Orthopädische Gelenk-Klinik

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Achillessehne: Achillessehnenentzündung und Achillessehnenruptur

  1. Was macht die Achillesehne?
  2. Ursachen der Achillodynie
  3. Symptome der Achillessehnenruptur
  4. Diagnose
  5. Konservative Therapie der Achillessehnenruptur
  6. Operative Therapie der Achillessehnenruptur

Was ist die Achillessehne? Welche Funktion hat sie?

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers. Sie ist durchschnittlich 20 bis 25 cm lang und verbindet (als gemeinsame Endsehne des dreiköpfigen Wadenmuskels) die Wadenmuskulatur über ihren Ansatz am Fersenbein mit dem Fuß. Sie sorgt dafür, dass der Fuß beim Abdruck vom Boden im Sprunggelenk zur Fußsohle hin gebeugt und etwas nach innen gedreht wird.

Wenn wir laufen, wirken bei jedem Schritt Kräfte auf die Achillessehne, die das 10-fache des eigenen Körpergewichts überschreiten können. Noch höher sind diese Kräfte bei Sprungbelastungen.

 

Achillessehne: Klinische Untersuchung
Untersuchung der Achillodynie durch den Spezialisten durch Ultraschalluntersuchung.
Betasten der Achillessehne zeigt Dellen, Schmerzen und Schwellung.
Untersuchung der Achillodynie durch den Spezialisten durch Zehenspitzenstand.
Untersuchung der Achillodynie durch den Spezialisten durch Zehenspitzenstand.
Untersuchung der Achillodynie durch den Spezialisten durch Ultraschalluntersuchung.
Mit dem Ultraschallgerät können Sehnen und Weichteile in Bewegung untersucht werden. Gibt es klinische Hinweise auf eine Fehlfunktion der Achillessehne oder gar eine Ruptur der Achillessehne, kann sonografisch also eine Feindiagnose erfolgen. © Gelenk-Klinik

 

Warum reißt die Achillessehne?

Die häufigste Verletzung der Achillessehne ist der Riss, die plötzlich auftretende Durchtrennung der Achillessehne (Achillessehnenruptur). Für eine Ruptur kann es verschiedene Gründe geben. Obwohl die Achillessehne mechanisch sehr belastbar ist, kann es beim Auftreten überhöhter Zugkraft/Anspannung zum Zerreißen kommen. Meistens sind degenerative Vorschädigungen durch Über- und Fehlbelastung die Ursache hierfür. Es handelt sich dabei um kleinere Verletzungen, die die Blutversorgung des Gewebes stören und damit zu einer mangelnden Festigkeit führen. Betroffen hiervon sind überdurchschnittlich häufig sportlich aktive Menschen, vor allem (sportlich aktive) Männer im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.

Was sind die Symptome für eine Achillessehnenruptur?

Der Riss der Achillessehne, der sich häufig mit einem lauten Knall, ähnlich einem Peitschenhieb, bemerkbar macht, ist verbunden mit plötzlichen stechenden Schmerzen in der Wade, meistens unmittelbar oberhalb der Ferse. Äußerlich kann eine Schwellung an der Rückseite des Sprunggelenks oder im unteren Teil der Wade auftreten, verbunden mit einer Verfärbung durch Bluterguss oder punktförmige Einblutungen in der Haut. Nach einer Achillessehnenruptur ist eine Plantarflexion des Fußes (aktives Beugen des Sprunggelenks) aufgrund der fehlenden Verbindung zwischen Wade und Fersenbeinhinterkante nicht mehr möglich; der Patient ist am betroffenen Bein nicht mehr zu einem Einbein-Zehenstand in der Lage und kann nicht mehr normal gehen.

Wie erfolgt die Diagnose bei einer Achillessehnenverletzung?

Bei der Diagnose einer Achillessehnenruptur ist sowohl die Unfallvorgeschichte als auch das Betrachten der äußerlichen Verletzungszeichen von Bedeutung. Durch vorsichtiges Abtasten der Wade findet sich ein Druckschmerz, häufig auch eine Lücke oder Delle. Richtungsweisend für eine exakte Diagnose ist jedoch die Prüfung des Einbein-Zehenspitzenstandes. Normalerweise wird bei einer gesunden Achillessehne die Ferse nach oben gezogen und dadurch der Fuß zur Fußsohle hin gebeugt. Somit kann eine Erstdiagnose durch eine reine Funktionsprüfung erfolgen. Zusätzliche bildgebende Verfahren, wie z. B. Ultraschall oder Röntgen dienen anschließend der sogenannten Feindiagnostik. Knöcherne Ausrisse der Achillessehne am Fersenbein können mithilfe einer Röntgenuntersuchung festgestellt oder ausgeschlossen werden. Die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) dient zur genauen Darstellung der Stelle des Risses.

Welche therapeutischen Maßnahmen können ergriffen werden?

Wir unterscheiden prinzipiell zwischen Operativer und Konservativer Therapie.

Konservative Therapie

Wenn beim Absenken des Fußes festgestellt wird, dass sich die Rissenden/Sehnenstümpfe berühren, so ist auch das Zusammenwachsen der Sehnenenden möglich. In diesem Fall kann von einer operativen Versorgung des Risses abgesehen werden. Dies ist möglich, da die Achillessehne ungefähr bis zu ihrer doppelten Größe gedehnt werden kann. Die Verwendung von Spezialschuhen mit einer Erhöhung im Fersenbereich und fester Zunge sind hilfreich für die Konservative Therapie. Hierbei wird der Fuß, ähnlich wie bei einem Absatzschuh, in eine Spitzfußstellung gebracht. Dadurch können die Sehnenenden einen Kontakt herstellen und in vielen Fällen kann einer Phase der Teilbelastung relativ schnell auf die Normalbelastung des Fußes übergegangen werden. Begleitende Kontrollen durch den behandelnden Arzt sorgen dafür, dass der Heilungsprozess beobachtet und ggf. optimiert wird. Wenn in dieser Zeit keine weiteren Komplikationen auftreten, so ist der Heilungsprozess nach etwa 6 bis 8 Wochen abgeschlossen.

Operative Therapie

Die Operative Therapie wird hauptsächlich bei jungen, sportlichen Menschen angewandt, da hierbei eine sichere Annäherung der beiden Sehnenstümpfe gewährleistet ist und eine hohe Stabilität erreicht wird. Die Haut über der gerissenen Achillessehne wird aufgeschnitten, zerrissene und abgestorbene Sehnenanteile werden entfernt und die Sehnenenden werden wieder zusammen¬genäht. Nach erfolgter Operation bekommt der Patient einen Unterschenkelgehgips, damit das Bein und die Naht in etwa 30° bis 40° Spitzfußstellung ruhig gestellt werden. Das operierte Bein darf dabei nur vorsichtig teilbelastet werden.

Die Fäden werden nach etwa 2 Wochen entfernt. Ein neuer Gipsverband wird angelegt, dieses Mal mit einem reduzierten Grad der Spitzfußstellung (etwa 10° bis 20°). Dieser Gips wird nach 2 weiteren Wochen entfernt und, nach eingehender Überprüfung des Heilungserfolgs durch den behandelnden Arzt, durch einen neuen Unterschenkelgehgips ersetzt. Das Bein kann nun wieder voll belastet werden, vorausgesetzt der Patient ist schmerzfrei.

Nach weiteren 2 Wochen wird auch der letzte Gips entfernt. Der Patient kann die Belastung seines operierten Fußes Schritt für Schritt erhöhen, bis er zu einer Vollbelastung in der Lage ist. Abschließende Rehabilitationsmaßnahmen, wie z. B. eine Bewegungstherapie, unterstützen ihn bei beim Training und der Durchführung der Belastungssteigerung und der Gelenkmobilisation.

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Dr. med. Thomas Schneider
Facharzt für Orthopädie an der Gelenk-Klinik

 
Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Chirurgie in Freiburg Dr. med. Martin Rinio, Facharzt für Orthopädie
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