist ein sogenanntes Uni-Knie eine sehr hilfreiche Therapie, weil sie die volle Beweglichkeit des Knies bewahrt. Die intakten Teile des Kniegelenks werden im Vergleich zu einer frühen Knietotalendoprothese erhalten. Die Knietotalendoprothese steht als spätere Rückzugsmöglichkeit - als weitere Stufe des Gelenkersatzes - noch immer offen. Doch bewahrt sich der Patient mit "Uniknie" für viele Jahre seine natürliche Beweglichkeit trotz Arthrose im Knie. Zur Knieteilprothese

5. Knieprothesen (Knietotalendoprothesen oder Knie-TEP) bei Kniearthrose

Wenn das Knie in Folge einer Kniearthrose vollständig und schmerzhaft versteift ist, kann schmerzfreie Beweglichkeit durch einen künstlichen Gelenkersatz des Knies wiederhergestellt werden. Die Knie-TEP wird in Betracht gezogen, wenn dem Patienten mit Kniearthrose starke Einschränkungen in der Lebensqualität drohen; wenn auf Grund der Kniearthroseschmerzen dauerhaft hohe Gaben an Schmerzmitteln gegeben werden müssten.

Die Knietotalendoprothese ist eine Operation, die sehr routiniert und mit großer Erfahrung sicher durchgeführt werden kann.

Die Lebensdauer einer Knie-TEP beträgt 15-20 Jahre.
Zur Operation der Knieprothese.

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