Orthopädische Gelenk-Klinik

MVZ Gelenk-Klinik
EndoProthetikZentrum
Alte Bundesstr. 58
79194 Gundelfingen
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Nekrose

Eine Nekrose (griech. nekrosis „Tod“, „Absterben“) meint das Absterben einzelner Zellen in einem lebenden Organismus. Neben Sauerstoff- und Nährstoffmangel aufgrund einer Durchblutungsstörung können beispielsweise auch Infektionen, Verletzungen, Toxine, Erfrierungen oder Verbrennungen eine Nekrose verursachen. Bei dem Gewebsuntergang werden die Zellmembranen und Zellkerne zerstört, sodass der Zellinhalt ins umliegende Gewebe abgegeben wird, was wiederum zu Entzündungen führt. Grundsätzlich kann jedes Gewebe von einer Nekrose betroffen sein, also beispielsweise Muskeln, Knochen oder Organe. Behandelt wird eine Nekrose meist durch ein chirurgisches Debridement: Dabei entfernt der Operateur abgestorbenes Gewebe, um das Abheilen des umliegenden Gewebes zu fördern. In der Orthopädie beschäftigen wir uns meist mit Knochennekrosen: dem Absterben des Knochengewebes. Wenn das Knochengewebe unter einem Gewichtragenden Gelenk abstirbt, entsteht eine Arthrose. Wichtige Nekrosen des Knochengewebes sind z. B. Hüftkopfnekrose, Morbus Ahlbäck (Knochenenkrose der Femurkondylen), Osteochondrosis dissecns (OD), Talusnekrose, Morbus Köhler (Nekrose der Metatarsalknochen).

Knieschmerzen vorne

Knieschmerzen vorneBei Knieschmerzen vorne sind meist die Patella (Kniescheibe) oder umliegende Strukturen wie die Patellasehne beteiligt. © motortion, Fotolia

Bei Knieschmerzen vorne im Kniegelenk ist die Ursache häufig im Bereich der Kniescheibe zu finden. Folgende Krankheitsbilder können Knieschmerzen an der Vorderseite auslösen:

Der Spitzfuß

Der Spitzfuß ist eine Veränderung der Fußstellung. Das obere Sprunggelenk, also Heben und Senken des Fußes ist eingeschränkt. Die Patienten müssen dann auf Zehenspitzen gehen. Die normale Abrollbewegung des Fußes, aber auch die Dorsalflexion (Anziehen des Fußes an den Körper) ist bei Spitzfußfehlstellung eingeschränkt.

Hüftkopfnekrose (Knochennekrose des Hüftgelenks)

Einbruch des Oberschenkelkopfes aufgrund der NekroseEine Minderdurchblutung des Hüftkopfes ist ursächlich für die Entstehung einer Hüftkopfnekrose. © Gelenk-Klinik

Als Hüftkopfnekrose (oder Femurkopfnekrose/absterbender Hüftkopf) bezeichnet man ein Absterben des lebenden Knochengewebes. Aufgrund einer Minderdurchblutung demineralisiert der Hüftknochen und verliert seine Stabilität. Betroffene verspüren bei Belastung Schmerzen in der Leiste, die vor allem bei einer Innenrotation des Beines auftreten. In späteren Stadien treten die Schmerzen auch in Ruhe auf.

Die Hüftkopfnekrose des Erwachsenen scheint eine der typischen Zivilisationskrankheiten zu sein. Vergleichbar einem Herzinfarkt sind auch beim Hüftinfarkt Risikofaktoren wie Rauchen, zu hohe Blutfettwerte und übermäßiger Alkoholkonsum ursächlich. Daher erkranken pro Jahr mehrere tausend Menschen in Deutschland an einer Hüftkopfnekrose. Sie tritt vorrangig bei Patienten zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Der absterbende Hüftkopf vermindert die Lebensqualität der Betroffenen massiv. In 30–70 % der Fälle tritt eine beidseitige Hüftkopfnekrose auf. Wird nicht frühzeitig stadiengerecht therapiert, entstehen irreparable Schäden am Hüftgelenk, die zu einer beschleunigten Arthrose im Hüftgelenk führen, obwohl der Knorpel selbst gar nicht direkt von der Durchblutungsstörung betroffen ist.

Osteonekrose im Kniegelenk (Morbus Ahlbäck, Knochennekrose) gelenkerhaltend therapieren

MRT-Aufnahme von Morbus AhlbaeckMRT Aufnahme einer Knochennekrose im Knie. Der Gelenkspalt ist noch normal, ein Knorpelschaden liegt daher noch nicht vor. Deutlich sichtbar ist die Knochennekrose in der medialen Oberschenkelrolle. © Prof. Dr. med. Sven Ostermeier

Bei Knochen-Nekrose im Kniegelenk wird in einem nicht mehr durchbluteten Bereich Knochensubstanz abgebaut. Osteonekrose heißt daher übersetzt Knochen-Sterben. Es gibt viele Arten von Knochennekrose. Vollzieht sich die Nekrose am Kniegelenk, spricht man von Morbus Ahlbäck.

Auch im Hüftgelenk kann eine Knochennekrose auftreten. Man spricht dann von einer Hüftkopfnekrose.

Bei vielen Patienten bleibt die Schwächung des Knochens noch relativ folgenlos. Bei anderen führt das zur schweren Beschädigung des Kniegelenks. Frauen sind drei mal so häufig von aseptischer Osteonekrose im Knie (Morbus Ahlbäck) betroffen, wie Männer. Nur in wenigen Fällen kann die Nekrose durch eine konkrete Ursache erklärt werden

Operation bei Hüftkopfnekrose

Anbohrung des Hüftkopfes bei Hüftkopfnekrose Im Frühstadium der Hüftkopfnekrose hat sich die Anbohrung (Core Dekompression) des Femurkopfes als Behandlungsoption bewährt. © Gelenk-Klinik

Die konservative Therapie der avaskulären Hüftkopfnekrose (Absterben des Hüftkopfes aufgrund einer Minderversorgung mit Nährstoffen) bringt häufig keine guten Ergebnisse. Patienten mit avaskulärer Nekrose (AVN) des Hüftgelenks leiden weiterhin unter starken Einschränkungen und Hüftschmerzen.

Im Vergleich zu den konservativen Therapien zeigt die operative Therapie der avaskulären Nekrose im Hüftgelenk eine deutliche krankheitsverzögernde oder heilende Wirkung. Für die Entscheidung, welche Operation bei der Hüftkopfnekrose aussichtsreich ist, ist es notwendig, den Einbruch des Hüftkopfes zu erkennen (ARCO-Klassifikation: Übergang Stadium II zu Stadium III).

Osteochondrosis dissecans (OD) im Sprunggelenk

Osteochondrosis dissecans im SprunggelenkAnsicht des Sprunggelenks von hinten in der digitalen Volumentomografie (DVT): Von oben kommen Schienbein (Tibia, links) und Wadenbein (Fibula, rechts) und bilden gemeinsam die Sprunggelenksgabel. Der fußseitige Gelenkpartner, der das gesamte Körpergewicht aufnimmt, ist das Sprungbein (Talus). Eine Osteochondrosis dissecans des Sprunggelenks bildet sich immer am Talus aus. Meistens sind die konvexen Ränder des Talus von der OD betroffen. © Gelenk-Klinik

Als Osteochondrosis dissecans bezeichnet man das Absterben begrenzter Gelenkbezirke im an den Knochen grenzenden Knorpel. Im Krankheitsverlauf kommt es meistens zur Ablösung und Ausstoßung dieses Knochen-Knorpel-Stückes (Dissekat) aus seinem Lager (Mausbett) in den Gelenkraum. Dort kann es als freier Körper (Gelenkmaus) zu schmerzhaften Einklemmungen und Gelenkblockierungen führen.
Die Osteochondrosis dissecans kann grundsätzlich an jedem Gelenk auftreten. Meist sind jedoch die großen Gelenke Hüfte, Knie und Sprunggelenk betroffen.

Stoßwellentherapie - (ESWT) regeneriert Knochen, Sehnen und Bänder

Seit etwas mehr als zehn Jahren steht mit der Stoßwellentherapie eine neue Therapieform zur Verfügung, die in vielen Fällen eine schonende Behandlung von Entzündungen, Verkalkungen oder Verletzungen verspricht.

Stoßwellentherapie hat zudem praktisch keine Nebenwirkungen und macht viele Operationen unnötig.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) bietet eine konservative Möglichkeit zur Behandlung verschiedener orthopädischer Erkrankungen. Stoßwellen sind energiereiche Wellen, die Wasser und Weichteilgewebe durchdringen können. Trifft eine Stoßwelle auf einen Festkörper (z. B. Kalkablagerungen in Sehnen), entlädt sie ihre Energie. Auf diese Weise können verschiedene Arten von Sehnenentzündungen wie die Achillessehnenentzündung (Achillodynie) oder Tennis- bzw. Golferellenbogen (Epikondylitis) ohne Operation behandelt werden. Auch bei schlecht heilenden Knochenbrüchen oder bei einer Kalkschulter (Tendinosis calcarea) kommt das Verfahren erfolgreich zum Einsatz.

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