Orthopädische Gelenk-Klinik

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Kniearthrose: Nahrungsergänzung, Naturheilkunde, Schmerzmittel

Erst, wenn Ernährunsgberatung und Verhaltensanpassung nicht weiterhelfen, kommen weitere Maßnahmen aus der 2. Stufe der Behandlungspyramide zum Einsatz.

Knorpelaufbaustoffe - eine Methode zur Vorbeugung der Kniearthrose?

Knorpelaufbaustoffe sind Bestandteile des Gelenkknorpels, die den Knorpelverschleiß reduzieren sollen. Ein eindeutiger Wirkungsnachweis, wie für Medikamente eigentlich erforderlich, wurde aber für knorpelaufbauende oder knorpelschützende Substanzen noch nicht schlüssig erbracht. In Einzelfällen sehen wir deutliche Verbesserungen bei Patienten. Wir empfehlen, eine bis zu dreimonatige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu versuchen. Wenn dann im Einzelfall noch keine Verbesserung des Befindens eingetreten ist, sollte die Einnahme nicht fortgesetzt werden.

Es gibt 2 Arten von Knorpelschutz-Medikamenten:

Knorpelaufbauende Nahrungsergänzungsmittel

Glycosamin (1,5 g am Tag) und Chondroitinsulfat (bis 1,2 g am Tag) sind Knorpelbestandteile. Sie werden als Nahrungsmittel eingenommen und haben daher den Status von Nahrungsergänzungsmitteln. Man kann diese beiden Substanzen auch in Kombination nehmen. Die Einnahme sollte über einen längeren Zeitraum erfolgen. In Einzelfällen sind mit dieser Behandlung auch schon erhebliche Beschwerdebesserungen beobachtet worden. Die Wirksamkeit hängt sicher von Grad und Ursache der vorliegenden Kniearthrose ab. Generell gilt: Zuerst wollen wir die Ursache beseitigen, dann ist eine medikamentöse Zusatztherapie sinnvoll.

Knorpelaufbauende Injektionen mit Hyaluronsäure in das Knie

Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes, das von Knorpelzellen gebildet wird. Hyaluronsäure wird in das Gelenk eingespritzt und dadurch viel stärker in Gelenknähe angereichert, als es bei der Gabe von Medikamenten zum Einnehmen möglich ist. Es werden 3-5 Injektionen im Abstand von einer Woche vorgenommen. Die Injektion in das Gelenk ist erfahrungsgemäß effektiver, weil die knorpelaufbauenden Substanzen direkt und in höherer Konzentration zur Verfügung gestellt werden. Auch hier ist eine Symptombesserung möglich, die von der Ursache und der Entwicklung der individuellen Kniearthrose abhängt. Die medizinische Wirkung von Hyaluronsäure-Injektionen ist noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Auch nach unserer Erfahrung findet durch Injektion von Hyaluronsäure keine Knorpelbildung im Knie statt. Es wird lediglich die Viskosität (Schmiereigenschaften der Gelenkflüssigkeit) geändert. Das wirkt dann indirekt schmerzstillend und verbessert die Funktion. Intraartikuläre Hyaluronsäureinjektion hat den Stellenwert einer symptomorientierten Therapie. Wenn wir durch eine Hyaluronsäureinjektion eine Verbesserung von Beweglichkeit und Arthroseschmerzen in einem Zeitraum von mindestens 5-6 Monaten erreichen, empfehlen wir das Verfahren zur Wiederholung, weil im Einzelfall der Nutzen gegeben ist. Die Beseitigung der mechanischen Ursache der Knieathrose ist jedoch weiterhin zwingend erforderlich.

Pflanzliche Medikamente bei Kniearthrose: Die nebenwirkungsarme Alternative

Brennnesselextrakt bei KniearthroseBrennesselextrakt bei Kniearthrose

Pflanzenmittel gegen Kniearthrose mit Wirkungsnachweisen

  • Wurzel der Teufelskralle
  • Pappelrinde
  • Weidenrindenextrakt
  • Brennnesseltee
  • Goldrutenkraut
  • Hagebuttenpulver
  • Avocado-Soja Extrakt
  • Arnika-Cremes

Pflanzliche Medikamente spielen wegen Ihrer Verträglichkeit und eine Rolle bei der begleitenden Therapie der Kniearthrose. Sie können die Dosis von synthetischen Medikamenten reduzieren oder im günstigsten Fall sogar ganz ersetzen. Damit stellen sie für Menschen, die unter Unverträglichkeit herkömmlicher Schmerzmittel leiden, eine Alternative dar.

Die Wurzel der Teufelskralle wirkt günstig bei Arthroseschmerzen. Morgensteifigkeit und Anlaufschmerzen nehmen ab. Für die Teufelskralle existiert sogar ein wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis bei Arthrose. Damit liegt für die Teufelskralle ein den synthetischen Medikamenten gegen Kniearthrose vergleichbarer Wirkungsnachweis vor. Die Wirkung der Teufelskralle ist langfristig und überdauert den Einnahmezeitraum bei kurmäßiger Verwendung.

Neben der Teufelskralle sind auch andere Pflanzenmittel wie Brennnessel-Extrakt, Weidenrindenextrakt, Pappel und Eschenrinde gut gegen Kniearthrose.

Arnika-Cremes haben ähnliche schmerzlindernde Wirkungen wie nichtsteroidale Antirheumatika (z.B.Ibuprofen). Auch hier lohnt es sich für Patienten mit Arthroseschmerzen, einen Therapieversuch zu starten um diese nebenwirkungsfreie Schmerztherapie für sich zu nutzen.

Der Patient kann für die für ihn hilfreichen Pflanzenmittel herausfinden. Er gewinnt damit die Möglichkeit, nebenwirkungsfrei Arthroseschmerzen zu therapieren und vielleicht synthetische Schmerzmittel seltener einsetzen zu müssen.

Anders als bei synthetischen Medikamenten ist der Wirkstoffgehalt bei Pflanzenmedikamenten nicht genau standardisiert. Das schränkt die universelle Einsetzbarkeit bei Kniearthrose in den Augen der Schulmedizin ein. Jeder Patient sollte aber testen, ob er durch pflanzliche Medikamente eine Besserung erfährt.

Eine Selbstmedikation sollte allerdings nicht erfolgen. Es ist immer wichtig, diese Behandlung der Arthrose mit Pflanzenmitteln nach einer gründlichen Diagnose und unter ärztlicher Aufsicht durchzuführen.

Nichtsteroidale Antirheumatika: Schmerzmittel und Entzündungshemmung

NSAR-Medikamente bei Kniearthrose
  • Acetlysalicylsäure (Aspirin)
  • Diclofenac
  • Ibuprofen
  • Naproxen

Zu der spezifischen Behandlung von Arthroseschmerzen gehört zuallererst eine spezifische Schmerztherapie durch synthetische Medikamente. Diese Therapie verfolgt zwei Ziele: Die Gelenkschmerzen sollen durch Schmerzmedikamente erträglicher gemacht werden. Die der Schmerzentstehung zugrundeliegenden Entzündungsvorgänge bei schwerer Kniearthrose können durch diese Medikamente reduziert werden.

Dabei kommen nichtsteroidale Antirheumatika zum Einsatz, deren Nebenwirkungen aber sorgfältig beobachtet werden müssen.

Cremes als Alternativen zu Tabletten


Als Creme, die auf die schmerzenden Bereiche aufgebracht wird, haben nichtsteroidale Antirheumatika (u.a. Ibuprofen) eine ähnlich hohe Wirksamkeit wie Tabletten, bei viel geringeren Nebenwirkungen.

Die medikamentöse Therapie der Kniearthrose durch entzündungshemmende Antirheumatika ist oft nebenwirkungsreich und nicht magenfreundlich. Eine dauerhafte hochdosierte Gabe von Schmerzmitteln ist nicht mit einer guten Lebensqualität vereinbar. Daher werden sie bedarfsweise eingesetzt, wenn Schmerzen auftreten. Eine Dauermedikation ist dann empfohlen, wenn eine entzündlich aktivierte Arthrose eintritt mit starker Überwärmung und Schwellung des Kniegelenks. Dann kann dieser Schub durch einen z.B. bis zu zweiwöchige hochdosierte Dauertherapie mit Ibuprofen therapiert werden. Wir kombinieren die Schmerztabletten NSAR dann stets mit Magenschutzmitteln, um den Nebenwirkungen vorzubeugen.

Therapieempfehlung orale Enzyme


Enzymkombinationen (Trypsin, Promelain, Rutin) waren in einer randomisierten Studie mit 150 Patienten über 12 Wochen mit leichter bis schwerer Kniearthrose aus 2015 ähnlich wirksam gegen Arthroseschmerzen wie ein NSAR, aber wesentlich besser verträglich. Die Wirkung war bei dem Schmerzmittel und bei dem Enzympräparat deutlich besser als bei Placebo.
Bolten et al, Arthritis, 2015

Auch entzündungshemmende Spritzen, etwa mit Kortikosteroiden, werden als Dauertherapie nicht empfohlen. Durch diese Therapien wird lediglich die Symptomatik vermindert. Die Ursache wird dadurch jedoch nicht behandelt. Schmerzlinderung ist in der Wirkung genauso einzuschätzen, wie wenn bei einem Auto das flackernde Warnsignal (Kontrolleuchte) abgeschaltet wird, indem die Sicherung der Kontrolleuchte gezogen wird. Der angezeigte Defekt wird dadurch noch nicht behoben, sondern wird weiterbestehen. Bei fehlender Schmerzrückkopplung beschleunigt sich der Abriebprozess noch weiter.

Wie wirken NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika)?

Die nichtsteroidalen Antirheumatika hemmen bestimmte Enzyme (Prostaglandine) und stoppen damit die für aktivierte Arthrose typischen Entzündungsprozesse, aber auch die Übertragung von Schmerzsignalen. Damit haben die NSAR-Medikamente in Kombination mehrfache Wirkungsansätze, die bei Kniearthrose günstig sind.

Ein hochdosierter Dauereinsatz von Medikamente wie den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) ist keinesfalls zu empfehlen. Ihre Nebenwirkungen - vor allem auf das Verdauungssystem des Patienten (Magenschleimhaut und Darm) - sind erheblich. Auch Patienten mit Herz- und Nierenproblemen sollten auf keinen Fall längere Zeit mit NSAR-Medikamenten behandelt werden.

Alternativen zu NSAR: Coxibe

Vorteile der Coxibe gegenüber NSAR-Medikamenten
  • Bessere Magenverträglichkeit
  • Bessere Leberverträglichkeit
  • Geringeres Blutungsrisiko

Die neue Wirkstoffgruppe der Coxibe (COX-2-Hemmer) ist eine Alternative zu Medikamenten wie den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Diese neuen Medikamente werden über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten besser vertragen. Vor allem Patienten älter als 65 Jahren sollten wegen der Magenempfindlichkeit diese moderne Medikamenten-Therapie durchweg erhalten. Aber auch hier sind Durchblutungsstörungen, periphere arterielle Verschlusskrankheit und Zustand nach Schlaganfall eine Kontraindikation.

Behandlung der schweren Kniearthrose und Schmerzlinderung
  • Medikamentöse Behandlung von Schmerzen und Entzündungen
  • Orthopädische Schuhe zur Normalisierung der Belastungslinien im Knie
  • Stoßwellentherapie
  • Entzündungshemmende Spritzen in das Kniegelenk
  • Zellbiologische Regulationstherapie und Matrixtherapie
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