Orthopädische Gelenk-Klinik

Orthopädische Gelenk-Klinik

Alte Bundesstr. 58, 79194 Gundelfingen

Tel: (0761) 55 77 58 0

patienten@gelenk-klinik.de

Orthopaedische Spezialisten für Knie, Fuß, Sprunggelenk. Hüfte, Wirbelsäule und Schulter

Hyaluronsäure-Injektion bei Arthrose und Gelenkentzündung

Literatur zur intraartikulären Hyaluronsäureinjektion bei Arthrose Prinzip der Knorpelfunktion: Ein dünner Wasserfilm kann tonnenschwere Gewichte tragen. Prinzip der Knorpelfunktion: Wasserbindendes Gewebe kann durch die Tragkraft des gebundenen Wassers tonnenschwere Gewichte tragen. Die Wasserbindung gesunden Bindegewebes im Knorpel ist also das Funktionsprinzip eines gesunden Gelenks. © Brent Moore über Wikimedia.org

Vor allem Knorpelzellen und die Gelenkschleimhaut bilden Hyaluronsäure. Sie ist eines der Hauptelemente der stark wasserbindenden langkettigen Moleküle des Bindegewebes im Gelenkknorpel. Mithilfe der wasserbindenden Hyaluronsäure und ihrer Polymere (langkettige Verbindungen) wird die Gelenkflüssigkeit viskos (dickflüssig). Damit ist die Hyaluronsäure das eigentliche "Schmiermittel" im Gelenk, das die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen unterstützt.

Entzündungen als Ursache für einen Mangel an Hyaluronsäure

Bei Entzündungen oder nach Verletzungen sinkt die Verfügbarkeit der Hyaluronsäure im Gelenk. Durch eine Spritze mit Hyaluronsäure in das betroffene Gelenk (sog. Viscosupplementation) will der Arzt die nachteiligen Folgen der fehlenden Hyaluronsäure wieder ausgleichen und dem durch die erhöhte Reibung der Gelenkflächen entstehenden Gelenkverschleiß vorbeugen oder diesen zumindest abmildern.

Unterschiedliche Arten von Hyaluronsäuren: das Molekulargewicht

Kontraindikationen der Hyaluronsäureinjektion

  • erhöhte Blutungsneigung
  • Behandlung mit Gerinnungshemmern (z. B. Marcumar)
  • Infektion der Haut am Kniegelenk
  • Spritzenphobie des Patienten

Die langkettige (hochmolekulare) und die kurzkettige (niedermolekulare) Variante der Hyaluronsäure wirken als injiziertes Medikament leicht unterschiedlich.

Niedermolekulare Hyaluronsäure wirkt vor allem bei sog. "aktivierter", also akut schmerzhafter und zu Schwellungen führender Arthrose im Gelenk entzündungshemmend und schmerzlindernd. Daher injiziert der Arzt diese Form eher in das akut gereizte und entzündlich geschwollene Gelenk.

Hochmolekulare Hyaluronsäure bindet an den vorhandenen Gelenkknorpel, ergänzt seine Funktion und erhöht langfristig die Gleitfähigkeit im Gelenk. Das hochmolekulare Hyaluron kann eine akute Reizung im Knie sogar vorübergehend verstärken. Daher injiziert man hochmolekulare Hyaluronsäure eher in das reizfreie Gelenk.

Wirkungen der Hyaluronsäureinjektion

Hyaluronsäureinjektionen können Arthroseschmerzen in frühen Stadien (Arthrose Grad II bis Grad IV) ohne Nebenwirkungen häufig deutlich verbessern. Diese symptomatische Verbesserung kann bei einzelnen Patienten über Monate oder Jahre anhalten, wie Studien zur Hyaluronsäurebehandlung belegen. Die Wirkung ist aber nicht bei jedem Patienten sicher. Bei positiver Wirkung verspüren die Arthrosepatienten eine wesentlich bessere Belastbarkeit ihres von Arthrose befallenen Gelenks. Patienten mit Hüftarthrose, Kniearthrose und Sprunggelenksarthrose erreichen eine deutliche Vergrößerung der maximalen Gehstrecke. Das ist die Gehstrecke, die im Alltag bis zum Auftreten von starken Gelenkschmerzen möglich ist. Mit der Hyaluronsäurebehandlung erfahren Arthrosepatienten – je nach Zustand ihrer Gelenke – eine im Einzelfall unterschiedliche Erhöhung der Reichweite. Viele erreichen sogar Beschwerdefreiheit durch die Spritzen ins Gelenk.

Auch Arthrose der oberen Extremitäten (Schulterarthrose, Ellenbogenarthrose und Fingerarthrose) behandeln wir mit dieser Hyaluronsäureinjektion direkt ins betroffene Gelenk.

Anwendung und Durchführung der Hyaluronsäurespritze

Wirkungen und Nebenwirkungen:

  • Verbesserung von Schmerzen und Beweglichkeit über Monate bis zu einem Jahr sind möglich.
  • Der Therapieerfolg und die Dauer des Erfolges treten nicht bei jedem Patienten zuverlässig auf.
  • Ca. 8 % der Patienten erleiden Schmerzen durch die Spritze und eine Schwellung an der Einstichstelle.
  • Sehr selten treten Infektionen im Gelenk als Folge der Injektion auf.
  • Die Unterschiede in der Wirkung zwischen niedermolekularen und hochmolekularen Hyaluronsäuren sind gering.
  • Kombinationsspritzen aus hoch- und niedermolekularer Hyaluronsäure sind häufig länger wirksam (sog. Doppelkammerspritze). (Petrella et. al, 2008)

Der behandelnde Arzt spritzt die Hyaluronsäure direkt durch die desinfizierte Haut in das Gelenk. Die Desinfektion ist dabei sehr wichtig: Gelenkinfekte sind eine der möglichen Nebenwirkungen der Injektion von Hyaluronsäure.

Bei Injektionen in das Hüftgelenk ermöglicht eine Lokalanästhesie die effektive Reduktion der Einstichschmerzen. Vor allem beim tief im Gewebe liegenden Hüftgelenk ergänzen wir die Injektion durch eine ultraschallgesteuerte Navigation. Die Hyaluronsäureinjektion kann nach der Erstbehandlung mehrfach wiederholt werden, solange der Patient davon profitiert.

Auffrischungsinjektionen sind je nach Verlauf und Grad der Arthrose in bestimmten Intervallen, etwa nach 9–12 Monaten, sinnvoll. Wir empfehlen die Auffrischung immer dann, wenn bereits die Erstbehandlung einen deutlichen Therapieerfolg gezeigt hat. Dieser Therapieerfolg kann aber von Patient zu Patient recht unterschiedlich ausfallen. Studien wiesen eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung der Hyaluronsäureinjektion auch bis zu zwei Jahre nach der Behandlung nach.

Möglichkeiten und Grenzen der Hyaluronsäureinjektion

Hyaluronsäure behandelt Symptome – nicht Ursachen

Die Hyaluronsäureinjektion verbessert die Gleitfähigkeit des Gelenkknorpels Arthrose kann alle Gelenke betreffen. Am häufigsten sehen wir den Gelenkverschleiß in Hüfte und Knie. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung des Gelenkknorpels. Eine Hyaluronsäureinjektion kann die Gleitfähigkeit der Knorpelschicht wieder vorübergehend verbessern. © iStockphoto.com/Eraxion

Bei fortschreitender Arthrose verliert die Hyaluronsäurebehandlung durch Injektion immer mehr an Wirkung. Es muss ein Mindestmaß an Gelenkknorpel vorhanden sein, damit eine Hyaluronsäureinjektion die Gleitfähigkeit des Gelenks verbessern kann.

Grundsätzlich ist die Behandlung der Arthrose mit Hyaluronsäure eine symptomorientierte Therapie. Sie verbessert vor allem die Lebensqualität der Patienten. Hyaluronsäure wirkt also nicht kausal gegen den Knorpelverschleiß.

Viel mehr gewinnen unsere Patienten durch die Hyaluronsäure Zeit. Am Verlauf der Arthrose ändert sich jedoch auch mit Hyaluronsäure über einen Zeitraum von mehreren Jahren nichts Entscheidendes, wenn eine kausale Therapie die Behandlung nicht ergänzt.

Eine kausale Arthrosetherapie behebt mechanische Ursachen

Häufig stecken hinter einer Arthrose spezifische strukturelle (mechanische) Ursachen, die den Knorpelverschleiß über das für das Alter des Patienten normale Maß hinaus beschleunigen. Wenn wir diese Ursachen erkennen, empfehlen wir auf jeden Fall eine zusätzliche kausale Behandlung der Arthrose, die über die Knorpelpflege mithilfe der Hyaluronsäureinjektion hinausgeht. Wir wollen die mechanische Ursache des Gelenkverschleißes nach Möglichkeit erkennen und dauerhaft beheben.

Ansatzpunkte für die kausale Arthrosetherapie

Wir empfehlen die knorpelpflegende Hyaluronsäureinjektion als Begleittherapie zur Unterstützung der kausalen Arthrosetherapie. Damit verschaffen wir unseren Patienten wertvolle Zeit und Lebensqualität. Außerdem erweitert die Knorpelpflege unseren Spielraum für die gelenkerhaltende Therapie.

Vor allem für unsere jüngeren Patienten – unter 65 Jahren – wollen wir durch die knorpelpflegenden Hyaluronsäureinjektionen nicht nur wertvolle Zeit gewinnen und die Lebensqualität vorübergehend erhöhen. Wir wollen zudem die mechanisch verantwortliche Arthroseursache direkt behandeln.

Arthrose wird in vielen Fällen als schicksalhafter Vorgang behandelt, dem man nur symptomatisch mit einer therapeutischen Hinhaltetaktik begegnen kann.

Meistens können wir aber mittlerweile die Ursache für den Gelenkverschleiß analysieren. Geschieht das rechtzeitig, ist häufig noch eine gelenkerhaltende Behandlung möglich. So geht das Gesamtkonzept der Arthrosebehandlung in einem Zentrum für gelenkerhaltende Arthrosetherapie über die Knorpelpflege mit Hyaluronsäurespritzen deutlich hinaus.

Arthrose, Bewegungsdefizit und Hyaluronsäuremangel

Eigenschaften der Hyaluronsäure:


  • Hyaluronsäure bindet und speichert Wasser.
  • Bindegewebe mit hohem Hyaluronsäureanteil sind elastisch.
  • Hyaluronsäure ist druckbeständig.
  • Hyaluronsäure ist der wichtigste Bestandteil der Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit).
  • Hyaluronsäure ist der Grundstoff der Bindegewebe im elastischen Knorpel (Proteoglykane).
  • Kontakt mit Hyaluronsäure fördert die Zellteilung und das Wachstum der Knorpelzellen.

Die Gelenkknorpel sind nicht durchblutet. Die für die Knorpelernährung wichtige Gelenkflüssigkeit wird durch Bewegung in den Knorpel gepresst: Wie eine natürliche Pumpe drückt jeder Schritt und jede Bewegung Synovialflüssigkeit in das schwammartige Bindegewebe im Gelenk. Daher ist leichte, belastungsarme Bewegung wie Radfahren oder Schwimmen besonders günstig, um die Gelenkknorpel durch Aktivierung dieser lebenswichtigen Stoffwechselpumpe gesund zu erhalten. Auch in Verbindung mit Hyaluronsäureinjektionen in das Gelenk verbessert diese zusätzliche, natürliche Bewegungstherapie die Vitalität des Knorpels.

Arthrose oder Gelenkverschleiß ist eine der häufigsten orthopädischen Erkrankungen. Viele Ursachen begünstigen den Schaden am Gelenkknorpel. In vielen Fällen können wir aber noch nicht sagen, warum manche Patienten stärker von Arthroseschmerzen betroffen sind als andere.

Arthrose ist also im frühen Stadium eine schmerzfreie Erkrankung der gleitfähigen Knorpelschicht des Gelenks: Diese Schicht, die das Gelenk auskleidet, hat keine Schmerzfühler.

Wann wird Arthrose schmerzhaft?

Arthrose wird schmerzhaft, wenn der Knorpel so weit geschädigt ist, dass der unter der Knorpelschicht liegende Knochen angegriffen wird: Durch den rissig gewordenen Knorpel dringt Flüssigkeit ins Knochengewebe ein. Da der Knochen viele Schmerzfühler besitzt, wird die Arthrose ab diesem Stadium schmerzhaft. Die Arthroseschmerzen sind dann häufig so heftig wie bei einer akuten Prellung oder Verstauchung.

Schmerzen durch "aktivierte Arthrose": ein wichtiges Warnsignal

Der mit der Erkrankung des Gelenkknorpels einhergehende Abrieb kann eine Entzündung im Gelenk verursachen. Diese Entzündung geht meist mit schmerzhaften Schwellungen, Überwärmung und akuter Einsteifung des Gelenks einher. Die akute Arthrose (Arthritis) führt zu schmerzhaften Bewegungseinschränkungen. Infolge der Entzündung kommt es zum beschleunigten Abbau des Bindegewebes, genauer der aus Hyaluronsäure aufgebauten Proteoglykan-Proteine (Eiweiß-Zucker-Proteine), welche die Knorpelzellen umgeben. Daher ist die möglichst schnelle Kontrolle und Therapie dieser Entzündung wichtig, um die Arthrose einzudämmen. Nur so können wir den Knorpel im betroffenen Gelenk lange funktionsfähig erhalten.

Wirkt Hyaluronsäure knorpelbildend?

Knorpelbildung durch Hyaluronsäure?

Es gibt kein Mittel, um im Körper die Knorpelbildung zu verstärken. Hyaluronsäure verbessert aber die Knorpelernährung und wirkt knorpelschützend. Daher unterstützt sie die Bildung von elastischem Bindegewebe durch Knorpelzellen und dämmt den Verlust an Knorpelzellen ein. Neue Knorpelzellen können wir aber nur durch Knorpelzüchtung (ACT) außerhalb des Körpers mit nachfolgender Knorpeltransplantation erzeugen.

Die Gelenkschleimhaut eines entzündeten Gelenks produziert nur noch wenig von der stark hyaluronsäurehaltigen Synovialflüssigkeit.

Eine Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk hilft dabei, die Enzyme, die Proteoglykan abbauen, zu binden. Das Anlagern der hochmolekularen (langkettigen) Hyaluronsäure an die rissige Knorpeloberfläche könnte den Knorpelverschleiß aufhalten. So erklären wir uns, dass die Testpatienten in den grundlegenden Studien eine deutliche Verlängerung der schmerzfreien Zeiträume ohne akuter Arthritis erfahren.

Studienergebnisse bei der Anwendung der Hyaluronsäure

Eine doppelblinde prospektive Studie (Petrella et. al, 2008) untersuchte zweihundert Patienten mit Kniearthrose (Gonarthrose). Dabei wurden Studiengruppen mit verschiedenen Hyaluronsäurezubereitungen verglichen mit einer Kontrollgruppe, die nur ein Placebo (Salzwasser) erhielt.

Zu bestimmten Zeiträumen – bis zu 2 Jahre nach der Injektion – wurden die Studiengruppen hinsichtlich ihrer Lebensqualität, der maximalen schmerzfreien Gehstrecke und ihres Schmerzmittelverbrauchs verglichen.

Während der gesamten Untersuchung war die Lebensqualität aller Patienten, die eine der drei Hyaluronsäurezubereitungen erhalten haben (niedrigmolekular, hochmolekular oder beide Komponenten), wesentlich besser und schmerzfreier als die Placebogruppe.

Auch der Schmerzmittelverbrauch lag bei den Gruppen mit Hyaluronsäure wesentlich geringer als bei den Placebo-Behandelten ohne Hyaluronsäure.

Bewertung: 
Eigene Bewertung: Keine. Durchschnittlich 3.5 (494 votes)
Folgen Sie der Gelenk-Klinik auf Facebook oder Twitter

FOCUS-Empfehlung

Bitte ein Gelenk wählen

Anatomische Struktur
Schulterschmerzen Ellenbogenschmerzen Hand und Handgelenk Huefte Wirbelsäule Hand Fuss Sprunkggelenk und Schmerzen im Knöchel Knieschmerzen und Schmerzen im Knöchel

Jobportal des Gelenk-Klinik MVZ

Wir haben Spaß an unserer Arbeit und möchten dich daran teilhaben lassen. Für unsere Klinikerweiterung in 2019 suchen wir daher Verstärkung:

EndoProthethikZentrum (EPZ)

Beratung in der Gelenk-Klink

EndoProthethikZentrum (EPZ) Gelenk-Klinik

  • Geprüfte Qualität und Erfahrung mit über 200 Prothesen/Jahr
  • Geprüfte Aus- und Weiterbildung unserer Spezialisten
  • Qualität in Diagnose, Operation und Nachsorge
  • Geprüfte Beratung und Aufklärung unserer Patienten

Weiterlesen: EndoProthetikZentrum (EPZ)